Freitag, 21. August 2015

Vasaloppsleden #3


 Unser letzter richtiger Vollblutwandertag auf dem Vasaloppsleden führte Antje und mich auf dem Weg von der Axistuga zur Sudetsstuga vollkommen durch die Natur. Bis nach Evertsberg. Hier war die Hälfte des Vasaloppsleden erreicht. An dem Tag ging ich wirklich auf dem Zahnfleisch. Trotz des vorrangegangenen Ruhetags. Knapp 200 Höhenmeter waren zu erklimmen.


 In Evertsberg wurde es dann auch schlagartig wirklich kühl und es setzte ein leichter Regen ein. Das Vandrarhem, in dem wir uns einen Kaffee und ein Eis erhofften, war leider geschlossen. Wir fanden aber beides dann 3km weiter an einem Campingplatz. Nach dieser Pause ging es ein unschönes Stück an der Straße entlang, bevor uns der Weg wieder in die Wälder und an die Seen führte. Die ersten richtigen Seen auf unserem Weg nach so viel Flüssen. Wundervoll!


 Am Rande der Seen, sumpfige Landschaft mit dem entsprechenden blutsaugendem Viechzeugs.


 Dafür wurden die Wege wundervoll und wir balancierten auf Bohlenbrettern durch den Sumpf, während das Moor unter uns quatschte.


 Weit war es nicht. Aber das Zahnfleisch auf dem ich ging, quälte ein wenig. Ich kann mich daran erinnern, dass ich so einen Tag schon früher aus unerfindlichen Gründen auf jeder Wandertour hatte.


 Dafür wurden wir am Etappenziel reich entlohnt. Die Sudentstuga lag wundervoll an einem See, inklusive Steg mit Bademöglichkeit. Mehr schwedisches Hochgefühl konnte es gar nicht geben. Passend zu unserer Laune kam da auch die Sonne wieder raus.


 Ein Träumchen! Alles richtig gemacht.


 So lässt es sich doch wohnen.


 Ich konnte mir einen "Sprung" in den See nicht verkneifen. Es wehte wirklich ein kalter Wind und das Wasser war "kirschkernkalt" (Zitat Antje), aber ich hatte an dem Tag so geschwitzt wie selten und irgendwie gehört im See baden für mich zu einem guten Schwedentrip. Dieses Bild von Frau Jule auf Tauchstation hat Antje gemacht. Danke dafür. Ich war danach auf jeden Fall sauber.


 Abendessen gab es dann im Sonnenuntergang mit Aussicht. Die Aussicht!


 Den Abend verbrachten wir Fahrtenlieder summend, voll hippiesk auf dem Steg und hielten unsere Gesichter in die Sonne.


 Entgegen der ursprünglichen Planung beschlossen wir noch am Abend, einen weiteren Tag an diesem schönen Ort zu verbringen. Eigentlich wollten wir noch mindestens bis Risberg in die Rösttjärnsstuga. Da wir aber am Samstag wieder in Evertsberg sein mussten, sparten wir uns die lange Rückwegstrecke.


 Da blieben einfach keine Wünsche mehr offen und trotz Seenähe gab es hier keine Stechviecher, was doch auch mal recht angenehm war.


 Wir verbrachten den nächsten Tag meistens in der Hütte, da es zudem noch ordentlich regnete, obwohl sich das am Morgen nicht abgezeichnet hatte. Da wir unsere mitgenommenen Bücher jeweils schon durchgelesen hatten, haben wir kurzerhand getauscht und so konnte jede von uns ein Buch lesen, was man vermutlich sonst nie gelesen hätte. In die Welt des Anderen eintauchen. Dazu hatten wir noch ausreichend Knabberkram für einen entspannten Tag.


 Abends fanden wir uns nach dem Regen auch wieder auf dem Steg in der Sonne wieder.


 Unseren letzten Morgen auf Wanderschaft ließen wir entspannt angehen. Wir mussten ja nur knapp 5km zurück nach Evertsberg laufen.


  Immer der orangenen Markierung hinterher, wobei wir die nun eigentlich nicht mehr brauchten.


 Da es so entspannt war, konnten wir auch die Fotokamera für ein paar Fotos in Bewegung nutzen.


 Danke an Antje für dieses Bild. Sonst bin ich ja eher immer die hinter der Kamera.


 Ein wenig Skuriles gab es dann noch am Wegesrand. Ein kameraüberwachtes Waldgrundstück hat sicherlich was. Okay, da stand wirklich ein Haus, aber sonst war das eher eine Gegend mit vielen offenen Türen.


 In Evertsberg regnete es dann wieder ein wenig und wir waren auch schonmal da, aber durch den Bogen musste es für das Gefühl einfach gehen. Das ist übrigens eher eine wichtige Station für den im Winter stattfindenden Langlaufwettbewerb auf der Strecke.


 So endete die Tour nach sechs Tagen, 50km, 31000 verbrauchten Kalorien (gerüchteweise), ein paar Blasen, unzähligen Mücken- und Bremsenbissen mit ein paar Wassertropfen auf dem Rucksack in Evertsberg. Dort übrigens, weil wir in Evertsberg noch für eine Woche ein Haus gemietet hatten und Antjes Mann und Herr Fussel noch nachgekommen sind. Was es von der zweiten Woche in Schweden zu berichten gibt, erfahrt ihr auch noch. Alles zu seiner Zeit und nächstes Mal den ganzen Weg mit weniger Zelt und dafür mehr Zeit im Rucksack. Es war wundervoll und ich könnte schon wieder. Danke liebe Antje fürs Anstupsen, Planen und Mitmachen!

 Es erwies sich übrigens als schlau, nicht bis nach Sälen gelaufen zu sein. Hätten wir das gemacht, wollten wir mit dem Bus zurück nach Evertsberg fahren. Vor Ort mussten wir allerdings feststellen, dass dieser nur Wochentags fuhr. Also auch hier: Alles richtig gemacht.

Hier findet ihr noch die anderen Teile unserer Tour:

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