Montag, 4. April 2016

Der inklusive Montag: ...und die antifaschistische Szene


 Der inklusive Montag findet hier mehr oder weniger regelmäßig statt. Hier gebe ich einen kleinen Einblick in die vielseitigen Chancen und Möglichkeiten, die die Inklusion mit sich bringt. Wer nochmal nachlesen möchte, was Inklusion überhaupt bedeutet, kann das hier nochmal tun. Grundsätzlich soll es um die guten Seiten gehen, um das was schon funktioniert und um das wo sich noch etwas ändern muss. Hier soll nicht gemeckert, sondern angepackt und sich gefreut werden. Anzumerken ist zum Schluss, dass ich "nur" eine Seite der Inklusion beleuchten kann, da ich "nur" Sonderpädagogin bin. Aber vielleicht finden sich ein paar Menschen, die gastbloggen möchten. In diesem Falle bitte gerne bei mir melden.
 Thema heute: Inklusion und der Antifaschismus


 Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, hier nicht so viel zu meckern über die Dinge, die im Hinblick auf Inklusion nicht klappen. Heute muss ich dieses Vorhaben aber dennoch brechen. Es geht um Inklusion und Antifaschismus. Und ich glaube ich möchte das auch gerne anders formulieren. Nämlich so:

Liebe antifaschistische Szene,
 mit dem aufkommen, derjenigen die meinen in dieser Welt Hass, Zwietracht, Vertreibung zu propagieren, die Flüchtlingsheime anzünden und den letzten Rest von Demokratie bedrohen, ist auch ein Revival deiner Zeit gekommen. Du warst nie weg, aber nun wirst du mehr gebraucht denn je. Es ist gut, dass du da bist, es ist gut, dass du laut und aktiv bist. Allerdings gibt es eine Sache, die mir immer öfter sauer aufstößt. Polemik war schon immer ein Ball mit dem du gerne gespielt hast. Sie ist auch von Zeit zu Zeit mehr als angebracht, sonst hält man den ganzen Wahnsinn ja gar nicht aus. Doch musst du dabei Begrifflichkeiten wie "Aggrospasten", "geistig behinderte Neofaschisten", "Spackos" und dergleichen mehr verwenden? Erstaunlicherweise ist es egal, wie alt in diesem Falle der Mund ist, aus dem solche Formulierungen stammen. Du bist eine generationenübergreifende Szene. Mir wurde kürzlich als Entschuldigung entgegen gebracht, dass du ja tendentiell auch eher aus weißem, heterosexuellen Bildungsbürgertum entstanden bist, mit wenig Berührungspunkten zu behinderten Menschen. Es wird Zeit das zu ändern. Du kannst nicht gegen Homophobie, Faschismus, Rassismus und Sexismus kämpfen mit Mitteln, die eine benachteiligte Gruppe von Menschen noch mehr ins Absseits schießt. Du kannst dich durchaus auch intelligent ausdrücken. Du bekommst es doch auch hin, dich geschlechtsneutral auszudrücken. Es wäre langsam mal an an der Zeit, auch Inklusion in dein nicht vorhandenes Aktionsprogramm aufzunehmen. Vielleicht sind unter den sogenannten "besorgten Bürgern" einige, die eine Spastik oder geistige Behinderung haben, doch das dürfte eher auf die Ausnahmen zutreffen. Was im Faschismus mit behinderten Menschen passiert ist, wird in den Geschichtsbüchern der Schulen nicht weitreichend behandelt. Doch auch sie waren Opfer der Euthanasie, da sie als unwertes Leben galten. Sie wurden ihren Familien entrissen, weggesperrt und umgebracht. Möchtest du in diese Fußsstapfen treten, liebe antifaschistische Szene? Ich würde gerne deine antifaschistischen Lieder mitgröhlen, doch bei deiner Wortwahl bleibt mir alles in der Kehle hängen. Lass es doch bitte einfach sein. Tritt wieder intelligent auf und fechte nicht auf dem Rücken von Minderheiten für Minderheiten. Du wirst gebraucht. Ich hoffe, du kannst mich verstehen und wir können bald wieder Seite an Seite auf der Straße für die gute Welt eintreten.
 Rote Grüße,
 Deine Frau Jule*


 P.S.: Und falls du trotzdem nicht verstanden hast, was ich meine: Ninia LaGrande kann dir das nochmal ganz fantastisch erklären. 

Kommentare:

  1. Da sprichst Du uns aus der Seele! Habe Deinen Beitrag gerade auf unserer FB-Seite geteilt: https://www.facebook.com/inklusionschaffenwir/posts/1727103607526926

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