Freitag, 14. April 2017

Bummeln durch Göteborg #2


Was bisher geschah:

 Hundeparkplatz und Löwen mit Brüsten. Wenn der Tag so beginnt, dann hat man die Augen ganz weit offen. Und es war der letzte Tag der Reise. Heute einfach nur nochmal ein paar Schnappschüsse aus dieser fabelhaften Stadt bei Trübetassenwetter.









 "[...], man muss viele Male sterben, bevor man leben kann...." Songtext vom Håkan Hellström an der Wand.







 Abends ging es dann in einer zauberhaften Luxuskabine mit extrabreitem Bett und Fenster zurück nach Kiel. Die Nordlichtvorhersage war großartig, auf See sah man allerdings nur Wolken am Himmel. Das war die letzte Chance für diese Reise. Vielleicht im nächsten Winter wieder. Wünschen würde ich es mir. Schweden: Es war wunderbar! Auf bald!

Donnerstag, 13. April 2017

Glücksrad

 Unter dem Label "Kopfkirmes" gibt es auf diesem Blog hin und wieder lose Wortklaubereien, die sich im Laufe der Zeit in meinem Kopf zusammengebraut haben. Sie stehen in keinem Zusammenhang zu den sonstigen Themen hier. Ich weise jegliche Bezüge zu aktuellen Geschehnissen und autobiografische Zusammenhänge von mir. Es sind Worte, die aus meinem Herz in den Kopf sprudeln, dort toben und nach Freiheit verlangen. Teilweise sind die Wortklaubereien älteren Datums, teilweise auch glänzend neu. Ich lasse sie hier einfach frei.  

Glücksrad (03.2005)

 Es läuft gerade sehr gut für mich. Ich bin mal wieder am Zug. Gekonnt drehe ich an dem großen Rad vor mir, es bleibt bei 1500 stehen. Wahnsinn, eine echte Glückssträhne. So etwas habe ich sonst nie und das ist noch nicht mal gelogen. Ich habe schon die Hälfte des Satzes gelöst, welcher auf den kleinen leuchten Tafeln vor mir an der Wand von mir erraten werden soll. Die junge knapp bekleidete Dame mit der enormen nicht natürlichen Oberweite und dem festgetackerten Grinsen im Gesicht schaut mich erwartungsvoll an. Ein „E“ möchte ich kaufen, ebenso ein „I“. Ich höre das verheißungsvolle Klingeln. Volltreffer. Den zweiten Teil des Redewendung könnte ich schon sagen, aber der erste will mir nicht einfallen. Ich höre mich schon sagen: „Ich nehme die Waschmaschine, den Trockner, das Bügelbrett und den netten jungen Herrn in der ersten Reihe.“ Vor meinem inneren Auge gehe ich mit ihm schon am Main spazieren. 

 
  Eigentlich brauche ich das nicht- also das vorstellen- denn dort sitzen wir gerade in einem Straßencafe. Wir sind hierher geschlendert. Die Sonne scheint, es wird schon fast Sommer. Kinder auf Rollschuhen laufen herum und alte Ehepaare gehen Hand in Hand spazieren, so wie wir bevor wir uns an den kleinen Tisch setzten. Irgendwann möchte ich auch 600 Jahre alt sein und seine Hand immer noch so zufrieden halten, wie die alte Frau mit ihrem wohl ebenso alten Mann, die an uns vorbei spazieren. Ich könnte platzen vor Glück. Der Winter ist vorbei, mir gegenüber am Tisch sitzt der tollste Mann der Welt. In mir knistert es wie ein gesamter Steppenbrand in der inneren Mongolei. Hier hilft kein Wasser. Am liebsten würde ich laut aufjauchzen. Das hier ist unser zweiter gemeinsamer Frühling und es kommt mir vor als hätte er die drei kleinen Worte erst gestern das erste mal zu mir gesagt.

  „Möchten sie auflösen?“, fragt mich der Moderator. Ich kann es nicht und überlege angestrengt, was das für eine Redewendung sein soll. Irgendwas war doch da, ich habe es auf jeden Fall schonmal gehört oder gelesen. In den Augenwinkeln kann ich den netten Typ in der ersten Reihe sehen, der mich interessiert und auffordernd anschaut. „ Versau es jetzt bloß nicht.“, schießt es durch meine Kopf. Aber es will mir nicht einfallen. Verdammt nochmal. Ich will die Waschmaschine und den Kerl.

