Dienstag, 21. November 2017

Einfach nur mal nadeln


 Irgendwann ging es auf diesem Blog mal um total stupides Handarbeiten. Darüber was zu schreiben habe ich ja wahrhaftig schon sehr lange nicht mehr gemacht. Einfache Beiträge, in denen nur das Produkt im Vordergrund stand, gab es schon lange nicht mehr. Aber heute. Heute will ich einfach nur mal Produkte zeigen, die unter meiner Nähmaschine hervorgekrabbelt sind.


 Letzten Samstag habe ich mir mal eine Nähzeit gegönnt. Eine fette Nähzeit. Mein Körper fühlte sich ein bisschen verkatert an. Dabei hatte ich gar keinen Alkohol getrunken. Vermutlich war ich einfach lebenstrunken oder so. Aber ich wollte unbedingt nähen. Entstanden ist so einiges. Unter anderem diese Täschchen.


 Ich musste erstmal ein bisschen aufräumen, bevor es ans eigentliche Nähen ging. Dabei fiel ein ganzer Stapel kleinerer Stoffstücke auf einen Haufen. Diese habe ich dann einfach in der maximal möglichen Größe genommen und stapelweise Reizverschlusstäschchen gezaubert. Alle in unterschiedlichen Größen. Da ich mich vor einiger Zeit doch mal an Endlosreizverschluss getraut habe, ist das ja auch gar keine so große Materialschlacht mehr. Für einige hatte ich noch passende andersfarbige Reizverschlüsse in der Vorratskammer.


 Die mit den Vögeln und dem zauberhaften Beerenfutter bleibt bei mir und darf demnächst mein Strickzeug unterwegs beherrbergen, wenn mal mehr "Wolle" mit muss.


 Der Rest vom bunten Haufen kommt in die Verschenkekiste. Einige haben schon eine neue Heimat gefunden, andere dürfen noch ein bisschen lagern. Es war wunderbar, mal wieder so eine kleine Fingerübung zu zelebrieren. Heute darf dieser simple Beitrag noch in die Dienstagssammlung. Da war ich ja auch schon lange nicht mehr dabei.

Montag, 20. November 2017

Norden, Nordlicht, Herzlicht # 7: Spaziergang Richtung Lapporten


 "Ihr fahrt schon so lange nach Schweden und habt noch nie einen Elch in freier Wildbahngesehen? Gibt´s ja gar nicht. Geht mal Richtung Lapporten. Da trefft ihr sicher einen." So die Aussage eines Menschen, der für das Hostel arbeitete. Also los. Nach dem nasskalten Trip nach Narvik verabschiedete sich ein Mensch aus unserer Reisegruppe, um gen Zuhause zu fahren. Die verbliebenen machten sich in feinstem Sonnenschein auf in Richtung Lapporten. Dummerweise hatten wir vergessen, in Narvik nach Wanderkarten zu schauen. So blieb uns nichts weiter übrig, als uns auf diese Ausschilderung zu verlassen. Die Sonne schien.

 



 Fabelhafte Wege waren das. Und dann Lapporten immer vor der Nase. Da hat ein Gletscher vor Jahren den Trollen wahrhaftig eine fantastische Halfpipe geschliffen. Elche haben wir keine gesehen. Lediglich Fußspuren im Schnee von irgendwelchen Paarhufern und Trampelwege durch das Gestrüpp. Aber nichts haariges. Dafür Sonne um die Nase, Schnee und das krachen der gefrorenen Bohlenwege unter unseren Füßen.







Sonntag, 19. November 2017

7 Sachen # 35.17

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe


1. Getrocknet: Das Frühstücksgeschirr ab.


2. Gezaubert: Gab es sonntags ja auch schon lange nicht mehr.


3. Gemessen: Stoff ab.


4. Gerettet: Einem lieben Menschen das Lieblingskleid mit einem extragroßen Rückenaufnäher aus einem alten T-Shirt das hier noch rumflog.


5. Gegabelt: Leckeren Kuchen, den der liebe Mensch mitgebracht hatte. Viel Kuchen.


6. Gelegt: Frauen*musik auf. Wunderbar!


7. Geschoben: Den neuen wunderbaren Aquarellkasten durch die Gegend und immer noch nicht eingeweiht. Hmpf. Vielleicht nächstes Wochenende....
Ich werde jetzt noch ein paar Beiträge vorbereiten und dann mal wieder früh ins Bett gehen. Habt eine gute Woche!

