Freitag, 21. August 2015

Vasaloppsleden #3


 Unser letzter richtiger Vollblutwandertag auf dem Vasaloppsleden führte Antje und mich auf dem Weg von der Axistuga zur Sudetsstuga vollkommen durch die Natur. Bis nach Evertsberg. Hier war die Hälfte des Vasaloppsleden erreicht. An dem Tag ging ich wirklich auf dem Zahnfleisch. Trotz des vorrangegangenen Ruhetags. Knapp 200 Höhenmeter waren zu erklimmen.


 In Evertsberg wurde es dann auch schlagartig wirklich kühl und es setzte ein leichter Regen ein. Das Vandrarhem, in dem wir uns einen Kaffee und ein Eis erhofften, war leider geschlossen. Wir fanden aber beides dann 3km weiter an einem Campingplatz. Nach dieser Pause ging es ein unschönes Stück an der Straße entlang, bevor uns der Weg wieder in die Wälder und an die Seen führte. Die ersten richtigen Seen auf unserem Weg nach so viel Flüssen. Wundervoll!


 Am Rande der Seen, sumpfige Landschaft mit dem entsprechenden blutsaugendem Viechzeugs.


 Dafür wurden die Wege wundervoll und wir balancierten auf Bohlenbrettern durch den Sumpf, während das Moor unter uns quatschte.


 Weit war es nicht. Aber das Zahnfleisch auf dem ich ging, quälte ein wenig. Ich kann mich daran erinnern, dass ich so einen Tag schon früher aus unerfindlichen Gründen auf jeder Wandertour hatte.


 Dafür wurden wir am Etappenziel reich entlohnt. Die Sudentstuga lag wundervoll an einem See, inklusive Steg mit Bademöglichkeit. Mehr schwedisches Hochgefühl konnte es gar nicht geben. Passend zu unserer Laune kam da auch die Sonne wieder raus.


 Ein Träumchen! Alles richtig gemacht.


 So lässt es sich doch wohnen.


 Ich konnte mir einen "Sprung" in den See nicht verkneifen. Es wehte wirklich ein kalter Wind und das Wasser war "kirschkernkalt" (Zitat Antje), aber ich hatte an dem Tag so geschwitzt wie selten und irgendwie gehört im See baden für mich zu einem guten Schwedentrip. Dieses Bild von Frau Jule auf Tauchstation hat Antje gemacht. Danke dafür. Ich war danach auf jeden Fall sauber.


 Abendessen gab es dann im Sonnenuntergang mit Aussicht. Die Aussicht!


 Den Abend verbrachten wir Fahrtenlieder summend, voll hippiesk auf dem Steg und hielten unsere Gesichter in die Sonne.


 Entgegen der ursprünglichen Planung beschlossen wir noch am Abend, einen weiteren Tag an diesem schönen Ort zu verbringen. Eigentlich wollten wir noch mindestens bis Risberg in die Rösttjärnsstuga. Da wir aber am Samstag wieder in Evertsberg sein mussten, sparten wir uns die lange Rückwegstrecke.


 Da blieben einfach keine Wünsche mehr offen und trotz Seenähe gab es hier keine Stechviecher, was doch auch mal recht angenehm war.


 Wir verbrachten den nächsten Tag meistens in der Hütte, da es zudem noch ordentlich regnete, obwohl sich das am Morgen nicht abgezeichnet hatte. Da wir unsere mitgenommenen Bücher jeweils schon durchgelesen hatten, haben wir kurzerhand getauscht und so konnte jede von uns ein Buch lesen, was man vermutlich sonst nie gelesen hätte. In die Welt des Anderen eintauchen. Dazu hatten wir noch ausreichend Knabberkram für einen entspannten Tag.


 Abends fanden wir uns nach dem Regen auch wieder auf dem Steg in der Sonne wieder.


 Unseren letzten Morgen auf Wanderschaft ließen wir entspannt angehen. Wir mussten ja nur knapp 5km zurück nach Evertsberg laufen.


  Immer der orangenen Markierung hinterher, wobei wir die nun eigentlich nicht mehr brauchten.


 Da es so entspannt war, konnten wir auch die Fotokamera für ein paar Fotos in Bewegung nutzen.


 Danke an Antje für dieses Bild. Sonst bin ich ja eher immer die hinter der Kamera.


