Sonntag, 24. März 2019

7 Sachen # 7. 19

 Immer wieder Meistens Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe


1. Geblättert: Zum ersten Kaffee des Tages in einem verflucht spannenden Buch mit ziemlich viel Repression im Inhalt. Da erscheinen die Geschehnisse von letzter Woche doch wie ein Pappenstil.


2. Gefrühstückt: Nommnomm.


3. Geflucht: Am Wandsbeker Markt gab es heute schöne Fliesen aber auch verdammt hässliche Faschos zu begutachten. Frühdemo mit 180 anderen. Zur späteren Solidemo für die Ida-Ehre-Schule habe ich es leider nicht mehr geschafft, dafür 3000 andere. Yeah! So läuft das hier.


4. Geworfen: Natürlich keine Steine, aber einen Schatten. Sonne war gut heute.


5. Gewippt: Wie Kurt- ohne Helm und ohne Gurt.


6. Gegabelt: "Käse"-Blaubeer-Sonntagskuchen.


7. Geknotet: Mich mit anderen zusammen. Ich hatte ein bisschen vergessen, wie anstrengend dieses Spiel ist. Aber auch lustig.


 Die wichtigen Worte zum Sonntag: Bleibt auf jeden Fall gesund! Helft einander, seid dankbar, arbeitet an eurer Selbstfürsorge, passt auf euch und andere auf, seid freundlich, wertschätzend, ehrlich und zuverlässig. Habt eine gute Woche.

Samstag, 23. März 2019

Samstagskaffee und Netzfunde # 6. 19


 Schönen guten Morgen mit Solikaffee. Bevor ich heute ganz schnell und ohne viel Palaver in den Samstagskaffee und die Netzfunde starte: Zunächst mag ich euch allen ganz herzlich für euer großartigen Kommentare zu meinem Dienstagsbeitrag danken. Der Fernseher ist so gut wie gekauft. Kulturindustrie für die Kulturindustrie. Und dass es wichtig ist, in dieser Kreativbloggendenszene eine Ausnahmeerscheinung dazustellen, wurde mir damit und mit den Geschehnissen der Woche, schlimmstens bewusst. "Dort kämpfen, wo das Leben ist", könnte ein guter Untertitel für meinen Blog werden. 


 Dazu die Netzfunde der Woche, mit dem einen großen Thema:

 In Hamburg hat es die blau angemalte braune Partei nun also geschafft, mit ihrem unsäglichen Petzportal erste Wellen zu schlagen. Im Herbst vergangenen Jahres wurde eine Internetseite zur Verfügung gestellt, auf der besorgte Lernende, Eltern und sonstige "besorgte" Menschen, Lehrkräfte melden konnten/sollten, die sich im Bereich Bildung kritisch zur A*f*D äußern. Als dieses Portal eingerichtet wurde, gab es schon einen lauten Aufschrei von vielen Seiten, u.a. diesen und jenen. Die Hamburger Schulbehörde hat sich trotz Drucks der Lehrendenschaft lange mit einer Stellungnahme Zeit gelassen. Andere Bildungsminister wie z.B. aus Niedersachsen stellten sich da energischer hinter "ihre" Lehrkräfte. Die Stellungnahme der Hamburger Bildungsbehörde, die dann doch noch kam war extrem lasch und ist nun auch hinfällig.
 Nun hat die Bildungsbehörde in Hamburg einen absoluten Griff ins Klo getätigt und ist wahrhaftig aufgrund eines Hinweises über das Petzportal an einer Schule tätig geworden. Ein Sprung in den Rücken aller Hamburger Lehrkräfte und der Lernenden. Die Behörde macht sich zu Spielball der Faschisten. Die Presseberichte ließen einem die Haare zu Berge stehen. Ganz schnell fielen da die Begriffe "radikal" und "linksextrem" Natürlich ohne die notwendige Erklärung, was eigentlich unter diesen zu verstehen sei. Die Antifa Altona Ost wurde schnell unter Generalversacht gestellte, ebenso die Lehrkräfte besagter Schule. Spannend auch die Aussage, dass diese Antifa Gruppe bereits wegen weil schon vom Verfassungsschutz beobachtet würde undundund. Die Stellungnahme zu den aktuellen Geschehnissen der Antifa Altona Ost gibt es hier nachzulesen. Die Stellungnahme der betroffenen Schule hier. Spannende weitere Pressestimmen z.B. hier und hier. Erste Solidaritätserklärungen finden auch schon statt.

