Freitag, 27. November 2015

Spaziergang durch Vimmerby


 Nachdem mein langgehegter Wunsch nach einem Besuch auf Näs in diesem Sommer erfüllt wurde, haben wir uns nach dem Besuch im Museum noch auf eine kleine Entdeckungsreise durch Vimmerby gemacht. Wo wir gestern noch bei Punkrock waren, passt es ja auch heute ganz schön, mal zu schauen, wo die Frau groß geworden ist, die das anarchistische Vorbild Pippi Langstrumpf geschaffen hat. Das Wetter war am Tag unseres Besuches ein Traum. Sonnig und warm. Es war Samstagnachmittag, alles war zu, die Straßen wirklich menschenleer.


 Von Antje hatte ich einen Reiseführer zum Geburtstag geschenkt bekommen, der mir in diesem Falle treue Dienste geleistet hat. Normalerweise bin ich nicht so der "dem- Reiseführer- nachlauf- Typ", in Vimmerby habe ich es dann aber doch mal gemacht. Unser erster Stopp war vor diesem Hotel. Laut Reiseführer, soll hier unter anderem der Ball stattgefunden haben, auf welchem das Dienstmädchen aus Madita mit dem Schornsteinfeger eine flotte Sohle aufs Tanzparkett legte und die Frau des Bürgermeisters aus der Fassung brachte. Direkt gegenüber konnte man das Astrid Lindgren Denkmal finden, auf dem aber eine Menge Kinder herumturnten, weshalb ich es nicht fotografiert habe.


 Wir gingen also weiter. Es ging an Bootsmannsbacken vorbei. Man kennt den gleichnamigen Hund aus den Saltkråkangeschichten wohl. Wie hübsch war denn dieser kleine Weg bitte anzuschauen?


 Die nächste Seitenstraße diente in den Michelfilmen als Kulisse für Michels Besuch beim Arzt, der eigentlich in Mariannelund war.


 Wie liefen vorbei an vielen kleinen Reihenhäuschen, in der Sonne auf Kopfsteinpflaster. 


 Am Ende der Reihenhäuser kamen wir zum Haus des Bürgermeisters aus dem Michelgeschichten. Hier soll das wilde Feuerwerk gezündet worden sein. Einer der vielen wunderbaren Streiche. Würde man Michel eigentlich heutzutage einen Förderbedarf emotionale und soziale Entwicklung attestieren? Vielleicht. Dabei war er doch einfach nur ein Junge, dem die "Einfälle schneller kamen, als ein Ferkel blinzeln kann". Sollte ich bei meinem nächsten Diagnostikverfahren mal im Hinterkopf behalten.


 Direkt gegenüber vom Haus des Bürgermeisters ist die Adresse, die Astrid Lindgren wohl als Wohnhaus von Kalle Blomquist gesehen hat. Kein Reihenhaus. Ich würde sofort einziehen.

  
 Es gab noch einiges mehr zu entdecken. Hier zum Beispiel alte Bauweise.


 Ein geschlossener Trödelladen, den ich gerne besucht hätte, wenn er offen gewesen wäre. Hach.


 Das alte Badehaus, in dem es heute offensichtlich Kunst gibt. Wir waren aber schon voll bis unter den Rand mit Eindrücken. Von daher haben wir es im wahrsten Sinne links liegen gelassen.


 Die Reiseführertour brachte uns noch auf den Friedhof. Das Grab der Brüder, das Astrid Lindgren zu den Brüder Löwenherz inspiriert hat, haben wir auf Anhieb gefunden.


 Astrids Grab selbst war nicht so einfach zu finden. Sie war schon eine sehr beeindruckende Frau und ich habe große Lust mir von ihrem Wirken und Tun eine dicke Scheibe abzuschneiden und etwas davon weiterleben zu lassen.  Vielleicht klappt es ja hier und da. Und damit war unser Tag in Vimmerby beendet.


 Auch unser wundervoller Schwedenurlaub war damit vorbei. Nach einer letzten Fressouveniereinkaufsrunde durch den Supermarkt, schwangen wir uns aufs Auto. Eigentlich wollten wir noch eine Nacht in Vimmerby verbringen, doch die Autofahrenden meinten, dass sie in Schichten locker noch die Nacht durchfahren könnten. So endete unser Schwedenurlaub an diesem wundervollen Rastplatz mit einem dicken Abendbrotpicknick. Und das war der fast letzte Beitrag. Einen wundervollen habe ich noch im Vorratsschrank für ganz miese Winterzeiten. Hoffentlich bin ich bald wieder in Schweden. Es war so schön!

Kommentare:

  1. Oh, wie schön ist Panama... äh, Schweden! :D

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  2. danke für die schönen schwedenbilder! auch ich liebe astrid lindgrens geschichten.
    (und es gibt tatsächlich ein buch von henning köhler mit dem titel "war michel aus lönneberga aufmerksamkeitsgestört?")

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