Samstag, 18. November 2017

Samstagskaffee und Netzfunde # 32


 Guten Morgen Welt! Ich bin noch nicht richtig wach, aber sicherlich wird das in ein paar Minuten etwas. Ich genieße ein bisschen die Ruhe des Morgens und lasse mich heute in den Tag gleiten. Über die Woche möchte ich gar nicht so viele Worte verlieren. Nicht weil sie so schlimm war, sondern mal wieder eher unspektakulär für dieses Forum hier. Allerdings hatte ich Mittwochnachmittag das erste Mal seit weiß ich nicht wann einen Nachmittag für mich. Und da habe ich mich tatsächlich direkt nach der Arbeit an die Nadeln geschmissen. Fabelhaft war das. Nachdem ich meinen Werkraum in einen bewerkbaren Zustand geschubst hatte, fand ich so einiges, was ich schon vor Wochen angefangen aber nicht beendet hatte. Das war ein gutes Gefühl, ziemlich schnell, ziemlich viel wirklich fertig zu stellen. So muss das doch sein. War so Kleinkram. Dazu hat mir vergangenen Sonntag jemand so eine großartige Idee ins Hirn gesetzt, die ich heute erstmal toben lassen möchte. In der vergangenen Woche habe ich diese Idee ein bisschen hin- und hergedreht und finde sie grundsätzlich immer noch großartig, in der Theorie ganz fabelhaft, doch erstmal muss der Praxistest her, dann gibt es dazu demnächst auf diesem Kanal hier mehr. Mal wieder sehr nebulös unterwegs diese Frau Jule.


 Der heutige Tag gehört jedenfalls auch den Nadeln und vermutlich dem ein oder anderen Podcast, bei denen ich ein bisschen hinterherhänge. Vorher gibt es aber noch Netzfunde:

 Da hatte ich gerade selbst etwas über Mut in politischen Zusammenhängen geschrieben, da purzelte mir diese Fotosammlung vor die Füße. Unfassbar kraftvoll protestierende Frauen*. Gänsehaut.

 "Doch heute, fünf Jahre nach der Beschneidungsdebatte, mit der AfD im Bundestag und einem Rücken nach rechts anderer Parteien fürchte ich, dass die ausschließende Auslegung des Begriffs der Leitkultur an Macht gewinnt. Sie ist zu einer Waffe geworden in den Gedanken und Mündern so vieler, die ihr kulturelles Selbstverständnis als Deutsche wieder nur durch Verengung, Negation und Zerstörung zu bilden in der Lage sind. Das besorgt mich." (Zitat ebd.) Dieser sehr persönliche Blick auf die Leitkulturdebatte hat mich sehr bewegt. 

 Kurzer Abriss über das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Thema "Intersexualität". Ich habe dieses Urteil ja echt bejubelt. Hatte ich vergangene Woche ganz vergessen zu erwähnen. Ich bin gespannt was da noch kommt. Als Lehrende, die auch Sexualkunde unterrichtet, stößt man da ziemlich schnell an Grenzen. Wegen allgemeinen Fehlens von Blick auf und Mut zu Diversität in Sexualkundeunterricht bei Mitlehrenden, unter anderem wegen Fehelns von Informationen und Material und zu krasser Verhaftung in heteronormativen Denk- und Lebensstrukturen. Mir war und ist dieses Thema in dem Bereich des Unterrichts schon immer wichtig. Auf geht´s! Spätestens jetzt. Wer nicht weiß worum es geht oder gar mal wieder Angst bekommt: Frau Stokowski hilft gerne nach.

 Ich bin ja eine große Freundin von alternativen/nicht normativen Beziehungsmodellen. Warum? Wegen sowas zum Beispiel: "Was ist das hier eigentlich, Freundschaft Plus, Fickbeziehung, Affäre? Und was ist da eigentlich der Unterschied?" Hazel sagte: "Ich glaube, das weiß niemand so genau, aber ist doch auch egal, wenn man glücklich ist." (Zitat ebd.) So. 

 Über den Schwer-in-Ordnung-Ausweis von Hannah hatte ich hier schonmal was verlinkt. In Hamburg geht diese Superaktion jetzt in die nächste Runde. Die Sozialbehörde stellt auf Antrag jetzt den ersten offiziellen Schwer-in-Ordnung-Ausweis aus. Kleinschrittig, aber: Yeah!

 Ganz groß abgefeiert habe ich in der vergangenen Woche die "Bauch, Beine, Pommes" Serie hier. Im Abspann steht, dass diese vom Wiener Programm für Frauengesundheit gefördert wurde. Vermutlich sind das Steuergelder. Endlich mal sinnvoll investiert. Mein Trainingsprogramm fürs Wochenende steht jedenfalls.