 
 Es gibt hier so unfassbar viele Dinge, über die man sich mal allerheftigst aufregen muss(!!):

 1. Die Schulbehörde fällt ihren Lehrkräften in den Rücken, stärkt die antidemokratische Aktion einer einzelnen Partei, die schlimmstens nach brauner Kacke von vor 70 Jahren riecht. Der Schutzraum Schule, an dem sich Kinder und Jugendliche ausprobieren sollen, wird massivst angegriffen. Erziehung zum demokratisch partizipiertem und partizipierendem Bürger ist unter solchen Umständen nicht möglich. Es wird signalisiert: Wenn du dich engagierst, bekommst du auf´s Maul. Erschreckenderweise wird in diesem Zusammenhang rechtes Engagement ja eher noch gefördert als linkes. Da schüttelt sich bei mir alles.

 2. Schulische Neutralität gibt es nicht, darf es auch nicht geben. Auch der vielzitierte Beutelsbacher Konsens gibt ein solches Neutralitätsgebot, auf welchem so viel rumgeritten wird, nicht her. Darum geht es auch gar nicht. Politische Bildung kann nicht neutral funktionieren. Neutral ist steril und auf sterilem Boden kann nichts wachsen. Es geht um Kontroversität und Überwältigungsverbot.

 3. Eine Jugendgruppe, die politisch aktiv ist, wird unter Generalverdacht gestellt. Die Antifa Altona Ost hat gerade vergangene Nacht ihren ersten Geburtstag gefeiert. Sie hat sich in dem Jahr bewiesen als engagierte, denkende, aufrüttelnde Kraft der Stadt. Sie hat den Mietenmove mit organisiert, ebenso eine Demo unter dem Motto "Dem rechten Spuk entgegentreten". Sie organisierte den Jugendblock, um Jugendliche zu Demos zu bewegen und öffnet damit geschützte Räume, in denen Jugendliche erste Gehversuche auf der Straße machen können. "Linke Gewalt" in Hamburg? Wo?

 4. Natürlich bin auch ich ANTIFA! Natürlich bin ich antifaschistisch. Natürlich lege ich alles an den Tag, was Unterricht und schulische Bildung und Erziehung hergeben, damit der Faschismus eben nicht wieder erstarkt. Demokratische Erziehung muss immer demokratisch und damit antifaschistisch sein. Natürlich bin ich für Vielfalt, Toleranz und Inklusion. Natürlich bin ich gegen Denunziation, Fremdenhass, Frauenfeindlichkeit, Homophobie. Natürlich bin ich damit nicht mehr "neutral". Wie denn auch? Das ist ja im Grunde genommen noch nicht mal links. Das ist LOGISCH!!! Somit auch mein Klassenraum eine Antifa Area, weil sich da jedes Kind, egal welches Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Religion, Behinderung etcpp. frei bewegen und äußern darf, die gleichen Rechte und Pflichten wie alle anderen hat. Im Faschismus wäre das nicht möglich. Dafür brauche ich noch nicht mal einen Aufkleber an der Klassentür. Und ich bin damit auch nicht alleine.

 5. Wieviel Quatsch sich sonst so an Schulwänden finden lässt, der da nichts verloren hat, ist dann nochmal ein ganz anderes Fass. Von den üblichen Pimmelbilden über "Die 8x stinkt!" "XY ist scheiße!". Vielleicht sollte man da mal ne Welle machen und bei der Schulbehörde anklopfen. Für frisch gestrichene Wände jede Woche.

 6. ARGH!!!!!

 
 Die A*f*D hat Angst vor Aufklebern.... Kann man ja auch mal kurz festhalten. Ich stickere nicht in der Schule. Da gibt es für mich anderes zu tun. In diesem Sinne noch ein paar Tipps für Menschen in Hamburg:

 Morgen (24.03.) Hamburger Parteitag der Partei die Angst vor Stickern hat. Demo ab 8:30h in Wandsbek, Schlossstr./ Ecke Am alten Posthaus. (Hamburger Bündnis gegen Rechts)


 Wer meint, immer noch nicht genug über diese Gefahr zu wissen, darf dann gerne am 9.4. zu Vortrag und Diskussion in Altona erscheinen.
 