  Ich blinzle mein Gegenüber an. Die rosa Brille steht mir bestimmt ganz fantastisch. Ich greife nach seinen Händen und will über sie streicheln, doch er zieht sie weg. Ein kalter Hauch umfährt mich und ich sehe in fragend an. Seine Miene verhärtet sich. Wird ausdruckslos.

  Liebe, ich sehe nur Liebe auf den Leuchttafeln. Das Grinsen der Glücksfee wird langsam unerträglich, wenn ich das jetzt hinbekomme, poliere ich ihr hinterher in der Garderobe die Fresse. Liebe... Liebe.... Liebe... in der Liebe... Herrje, das kann doch nicht so schwer sein. Ich höre schon das Ticken des Zeitzählers. Meine Zeit läuft ab und ich bin so kurz davor. Alle Kameras auf mich gerichtet, ich sehe die roten Lämpchen. Tick tack tick tack.

  „Ich muss dir was sagen.“, fängt das ausdruckslose Gesicht, welches ich sonst so gerne angeschaut habe an zu sprechen. Nein, bitte nicht. Das Gesicht wird mir fremd. Es kommt mir vor, als säße ich 1000 Meter weit entfernt. Mein Stuhl wackelt. „Ich liebe dich nicht mehr.“ Ich kenne ihn nicht mehr. Mein Stuhl fällt rückwärts in den Main und ich hinterher. Das hat er nicht gesagt. Mein Blick wandert verzweifelt an den Tisch neben uns. Aber dort sitzt eine Familie mit drei kleinen Kindern an fünf gemischten Eisbechern. Sofort fühlt mein Magen sich an, als hätte mit jemand Glasscherben hineingeworfen. Ein Dolch durchstößt meine Brust, die rosa Brille sinkt schneller auf den Grund des Mains. „Es ist nicht mehr wie früher, ich kann nicht mehr mit dir zusammensein.“ Ich sehe, wie sich seine Lippen bewegen, doch es kommt nichts mehr an. Er wirft mich aus seinem Leben und ich sitze regungslos da. Die Schlange hat zugebissen und das lähmende Gift hat längst seinen Weg in meine Gliedmaßen gefunden. Der Steppenbrand ist gelöscht. In mir krümmt es sich zusammen und ich falle. Er steht auf und ich spüre den eisigen Wind, der nicht aufhören will, während ich weiter falle.

  Noch tickt es, als mir der rettende Einfall kommt. Triumphierend rufe ich: „ Ich möchte auflösen: Glück im Spiel, Pech in der Liebe.“ Applaus. Es ist richtig. Mitleidig schaut die ältere Dame neben mir mich an. Der knackige Typ aus der ersten Reihe ist längst verschwunden. Aber ich kann die Waschmaschine mit nach hause nehmen.

Mittwoch, 12. April 2017

12 von 12 im April 2017

 
 Heute ist der 12te also gibt es heute wieder 12 von 12. Worum es dabei geht, könnt ihr bei Caro von Draußen nur Kännchen! nachlesen und zwar genau hier
 Untertitel: Lotterleben von Frau Jule
 
 
 1. Guten Morgen. Hamburg, 8° Regen. Könnte ein guter Song von RANTANPLAN sein, wenn da nicht so oft "Spackos" drin vorkommen würde... Ein bisschen Papierlektüre zum Kaffee. Ich hoffe, viele Lehrende entdecken ihre geschlechtskonstruktivistische Seite nicht erst auf diesen Seiten....


2. Nach dem Kaffee und Duschen bin ich erstmal einkaufen gegangen. Ich hoffe, das ist so das Gröbste fürs Wochenende. Heute schon erledigt, bevor morgen oder Samstag wieder Krieg im Supimarkt ist. Und einmal mehr die Antwort auf die Frage: "Was kannst du eigentlich noch essen?" Und ich habe eine neue TK-Pizza entdeckt. Die wird heute Abend ausprobiert.


