Donnerstag, 11. Februar 2016

Endlich Vegarn!!!


 Dies ist ein Eintrag, den ich schon vor viel längerer Zeit verfasst haben wollte. Aber wie das mit der Zeit nunmal so ist. Aber ich möchte euch folgende Informationen keinesfalls vorenthalten. Es geht an alle, die gerne häkeln oder stricken. Seit ich das mit den Stricknadeln gelernt habe, lässt mich das Thema mit der veganen Wolle nicht mehr los. ich hatte mich hier schonmal über das Leid mit der Tierwolle ausgelassen. Trotzdem fällt es mir sehr schwer, auf Kunstfaser zurückzugreifen. Alternativen kommen langsam aus dem Boden. Umso schöner, dass es hier in Hamburg Marlin gibt. Marlin ist die Mutter von Vegarn


 Sie hat ein kleines Unternehmen gegründet und verkauft seitdem vegane Wolle im Internet. Zum Glück lebt sie in der gleichen Stadt wie ich und hat einen Stricktreff organisiert. So trafen sich Ende Januar ein paar Strickbegeisterte in Hamburg Eppendorf zum ersten Stricktreff von Vegarn. Marlin war selbstverständlich auch dabei, hatte "Wolle" mit und hat uns viel über ihr kleines Unternehmen und ihre weiteren Pläne erzählt. Eine unglaubliche Frau, für die nicht nur im unternehmerischen Sinne, Nachhaltigkeit an oberster Stelle steht.


  Sie hat schon ein gutes Sortiment aufgebaut. Hauptsächlich aus Baumwolle, Bambus und Soja. Das Sojagarn wird aus Resten der Tofuproduktion hergestellt. Wenn ich demnächst daraus Socken stricke, habe ich quasi Tofu an den Füßen. Wie großartig! Zum Stricktreff brachte sie unter anderem auch eine Farbkarte für Maisgarn mit. Was es nicht alles für Möglichkeiten gibt. Staunen! Wer braucht da noch ein gequältes Schaf?


 Das schöne an diesem Stricktreff war, dass ich endlich mal meine Finger in das Material stecken konnte. Ein Garn fühlte sich besser als das andere an. Wunderbar weiche Baumwolle, kühles Bambusgarn und unfassbar weiche Sojawolle. Beim Stricktreff gab es einen Rabatt auf die Wolle. Ich habe mal zugelangt und freue mich schon drauf sie zu verstricken.


 Ein kleines Goodie gab es für uns Teilnehmerinnen auch. Nessel-, Hanf- und Ramiegarn. In meinem Kopf rattert es noch, was ich daraus machen könnte.


 So klapperten die Nadeln, man unterhielt sich über dies und das und fühlte sich einfach nur pudelwohl. Marlin war eine großartige Gastgeberin. Übrigens soll dieser Stricktreff nun regelmäßig stattfinden. Der nächste Stricktreff ist schon im Februar. Ich werde mein Bestes geben, wieder dabei zu sein. Denn alleine werkeln ist ja total langweilig. Danke liebe Marlin, für das Organisieren und dass du mir brauchbares Material lieferst! Und weil ich hier endlich für mich eine gute Alternative für was über meine Nadeln gleitet gefunden habe, darf dieser Beitrag noch rüber in die Donnerstagssammlung. Wobei Herren natürlich auch gerne stricken dürfen.

Kommentare:

  1. Liebe Frau Jule, das ist ein sehr interessanter Beitrag- aber braucht es den Hinweis auf "ein gequältes Schaf"? Gibt es nicht auch genug Beispiele für artgerechte, gar liebevolle Tierhaltung - und Schur? Ich kenne z.B. die Angoras persönlich, die mir die Wolle für meine handgesponnenen Garne liefern. Deren Fell wächst ebenso wie menschliches Haar unaufhörlich und sie müssen genau wie Schafe geschoren werden. Sonst verfilzt das Fell und das Tier verendet wegen Gewicht und Wärme der Haarpracht.
    Ich verspinne übrigens auch Pflanzenfasern, z.B. Leinen, Bambus, Hanf, Rosenfaser u.a. von Hand und das sind ganz wunderbare, einzigartige Garne.
    Liebe Grüße, Beatrice

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. hallo beatrice,
      ich finde die begriffe "artgerecht" und "haltung" schließen sich aus. ich bin eine gut reflektierte, informierte und lange vegan lebende frau und somit spricht für mich jedes argument immer nur gegen das einsperren von jeglichem lebewesen. wenn du in dem alten verlinkten blogeintrag von mir entnehmen kannst, ist es im hinblick auf wollproduktion hilfreich, mal "mulesing" in die suchmaschine einzugeben und sich ein paar bilder zu gemüte zu führen. es ist schön, dass deinen angoras das fell scheinbar runtergestreichelt wird, aber ich möchte mir nichts von einem tier nehmen, was es mir nicht vor die füße wirft. da bin ich strickt. ich trage auch keine seide oder kein leder, da all das auch vom tier kommt.
      jedem das seine. nichts für ungut.
      gruß,
      jule*

      Löschen
  2. Das ist oberfein ★
    Ich hab auf einem alternativen weihnachtsmarkt eine Frau getroffen, sogar aus unserer Stadt, die auch ganz spezielle vegane Wolle verkauft. Sie hatte auch solche, die du beschrieben hast. Zusätzlich hat sie mir auch eine Sorte aus recycelten Jeanshosen gezeigt, also Baumwolle. Sie hatte auch wolle (okay, die ist nicht vegan) aber recyclet aus Abfällen der Milchindustrie. Fand ich auch interessant.
    Viel Spaß beim stricken der Tofusocken!!
    Kann man da Käsefüße bekommen? : )
    Liebe Grüße, Angela

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. von dieser milchwolle habe ich auch schon gehört. aber bei mir sind selbst abfallprodukte der milchindustrie tabu. allerdings zeigt das ganz wunderbar, woraus man alles kleidung machen kann. da hast du schon recht. die jeanswolle hatte ich auch schon in der hand.
      liebe grüße,
      jule*

      Löschen
  3. Oh, vielen Dank für deinen Bericht und den Link.
    Ich bin auch immer auf der Suche nach Woll-Alternativen und haben schon oft Baumwollgarn oder Leinengarn gekauft. Manchmal möchte man aber doch etwas kuscheliges. Nur kann ich das ganze Polyacryl-Zeug überhaupt nicht leiden (aus diversen Gründen). Allerdings habe ich auch eine große Wollsammlung "geerbt" und verstricke diese Wolle auch und trage sie auch. Nur kaufen möchte ich keine Wolle mehr.

    Wie ist es denn bei dir? Trägst du noch deine Wollsocken von Oma (die hat doch jeder, oder?) und würdest du den Wollvorrat deiner "Erbtante" aufbrauchen? Oder würdest du das alles weg geben?

    Grüße,
    Stef

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. jupp, auf etwas wirklich flauschig kuscheliges warte ich auch noch. marlin macht mir da aber ein bisschen hoffnung ;) mal sehen, was demnächst noch in ihrer produktpalette auftaucht.
      alte wollsocken von der oma habe ich tatsächlich noch. auch einen fast 20 jahre alten pulli, den ich sehr gerne habe. aber neues kommt mir nicht mehr ins haus. seit ich vegan lebe bin ich mit wolle, leder und seide sehr strickt. einen alten wollvorrat würde ich wohl auch noch aufbrauchen. vor altem leder ekelt es mich allerdings. zu tot.
      liebe grüße,
      jule*

      Löschen