Donnerstag, 4. Juni 2015

Musikdonnerstag: Immergut Festival 2015


 Schon wieder vorbei mein allerliebstes Lieblingsfestival. Da freut man sich ein Jahr lang und dann rauscht es so schnell vorbei. Vielleicht liegt das mit dem Vorbeirauschen auch am Alter. Man weiß es nicht. Dieses Jahr war ich zusammen mit Antje dort. Alte Bekannte habe ich auch wiedergetroffen, auch wenn einige familiengründungsbedingt fehlten, was sehr schade war. Endlich habe ich allerdings auch mal die Nähmarie getroffen. Sogar vollkommen unverabredet, obwohl wir das die letzten Jahre nie hinbekommen haben. Ich war ein bisschen überwältigt, glaube aber, dass das eine Dame ist, mit der ich gerne mal einen Kaffee oder ähnliches trinken wollen würde.
 Los ging es jedenfalls am Freitagnachmittag in Neustrelitz auf der altbekannten Festwiese.


 Spätestens als MORITZ KRÄMER und FRANCESCO WILKING auf die Bühne traten, wusste man, dass es hier goldrichtig ist. Da machte das Herz einen großen Hüpfer und ließ all das Beschwerende hinter sich.


 Der erste Höhepunkt des rotzige Tages waren sicherlich TRÜMMER. Das erste Mal Krach und Gebrüll und wenn das Beschwerende einzuholen drohte, so konnte man es hier ganz gut wegschreien und abschütteln.


 ELEMENT OF CRIME lieferten dann später alt und professionell ab. Herr Regener hat nach meinem Geschmack ein wenig zuviel gewettert, aber schön war es dennoch.


 Der Superkracher am Freitag waren aber auf jeden Fall THE/DAS. Im Zelt auf dem Bretterboden konnte man nicht mehr stehen als sie spielten. Man MUSSTE tanzen. Ich bin immer wieder erstaunt, dass mich solch ein elektronisches Geballer mittlerweile doch in Bewegung versetzen kann. Vor ein paar Jahren wäre ich noch schreiend weggerannt.


Wenn das nicht Disco war, dann weiß ich auch nicht mehr, was noch Disco sein kann.


 Der Samstag startete ganz ruhig und gemütlich mit einer kleinen Lesung und Unerhaltung mit GEREON KLUG und MAURICE SUMMEN. Lesungen gehören beim Immergut Festival bekanntermaßen zum guten Tageseinstieg dazu. Danach gab es ein paar Konzerte von JONAS ALASKA, VON SPAR und WARM GRAVES aber eigentlich waren die leider eher schwach im Gegensatz zu folgendem Herren.


 In meiner Gegenwart darf nämlich niemand ERLEND ØYE an den Kahn pinkeln. Der Typ ist so großartig. Wohl einer der besten musikalischen Workaholics, den die norwegische Musikszene so ausgespuckt hat. KINGS OF CONVENIENCE, WHITEST BOY ALIVE und nun wieder unter seinem Namen mit THE RAINBOWS. Da macht er so fantastisch herzerwärmende Musik, die so sehr nach Sommerurlaub an irgendeiner Atlantikküste klingt, dass man das Meer fast schmecken kann. Soll ihm erstmal jemand nachmachen.


 Danach gab es noch KING KAHN AND THE SHRINES, zu denen ich ärgerlicherweise nicht in den Fotograben gegangen bin, weil ich irgendwie echt durch war. Das Konzert hat mich allerdings wieder aufgerüttelt, ich konnte noch eine Runde tanzen und irgendwann auf der Hälfte vom DIE NERVEN Auftritt haben wir uns dann verabschiedet. Wer früh startet, ist eben auch früh wieder platt. Wir werden nicht jünger, aber älter wollen wir auch nicht werden. Ich liebe diese kleine Verjüngungskur einmal im Jahr in Neustrelitz und werde auch im nächsten Jahr wieder dabei sein. Ist mir auch egal, wieviele der Bands ich kenne, die dann wieder im Line Up stehen, für die ein oder andere positive Überraschung ist das Immergut Festival immer gut. Und damit bleibt es bei diesem einen Wortspiel. Morgen gibt es noch ein paar Impressionen und im Laufe der nächsten Woche einen ganz besonderen anderen Teil dieses Festival abseits der Musik.

 Hauptamtlich war ich ja mal wieder für allschools.de dort. Darum gibt es hier eine ganz lieblose Liste mit Links, die zu weiteren Eindrücken führen:

Bildergalerie ERLEND ØYE
Bildergalerie DIE NERVEN

 Ausführlicher Bericht dort folgt, wenn ich den Kampf mit der neuen Technik gewonnen habe...

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