 Ich verstricke keine tierische Wolle, denn ich lebe vegan. Zwar halte ich Schafswolle für ein unfassbar großartiges "Produkt" mit tollen Eigenschaften, aber die Produktionsbedingungen gehen eben gar nicht. Einen kurzen Abriss darüber hat in der vergangenen Woche auch Katrin beschrieben. Nur um das mal wieder in Erinnerung zu rufen. 

 Aus Gründen recherchierte ich vergangene Woche über "Embroidery Art". Keine Ahnung, ob ich das hier schonmal verlinkt hatte, aber es ist zauberhaft anzusehen und lässt das kreative Hirn rotieren


 Auf geht es! Noch schnell bei Andrea vorbei, dann geht es los. Ich brauche noch ein bisschen Nähgarn und muss noch schnell was für die Brotarbeit erledigen, aber dann freue ich mich auf das Schnurren der Nähmaschinen. Hurra!

Freitag, 17. November 2017

Norden, Nordlicht, Herzlicht # 6: Narvik nach Abisko


 Ja, es wurde Früh dunkel da oben im Norden. So fuhren wir in der blauen Stunde von Narvik nach Abisko zurück. Während unseres Aufenthalts in der Stadt hatte der Schnee die steinige Landschaft gepudert. Natürlich mussten wir auch da mal den ein oder anderen Stop hinlegen, um uns in Ruhe an der Landschaft zu ergözen.








 Ach wie zauberhaft das war. Leider waren die Schneewolken auch schon in Abisko angekommen, so dass wir diese Nacht "nur" mit Rotwein, Gin- Tonic, Dillchips und weiteren guten Gesprächen in der Hostelküche verbrachten. Hätte aber auch schlimmer kommen können. Herzlicht.

Donnerstag, 16. November 2017

Farben der Natur im Dreieck


 Was macht man eigentlich auf Reisen, wenn man stundenlang im Zug oder auf dem Schiff sitzt und es zu dunkel zum durch die Gegend rennen ist, aber noch nicht Zeit zum Nordlichtschauen ist? Richtig: Stricken. Auf meiner letzten Reise hatte ich natürlich ein Strickprojekt dabei. Bevor ich fuhr, hatte mir die großartige Frau Postriot noch etwas Neues an den Nadeln beigebracht und ich hatte ausreichend Sojaseide mitgenommen. Die Anleitung war übrigens herzlich einfach, aber ich verstehe sowas ja nie. Drei Maschen anschlagen, dann auf einer Seite immer eine Masche dazunehmen und ansonsten immer rechte Maschen. Irgendwie so. Auf den Zugfahrten konnte ich dabei fabelhaft Hörbuch hören und abends in der Hostelküche in Absiko habe ich weiter genadelt mit großartigen Gesprächen mit meiner Hostelbekanntschaft bei Tee und (natürlich!!!) Dillchips.


 Entstanden ist dabei ein Dreieckstuch. Leider nicht ganz pünktlich, um es noch in Abisko im Schnee zu fotografieren. Abgekettet habe ich es auf dem Rückweg kurz vor Stockholm. Die Zugfahrt hat ein bisschen länger gedauert, weil der Zug unterwegs einen Elch gekillt hat. Da hat Frau Jule im Leben noch keinen Elch in Schweden gesehen, aber ihr Zug kolidiert mit einem so schlimm, dass unterwegs die Lok ausgetauscht werden musste.... Kann mensch nichts machen...


 Die Fotolocation war dann der Vasapark in Stockholm. Da war ich nämlich auch. Ja, das ist der Park, in dem Astrid Lindgren stürzte, sich den Knöchel verknackste und dann im Krankenlager Pippi Langstrumpf aufschrieb. Der Rest ist Geschichte. Was für ein Ort! Aber dazu ein ander Mal. 


 Die Farben hatte ich zuhause ausgewählt. Ich wollte das Blau der schwedischen Seen oder Blaubeeren, das Rot der Preiselbeeren, das Gelb der Moltebeeren, das Weiß der Birken. Quasi ein schwedischer Farben-der-Natur-Schal.


 Zauberhaft ist das Tuch geworden. Darin sind auch irgendwie die fabelhaften Momente und Begegnungen meiner Herbstreise verstrickt. Ich bin selbst ganz begeistert. Soll der doofe Winter doch kommen. Pah! Das darf heute noch in die Donnerstagssammlung. Ich stricke schon am nächsten Paar Socken.

