Donnerstag, 18. Oktober 2018

Urlaub auf der Schäre # 1


Ein bisschen Augenurlaub gefällig? Ich hätte da ein paar Bilder meines ersten Urlaubs dieses Jahr in den Herbstferien. Ich war auf den Schären im Kattegat. Welche genau, ist vermutlich egal. Einfach nur alleine sein. Das war der Plan. Ging erschreckend gut auf. Heute einfach mal nur Bilder. So für den Endspurt der Woche.








 

Dienstag, 16. Oktober 2018

Taschen zum Kämpfen


 Neben Röcken nähe ich ja auch sehr gerne Taschen. Ein paar neue taten mal wieder Not. So sind vor kurzem diese beiden Schätzchen nach meinem liebsten selbstgebauten Schnitt entstanden. Stöffchen aus dem Fundus, Patches mussten mit drauf.


 Beide haben innen eine Reizverschlusstasche, damit der Geldbeutel und anderer Kram vor ungewollten Zugriffen geschützt ist. Ich mag ja solche kleine Nähprojekte. Meistens entstehen solche Taschen spontan, weil ich vermeintlich keine passende Tasche zu meinem Outfit habe. First World Problems....


 Groß genug, damit alles wichtige für unterwegs reinpasst. Bücher, Kamera, Schreibzeug, Trinken, zusätzliche Klamotten, der Einkauf oder wenigstens der Beutel dafür undundund. Was mensch halt so für den Alltagskampf braucht.


 Verschlossen werden sie mit Schleifen über einer breiten Lasche. Doch heute wollte ich eigentlich noch etwas zu diesem meinem derzeitigem Lieblingspatch erzählen. Den habe ich nicht selbst gemacht, sondern tatsächlich von einem mir sehr lieb gewonnenen Kollektiv gekauft. "Dort kämpfen wo das Leben ist". Das ist so wichtig und wird trotzdem so oft vergessen. Zwar bewege ich mich oft in subkulturellen Kreisen, aber so richtig fest gehöre ich eigentlich nirgendwo dazu. Ich bin Lehrperson, verkehre auch privat in unterschiedlichsten soziokulturellen Kreisen. Natürlich ist es total toll, wenn man sich immer nur da bewegt, wo ein Grundkonsens über bestimmte Dinge besteht, aber so bringt man die Revolution ja auch nicht vorwärts. Zudem verliert man so viel zu schnell den Bezug zu den Dingen, die Wirklichkeit sind. Ich kenne so Menschen, die es sich in ihren Blasen gemütlich gemacht haben. Egal in welchen. Akademikerkreise, Zeckenkreise, Handwerkendenkreise, Scheibchenvillen, Einfamilienhäuser, Sozialwohnungen, Familien oder auch die, die vermeintlich sozial abgehängt sind. Aufgrund privater und beruflicher Zusammenhänge, wandele ich immer zwischen ihnen und ich kann allen diesen Bereichen der Gesellschaft etwas abgewinnen. Ich kann von allen lernen, ich kann in allen aktiv und hilfreich sein, ich kann in allen "performen", ohne dass es aufgesetzt wirkt oder anstrengend für mich wird. Naja fast. Anstrengend finde ich immer Akademikerkreise, in denen Bildung als das höchste Gut dargestellt wird und alle, die nicht darüber verfügen, das Mitsprache- und Handlungsrecht abgesprochen wird. Spannenderweise habe ich diese Form des Klassismus andersrum eher selten erlebt, bzw. auf einer anderen Ebene, der ich einfacher entgegen treten kann.