 Ein wenig Skuriles gab es dann noch am Wegesrand. Ein kameraüberwachtes Waldgrundstück hat sicherlich was. Okay, da stand wirklich ein Haus, aber sonst war das eher eine Gegend mit vielen offenen Türen.


 In Evertsberg regnete es dann wieder ein wenig und wir waren auch schonmal da, aber durch den Bogen musste es für das Gefühl einfach gehen. Das ist übrigens eher eine wichtige Station für den im Winter stattfindenden Langlaufwettbewerb auf der Strecke.


 So endete die Tour nach sechs Tagen, 50km, 31000 verbrauchten Kalorien (gerüchteweise), ein paar Blasen, unzähligen Mücken- und Bremsenbissen mit ein paar Wassertropfen auf dem Rucksack in Evertsberg. Dort übrigens, weil wir in Evertsberg noch für eine Woche ein Haus gemietet hatten und Antjes Mann und Herr Fussel noch nachgekommen sind. Was es von der zweiten Woche in Schweden zu berichten gibt, erfahrt ihr auch noch. Alles zu seiner Zeit und nächstes Mal den ganzen Weg mit weniger Zelt und dafür mehr Zeit im Rucksack. Es war wundervoll und ich könnte schon wieder. Danke liebe Antje fürs Anstupsen, Planen und Mitmachen!

 Es erwies sich übrigens als schlau, nicht bis nach Sälen gelaufen zu sein. Hätten wir das gemacht, wollten wir mit dem Bus zurück nach Evertsberg fahren. Vor Ort mussten wir allerdings feststellen, dass dieser nur Wochentags fuhr. Also auch hier: Alles richtig gemacht.

Hier findet ihr noch die anderen Teile unserer Tour:

Donnerstag, 20. August 2015

Wanderröcke


 Ein wichtiger Punkt für unsere Wanderung war die Wahl der Klamotten. Wechselklamotten mussten ja auch auf dem Rücken getragen werden und für möglichst jedes Wetter tauglich sein. Auf dieses ganze Outdoorklamottengedöns stehe ich gar nicht. Sitzen bei mir nie, sehen meistens grausam aus und in der Stadt braucht man die eigentlich auch nicht. Und ganz im Ernst: Die Menschen, die den Spruch mit "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung" in die Welt gesetzt haben, möchte ich am liebsten mal eine Runde in den nepalesischen Monsun schicken. Wahlweise auf eine dreiwöchige Wandertour mit Zelt durch ein wahrhaft verregnetes Schweden schicken. Alles schon erlebt und irgendwann ist so oder so nichts mehr trocken. Regen lässt sich nicht von hohen Preisen und "tollen" Labels abhalten. Zwar haben viele Outdoorausstatterfirmen in den letzten Jahren an ihren Produktionsbedingungen geschraubt, aber... nunja.


 Ich hatte mich daher recht früh für Röcke entschieden und gegen Hosen entschieden. Mit Leggins warm genug, wenn es kühler wird, trocknen schneller als eine Hose und sollte es warm werden, geht es auch ohne Leggins. Da kann die Outdoorhose mit den abzippbaren Beinen echt mal einpacken. Die Pfadfinderkinder waren übrigens immer heldenmäßig darin, eines der beiden abgezippten Hosenbeine zu verlieren. Soviel dazu.


 Zum absoluten Liebling ist definitiv dieses Exemplar aufgestiegen. Die Bettwäsche hatte ich zusammen mit Antje beim Dorftrödler unseres Vertrauens erstanden.

  Kleine Stiefmütterchen und grün. Die Knopftasche erwies sich als ausgesprochen praktisch. Der Stoff ist so schön weich und fühlt sich auch sonst ganz wunderbar an.


 Das zweite Röckchen ist aus alter Bettwäsche von meinem Lieblingströdel in Eimsbüttel. Auf dem Schild in der Bettwäsche stand 50% Baumwolle, 50% Polyester. Normalerweise ist das ein Stoff, der mir als fertige Klamotte nicht an den Leib käme. Zu viel Kunstfaser.


 Für eine Outdoorklamotte ist das allerdings eine gute Mischung, da er sehr schnell trocknet. Ich habe somit jetzt quasi einen Outdoorrock.