 Die Faschos, die früher Montags Hamburg genervt haben, sind auch wieder da und demonstrieren am 14.4. am Bahnhof Dammtor. Gegendemo ab 11h ab Hachmannplatz am Hauptbahnhof. (Hamburger Bündnis gegen Rechts)


 Sehr viel Lokales diese Woche. Aber es ist vielleicht wichtig, das da auch mal gezeigt wird, dass auch in Hamburg trotz starkem, linken Millieus die Kämpfe gefochten werden müssen und sie auch gefochten werden. Natürlich sieht das anderswo auch noch viel schlimmer aus. Heute Solidarität mit der Antifa Altona Ost, Solidarität mit der Ida-Ehre-Schule, Solidarität mit antifaschistisch arbeitenden Menschen immer und überall. Dort kämpfen, wo das Leben ist und darum in die Samstagskaffeesammlung.

Dienstag, 19. März 2019

Konfetti und Tatsachen


 Zeit für ein paar ehrliche Worte. Mal wieder. Was wird aus diesem Blog? Ich habe im Moment nicht den blassesten Schimmer.... Die Anzahl der Beiträge sinkt merklich.


 Suche nach Ursachen:
 1. Zeitfenster: Mir fehlt mein altes Blogzeitfenster in der Woche. Normalerweise habe ich die Bilder für Beiträge immer irgendwie so nebenbei geschossen. Sonntag abends gab es dann dieses Zeitfenster, in dem in der Glotze irgendein Quatsch lief. Ich saß dabei mit dem Schleppi auf den Beinen davor und bearbeitete Bilder und hackte Texte in die Tastatur. Die Umstellung auf DVB-C hat meine alte Fernsehmöhre leider nicht mitgemacht und so sitze ich nun ohne Fernseher da. Finde ich tatsächlich nicht so schlimm, aber mich nur wegen des Bloggens hinzusetzen kommt mir irgendwie auch blöde vor. Ich mag da auch gar nicht so nen Schreibtischding draus machen. Schreibtischscheiß hat mir noch nie Spaß gemacht....

 2. Themen: Irgendwie habe ich das Gefühl es wiederholt sich alles. Sicherlich hätte ich noch das ein oder andere Thema in der Hinterhand, über das es sich wirklich mal lohnen würde zu schreiben, aber so vieles bekomme ich noch nicht so ganz aus dem total Privaten abstrahiert. So ganz schlimmen Seelenstrip wollte ich hier nicht hinlegen. Zudem habe ich auch ein wenig "Angst" um meine Nischen. Ich mag Orte haben, an die ich mich zurückziehen kann. Es besteht die Gefahr, dass diese überfüllt und überlaufen werden, sobald ich sie über den Blog in die Welt posaune. Ein bisschen Einfluss hat solch ein Blog ja doch schon....

 3. Inhalte und Worte: Ich habe hier noch so ungefähr fünf angefangene Artikel im Vorratsschrank liegen, die ich einfach nicht fertig bekomme. Teilweise mit Themen, die mir am Herzen liegen, die sicherlich spannend sind. Doch irgendwie fehlen mir auch da die Worte. Ich möchte gerne so schreiben, dass es leicht verständlich ist, möchte diskriminierungsfrei und genderneutral schreiben. Manchmal kommen da nur so krude Bandwurmsätze aus mir raus, dass ich meinen Kopf gerne auf die Tischplatte klatschen mag. Jornalistisches Schreiben habe ich immer "einfach" gemacht, aber nie gelernt. Da liegt vermutlich der falsche Hase im Pfeffer. Und manchmal mag ich auch gerne so Nonsensbeiträge schreiben, weil es einfach mal schön und entspannend wäre. Doch da winkt dann auch der Anspruch an mich selbst herüber bzw. eine wilde Kopfdiskussion. Natürlich ist Nonsens wichtig, aber wen interessiert das schon? Das hier soll ja auch kein Nonsensblog werden....

