Mittwoch, 10. August 2016

Sagenumwobener Drachenfels


 Ich hatte vor kurzem ja schon von der Fahrt mit der Drachenfelsbahn geschrieben. Das versaut mir nun irgendwie den Einstieg, von wegen, dass man nach einem anstrengenden Bergaufstieg eine fabelhafte Sicht auf das Tal hatte. Die Anstrengung fällt zwar weg, der Ausblick war dennoch fabelhaft.


 Es hatte in den Tagen vor diesem Ausflug kräftig geregnet. Da sich die Luft im Rheintal um Köln- Bonn immer etwas staut, war die Sicht noch leicht diesig. Der Smog trägt regelmäßíg sein Übriges dazu bei. Wie man auf dem Blick in Richtung Rheinland- Pfalz erkennen kann, aber wirklich nur minimal. Die Rheininsel ist Nonnenwert. Darauf ehemals ein Kloster, heute aber auch eine ziemlich noble Schule (gerüchteweise).


 Mit ein bisschen scharfem Auge konnte man am Horziont, mit Blick über Bonn, sogar den Kölner Dom erblicken. 


 Von Drachenfels selbst sind heute nur noch ein paar Ruinenstücke übrig.


 Diese sind teilweise noch recht hoch. Der Rest der Burg wurde zum Aufbau des Kölner Doms geschliffen. War ja auch sehr praktisch. Steine abpopeln, runter an den Rhein schaffen und von dort ein Stückchen weiter nach Köln verschiffen, zum Dom zusammensetzen.



 Erst 1836 wurde der Rest der Burgruine von der preußischen Regierung aufgekauft und so vor weiterem Abbau gerettet.


 Ein letztes Fenster eröffnet noch den Blick in Richtung Köln. Es trägt darum auch den klangvollen Namen "Kölner Fenster". Leider konnte ich die Durchsicht nicht anständig fotografieren, da es auf dem Gipfel erstens voll und zweitens offensichtlich voller Pokestops war. Überall Menschen, die sich wenig bewegten...


 Dann doch lieber die freie Aussicht in Richtung Drachenfelser Ländchen und die Wolkenformationen auf der anderen Seite des Rheins genießen.


 Ein bisschen die Nase in die raren Sonnenlücken halten, atmen, ein Schlückchen trinken.


 Einer Sage nach, hat auf diesem Berg  vor dem Bau der Burg ein Drache gelebt. Die Bewohner der umliegenden Ortschaften opferten diesem Drachen jährlich eine Jungfrau, bis Siegfried dem Spuk ein Ende setzte. Siegfried erlegte den Drachen auf dem Fels. Anschließend badete der Drachentöter im Drachenblut und wurde unverwundbar, mit Ausnahme der Stelle an der Schulter, die von einem zufällig herbgefallenem Lindenblatt bedeckt wurde. Der Rest ist Geschichte oder eben Nibelungensage. Der Abstieg erfolgte zu Fuß. Ein bisschen Bewegung musste dann doch noch sein.


 Auf halbem Wege ins Tal liegt noch Schloss Drachenburg. Gebaut von 1882-1884, wurde nie bewohnt und ist heute ein Museum. Ein paar Bilder vom Abstieg habe ich auch noch. Aber weil das alles sprengen würde, gibt es die ein anderes mal. Mittwochs mag ich diesen Ausblick sehr, auch wenn ich grundsätzlich keine Freundin von Bergen bin.

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