  Der Schnitt und Machart sind bei beiden Röcken gleich und identisch mit dem Tischdeckenrock. Die Tragebilder hat liebenswerterweise die gute Antje geschossen. Herzlichen Dank dafür!
 Ich hatte auf der Tour exakt diese beiden Röcke, zwei Leggins, vier T-Shirts, zwei Longsleeves, einen dicken Pulli, meine alte abgewrackte Outdoorjacke dabei bzw. an. Dazu jeweils eine Unnabüx und ein paar Socken pro Tag. Regenhose und Regenjacke für den Notfall waren Nonameprodukte, klein und leicht, habe ich aber nicht gebraucht. Nichts davon war neu gekauft. Soviel zum Thema Ausrüstung für eine Wanderung im Bereich Klamotte. Hat perfekt gepasst.
 Diese Wanderröcke wandern nun noch rüber in die Rumssammlung und dürfen demnächst auch in der Stadt getragen werden.

Mittwoch, 19. August 2015

Der Vasaloppsleden #2


 Am dritten Tag von Antjes und meiner Wanderung den Vasaloppsleden entlang war es wieder sehr warm und die Bremsen sehr motiviert. Darum gibt es von diesem Tag recht wenige Fotos. Pausen konnten wir wenn, dann nur sehr kurz machen oder an Orten, die nicht besonders fotogen waren. Wir hatten eine kleine Pause in Oxberg, wo wir in einer Clogwerkstatt jede ein Eis erstanden. Ansonsten war dieser Tag auch relativ anspruchsvoll zu laufen. Es gab viele Höhenmeter zu erklimmen, wieder abzusteigen und wieder hinauf zu laufen. Relativ geschafft erreichten wir Nachmittags die Axisstugan, die direkt an einer alten Wassermühle lag.


 Zwischenzeitlich hatten wir zwar einen kurzen Blick auf den Oxbergsjön erhaschen können, allerdings war die Motivation, nochmal zu einer der Badestellen zu laufen, recht gering. Antje wollte auch nicht baden und so schmiss ich mich heldenmutig auf ein Dipbad in den Fluss vor der Mühle. Zum richtig Baden war der allerdings recht kalt und zu flach. Aber immerhin wurde ich sauber.


 An der Axistuga habe wir einen Ruhetag eingelegt. Blasenpflege, Regenerationstag und wir waren ja im Urlaub. Natur genießen und so.


 Neben den Unmengen an fetten, wilden Blaubeeren konnte man rund um die Axistuga auch Walderdbeeren finden.


 Damit konnte man das Frühstück schon gut aufmotzen, zumal meine mitgenommene Hafermilch den Temperaturen ungekühlt leider nicht recht gut standgehalten hat und es nun das Müsli nur noch mit Wasser gab.


 Eine Regel für die Nutzung der Hütten ist, dass die letzten Wandernden, die die Hütte verlassen, dafür Sorge tragen, dass ausreichend Feuerholz in der Hütte ist.


 Wir fanden leider kein fertiges Brennholz in der Hütte, also haben wir unseren Ruhetag dazu genutzt, ein bisschen Holz zu machen. In diesem Falle war die Säge zwar etwas hin, aber in Aussicht auf Holzhacken, mühe ich mich auch gerne mit einer nicht guten Säge ab. Holzhacken rockt! Danke Antje für dieses Bild: Frau Jule beim Sägefluchen.


 Ein bisschen Gestöcker zum Anzufeuern haben wir auch eingesammelt. Mit Flechten.


 Für den Ruhetag hatten wir uns vor allem wegen des Wetters entschieden. Der angekündigte Regen kam dann auch. Nein, wir sind keine Schönwetterwanderinnen, aber es gibt einfach Schöneres als bei Regen über glitschige Steine auf Trampelpfaden zu rutschen.


 Dank Vordach konnten wir trotz Regens draußen sitzen und Natur genießen. In der Hütte fanden wir auch noch ein paar Antimückenräucherspiralen, die uns dabei gute Dienste leisteten. Antje erkundete an unserem Ruhetag einen Teil des Weges für den nächsten Tag und bestätigte unsere Weissagung mit glitschigen Steinen.