 4. Bilder: Ohne Bilder kann mein Blog nicht sein. Meine Handykamera ist leider nicht so sehr der Kracher und die dicke Spiegelreflex mag ich nicht ständig mit mir rumschleifen. Dazu kommt, dass ich nur noch selten an den Nadeln zu finden bin. Mein Kleiderschrank platzt nach wie vor aus allen Holzverbindungen, ich sortiere kaum aus, weil ungefähr alles gut ist und getragen wird. Neue Kleidung entsteht nur noch sehr selten. Andere Projekte kommen derzeit auch nur selten unter meine Hände. Ich habe kaum noch Ideen, von Zeit will ich gar nicht anfangen. Aber wie soll ich denn das alles nun bebildern, mit anständigem Kram?

 5. Rückmeldungen: Es gab eine Zeit, da wurden meine Artikel viel kommentiert, geteilt undundund. Teilweise wirklich sehr ausführlich. Auch das hat nachgelassen. Ich möchte nun nicht sagen, dass ich das Bloggen nur wegen des Fames mache, aber irgendwie waren Worte als Wertschätzung oder Denkanstöße mir sehr viel wert. Bepöbelt wurde ich zum Glück nur selten. Ich weiß gar nicht mehr, wer hier eigentlich noch liest. Die Klickzahlen bei jedem neuen Beitrag sind stabil, aber niemand zeigt sich.... Wer sind die Menschen, die hier noch mitlesen und draufklicken? Natürlich freue ich mich auch über jeden kleinen Kommentar beim Instadings, aber irgendwie fühlt sich das für mich immer so Fast Foodmäßig an. Ich darf mich da nicht ausnehmen. Das Kommentieren auf anderen Blogs "vergesse" ich auch öfter. Klicken, konsumieren, weiter. Ich bin sicherlich Teil des Problems....


 Derzeit denke ich wirklich über die Anschaffung eines neuen Fernsehers nach. Das wäre dann tatsächlich auch der erste Fernseher, der dann neu und topmodern aus dem Laden kommt und für den ich mehr als zwei Pullen Bier und ne Schachtel Kippen zahlen würde. Vielleicht nennt man das "erwachsen sein" oder so. Ich mag meinen Blog. Ich habe so viel damit erlebt. Ich mag nicht aufhören. Das Schreiben gab mir so lange echt viel. Ich klicke selbst immer noch gerne durch meine alten Beiträge. Ich betrachte gerne die Entwicklung vom Handarbeitsfundus zum Wiederfinden, der tiefergehenden Themen. Ich sehe meine Entwicklung und die soll hier gerne weiter dokumentiert werden. Es freut mich zu sehen, dass ich häufig andere inspirieren konnte. Er gab mir lange einen Rhythmus, erinnerte mich selbst an gute Zeiten, wenn ich es brauchte. Ist es vielleicht die so oft beschriene Krise der Bloggendenwelt?


 Ich habe eine Bitte an meine Lesendeschaft: Zeigt euch doch gerne mal wieder. Sagt doch mal kurz "Hallo!". Vielleicht habt ihr Ideen für Themen, zu denen euch ein Beitrag von mir interessieren würde. Egal ob politisch oder handarbeitstechnisch. Habt ihr Fragen an mich? Irgendwas?


 Manchmal macht mich dieses Hin- und Hergerissen sein etwas traurig. So Tage gibt es. Damit das aber nicht so voll grau wird, gibt es aber einen neuen Pullover. Oder Longsleeve. Für buntes Konfetti im Leben. Immer und überall. Leichter Sommersweat, mitgebracht aus Göteborg im Herbst oder so. Ich mag meine Welt ja gerne bunt. Und wenn die Bloggosphäre vielleicht doch am Ende ist, dann eben mit Konfetti. So bunt wie sie eben auch ist und war. Dienstagssammlung.

Sonntag, 17. März 2019

7 Sachen # 6. 19

 Immer wieder Meistens Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe


1. Gefahren: Bahn. Nach hause. Ein bisschen verstrahlt noch. Irgendwie normal für meine Sonntage. Aber lieber so als anders.


