Mittwoch, 30. Juli 2014

Skandinavienreise Teil 1: Dänemark


 Herr Fussel und ich waren auf Reisen. Wir haben uns sein Auto gemietet und sind in Richtung Norden gedüst. Als Bewohner der Hamburger Innenstadt besitzt man eher selten ein eigenes Auto, da man vermutlich jedes Mal länger einen Parkplatz sucht, als das man ein Auto braucht, darum mietet man besser eines, wenn man es denn mal braucht. Am 19. Juli - einem Samstag- ging es nach einem ausgiebigen Frühstück im HappenPappen los. Erste grobe "Station" war Dänemark. Wir hatten uns so ungefähr gar nicht vorbereitet, keine konkreten Ziele ausgewählt, wollten uns einfach treiben lassen und sehen was da so kommen könnte. Nur kein Stress, schließlich hatten wir ja Urlaub.


 So strandeten wir am ersten Abend in Assens auf Fünen. Direkt am Meer fanden wir einen Campingplatz. Da es schon spät und sehr heiß war, wollten wir uns nicht lange mit Lagerplatzsuche aufhalten und brauchten dringend anständige Duschen.


 Nach einem kurzen sehr gemächlichen Spaziergang durch die wunderschöne alte Stadt mit niedrigen kleinen Fischerhäuschen gab es den Abendkaffee auf dem Zeltplatz.


 Erster Sonnenuntergang am Meer, während die leichte Brise uns die Frisuren zurechtföhnte und die letzten Dänen noch im Wasser Abkühlung suchten. Alles richtig gemacht.


 Am nächsten Tag trieben wir in Odense vorbei.


 Die Geburtstadt von Hans Christian Andersen. Da Sonntag war und wohl auch in Dänemark Ferien, war die Stadt entsprechend leergefegt.


 So fanden wir unterwegs lediglich ein wenig Kunst.


 Nach einem gemütlichen Kaffee und zogen wir weiter.


 Nachmittags ging es über die Storebæltsbroen rüber nach Seeland, da wir uns am Montag gerne Kopenhagen anschauen wollten.


 Direkt rein nach Kopenhagen wollten wir aber noch nicht. So suchten wir uns quasi vor den Toren der Stadt den nächsten Campingplatz in Ishøj, der erstaunlich leer war. Abends brachte ich Herrn Fussel Backgammon bei. Nach ein paar Runden hatte er aber offensichtlich die Schnauze voll und wir haben es auf der Tour nicht mehr gespielt. Komisch... aber ich kriege ihn noch und irgendwann wird auch er mal gewinnen- hehe.


 Wir ließen es am nächsten Morgen ruhig angehen, denn obwohl die Sonne noch nicht hoch am Himmel stand, war es schon sehr, sehr warm.


 Nach dem klassischen Frühstück mit Müsli und Yofu ging es dann los.


 Kopenhagen war irre voll und laut und vor allem heiß. Insgesamt sehr unentspannt, nachdem wir die letzten Tage so ruhig in Meernähe verbracht hatten. Wir ließen uns kurz durch die vollkommen überfüllte Innenstadt treiben, machten einen Kaffeestopp und fanden dann dieses Bauwerk mit dem klangvollen Namen Rundetårn. Herr Fussel wollte unbedingt rein und so stiegen wir die Schneckenhausgänge hinauf. Kinder hatten Spaß kleine Bälle den schneckenförmigen Gang runterrollen zu lassen und trotz Hitze war es sehr angenehm kein Treppen steigen zu müssen. Das Ganze ist übrigens Europas ältestes, funktionsfähiges Observatorium mit angeschlossener Kirche, Bibliothek und Ausstellungsraum.


 Kopenhagen von oben und am Horizont ist schon die Öresundbrücke zu sehen, über die es aber erst am nächsten Tag gehen sollte.


 Einfach nur hübsch anzuschauen.


 Auf dem Weg nach unten konnten wir noch die angeschlossene Ausstellung begutachten, die zu diesem Zeitpunkt Werke von Menschen mit Lernbehinderung zeigte. Besonders angetan hatte es mir dieses Häkelstück aus Stoffresten und alten Plastiktüten, das frei im Raum schwebte.


 Die Dänen hängen offensichtlich sehr an ihrer Milch. Einen Kaffee mit Sojamilch für mich zu finden, geschweige denn etwas zu Essen, war fast ein Ding der Unmöglichkeit. Schade.


 Für die Nacht hatten wir uns ein Hotel gebucht. Nach dem Check in und einer erfrischenden Dusche, zog es uns weiter nach Christianshavn.


 Pflasterstraßen und alte Häuser direkt an den Kanälen, die voll mit kleinen Schiffen aus aller Herren Länder waren.


  Und die "Moderne" fügte sich wunderbar zwischen die alten Häuser.


 Das eigentliche Ziel aber war Christiania. Wir wollten wissen, wie so ein kleines autonomes "Land" mitten in der Stadt funktioniert. Zudem hatten wir die Hoffnung in der alternativen Szene etwas Veganes zu Essen zu finden.


 Drinnen gab es viel zu bestaunen. Fotografieren war allerdings an vielen Orten nicht erlaubt, bzw. wurde darum gebeten es nicht zu tun. Cannabiskonsum ist hier bekannterweise legal und in den Gassen haben viele Händler ihre Stände aufgebaut. HändlerInnen und KonsumentInnen sollten ihre Anonymität waren dürfen. Leider fanden wir aber auch keine veganen Speisen. Wunderbar bunt war das Treiben allerdings und dass Autonomie auch schön und kreativ sein kann erfuhren wir auch.


 In einem Kindergartengarten um die Ecke fanden wir diese blau angemalten Bäume, mit haufenweise Gebammel drin. Wer weiß, was da an Drogendunst rübergeweht ist....


 Der Weg zurück zum Hotel führte an den Kanälen lang, wo die Schiffe fest vertäut waren und die Schiffsreisenden überall kleine Grillfeste auf den Straßen abhielten.


 Die Möwen begutachteten das Treiben und hofften wohl auf ihren Teil.


 Durch das Schloss Christiansborg ging es die letzten Meter in der untergehenden Sonne zum Hotel.


 Zur guten Nacht in Dänemark und dem dringenden Wunsch am nächsten Tag an einen schwedischen See zu gelangen und vor allem auch in diesen hinein. Aber das ist dann der nächste Teil des Berichtes.

Kommentare:

  1. Danke - danke - danke! Ich liebe Reiseberichte, vor allem wenn sie so schön gemacht sind wie deiner. Ich freu mich schon auf den nächsten Teil!
    GLG vonKarin
    vonKarin.blog.de

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    1. ich danke dir für das kompliment :)
      liebe grüße,
      jule*

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  2. Du machst wirklich schöne Bilder, Jule!
    Nach Dänemark möchte ich auch nochmal fahren, gerade jetzt, nach deinem Bericht:)

    Liebe Grüße
    Hanna

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    1. herzlichen dank, liebe hanna.
      wobei der für mich schönste teil noch kommt ;) dänemark hat mich irgendwie nicht so sehr aus den socken gehauen.
      liebe grüße,
      jule*

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