  Am nächsten Morgen ging es dafür umso früher weiter auf dem Weg. Der Wald war immer noch regenfeucht, dafür hatte es sich ein wenig abgekühlt.
  Weiter geht es dann im nächsten Beitrag. 
 Hier findet ihr nochmal den ersten Teil der Wanderung:
Vasaloppsleden #1

Dienstag, 18. August 2015

Reiseutensilienbeutel


 Wenn man Wandern geht, braucht man eigentlich nicht viel. Eben gerade so viel, wie in einen anständigen Wanderrucksack passt. Oder natürlich bestenfalls weniger. Ich hatte mir für unsere Wanderung auf dem Vasaloppsleden diesen Sommer in Schweden einen neuen Rucksack besorgt, da mein alter nach fast 15 Jahren Intensiveinsatz einfach nicht mehr für eine solche Tour tauglich war. Mittlerweile gibt es ja sogar Modelle für Frauen mit breiten Becken und dieser hier ist absolut spitzenmäßig für meines gewesen.


 Das große Hauptfach eines solchen Rucksacks ist natürlich total super und mein Rucksack hatte auch wieder ein abteilbares Fach für den Schlafsack. Allerdings bin ich keine große Freundin davon, einfach alles in den Rucksack reinzuwerfen und dann immer ewig zu suchen, nur weil es mal wieder Zeit für eine frische Unnabuxe ist. Das gilt übrigens für grundsätzlich unterwegs sein. 


 Bisher habe ich meine Reiseutensilien immer in einfache Baumwolleinkaufsbeutel gepackt. Allerdings habe ich Künstlerin es öfter geschafft, diese Beutel am "falschen" Ende zu packen und den Inhalt dabei "aus Versehen" auszuschütten. Für die Wanderung habe ich dann endlich mal Beutel mit Zugband genäht. Einen für Unterwäsche und Socken, einen für die restlichen Klamotten, natürlich dann auch einen Schmutzwäschebeutel und einen für Lebensmittel.


 Einer beinhaltete auch die Futterutensilien. Was man eben so braucht auf Tour. Ich bin eine Wanderin mit Hang zur Ästhetik. Das schon seit meiner Pfadfinderzeit. Dieses Edelstahlgeschirr finde ich einigermaßen... naja. Ein Löffel tut es auf Tour übrigens absolut und Holz ist schön und leicht zu tragen. Fungiert dann auch gleichzeitig als Kochlöffel


 Alle Beutel sind aus alter Bettwäsche. Die Zugbänder sind aus selbstgemachtem Schrägband. Aufgrund der Gewichtseinsparung habe ich die Beutel ohne Futter, für die Sauberkeit aber mit französischen Nähten gefertigt.


 Sie haben mir gute Dienste geleistet, den Test bestanden und werden nun fester Bestandteil meiner Reiseutensiliensammlung werden.
 Diese guten Stücke wandern nun rüber zum Creadienstag.

Montag, 17. August 2015

Der Vasaloppsleden #1


 Mein Sommerurlaub ist vorbei. Und ich war natürlich wieder in Schweden. Ich liebe dieses Land. Ich kann gar nicht mehr erzählen, wie oft ich schon da war. Meine Liebe begann auf jeden Fall während der Pfadfinderzeit auf einer Kanutour im Norden des Landes. Später habe ich selber immer wieder Wandertouren dorthin geleitet. Perfekt für Naturmenschen, dank Allemansrätten: Einfach so Zelten und Feuer machen dürfen, natürlich in vollster Rücksichtnahme auf die Natur. Wie könnte man ein Land besser erleben? Eben: Gar nicht. Leider ist es wirklich schwer, Menschen zu finden, die so etwas mitmachen, darum war ich lange nicht in Schweden wandern. Umso erfreuter war ich, als Antje mich fragte, ob ich Lust hätte, dies mit ihr zu tun. Natürlich! Sofort! Wir entschieden uns für den Vasaloppsleden zwischen Sälen und Mora, den mir die Mutter eines Freundes im vergangenen Jahr empfohlen hatte. Der Weg befindet sich sehr gut ausgeschildert in Dalarna in Mittelschweden. Insgesamt 90km lang, die Etappen zwischen den Übernachtungshütten schaffbar eingeteilt. Ein paar Monate Planung und dann ging es los. Den ganzen Weg sind wir aus Entspannungsgründen nicht gelaufen, aber es hat geriecht für ein Erlebnis. Da ich furchtbar viele Bilder habe, die ich alle gerne zeigen möchte wird das hier eine kleine Serie.