 Und diese Form von feindlich gesinntem Gegenübertreten finde ich immer so schade. Wir können so viel voneinander lernen, wenn wir dem anderen Menschen offen und neugierig gegenüber treten. Sie nicht aufgrund von Bildungsabschlüssen oder Hirninhalten vorverurteilen. Wir können klären, aufklären, uns gegenseitig vorranbringen, ohne dem anderen etwas überstülpen zu wollen. Es hilft z.B. nicht, in versifften autonomen Zentren das Partriarchat zu verteufeln, diesen Schutzraum aber nicht zu verlassen und diese Ideen nicht in die Welt hinauszutragen. In der eigenen Suppe rühren, bringt nichts vorran. Man muss rausgehen, mit anderen reden, auch wenn es manchmal schwierig und schmerzhaft ist. Man muss dazu nicht einmal offen in Konflikt gehen und eben kämpfen. Man kann die Werte, die einem wichtig sind, leben. Antifaschismus, Feminismus, Antikapitalismus, Veganismus, alternative Beziehungsmodelle, offene Kommunikation, Interesse an den Problemen und Inhalten der anderen. Man kann sie selbstbewusst kommunizieren, ohne das Bestehende zu verurteilen. Man kann zum kritischen Denken anregen und muss nicht sagen "Meine Weißheit ist mehr wert als deine". Man kann sie miteinander besprechen, verändern und leben, die guten Dinge, die leichten Dinge, die wichtigen Dinge. Das funktioniert aber nicht in der eigenen Blase. Leider vergessen das viele zu schnell. Das alles kann auch anstrengend sein. Da kann man sich auch auf die Fresse packen und nicht wissen, wie es weitergehen soll. Doch es kann auch spannend werden. Aufklären auf Augenhöhe, sich gemeinsam weiter entwickeln. Gemeinsame Wege finden. 


 Und mit einem Augenzwinkern mag ich hinzufügen, dass ich meine selbstgemachten Dinge mit den entsprechenden Inhalten immer mit einem verschmitzten Grinsen in der Dienstagssammlung verlinke. Es ist meine kleine Infiltrierung der DIY- Wohlfühl- Nahszene, wo es dann um Stoffe, Schnitte und Techniken geht, werfe ich Inhalte um mich. Ich liebe das. Dort kämpfen, wo das Leben ist eben.

Sonntag, 14. Oktober 2018

7 Sachen # 26. 18

 Immer wieder Meistens Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe


1. Gelegt: Musik auf. Ich wachte mit diesem Ohrwurm auf. Wie aus dem Nichts. "All those memories I used to burn." und so.


2. Geleert: Tasche von Gestern. Was war das für ein Hammerkonzert? Bitte? Vier Bands, die mich innerhalb von drei Stunden musikalisch etwa 12/13 Jahre zurückkatapultiert haben. Mega! Genau das, was ich brauchte. Arsch auf Eimer. ESCAPADO waren der Special Guest. "Deine Stimme zerschneidet das letzte Vertrauen, deine Hand wird zur Faust!". CAPTAIN PLANET "Es ist der Glaube an die Füße, die dich tragen. Und der Glaube an ein Herz, das auf dich einschlägt, dass du auch morgen wieder aufstehst, ohne dich zu fragen, ob die Welt sich noch dreht da draußen." MATULA waren auch ganz nice und DEUTSCHE LAICHEN fand ich auch großartig. Meine Liebeserklärung von vor über vier Jahren ist immer noch sowas von richtig. Für meine Verhältnisse ist alles in und an mir eskaliert. Gegrinst, gegröhlt, Hände in die Luft, Tränchen vergossen. Und wie froh ich war, dass ich mir das für mich gönnen durfte und keine Kamera oder einen Stift im Anschlag haben musste. Hach!


3. Geschnipselt: Für die Ruhe und gegen die Dehydrierung. Ingwer. Ökopunk.


4. Getopft: Die Ableger der Monstera ein.


5. Geschlüpft: In ein Shirt, das ich heute brauche. Der Abend gestern verlief allerdings "unfallfrei". Keine blöden Sprüche. Das war ja auch mal wieder ganz schön.


6. Geplättet: Eine Tischdecke. Weil und so.


7. Gebunden: Also das kommt gleich. Kuchendate mit einer der Besten und die Sonne genießen. Yeah!
Habt einen guten Start in die Woche.