4. Frühstück. Haferflocken, Goldleinsamen, warme "Milch". Später noch Zimt, Sonnenblumenkerne und Apfelmark.


5. Während die Haferflocken quollen habe ich mir eine Uhr mit Familienzeit gebastelt. Ein Teil ist ja nun weitweit weg. Damit ich weiß, was bei denen gerade angesagt ist und wann ich evtl. telefonisch oder so stören kann. Eine Digitaluhr wäre bei -7 Stunden wohl besser gewesen. Aber dieser Wecker war gerade zur Hand. Damit ich nicht vergesse, ob vor oder zurück, habe ich die -7 zusammen mit dem Ort an der Uhr vermerkt. Steht jetzt im Flur.


6. Gestern habe ich doch tatsächlich noch einen Tabakbeutel für den Musikus genäht. Dumm war nur, das zu tun, als ich schon schlimm Hunger hatte, aber dachte, dass das ja total schnell geht. Tja, bumsfalera: FEHLER!!! Bei so kleinen Dingen muss ich dann ja immer über mich selbst lachen.


7. Aus meinem gestrigen Fehler habe ich gelernt und es heute besser gemacht. Seht ihr den Rollenschneider links im Bild? Mein neuestes Werkzeug und ich ich frage mich, wie ich die letzten Jahre mit einem schäbbigen Pizzaschneider leben konnte. Mein neuer Rollenschneider schneidet sogar dicken Stoff in mehreren Lagen wie warme Margarine. Und supersicher ist er obendrein. Wichtig für Menschen wie mich.
 
 
8. Als der Tabakbeutel fertig war, war ich erst etwas planlos. Dann fielen die Steine im Flur in mein Blickweld. Sie waren alle noch unbeschriftet und ich merkte, wie lange ich schon keine mehr ausgesetzt habe. Also habe ich sie beschriftet und werde sie demnächst aussetzen. Wer hier noch nicht seit Urzeiten mitliest und sich fragt, was das soll, kann hier mehr dazu erfahren.


9. Kalt war es irgendwann doch. Mir war nach Wollsocken.


10. Als nächstes landete Stickerei unter der Nadel. Yayayay! Ich liebe das ja sehr. So eine schöne stupide Sache, bei der man fast schon meditativ werden könnte oder herrlich Gedanken durch die Gegend schubsen kann. Ich schwankte etwas zwischen beidem.


10. Vermutlich wegen des trostlosen Wetters war mir nach Kuchen. War aber keiner da. Also habe ich welchen gebacken. Man gönnt sich ja sonst nichts.
 
 
11. Während des Backvorgangs ein paar Seiten gelesen. Das hier ist definitiv keine Gute Nacht Literatur.... Das muss ich Stunden vorm Zubettgehen lesen, sonst kann ich nicht schlafen...


12. Während der Kuchen buk und zum Buch, gab es noch ein bisschen wenig geschmackvolle Birne. Gegen das Nachmittagstief. Aber jetzt: KUCHÄÄÄÄÄÄNNNN!!!! Und mal sehen, was der Rest bei Caro heute so zu erzählen hat.

Dienstag, 11. April 2017

Vom Flicken, Stopfen, Färben


 Ich fange heute mal mit einer Hamburger Begegnung an. Ich saß in der U-Bahn von dort nach hier. Mir gegenüber ein Mann, etwa in meinem Alter. Kurz vor meiner Zielhaltestelle zuppelte ich meinen Tabakbeutel aus der Tasche und drehte mir eine Zigarette. Er zeigte auf meinen Beutel und quatschte mich auf Englisch an.
Er: "Das ist ein sehr praktischer und schöner Beutel für Tabak. Ich muss meinen Kram immer einzeln in Hosentaschen mit mir rumtragen." Er zog eine Tüte mit Filtern und Blättchen aus der einen und ein Tabakpäckchen aus der anderen Hosentasche und begann auch sich eine Zigarette zu drehen.
Ich: "Du solltest nähen lernen, dann kannst du dir auch so ein Teil nähen." Wedelte mit dem Tabakbeutel herum.
Er: "Ich kann nicht nähen. Ich bringe meine Hose immer zur Schneiderei, um sie flicken zu lassen. Muss bald wieder hin." Zeigt auf die zahlreichen geflickten Stellen und offensichtlich neuen Löcher.
Ich: "Andere Menschen geben viel Geld für eine solch löchrige Hose aus."
Er: "Ja, stimmt. Und bald kaufen sie auch Schuhe für viel Geld, die so aussehen wie unsere." Zeigt auf unsere Füße.


