Montag, 7. Mai 2018

Politisiert euch: Eure Ergebnisse im April und neue Sammlung

 Es ist der erste Montag im Monat, Zeit für eure Beiträge! Unter dem Motto: "Zeigt das Politische im und beim Handarbeiten auf", veröffentliche ich jeden Monat eine Sammlung von Blogbeiträgen aus der Handarbeitssektion. Die Bilder im Folgenden gehören den jeweils uns. Danke fürs Denken, Werkeln, Schreiben, Fotografieren. Im April gab es einige Beiträge von Karin und einen von mir.


 Karin hat ihre letztmonatliche Menschenkinder Linksammlung mit einem Post zum Thema Röcke für Jungs* eröffnet. Dabei gab es großartige Gedanken zum Thema tief verankerter Zuschreibungen von Wahrnehmung von Kleidung und Geschlechtseigenschaften. Warum heißt Rock/Kleid automatisch ein Downgrade von Eigenschaften? Warum ist weiblich/weich gleich schlecht? Ich würde ja dazu gerne ergänzen, dass diese Wahrnehmung in bestimmten subkulturellen Gegenden ja schon etwas verändert ist. An Orten, an denen ich mich wohlfühle, tragen Männer* ganz selbstverständlich Röcke. Und das kann auch mal so etwas hart konotiertes wie die Metalszene sein. Mal drüber nachdenken.


 Beim Nähen eines Taschenorganizers kam Karin dann auf das Thema sich selbst und die selbst hergestellten Produkte kleinzureden. Da wurde "nur" ein Täschchen genäht oder so. Darüber habe ich hier auch schon öfter was geschrieben. Und auch ich verfalle oft in solche Gedanken, wenn ich meine, eben "nur" mal ein paar Bilder eines schönen Tages zu posten, ohne tiefgreifende Gedanken dazu. Mehr Selbstbewusstsein! Immer!


 Zum Thema lesbische Sichtbarkeit gab es von Karin auch einen Beitrag. Denn ja: Lesbische Frauen spielen in der Gesellschaft und der Szene eher eine untergeordnete Rolle. Sie sind eben nicht sichtbar, bekommen wenig Aufmerksamkeit und damit auch kaum Gehör, für ihre Anliegen. Auch hier wird es Zeit etwas zu ändern. Auf geht´s! 

 

 Ich habe mir einen Rückenpatch anlässlich einer Demo gestickt. In der roten Flora war Antifakongress und das hatte ein paar Faschos auf den Plan gerufen, mal wieder für die Schließung dieses wunderbaren Ortes auf die die Straße zu gehen. Weshalb es wichtig ist, Orte wie die Rote Flora in Hamburg und ihre Pendants überall zu bewahren, zu beschützen und zu verteidigen, habe ich versucht dort zu erklären.


Weil ich keinen weiteren Post eröffnen möchte, würde ich die Sammlung für Mai wie immer gerne einfach hier unter dem Post einrichten. Gleiches Spiel wie die letzten Male:

 1. Sucht das Politische im und beim Handarbeiten. (Es muss ja auch nicht zwangsläufig was mit Nadeln zu tun haben)

 2. Stellt dabei ein Projekt vor, in dem ihr das Politische gefunden habt, oder bei dem ihr politische Gedanken gewälzt habt. Blogt darüber.
 3. Postet unter diesem Beitrag einen Link zu eurem Beitrag. Schön wäre hierbei ein Hinweis mit Link auf diese Aktion zu meinem Blog. Vermerkt sehrsehr gerne, ob ich ein Bild aus dem Beitrag für die Sammlung verwenden darf. Ende der Sammlung ist der letzte Tag des Monats.
 4.  Menschen ohne Blog, die dennoch einen Beitrag liefern möchten, dürfen mich gerne anschreiben und ich stelle unter bestimmten Umständen einen Gastbeitrag auf meinem Blog online.
5. Habt keine Angst vor Sprache, Formulierungen, Kontroversen, Lücken in der Argumentation. Supportet euch gegenseitig! Irgendwann und -wie muss man einfach anfangen. 
 Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass mit den Händen arbeiten nicht zum Selbstzweck verkommt. Lasst uns Hirn und Flagge zeigen und dass in jeder von uns ein bisschen Supergirl und Wonder Woman steckt, die die Welt zu einem besseren Ort machen möchte. Veränderungen passieren zuerst im Kopf. Zeigt auf, dass da auch beim Handarbeiten was passiert. Ich hoffe, das alles ist in eurem Sinne. Zeigt, was ihr im Kopf und in den Händen habt! Ich freue mich auf eure Beiträge. Vernetzung und gegenseitiger Support sind die Zauberwörter.