Mittwoch, 15. November 2017

10 Fakten über Frau Jule und das Feuer

 
 Die gute Astrid hat jeden Monat immer so tolle Linksammlungsthemen. So oft finde ich sie großartig und so oft habe ich es schon nicht geschafft, mich daran zu beteiligen. Das diesmonatige Thema ist aber u.a. durch mich inspiriert und natürlich werfe ich mich dazu. Alles andere wäre ja ziemlich frech. Es geht im FEUER!!! Yeah! Voll mein Thema. Ich habe da mal ein bisschen die bloginterne Suchmaschine bemüht und in meinen Fakten einiges verlinkt. Viel Spaß damit!

 
 1. Feuer machen gelernt habe ich natürlich bei den Pfadfindenden. Da war ich irgendwas um die 12. Seitdem kann ich das mit links. Bei jeder Witterung und meistens brauche ich nur ein Streichholz. Das war damals immer der ganz große Wettbewerb. Wer nochmal nachlesen möchte wie das geht, dem wird hier geholfen. Menschen, die kein Feuer machen können, tun mir immer ein bisschen leid.



 2. Meine Schwedensucht ist definitiv durch das Allemannsrätten bedingt. Das Recht (fast) überall in der Natur zu zelten und Feuer machen zu dürfen. In Deutschland mussten wir uns immer tief im Wald verstecken. Zu oft haben uns die Förstersmenschen beim Schwarzzelten erwischt und da verstanden sie echt keinen Spaß. Auf meiner ersten selbst organisierten und durchgeführten Tour als Leiterin habe ich da auch ganz miese Erfahrungen mit so selbsternannter, deutscher Bürgerwehr gemacht. Weil ich davon so die Schauze voll hatte, habe ich meine Sommertouren ab da nur noch nach Schweden geleitet. Es waren insgesamt drei oder vier Touren, die mich und meinen Anhang jeweils vier Wochen durch Schweden hat wandern lassen. Seit dem brenne ich für Skandinavien. Das Allemannsrätten gilt da nämlich überall. Mal abgesehen von Dänemark. Mag der Grund dafür sein, dass Dänemark mich nur so bedingt zieht.


3. Bis heute habe ich auf meinen Wandertouren nie einen Gaskocher dabei. Zuhause am Herd kann ich ja echt nicht kochen, aber von mir über offenem Feuer Gekochtes schmeckt sogar mir. Ich kann auf offenem Feuer so einiges. Auch Pfannkuchen, Brot oder Pizza backen. Ein Rezept kann man in einem Beitrag über eine Schwedenreise hier finden.


 4. Zum Kochen über offenem Feuer ist ein Dreibein sehr hilfreich. Das zu bauen, habe ich zeitgleich mit dem Feuermachen gelernt. Zu sehen zum Beispiel in diesem Beitrag von Antjes und meiner Wandertour auf dem Vasaloppet.

 
 5. Megagut am Feuer machen ist natürlich auch das Holzhacken. Das mache ich ja mindestens genauso gerne wie Feuer. Holzhacken und Feuer machen: Perfekte Kombination für einen guten Tag.

 6. Ich habe schon an unterschiedlichsten Orten Feuer gemacht. Natürlich im schwedischen Wald, in der mongolischen Steppe, in Nepal, aber auch um die Ecke in der Eifel oder dem Bonner Kottenforst. In diversen Kaminen in Ferienhäusern und Gastgebendenwohnungen. Egal wo, am Feuer war irgendwie immer so ein Wohlgefühl, dass zu solchen Reisen beigetragen hat.


 7. Feuer machen zu können, bedeutet für mich auch immer ein großes Stück Freiheit. Ich kann mich überall wärmen, Tee und Essen kochen. Vielleicht mag ich Kaminfeuer darum auch so sehr. Da ist immer ein Hauch Freiheit auch in geschlossenen Räumen.

 8. Natürlich verurteile ich sämtliche Zündeleien, die dazu dienen, völkischen Kackscheiß zu demonstrieren oder zu unterstreichen. Auch von brennender Liebe will ich nichts wissen. Aber für eine gute Sache kann und sollte man immer brennen! Warm und heiß und wild und unbezähmbar. Man muss "nur" wissen, wofür es sich lohnt zu brennen.



 10. Einen Holzkohlegrill bekomme ich bis heute allerdings nicht zum Glühen. Egal, wie viel Grillanzünder ich da reinknalle. Grillen finde ich auch eher langweilig bis schlimm, hat auch wenig mit Feuer machen zu tun. Ist halt glühen und nicht brennen. Das können dann andere machen.

 Danke, liebe Astrid, für diese fabelhafte Sammlung!