Samstag, 13. Oktober 2018

Samstagskaffee und Netzfunde # 25. 18


 So, Ferien vorbei. Klingt das jetzt blöd, wenn ich sage: "Zum Glück?" Ich fange langsam an, Ferien nicht mehr zu mögen. Immer wenn mehr Zeit und Raum für Privatleben ist, fliegen mir auf einmal wieder die Granaten um die Ohren. Irgendwie ist da der Wurm drin. So war ich auch diese Ferien wieder zu viel damit beschäftigt, mich vor den Einschlägen in Sicherheit zu bringen und die Granaten zurückzuwerfen. Diese ständige Kämpferei geht mir echt auf den Senkel. Ich könnte ja mal echt so nen riesigen Batzen Glück vertragen. Das liegt leider nicht in meinem Einflussbereich und dafür kann ich auch nicht kämpfen. Bleibt mir nur zu sagen: "Ey Leben, chill mal deine Base (bitte)!" Ein bisschen hat mir das leider auch meinen Urlaub versaut. Wie gut, dass wenigstens das Wetter mitspielt und ich viel im Sonnenschein spielen durfte. Es gab leckeres Essen mit Herzmenschen, Kaffee vor den Cafés der Stadt im Sonnenschein, viel Bewegung. Das tat Not. Unverhofft gab es auch direkt ein neues Tattoo. Eigentlich wollte ich nur einen Termin ausmachen und hatte mich auf mindestens ein halbes Jahr Wartezeit eingestellt. Doch meine neue Tattoowiererin hatte spontan Zeit, konnte Tattoo Nummer eins sofort stechen und Tattoo Nummer zwei kommt schon in knapp sechs Wochen unter meine Haut. Nach den Jahren Pause unter der Nadel, war das doch mal wieder ganz fabelhaft. Zeige ich alles, wenn es fertig und abgeheilt ist. 


 Netzfunde gab es aber auch. Hier, bittesehr:
  
 "Die Vorkommnisse der vergangenen Zeit zeigen deutlich, dass Chemnitz die Bewegung selbstbewusster, lauter und an den rechtsextremen Rändern brutaler und entschlossener werden ließ. Rechte Demonstrationen und Gewalt haben seither nicht nur zahlenmäßig zugenommen, auch das Auftreten und Gewaltniveau von Rechtsextremen hat sich verändert." (Zitat ebd.) Ich wollte, ich könnte so viel essen, wie ich kotzen möchte.

 Wie unfassbarunfassbar großartig ich diesen Artikel über "Alternative" Beziehungsmodelle finde, kann ich gar nicht sagen. Und es ist erst Teil 1. Da schon alles drin, was dazu gehört: Gesellschaftskritik, Systemkritik, Egokritik undundund. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen auf die nächsten Teile. Einziger Kritikpunkt ist natürlich von meiner Seite aus, die Sprache: Zu viele Fachbegriffe, zu komplizierte Sätze. Aber sonst eher so BÄMM!!! Sehr gut! Zu wie vielen Missverständnissen dieser ganze Spökes so schon führen kann, darf man ja immer wieder erfahren, wenn man das Wort "Polyamorie" nur fallenlässt. Polyamorie heißt nicht emotionsloses Rudelbumsen! Das checken ja auch irgendwie die wenigsten.... Ich fürchte nur, dass es ich es nicht mehr miterleben darf, dass diese Beziehungsmodelle gesellschaftlich auch nur verstanden oder gar akzeptiert werden.... 

 Wie unfassbarunfassbar ich mich natürlich über die Bestätigung des Urteils gegen die Frauenärztin Kristina Hänel aufrege, wegen angeblicher Werbung für Schwangerschaftsabbrüche kann ich auch nicht sagen. Me is a RIOT GRRRL!!!!! 


 "Ein schwuler Fußballer stünde dem FC St. Pauli gut zu Gesicht, das finde ich auch. Und den Mut, in einer heteronormativen Welt sich zu zeigen, wäre bewundernswert. Aber sind wir wirklich so stabil, wie wir gerne tun? Wie verhindern wir, dass der Mensch in dem Trubel, der dann lösbräche, keinen Schaden nimmt?" (Zitat ebd.) Ein paar selbstkritische Gedanken aus den Reihen des FC St. Pauli. Leider ist ja auch der Zeckenverein gegen Homophobie und Frauenfeindlichkeit nicht gewappnet. Aber schön zu sehen, dass daran gearbeitet wird.

