Donnerstag, 9. Juni 2016

Ein Jahr für mich


 Ein paar Mal habe ich es hier ja schon anklingen lassen: Ich bin auf dem Weg in ein Sabbathjahr. Hurra! Passend im siebten Jahr meiner Berufstätigkeit. Wie es traditionell sein soll. Das ist mir aber eher aus Versehen passiert. Und immer wieder werde ich gefragt, was ich denn mit dem Jahr gedenke anzufangen. Bei den meisten geht es immer schon eher konkret in Richtung: "Wo soll es denn hingehen?" Mittlerweile antworte ich darauf immer: "Zu mir selbst." Ja, soll so esotherisch klingen. Ich frage mich ein bisschen, was die Reaktion wäre, wenn ich sagen würde: "Rumhängen." Haha! Aber nichts da. Wer mich kennt, weiß dass ich nicht gut stillzsitzen kann. Ich habe im Laufe der Ansparungsphase viele Ideen gehabt. Einige davon sind wieder über Bord gegangen, andere sind dazu gekommen. Mittlerweile steht aber ein grober Rahmenplan. Einige Zweifler meinten auch schon, dass das jetzt ja noch viel zu früh für ein Sabbathjahr in meinem Berufsleben sei. Aber mal im Ernst: Um mich rum werfen sie alle mit Babys, nehmen Elternzeit und chillen zusammen rum. Das wird mein Mutterschutz und Erziehungsurlaub ohne Kind- Yeah! Als ob man erst Kind, Haus, Baum erledigt haben und alt und weise und vielleicht gebrechlich sein müsste, um ein Sabbathjahr rechtfertigen zu können.


 Ganz konkret wird es auf dieser Liste. Ich werde in Hamburg bleiben. Meine Wohnung werde ich nicht zwischenvermieten. Ich werde nicht auf Weltreise gehen. Ich liebe diese Stadt in der ich lebe, aber ich habe viel zu selten etwas von ihr. Und so viele Ecken sind noch unentdeckt. Reisen wird es endlich nach Helsinki und Amsterdam und Paris geben. Ob es zum Nordlichtgucken nach Nordschweden oder Island gehen wird, ist noch nicht sicher. Dann habe ich ein paar Pläne für mein Herzding Inklusion. Zum Einen möchte ich sie gerne mal an einem Ort erleben, wo sie schon gelebt wird. Zum Anderen habe ich vor ein paar Wochen eine tolle Kooperation angefragt, die sich gerade ganz vorsichtig entwickelt. Beides ist noch nicht endgültig festgeklopft, aber wenn es klappt und so weit ist, wird es hier natürlich rumposaunt. Dann möchte ich gerne mal eine Winterjacke nähen. Erschreckend, dass hier schon seit meinem Studium das Futter dafür rumliegt und ich mich noch nicht getraut habe. Winterjacke ist sozusagen mein Angstgegner. Etwas Neues lernen will ich jedes Jahr. Das steht da nur so zum Spaß drauf. Festivals wird es in dem Jahr auch wieder geben. Vielleicht auch ein paar mehr und intensiver. Als Lehrperson kann man drumherum keinen Urlaub nehmen, im Sabbathjahr wird das alles ganz entspannt. Das wird auch das Hauptmotto dieses Jahres: Ruhe und Rhythmus. Irgendwie sind die letzten sechs Jahre nur so an mir vorbeigerast. Es ist so viel passiert. Kurze Ruhephasen ja, aber ich merke, dass irgendwie der Lebensrhythmus seinen Takt nicht gefunden hat. Darum steht auch die Zeit mit den Herzmenschen als Erinnerung auf der Liste. Denn auch die kamen gefühlt zu kurz. Vor allem die, die weiter entfernt leben. Ich bin gespannt, was mir sonst noch einfällt. Im Zweifel habe ich auch schon drölfzillionen Ideen für mein nächstes Sabbathjahr. Meine aktuelle Liste ist auch kein Muss, es ist eine "Kann-Liste". Es wird ein spannendes Jahr. Ich freue mich drauf! 

 Natürlich werde ich weiter nähen. Ich freue mich schon darauf, einfach mal ganz in Ruhe Projekte anfangen und auch mal liegen lassen zu können, ohne mich mit der Frage zu quälen, wann ich denn wohl Zeit finden werde es weiterzumachen oder abzuschließen.


 Auch Musik wird es weiter viel geben. Sicherlich wieder mehr Plattenkritiken. Irgendwie ist mir dafür in den letzten Monaten ein wenig die Muse abhanden gekommen. Vor drei Jahren hat meine Ansparungsphase begonnen und im vierten darf ich jetzt meine Ersparten Überstunden abfeiern. So läuft das.