 Die Anreise gestaltete sich auf jeden Fall als recht langwierig, aber auch wunderbar. Zufällig wollte die fantastische Frau S. mit Mann zur gleichen Zeit nach Schweden und bot uns an, uns ein Stück mitzunehmen. Wir stopften also am 1. August in aller Frühe Unmengen von Gepäck in ihr Auto, fuhren über Puttgarden und Helsingør bis nach Bengtsfors zusammen. Frau S. ist wahrhaftig die gesamte Strecke in einem durch gefahren. In Begtsfors trennten sich unsere Wege. Antje und ich erledigten die restlichen Einkäufe für unsere Tour und bestiegen den Bus nach Åmål. Direkt am Vänern, Schwedens größtem See, fielen wir abends totmüde im Zelt in die Schlafsäcke.


 Am nächsten Morgen ging es nochmal mit dem Zug weiter. Fünf Stunden brauchten wir für die Strecke von Åmål bis Mora. Ich klebte fast die gesamte Zeit mit der Nase an der Fensterscheibe, probierte mich am Zugkiosk aber auch mal wieder in der schwedischen Sprache. Ankommen sozusagen.


 Den eigentlichen Plan den Wanderweg von Sälen nach Mora zu bestreiten, mussten wir aufgrund der am Sonntag nicht vorhandenen Busverbindung von Mora nach Sälen kippen und beschlossen in die entgegengesetzte Richtung zu laufen. Hauptsache los! Am ersten Tag schafften wir knapp 8km bis zur ersten Übernachtungshütte. Direkt durch schwedische Wälder inklusive Mücken und Bremsen, die uns sofort den Krieg ankündigten und diesen auch durchzogen. Heja Sverige! Wir hatten uns strengstens vorgenommen auf gar keinen Fall in Stress zu verfallen, schließlich waren wir ja im Urlaub und der Wanderweg kein Wettbewerb, darum ging es gemächlich vorwärts.


 Als wir an der erste Hütte der ankamen, waren wir sehr positiv überrascht. Trotz der ausgewiesenen Übernachtungshütten hatten wir ein Zelt dabei, da wir die Situation dieser Hütten gar nicht einschätzen konnten. Die Übernachtungshütten verfügten über Stockbetten für acht Personen mit Matratzen und einen Ofen. So waren die Nächte sehr gut aushaltbar. Ebenfalls hatten wir unsere kompletten Lebensmittel für eine Woche Tour dabei, da es unterwegs keine Einkaufsmöglichkeiten geben sollte. Diese Einschätzung bewahrheitete sich allerdings auch. Das ergab dann eben auch viel Gewicht auf dem Rücken. Zum Thema Essen auf Wandertour wird es einen Extrabeitrag geben. Die erste Nacht verbrachten wir gemeinsam mit zwei Schwedinnen, die den Weg von Sälen aus fast geschafft hatten, in der Eldrisstuga.


 Nach unserer ersten Übernachtung auf dem Vasaloppsleden ging es am nächsten Morgen gut ausgeschlafen weiter. Der Weg führte vorbei an bewohnten neuen Häusern im Wald aber auch an wunderbaren ganz alten Bauernhöfen und Häusern, wie diesem hier. Über 200 Jahre alt waren die teilweise. Wieder einmal zeigte sich, das für ein solides Baumaterial Holz ist.


 Das Wetter spielte die ersten Tage auch wunderbar mit. Die Sonne schien, wir liefen im T-Shirt und es war wirklich warm. Auf dem Weg lagen immer wieder kleiner Orte. Wie hier zum Beispiel Hökberg.


 Hier stand noch die Midsommarstång, wie übrigens in jedem Ort, durch den wir kamen.


 Der ausgeschilderte Bananenweg trug zu unserer Belustigung bei. Leider konnten wir nicht lüften, was es damit auf sich hatte, da der Weg irgendwann abbog und wir ihm nicht folgen konnten und wollten. Puh der Bär war auch ein Rätsel, dessen Lösung sich uns leider nicht erschloss.


 Unser Etappenziel am zweiten Tag war die Prästskogsstugan kurz hinter Hökberg. Auf der Karte waren diese Hütten immer vermerkt, ebenso ein vorhandenes Trockenklo und Trinkwasser. Letzteres zeigte sich zunächst als Problem, denn nicht nur an dieser Stuga war kein Trinkwasser auf unserer Karte vermerkt und so schleppten wir 10l Wasser von Hökberg bis dorthin. Vor Ort stellte sich allerdings heraus, dass man das Wasser aus dem nahegelegenen Bach nach vorherigen Abkochen trinken konnte. An der Prästskogsstugan empfing uns heute ein niederländisches Paar, die bereits auf dem Platz vor der Stuga Feuer gemacht hatten. Zu jeder Stuga gehört ein guter Holzvorrat, den man sich mit dem vorhandenen Werkzeug (Axt und Säge) noch kleinmachen muss. Welch Service.