 Und für die Schönheiten muss ich mich mal dringend wieder mit Häkeln auseinandersetzen. Ich brauche Totenköpfe. Vielleicht nicht unbedingt in Ringform, aber eben Totenköpfe. Dooferweise vergesse ich die Häkelskills immer, wenn ich es zu lange nicht mehr gemacht habe. Aber da werde ich mich schon wieder reinfuchsen. 



 Noch bei Andrea vorbei und dann raus an die Luft. Sonne tanken. Für heute abend steht ein Konzert auf dem Plan, auf das ich mich schon seit Wochen soooooo sehr freue. Ich habe ganz große Lust, da komplett zu eskalieren. Eine meiner All- Time- Favourite- Bands spielt auf. Wenn es so wird wie früher, dann geben sich meine Mundwinkel heute Nacht an meinem Hinterkopf die Hand, ohne dass ich die Ohren abschrauben muss. Da ist noch Hoffnung und Zuversicht. Ich sehe sie.

Freitag, 12. Oktober 2018

12 von 12 im Oktober 2018

 
 Heute ist der 12te also gibt es heute wieder 12 von 12. Worum es dabei geht, könnt ihr bei Caro von Draußen nur Kännchen! nachlesen und zwar genau hier
 

1. Den halben Tag habe ich etwas neben der Spur verbracht. Muss wohl an gestern Abend/letzter Nacht gelegen haben.... Die 12 habe ich dabei fast vergessen. Aber zu einem kleinen Spaziergang durch St. Schanzenbüttel hat es gereicht. Es gab hier ja auch schon viel zu lange keine coolen Bilder aus der Hansestadt mehr.


2. Ich laufe ja lieber.


3. Fliesen und Farbe.


4. Ach ihr Schanzenhipster...


5. Dann lieber Randale.


6. Oder Pause? Nein, nicht hier.


7. Baustelle. Hip.


8. Leseplatz im Grünen.


9. Kaffee, Bagel, Elbe und für die Trueness der Wagen des Pfandsammelnden.


10. Hosen! Ich habe mir in den Ferien zwei Hosen im Second Hand Laden zugelegt. Ganz neues Bewegungsgefühl. Wider Erwarten fühlt es sich ganz gut an. Stellt sich die Frage, wie vegan Tierprints sind....


11. War warm in der Sonne. Also schnell was gegen die Dehydrierung tun.


12. So. Falls ich mal nicht mehr weiter weiß, kann ich also hier Nachfragen und mir neue Befehle erteilen lassen. Mal sehen, was der Rest so getrieben hat.

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Pöbeln, Angst und Mut


 Triggerwarnung: Verbale, sexualisierte Gewalt


 Es war kein leichtes Jahr das letzte. Es hatte mich bekanntermaßen zwischenzeitlich ziemlich ausgenocked. Und irgendwie hatte ich so ein bisschen den Eindruck, dass wenn man irgendwie schon so auf dem Zahnfleisch durchs Leben kriecht, andere das riechen und es nochmals ordentlich ausnutzen wollen, um ihre eigene Pseudostärke zu bestätigen. Da gab es unschöne Szenen in Bereichen meines Lebens, die eigentlich dazu dienen sollten, mich wieder ein bisschen aufzupolieren. Sehr unschöne Szenen. Ich muss sie mal loswerden. Ein Auswahl. Für meine Seele. Vielleicht auch zu Illustrationszwecken. Vielleicht erkennt sich jemand da draußen wieder und fühlt sich dann nicht mehr ganz so alleine. 