Sonntag, 6. Mai 2018

7 Sachen # 16. 18

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe


1. Gelöffelt: Die ersten Erdbeeren der Saison zum Frühstück. Ab sofort wird wieder an einem möglichst hohen Körpererdbeeranteil gearbeitet. Yay!


2. Geblättert: Beim Frühstück mal so im Feminismus rum. Oder so.


3. Geschmissen: Trödel- und Verschenkehausfunde in die Waschmaschine. Denn Trödeln ging heute gut in Hamburg. Besonders freue ich mich über das Gemüse.


4. Gelesen: Die Wasserzähler ab. So macht mensch das in Hamburg. Besonder fein finde ich, dass mein Wasser aus dem Wunderbrunnen kommt. Kein Wunder, dass ich etwas wunderlich bin....


5. Geschält: Eineinhalb Knollen Knoblauch und diese in Öl gebadet. Knobi fängt bei mir immer so schnell an zu keimen. Mal sehen, ob das so hilft. Für viel Tzaziki in den kommenden Wochen. Man riecht sich dann.


6. Geschnürt: Die bequemen Schnellschuhe zu. Ich wollte noch ein Eis essen gehen und ein bisschen Sonne genießen.


7. Gejubelt: Wenn der Weg vom Eis nach Hause am Stadion vorbeiführt und jemand sagt: "Du musst schnell rein, gleich ist Anpfiff" und mir für nen 10er nen Ticket in die Hand drückt, dann gehe ich da halt rein. Frau Postriot und die Sonne waren ja auch da. 1:0 gewonnen und den Klassenerhalt geschafft. Ha!
Kommt gut in die Woche! Und eincremen nicht vergessen.

Samstag, 5. Mai 2018

Samstagskaffee und Netzfunde # 14. 18


 Kaffee auf dem Balkon. Das geht nun wieder. Menschmenschmensch, was ist da nur los? Kein Geblogge hier. Irgendwie war ich ein bisschen weg. Auf allen Ebenen. Wenn so energiestehlende Menschen gehäuft auftauchen, dann haut einen das manchmal ein bisschen über die eigenen Schnürsenkel. Oder so. Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele tolle Sachen, die in den letzten Wochen passiert sind. Ein bisschen Seeluft, freundlichste Menschen, Sonnenschein und gutes Essen. Stapelweise Demonstrationen. Wenig Zeit an der Nähmaschine und nächste Woche sind in Hamburg Ferien. Da lasse ich alte Agnostikerin mich mal zu einem "Halleluja!" hinreißen. Heute Trödel und Roller Derby und morgen sicherlich auch wieder was Feines. Hauptsache unterwegs sein. Ich freue mich.



  Netzfunde und so gab es in letzter Zeit aber auch:

 Ich war am 1. Mai sowohl auf der ruhigen Gewerkschaftsdemo, als auch auf der traditionellen revolutionären Demo der autonom organisierten Menschen. Dabei blieb es immer friedlich und bunt. Eigentich eher Spaziergänge mit Botschaft. Das ist ja nicht immer so. In Chemnitz mussten 4000 Menschen einen Naziaufmarsch blockieren, in Erfurt griffen Faschos rund um die blau angemalte braune Partei Menschen der Presse an. Das dürften "NUR" zwei Beispiele für die Unschönheiten der derzeitigen Situation in Schland sein. 

 Kommenden Montag (07.05.) muss dann auch in Hamburg wieder gegen Rechts auf die Straße gegangen werden... NARF!!!! Ab 17:30h auf dem Gänsemarkt (unter Vorbehalt, der Ort kann sich noch ändern). Ab 19h am Heide-Kabel-Platz. Vor zwei Wochen schirmte die Bullizei nur noch auf Steinwurfweite ab.... Jaja. Am 08.05. sollte dann dem Tag der Befreiung gedacht werden. Gefälligst!