2. Gezogen: Am Fundstück an der Bahnstation vorbei. Oder er an mir.


3. Gefunden: Irgendwer hat das Projekt "Verschönerung unseres Treppenhauses" angestoßen.


4. Gekocht: Tee. Rauhe Mengen. Eimerweise.


5. Gerebelliert: Beim Staubsaugen. Ich lass mir doch von Sockenstrickenden nicht vorschreiben, an welchen Fuß ich welche Socke zu ziehen habe.


6. Gegabelt: Reste eines sehr sapschigen Karottenkuchens.


7. Gelegt: Wenigstens mal die Zutaten parat. Teil zwei wird nachher mindestens noch angeschlagen.

 Die wichtigen Worte zum Sonntag: Bleibt auf jeden Fall gesund! Helft einander, seid dankbar, passt auf euch, arbeitet an eurer Selbstfürsorge und andere auf, seid freundlich, wertschätzend, ehrlich und zuverlässig. Habt eine gute Woche.

Samstag, 16. März 2019

Samstagskaffee und Netzfunde # 5. 19


 Mal wieder lange nicht da gewesen. Sowas aber auch. Es waren unter anderem Ferien in Hamburg. Ich war Karneval feiern, habe geschlafen, gelesen, gewerkelt. Den Weltfrauenkampftag habe ich geschwänzt. Und mich hinterher darüber geärgert, denn in Hamburg war da wohl noch weniger los, als in den letzten Jahren. Eine Person mehr, wäre da sicherlich hilfreich gewesen.


 Dafür gestern beim Klima"streik". Zwischen knapp 7000 Lernenden habe ich mit meiner Begleitung den Altersschnitt mal ordentlich in die Höhe schnellen lassen. Ich war sehr beeindruckt, dass trotz Ferien und echtem Hamburger Schietwedder so viele auf der Straße waren. Als Lehrperson war ich sehr froh, das mal aus der Nähe betrachten zu können. Auch meine vergleichsweise jüngere Lernendenschaft war in den vergangenen Wochen dort schon zugegen und nicht in meinem Unterricht, was ich super fand. Alle Argumente gegen diesen Klimastreik finde ich ja absoluten Schrott. Zum Einen die der "Profis", die ständig meinen, Schule schwänzen für so etwas sei nicht so schlau. Aber auch die Argumente, dass die Schwänzerei eben nur für die schlaueren Lernenden aus der Mittel- bis Oberschicht geeignet sei, weil sie allen anderen die Zukunft versauen würde, halte ich ebenso für Quatsch. Selbst schwächere Lernende sollen da mal gefälligst hingehen. Die paar verpassten Stunden, werden ihre Leistungen ebenso wenig schwächen, wie die der Leistungsstärkeren. In die Höhe ziehen würde sie die Teilnahme dann aber eben auch nicht. Keine Ahnung, was manche Menschen denken, wie viel Wissen eine Lehrperson in 4-6 Stunden Freitagsunterricht in einen Menschen reingeprügelt bekommt. Sicherlich nicht mehr als sie auf so ner Klimastreikdemo abbekommen. Natürlich begrüße ich die Diskussion um die Schwänzerei als nette Nebenbeleuchtung für das eigentlich Anliegen. Das kommt so nämlich auch auf den Tisch. Früher haben wir für sowas Randale gebraucht. "Lernende schwänzen Unterricht für bessere Klimapolitik", klingt in so ner Schlagzeile irgendwie auch schicker als "Am Rande einer Demo gegen Faschos kam es zu Ausschreitungen". Gute Mediendressur von der jungen Generation. Ich gebe Applaus!

 Netzfunde und so:

 Karneval gefeiert habe ich. Ich mag Menschen nicht, die sagen, sie würden Karneval kacke finden, weil es da so rassistisch und sexistisch zugehen würde. Karneval ist immer ein Abbild der Gesellschaft. Gesellschaft ist rassistisch und sexistisch. Immer. Egal ob an Kernaval oder den Rest des Jahres. An Karneval erkennt man die Idioten einfach nur schneller. Alle paar Jahre flammt die Diskussion um rassistische Kostüme wieder auf. Finde ich an der Stelle richtig. Und auch in solchen Diskussionen zeigen sich mal wieder die Idioten am schnellsten. Problematisch wie immer, wenn nicht Betroffene da den Zeigefinger heben. Darum dieser Hinweis auf Äußerungen wirklich Betroffener im Hinblick auf das Indianerkostüm. Davon bräuchte es sicherlich mehr und lauter in dieser Diskussion.