 Die Reiseführer liegen für erste Ideen und zu Anfixung parat. Achja: Schweden ist auch mit dabei. Irgendwie muss ich ja nach Helsinki kommen. Hihi. Noch sechs Wochen. Ich raste aus!!!! Und in die Donnerstagssammlung darf das heute auch. Darum.

Kommentare:

  1. Wow, das sind aber tolle Pläne! Ich finde es genau richtig, jetzt ein Jahr für dich zu nehmen, was nützt es dir, wenn du 20 Jahre wartest? Ich wünsche dir bei den Vorbereitungen viel Spaß und dann natürlich auch ein tolles Jahr, in dem du deinen Takt wiederfindest!
    Liebe Grüße
    Caroline

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. dankesehr! ich werde mir mühe geben ;)
      liebe grüße,
      jule*

      Löschen
  2. Ich freu mich so für dich! Und ich würde am liebsten mitmachen. ;)
    Liebe Grüße
    Antje

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. temporär wirst du sicherlich mitmachen. yeah!
      liebst,
      jule*

      Löschen
  3. Ich find diesen Plan einfach großartig! :D
    Bevor ich bei dir davon gelesen habe, wusste ich gar nicht, das man sowas machen kann. Dabei ist die Idee soooo gut! Ganz unabhängig davon, wie alt man ist. :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ja, die öffentlichkeitsarbeit für solche eine sache ist wirklich etwas mau. vielleicht werde ich dazu noch den ein oder anderne beitrag mehr schreiben müssen. ich war auch etwas enttäuscht. man findet wirklich nur recht wenig informationen.
      liebe grüße,
      jule*

      Löschen
  4. hej frau jule,
    das liest ja alles ganz toll! besonders schön finde ich, dass du nicht alle 12 monate schon durchgetaktet hast, sondern raum lässt, dich einfach vom leben treiben zu lassen. dabei wünsche ich viel spaß und neue erkenntnisse...
    einen kritikpunkt habe ich allerdings. das erste jahr mit einem kind ist weit entfernt von chillen. für mich wars 7 tage die woche und 24 stunden am tag für jemand da zu sein und zu sorgen. kein feierabend und kein wochenende. einzig die dusche alle paar tage der raum für mich ganz allein. und auch wenns ganz wunderbar war, wars doch zugleich der arbeitsreichste "job" in meinem schon langen leben. sorry, das musste raus... ;-)
    ich wünsche dir schon jetzt ein gutes und freundliches sabbathjahr, für das du dich wahrlich nicht rechtfertigen brauchst!
    alles liebe
    koni

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ja, das mit dem kind kann auch eher mit ein bisschen augenzwinkern betrachtet werden. wobei ich auch da denke, dass es eine zeit ist, in der man einen neuen rhythmus finden muss und ja irgendwie dank elternzeit auch die notwendige zeit dafür zugesprochen bekommt.
      liebe grüße,
      jule*

      Löschen
  5. Beim Thema Altes Land fällt mir ein Buch ein: http://www.fadenvogel.de/altes-land-von-doerte-hansen-und-die-frage-was-literatur-ist/

    Ich finde das gut. Ist eh alles viel zu schnell hier. Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. das buch habe ich auch schon gelesen. in irgendeiner literaturrückschau findest du es.
      liebe grüße,
      jule*

      Löschen
  6. Ich wünsche dir eine wunderbare Zeit! Es freut mich, dass das für dich möglich ist und du dir damit selbst Zeit schenken kannst!

    Lg Carmen

    AntwortenLöschen
  7. Ich muss hier auch mal ganz laut brüllen: ICH WILL AUCH! Ich bin ja sowas von neidisch und würde direkt gerne mitmachen wollen. Ein absolutes großes Daumen hoch für das Auszeitjahr. Es wird super, ich werde gespannt verfolgen, was du so treibst und mich von deinem Zen inspirieren lassen. Völlig richtig, es hier und jetzt zu tun. Die Auszeit mit Kind sehe ich auch nicht wirklich als Vergleich mit eben dem Hauptunterschied, dass man völlig und null eigenbestimmt ist, sondern nur oder im wesentlichen fremdbestimmt, und das macht viel aus. Aber ansonsten ist es natürlich auch eine Zeit abseits des normalen Jobs und Alltags. Jedenfalls: Mein Neid ist mit dir. Möge mir das so auch mal gelingen!
    viel Spaß beim Countdown, und ich freue mich, auch weiterhin, ganz viel zu lesen.
    LG. Susanne

    AntwortenLöschen
  8. FANTASTISCH!
    Ich mag Menschen, die aus der Reihe tanzen.
    Liebe Grüße von Heike

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ach, so bedingt aus der reihe getanzt, nech? das machen viele meiner mitlehrenden.
      liebe grüße,
      jule*

      Löschen