 [Edit 9:20h: Die Faschos haben verkündet, dass die "Sommerpause" machen und es bis auf Weiteres keine Montagsdemos geben wird... Das lasse ich jetzt mal so unkommentiert stehen.]

 Ebenfalls schockierend die Anfrage der lau angemalten braunen Partei zum Thema behinderte Menschen und einem angeblichen Zusammenhang mit zunehmender Migration. WTF?!?! Eine passende Stellungnahme mit Rückblick in die eigene Geschichte dazu von Astrid

 Inklusion in einfacher Sprache erklärte auch Mareice (nochmals). Auch dazu sollte ich mal wieder was schreiben....

 Ein bisschen schmunzeln zu harten Themen? Kann man mit Zitaten von Michel Abdollahi.

 Wie passend, dass gerade diese Woche dieser Artikel zum Thema Selbstoptimierung aufploppte. Darum eben auch die Ruhe auf dem Blog. Andere Sachen waren wichtiger. Ich mag das auf Demos gehen z.B. auch, weil man da gute Menschen treffen, Beziehungen pflegen und lachen kann, frische Luft und Bewegung bekommt UND dabei ein Zeichen setzt. Ausgeschwiffen, aber das sollte ja auch mal erwähnt werden.

 Hatte ich das hier schonmal? Ach, die Geschichten vom Känguru. Wer mag sie nicht? Hier ein kleiner, geknetet bebildeter Auszug. Ich musste lachen. Natürlich.

 Ach und DANGER DAN hat wieder etwas ganz Vortreffliches formuliert: "Sand in die Augen". Bounzen für männlichen* Feminismus!


  So, genug für heute. Kaffee ausschlürfen, bei Andrea vorbei und dann ausreichend Zeit für die feinen Dinge im Leben. Yippie!!!

Freitag, 4. Mai 2018

Viele kleine Buschwindröschen


 So einzeln und alleine sind solche Buschwindröschen ja immer nur so bedingt spannend. Also schon schön, aber eben auch recht sparsam. Nein, dass soll kein Buschwindröschendiss werden. Aber:






 In der Menge einfach noch viel zauberhafter, stärker und aussagekräftiger. Frei nach dem Motto "Flora bleibt!". Hach, Frühling!!! Und hoffentlich bald wieder in Vollaction hier am Start. Mehr gibt es dann hoffentlich schon morgen.

Donnerstag, 26. April 2018

Flora bleibt!


 Ein neuer Rückenpatch für meine Jeansjacke. Ein großer Rückenpatch. Gezaubert habe ich den vor ein paar Wochen. Recht spontan am Morgen vor einer Demo. Ein paar faschistische Menschen meinten, den Antifakongress nutzen zu wollen, um für die Räumung der Roten Flora in Hamburg auf die Straße zu gehen. Am Ende waren es 30 faschistische Menschen, ein groteskes Bullizeiaufgebot und ein paar hundert Gegendemonstrierende.


 Der Patch ist mit der Nähmaschine gestickt. Auf weißem Stoff, den ich mit dünnem Bügelvlies verstärkt habe.


 Einmal rundherum abgekettelt mit der Overlock. Auf die Jeansjacke wollte ich ihn nicht festnähen. Aber good old Punkstyle tun es da eben auch Sicherheitsnadeln. Eigentlich soll da ein anderer Patch dauerhaft drauf, aber für die Demo wollte ich eben als wandelndes Transpi gehen und in den Händen keine Fahne oder gar ein Schild tragen. Es war ein fabelhafter, sonniger Samstagnachmittag und ich brauchte die Hände frei für ein Kaltgetränk.


 Aufstehen für die Flora ist wichtig. Die rote Flora in Hamburg besteht seit 1989 als autonomes Stadtteilzentrum, war immer wieder von Räumung bedroht. Doch sie ist ein starkes Symbol und vor allem ein wichtiger Ort für so einiges nicht nur in Hamburg. Als es um den G20 in Hamburg eskalierte, waren die Schuldigen schnell gefunden und alle bösen Finger zeigten in Richtung roter Flora. Was für ein Quatsch! Es geht keine Gewalt von den Menschen aus, die in der Roten Flora aktiv sind. Da finden Konzerte, Kneipenabende, Diskussionen und Infoveranstaltungen statt. In den Werkstätten gibt es eine Fahrrad- und eine Motorradselbsthilfe, eine Siebdruckwerkstatt und ein Stadtteilarchiv. Die Schanzenfeste der letzten Jahre blieben friedlich, selbst auf der Gegendemo im Rahmen des Antifakongresses war eher friedliches Limotrinken im Sonnenschein. Kann mensch so und so sehen. Und das gilt ja nicht nur für die Flora. Zentren mit ähnlichem Hintergrund gibt es viele und viele sind von ständiger Räumung und Abschaffung bedroht, werden gar angegriffen.