 Irgendwie überhaupt keinen Zusammenhang mit dem Kostümthema, aber eben der gleiche Problemkomplex von Rassismus udn Sexismus und weißem Feminismus und (!!!) Aufklärungsarbeit findet man in dem Artikel über, von und mit Julia und Esrin auf innenAnsicht. Wir haben ALLE noch so verflucht viel zu lernen, bis unsere Gesellschaft ein diskriminierungsfreier Raum ist. Dann wird das auch Karneval werden. 


 "Was Familien mit nicht behinderten Kindern schon oft an die Grenze der Erschöpfung führt, ist für Familien mit behinderten Kindern noch zugespitzter. Für den Kitaplatz meiner behinderten Tochter telefonierte ich knapp 50 Kitas durch." (Zitat ebd.) Der Struggle von Eltern mit Institutionen ist real. Ob mit einem behinderten oder nicht behinderten Kind. Da erscheint der Struggle, denn ich immer für meine Lernenden bei Institutionen fighten muss, damit für den Schulbesuch noch diese oder jene Unterstützung rankommt, ein Fliegenschiss. Meistens sprengt das meine Arbeitszeit zwar auch, aber seis drum. Jedes dieser Kinder ist es wert. Ich möchte keine wegen vermeintlicher Behinderung abgetriebenen Kinder. Ich möchte eine hilfsbereite Umwelt für die, die kommen durften.

 Übrigens wegen Abtreibung und so: In Hamburg hat der Prozess gegen Yannic H. begonnen. Der Typ, der so hobbymäßig Frauenärzt*innen anzeigte, die über Schwangerschaftsbrüche informierten und der sich jetzt darüber echauffiert, dass sein Name öffentlich genannt wird. Sagen wir mal so: You get, what you deserve. Vollidiot! Ich hoffe, die Rechtssprechung rückt da mal was gerade.

 Wo es beim Thema "Klimastreik" doch auch immer um Nachhaltigkeit geht: Nachhaltigkeit von Möbeln ist ja ein viel zu wenig beachtetes Thema. Ich liebe "meinen" Tischler nach der Lektüre des verlinkten Arikels glatt nochmal mehr.

 Boah, und Veganismus. Ist ja auch so nen Nachhaltigkeitsding. Ich bin da ja auch öfter mal genervt von diesen ganzen Menschen, die das vor Kurzem erst für sich entdeckt haben und nun überall rummissionieren und ihre freshen Erkenntnisse rausposaunen. Vielleicht braucht die Welt sie. Ist ja auch irgendwie das gleiche wie mit politischem Engagement, Feminismus, Yoga, Zeug selber machen, Müll rausbringen. Macht niemanden heilig oder zu einem besseren Menschen, muss aber gemacht werden. 

 In diesem Sinne: Prost Vanillesojalatte (nein, keine Hafermilch- Klimabilanz ist die selbe). Bei Andrea vorbei und dann Fußball, Torte, Wochenendaktivitäten. Hurra!

Dienstag, 26. Februar 2019

In meiner Blase


 In meiner Blase da ist es schön und muggelig und friedlich. In meiner Blase sind bestimmte Umgangsformen und Begrifflichkeiten Standart. In meiner Blase weiß mensch, dass es Vulva und nicht Vagina heißt. In meiner Blase ist klar, dass "behindert", "schwul" und "Spast" keine adäquaten Schimpfwörter sind. In meiner Blase ist klar, dass alle Menschen alles mitmachen dürfen und sollen, egal welche Hautfarbe, Behinderung, Geschlecht, sexuelle Orientierung, kulturelle oder soziale Herkunft. In meiner Blase spielen diese Kategorien nicht mal eine Rolle.


 In meiner Blase erinnert man sich freundlich an Dinge, die einem manchmal entfallen und die man bei Planungen nicht bedacht hat. Es werden keine Stricke gedreht. In meiner Blase ist bei solchen Dingen Geduld angesagt. In meiner Blase wird versucht, so divers wie möglich zu sprechen, zu handeln und zu organisieren.