 - Nachts in einer Hamburger Kneipe in Kieznähe. Ein Typ rempelt mich im Gedränge an. Mein Bier gerät so stark ins Wanken, dass es überschäumt. Ich setze die Flasche schnell an, um den Schaum aufzufangen, um nichts zu verschütten, niemanden zu bekleckern. Typ: "Ja, schluck Schlampe." Die Umstehenden müssen das mitbekommen haben. Schweigen. Meine Reaktion: Ich verlasse den Laden. Fange mir ein Taxi und fahre nach hause. Hilflosigkeit.

- Nachts unter der Woche an der Hafenpromenande. Ich bin auf dem Weg zur U- Bahn. Ich war vorher auf einem fabelhaften Konzert, das mich hat lächeln und tanzen lassen. Drei Typen kommen mir auf dem Weg entgegen. Normal. Doch im Vorbeigehen: "Hej Süße! Was geht für´n Zehner?" Ich denke: "Ein paar auf´s Maul könnt ihr haben." Ich tue: Schweigend weitergehen, mich gegen die U-Bahn entscheiden, mir ein Taxi fangen und nach hause fahren lassen. Der schöne Abend versaut, weil hilflos.

 - Abends in einer Hamburger Kneipe, bisher netter Abend nach einem schönen Tag. Bin auf irgendwelchen Umwegen mit einem vermeintlich netten Typen ins Gespräch gekommen. Irgendwann sagt er mir unverblümt ins Gesicht: "Du und ich wir sollten weniger quatschen und mehr ficken." Meine Reaktion: Ich drehe ihm den Rücken zu und verlasse den Laden. Nach hause.

 - Ich stehe am hellichten Tag an der Kasse im Bio(!!!)laden. Habe mein liebstes Bandshirt von THE BABOON SHOW mit dem "Girls To The Front"-Print auf dem Rücken an. Typ hinter mir in der Kassenschlange mit leicht aggressivem Unterton: "Ey, verherrlichst du den Krieg oder was?" Ich drehe mich um: "Bitte?" Typ: "Na, "Girls To The Front" heißt, doch dass es Krieg geben muss. Ohne Krieg keine Fronten." Ich bin sprachlos, merke dass ich dafür alleine jetzt keine Kraft habe. Alle Umstehenden schweigen. Ich zahle meinen dringend benötigten Einkauf und gehe.


 Diese in mir schreiende Hilflosigkeit nach solchen Anpöbeleien sorgt oftmals dafür, dass mir Energie fehlt. Energie, trotz allem rauszugehen und die schönen Dinge in mein Leben zu lassen. Wie kommen diese Menschen dazu, sich so etwas herausnehmen zu können und das auch noch tun? Zwischenzeitlich überlegte ich, ob ich Angst habe? Angst, die mich dazu bewegt, dann eben doch ein teures Taxi zu zahlen, damit ich geschützt bin? Doch ich denke es war in vielen Fällen nicht primär die Angst, sondern eher die Wut. Ein schöner Abend wurde mir ruiniert und ich wollte schnellstmöglich weg vom Geschehen, dorthin wo es vielleicht keinen Spaß gibt, aber schön ist: Nach Hause. Natürlich ist da auch immer Angst. Angst an jedem verdammten Abend, dass ihn mir wieder jemand mit so einem doofen Spruch den Spaß verdirbt, Angst, dass sie mir doch mal körperlich nahe kommen, ohne dass ich das will. Ich weiß, dass ich ihnen körperlich nichts entgegen zu setzen habe und dass ich mich auf Unterstützung von Außenstehenden nicht verlassen kann. Dass ich mir im Zweifelsfall nach einer solchen Situation anhören muss, es sei ja auch meine Schuld, wenn ich mich so viel alleine draußen rumtreibe oder eben solche provokativen Shirts trage. Man ist oft alleine im Leben, wenn es gerade verdammt ungünstig ist. Aber ich will mir von der Angst diese schönen Dinge nicht nehmen lassen. Denn auf der anderen Seite der Angst steht immer der Mut. Wer keine Angst hat, kann auch nicht mutig sein. Wer keine Angst hat, dem ist einfach alles egal und dann ist es ein leichtes vermeintlich mutige Dinge zu tun. Vermeintlich Schwächere anpöbeln und zur Profilierung der eigenen Stärke auszunutzen ist am feigsten. Es ist erschreckend, dass in dem Zusammenhang schon abends rausgehen und feiern, mutig erscheint. Aber das werde ich mir nicht nehmen lassen. Es sind diese Macker. Die, die eigentlich am meisten Angst haben, die eigentlich nur in den Arm genommen werden wollen. Lasst euch doch mal in den Arm nehmen. Das wäre mutig.