 Ich gehe gerne in die Flora, informiere mich, feiere und trinke dort. Ich mag die Stimmung. Für mich ist es auch einer der wenigen, wenn nicht gar letzten geschützten Räume, in denen man sich auch feiernd aufhalten kann, ohne von Menschen genervt zu sein, die meinen, Hamburg sei eine Partymetropole ohne Regeln und Anstand. Eben weil in der Flora Dinge gelebt und aufrecht erhalten werden, die es so viel mehr braucht in unserer Welt. Respektvoll, wertschätzend, wenn auch sehr vorsichtig, aber lieber so, als ständig dumme Einstellungen und Sprüche abwehren zu müssen. Faschismus, Sexismus, Machotum müssen draußen bleiben. Die guten Dinge kann mensch von dort aus nach draußen tragen. Die Flora ist ein Ort in dem mensch einfach mal durchatmen kann. Und genau das zu verteidigen lohnt sich so sehr.


 Flora bleibt! Für immer im Herzen, für immer in der Stadt. Und wenn es sein muss eben auch unverträglich. Das ist mein Beitrag für die diesmonatliche Politisierungssammlung und darf heute noch in die Donnerstagssammlung. Der Patch darf noch einige Zeit meinen Rücken zieren. Laufe ich halt als wandelndes Transpi durch die Stadt. 


 So sieht das Ganze dann in Aktion aus. Danke an den Menschen, der dieses Bild von mir geschossen hat. Und wenn man vor so einem Bullizeiaufgebot steht, dass die Faschos beschützt, fühlt man sich schon ziemlich vorverurteilt und fragt sich warum....

Dienstag, 24. April 2018

Pommes im Bett


 Man(n*) trägt wieder Nachthemd. Eine Bestellung vom Holzwurm bei mir. Bitte, gerne. Reste verwertung inklusive. Ich bin ja selbst eine ganz begeisterte Nachthemdenträgerin. Finde ich praktisch. Einfach überwerfen, fertig. Extrem schmusig. Nicht erst seit How I Met Your Mother wissen wir, wie geil sowas ist. Sollen die anderen doch schmunzeln.


 Pommesreste mit schwarz. Ganz einfach und simpel. Als Grundlage für den Schnitt diente ebenfalls der vom letzten Jullover. Bestens.


 Schlaf gut, großartiger Holzwurm. Das Nachthemd darf noch in die Dienstagssammlung.

Sonntag, 22. April 2018

7 Sachen # 15. 18

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe


1. Getopft: Pflanze um.


2. Geschrubbt: Den Balkon. Alle Algen und Moose weg.


3. Gesäumt: Mit der Kraft des Zweitkaffees. Ich hasse Säumen.


4. Gewühlt: Mich durch die Vorräte.


5. Geschnitten: Zu.


6. Gebastelt: Einen Schnitt aus der hohlen Hand. Fingerübung.


7. Gefuttert: Irgendwas, was sich im Schrank noch fand. Ich habe in den letzten Tagen so viel Energie beim Spielen in der Sonne mit leben, lieben, lachen verbracht, da hatte ich keine Zeit und keinen Kopf zum Einkaufen. Passte aber noch so. Es gibt Wichtigeres, zumal ein vegan lebender Mensch ja gar nicht vom Fleische fallen kann- haha.

Morgen 17:30h vorm Elektrofachmarkt in der Mönckebergstraße gegen Faschismus auf die Straße. Spätestens um 19h am Heidi- Kabel- Platz. Als Teilerfolg ist es immerhin zu werten, dass die Faschos "nur" noch alle zwei Wochen in Hamburg auflaufen, aber natürlich müssen sie ganz weg. Solange muss hier auf die Straße gegangen werden.