  In meiner Blase weiß mensch, dass auf Menstruationsprodukte 19% Luxusmehrwertsteuer gezahlt werden muss. Es ist klar, was eine Menstruationstasse ist und dass die Paragrafen 218 und 219a abgeschafft gehören. In meiner Blase ist klar, dass eine Frau nicht zwangsläufig eine Gebäraufgabe hat, an die man sie in regelmäßigen Abständen erinnern oder zu der man sie überreden muss. In meiner Blase wird sich informiert. In meiner Blase ist man neugierig. Gegen und für Dinge wird in meiner Blase auf die Straße gegangenen. Da ist klar, dass "Alerta! Alerta! Antifascista!" kein Aufruf zu (links-)radikalen Gewalttaten ist. 


 In meiner Blase ist klar, dass Demokratie ein hohes, schützens- und verteidigungswertes Gut ist, es aber noch bessere Möglichkeiten geben kann. In meiner Blase, da ist es schön. Aber es hilft ja nichts. Da draußen ist eine Welt voller Menschen. Da muss jemand wie ich so oft geduldig sein. Da wird jemand wie ich so oft missverstanden, da werden mir die Worte so oft im Munde rumgedreht, da fallen Ver- und Beurteilungen hart wie Faustschläge. Und das auch in Kreisen, die sich was auf ihre akademische Bildung einbilden. Kackademiker. Einbildung. Die Weißheit mit Löffeln gefressen. Unumstößliches Wissen. Manifestierte Meinungen und Überzeugungen. Ich werfe niemandem seinen Tellerrand vor, über den einige nicht schauen möchten. Aber ich werde mich immer wehren, wenn versucht wird, mir in die Suppe zu spucken. 


 In meiner Blase aber, da fühle ich mich wohl und hin und wieder ist es hilfreich, sie mal zu verlassen, damit die Dinge nicht zu Selbstverständlich werden. Und wenn es dann wieder so eine harte Woche war, dann suche ich mir eben die Orte, wo ich mal kurz meine Wut rausschreien kann. Wo eine harte Woche zwischen Konfetti und Antifa Hooligans rausgegröhlt werden kann. 


 Ich werde meine Arschbacken zusammenklemmen und versuchen niemals müde zu werden, Menschen zu erinnern, dass sich ein Blick über den Tellerrand und eine gesunde Neugier immer lohnen. Und natürlich muss ich das auch selber leben. Im Zweifel mit neuen Buttons am Revers und heute in der Dienstagssammlung.

Dienstag, 19. Februar 2019

Die wärmende Wanda


 Es gibt da so Wesen, die sind sehr Tageslichtscheu. Sie zeigen sich selten außerhalb ihrer natürlichen Umgebung. Es gibt so Viecher, die leben gerne unter Decken, im Dunkeln und Weichen, mensch bekommt sie selten zu Gesicht.


 Wenn die Spezies der Bäuchlinge oder auch Wärmflaschfressenden aber mal das Tageslicht erblickt, kann man sie bei der Nahrungsaufnahme beobachten. Das passiert bestenfalls selten oder aus dem Grund der besseren Rumgammelei.


 Hat solch ein wärmflaschenfressendes Wesen seine Beute einmal verschlungen, dann gilt es schnellstmöglich wieder im dunklen, weichen Versteckt zu verschwinden und mit der Verdauung Erwärmung zu beginnen. 


 Beim heutigen Exemplar handelt es sich um Wanda. Die wärmende Wanda. Wenn Wanda den Bauch voll hat, dann gluckst sie gerne leise und zufrieden vor sich hin. Wenn man dann genau hinhört, kann man da Geschichten hören, die sie einem leise zugluckst und die einen in sanfte und heilende Träume wiegen können. Man muss dann sehr leise sein, denn sonst versteht man sie nicht. Vor allem ermahnt sie einen zur Selbstfürsorge. Bett- oder Sofaruhe, die sich die meisten Menschen doch zu selten gönnen...


 Auch Wanda ist sehr lichtscheu und verbringt ihre Zeit am liebsten unter Decken auf dem Sofa oder im Bett. Darum wollen wir sie für heute auch nicht weiter stören und lieber ihrem sanften Gluckern lauschen. Wer weiß, was sie heute zu erzählen hat. Auch in der Dienstagssammlung.