Donnerstag, 3. März 2016

Stäbchenheld*in werden


 Es gibt so Dinge im Leben, über denen prangt immer dieses fette Leuchtreklameschild mit der Aufschrift: "Sollte ich unbedingt machen!!!" Und irgendwie macht man es dann doch nicht. Mir ging es mit der Typisierung für die Knochenmarkspender*innenkartei so. Ewig habe ich das vor mir hergeschoben, große, öffentliche Typisierungsaktionen verpennt. Eine Organspendeausweis trage ich bei mir, seit ich denken kann, aber ich habe mich nie typisieren lassen. Aber jetzt. Endlich.


 Die Anmeldung im Netz hat keine drei Minuten gedauert. Zwei Tage später hatte ich schon den Briefumschlag mit den letzten Werkzeugen in meinem Briefkasten. Und auch hier haben die letzten Schritte nur ungefähr zehn Minuten gedauert.


 Anleitung relativ Idiotensicher. Stäbchen rein in den Mund, zwischen Oberkiefer und Backeninnenseite mal ordentlich gedreht. Während die Stäbchen anschließend fünf Minuten trocknen sollten, den beigelegten Wisch ausfüllen und unterschreiben. Die Erkennungsmarke auf Stäbchenumschlag kleben, alles zusammen in den beigefügten Briefumschlag stecken und ab dafür.


 Das war echt Pipifax. Ich bin kein Mensch, der Angst vor Nadeln und Blut und all sowas hat. Aber selbst wenn ich so einer wäre, muss es einfach heißen: Über den eigenen Schatten springen. Denn auf der anderen Seite könnte jemand sitzen, für den das das Überleben sichern könnte. In diesem Sinne: Solltet ihr noch nicht registriert sein, tut es! Hier gehts los. Organspendeausweis ist aus unterschiedlichen Gründen nicht jedermenschs Sache, aber auch sowas sollte man bei sich tragen. Blutspenden darf ich leider so oft nicht, wegen zu niedrigem Blutdruck und ständig neue Tattoos und Piercings. Da ist man immer erstmal ein dreiviertel Jahr raus. Ich habe die Typisierung übrigens nicht erst jetzt gemacht, weil in meinem Bekanntenkreis jemand betroffen ist, sondern weil es bei sowas immer heißt: Lieber spät als nie. Ein paar Jahre kann ich noch spenden. Ich bin gespannt, ob es jemals dazu kommt. Aber eine Sorge habe ich nun weniger. Und auch ein Leuchtreklameschild. Wobei ich mich selbst frage, warum das so lange gedauert hat...
 Ich möchte darauf hinweisen, dass dieser Beitrag NICHT gesponsort wurde. Hierfür "Werbung" zu machen, war mir eine Herzenssache. Und weil es auch für mein Gewissen ist, finde ich dass das heute noch in die Donnerstagssammlung darf. So.

Kommentare:

  1. Uiii, super! :D
    Ich habe mich auf dem gleichen Weg vor Jahren typisieren lassen (seit ich wegen einer Erkrankung kein Blut mehr spenden darf, das fehlt mir!), bisher brauchte allerdings niemand meine Hilfe. :)

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    1. man weiß bei sowas immer nicht, ob es gut oder schlecht ist, dass jemand keine hilfe braucht... aber wenn, dann ist sie da.
      liebe grüße,
      jule*

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  2. Vielen Dank für den Tritt in den Hintern!

    Ich habe mich schon vor zehn Jahren typisieren lassen. Die Daten waren aber nach einer Umstrukturierung irgendwie nicht mehr nachvollziehbar, wie man mir sagte, als ich vor drei Jahren meine Kontaktdaten ändern wollte. Seitdem wollte ich mich nochmal registrieren, hatte aber immer "noch was anderes zu tun".
    Lange Rede, kurzer Sinn, ich bin frisch registriert und warte auf mein Typisierungspäckchen. :0)
    Viele Grüße,
    Franzi

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    1. yeah! das war ja sinn und zweck des beitrags.
      liebst,
      jule*

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  3. Hallo,
    so ging es mir auch, aber im Januar habe ich es dann endlich erledigt.

    Viele Grüße
    Britta

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  4. Ich finde deinen Beitrag hier toll. Wir ( die ganze Familie ist Typisiert). Meine Tochter hat sich im März vor jetzt drei Jahren typisieren lassen und wurde im Mai dann angeschrieben dass sie eventuell passen könnte. Es folgten einige Untersuchungen und im Oktober 2013 fand dann die Knochenmarkspende statt. An einen damals einjährigen Jugen in Frankreich.Da nun zwei Jahre um sind hat meine tochter zu weihnachten mal eine Karte geschrieben wir sind gespannt ob irgendwann mal eine Antwort zurückkommt ob geholfen werden konnte. Das kann aber dauern da der Kontakt über Frankreich nicht direkt aufgenommen werden darf-Lg trudi

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    1. das klingt spannend! hoffentlich hat es geholfen.
      liebe grüße,
      jule*

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  5. Puh. Ich wollte mich seit Jahren registrieren, aber irgendwie... brauchte es einen Tritt und den hast du mir heute verpasst.
    Danke, ich warte dann jetzt mal auf mein Päckchen.

    Liebe Grüße,
    Sabrina

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