 Vor wenigen Wochen war ich mit einem meiner Fußballkumpels und seiner Tochter beim Roller Derby. Seine Tochter folgte begeistert dem Bout. Der Kumpel und ich unterhielten uns darüber, dass die Mädels auf dem Track, doch so einiges wegstecken könnten. In der Unterhaltung ließ ich dann auch fallen, dass "wir Mädels" noch einiges anderes wegstecken müssten und erzählte ihm eine paar dieser Dinge, die mir so passieren. Kumpel: "Danke, mach mir Mut." Ich: "Hä?" Woraufhin er mit dem Kopf nur zu seiner Tochter zeigte, die gerade die fünf Punkte für die Harbor Girls bejubelte. Scheiße!!! Da jubelte nochmal eine ganz andere Motivation für notwendigen Mut, den ich total vergessen hatte. Mittlerweile bin ich wieder renoviert. Jetzt wird es Zeit zurück zu pöbeln. Zu kämpfen, mutig zu sein. Den Spaß lasse ich mir nicht nehmen, auch nicht die Orte. Und wenn nicht für mich, dann eben für die, die noch Frauen werden. Kämpfen wie ein Mädchen! Und ich gehe davon aus, dass ich nicht alleine bin, auch wenn es sich oft so anfühlt. Das Problem ist nicht privat. Im Zweifelsfall eben jeden Abend als Mutlied "Radio Rebelde" von THE BABOON SHOW.

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Randeindrücke vom Kick Ass Cup 2018


 Nur damit das hier nicht so aussieht, als würde ich nur noch Fußball live und in echt verfolgen. Zum Roller Derby gehe ich auch immer noch sehr engagiert und habe dieses Jahr noch kein einziges Heimbout verpasst. Vergangenes Wochenende fand in Hamburg der fabelhafte Kick Ass Cup beim Roller Derby statt. Ein großer Spaß. Zu Gästin bei den Hamburger Harbor Girls waren Teams aus Madrid, Dresden, Limerick. Es gab unfassbar spannende Bouts, Stürze, bei denen man die Haut auf dem Boden quietschen hören konnte und letzte Jams in denen das Tempo unglaublich schnell wurde. Ein großer Spaß das anzusehen. Eine offizielle Fotoakkreditierung hatte ich nicht. Ein paar Bilder mit dem Fairphone habe ich aber von den Dingen am Rande geschossen. Es sind diese Dinge, die dafür sorgen, dass ich mich bei solchen Veranstaltungen unglaublich wohl fühle, Spaß ohne Vorsicht genießen kann, inspiriert und bestens entertained werde. Die Menschen dort gehören natürlich auch dazu, aber die fotografiere ich ja nicht einfach so. Auch ihr seid fabelhaft!

 







 



  Den Kick Ass Cup haben übrigens die Dresden Pioneers gewonnen. Ebenso hat dieses Team am Samstag die Meisterschaft im Bundesligabout gegen die Harbor Girls errungen. Es sei ihnen gegönnt! Und Danke, dass es solche versteckten Räume und Aktionen noch gibt. Roller Derby ist der Grund, weshalb ich im Stadion nochmal ungehemmter sich auf dem Boden ahlende, pseudoschmerzendgeplagte Spieler mit "Steh auf und kämpf wie´n Mädchen!" anschreien kann. Und nächstes Mal mag ich mich vorher um eine Fotoakkreditierung kümmern, damit ich mal wieder ein paar richtige Blogbeiträge dazu an den Start bringen kann.