 Die Strecke des heutigen Tages hatten wir zwar grundsätzlich schnell geschafft, da wir aber im Urlaub waren, genossen wir einfach die Zeit, die Sonne und den schwedischen Wald.


 Vor der Hütte gab es an diesem Nachmittag noch ein bisschen Luxus mit Kaffee und Keksen und natürlich Antimückenmittel, wobei zu diesem Zeitpunkt für meine Waden schon alles zu spät war. Und ich hatte mich schon unterwegs immer ordentlich eingenebelt. Man gebe mir jetzt bitte keine Tipps zum Thema Antimückenmittel. Ich habe da bereits Erfahrungswerte und das hier zu sehende hat bei mir grundsätzlich am Besten abgeschnitten.


 Dafür erfreute das Antimückenzeug offensichtlich einen Schmetterling umso mehr, der mich immer wieder anflog und auf mir landen wollte, lange verweilte und sich in der Sonne ausbreitete. Alleine dafür bleibe ich bei diesem Mittel. Danke Antje für dieses wundervolle Foto! 


 An diesem Abend kochten wir über offenem Feuer.


 Eine gute Pfadfinderin bauf dafür auch schnell mal ein Dreibein zusammen. Gelernt ist gelernt. Den Topf hatten wir auch mitgebracht. Der war auch schon letztes Jahr mit mir zusammen auf Tour.



 Zum Wandern hatte ich mich übrigens entgegen aller Vernunft ("Aber Kind, eine Hose ist doch viel praktischer!") für Rock und Leggins entschieden. Ich habe diese Entscheidung kein einziges Mal bereut. Hätte ich schon früher zu Pfadfinderzeiten machen sollen. Durch Jeans stechen Stechviecher übrigens auch durch. Die Röcke bekommen nochmal einen eigenen Beitrag.


 An diesem Abend waren wir sehr früh im Bett. Meine Waden juckten Dank der Mücken und schmerzten vom Wandern. Trotzdem war ich mit der Gesamtsituation sehr zufrieden und schlief recht schnell ein. Am nächsten Morgen ging es früh weiter, aber das ist ein weiterer Beitrag.

Sonntag, 16. August 2015

7 Sachen # 31. 15

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe.
 Ich bin wieder da! Mit einem Haufen Geschichten und Bildern im Gepäck. Aber eines nach dem Anderen. Jetzt erstmal die Sieben:

 
 1. Gedrückt: Um Punkt 0h überquerten vier Nasen den Öresund. Das musste fotografisch festgehalten werden. Eine lange Fahrt war das heute Nacht. Ich bedanke mich recht herzlich bei meinen bekannten und beliebten Fahrer*Innen.


2. Gepackt: Aus. Um kurz nach 5h kamen wir in Hamburg an. Herr Fussel schmiss sich unter die Dusche und ich sortierte in der Zeit. Mitbringsel. Nur ein Teil.


 3. Gehäuft: Dreckswäsche. Nach dem Urlaub ist vor dem Waschmarathon. Danach ging es noch eine Runde zum Matratzenhorchdienst.


4. Ge"früh"stückt: Frühstück ist immer die erste Mahlzeit des Tages, egal um welche Uhrzeit eingenommen. Es gibt noch ein bisschen Zimtkuchen. Nommnomm.


5. Gewechselt: Die Währung in meinem Geldbeutel. Schwedische Kronen raus, Euro rein. Hach diese schönen Zwanzigkronenscheine...


6. Gebeobachtet: Die Spinnen auf meinem Balkon. Die haben sich da ziemlich breit gemacht. Dooferweise mitten im Weg. Vermutlich werden ihre wundervollen Netze bald meiner Tollpatschigkeit zum Opfer fallen.


7. Gesichtet: Die ersten Bilder. Vielleicht schaffe ich es schon morgen den ersten Beitrag zu meinem Urlaub zu schreiben. Antje muss ich die Bilder später auch noch zukommen lassen. Die war ja auch dabei.

 Diese Sieben wandern nun in ihre Sammlung. Habt eine gute Woche, ich darf noch eine Woche "ferien"- Yeah!