Ich: "Ja, verrückte Welt. Gut dass wir ein Leben haben, das man uns auch ansieht. Andere müssen dafür viel Geld ausgeben. Dabei braucht es gar nicht viel." Da mussten wir beide lachen und an der selben Haltestelle aussteigen. Er hatte seine Gitarre samt Verstärker an der Tür geparkt. Das war der Kerl, der hin und wieder bei mir um die Ecke an der Einkaufsstraße steht und so schön und laut Musik macht, dass sie bis auf meinen Hinterhof schallt und ich immer ganz verzückt auf dem Balkon seiner Musik lausche. Ich habe ihn gar nicht erkannt. Vielleicht sollte ich einen Tabakbeutel nähen und ihm das nächste Mal, wenn er bei mir um die Ecke singt, in den Gitarrenkoffer werfen...


 Was ich sagen wollte: Leben! Und wenn die Dinge dabei Spuren bekommen, dann weitermachen. Geschichten erzählen. Manchmal kann man etwas stopfen oder flicken. Ich bin eine große Freundin davon. Auch Flicken können Geschichten erzählen. Der Hoodie im Bild sah bis vor Kurzem auch nicht so schick aus. Es ist auch schon älter und sehr geliebt. Gekauft bei einem Hamburgbesuch, lange bevor ich hierher zog. Verwaschen, verschossen, rot verfärbt, an Stellen wo aggressives Putzmittel mit ihm aus Versehen in Berührung kam. Witzig, dass Janina auf ihrem Blog heute eine Anleitung zum gezielten Bleichen mit Putzmittel gepostet hat. Eigentlich hatte ich meinen Pulli schon ein paar Mal aussortiert. Aber den letzten Schritt konnte ich doch nicht wagen. Ich mochte den Druck so gerne, der Pulli sitzt wie angegossen und ist auch immer noch schön dick und warm. Doch man kann auch da Abhilfe schaffen. Ich habe ihn einfach mit dunkelblauer Farbe in den Klamottenwhirlpool geschickt. Ich wusste nicht genau, was mit dem Plottdings auf der Brust passiert. War mir aber erstmal auch egal. Im Zweifel hat Verschlimmbessert.


 Aber nichts da. Als das Färbebad vollendet war, sah alles aus wie neu und ich war hocherfreut. Das Plotterdings kam wieder richtig schön hervor. Man sieht ihm sein Alter nicht an und auch nicht mehr unbedingt die Geschichten, die mit ihm erlebt wurden. Aber die habe ich ja im Kopf und im Herzen. Manchmal ist es hilfreich das Leben zu sehen, manchmal muss das aber auch nicht sein. Und der Pulli und ich, wir werden sicherlich noch eine Menge Geschichten zusammen erleben. Gelernt: Leben ist wichtig und ein Plottdings übersteht ein Farbbad ohne Probleme. Ein bisschen passt das heute in die Dienstagssammlung.

Montag, 10. April 2017

Wald und Wasser an der Wahnbachtalsperre


 Vor Kurzem war ich an der Wahnbachtalsperre im Rhein- Sieg- Kreis. Hier kommt seit 1958 das Trinkwasser für den Rhein- Sieg-Kreis, Bonn und Teile von Köln her. Ziemlich viel. Zwei Leitungen führen unter dem Rhein durch, um das Wasser auf die andere Seite des Flusses zu transportieren. Und es ist großartiges Wasser. Als ich in Frankfurt und in Krefeld lebte, habe ich das gute Wasser sehr vermisst. Man weiß oft erst, was gut ist, wenn es nicht mehr da ist. Und tatsächlich war ich bei meinem letzten Besuch im Rheinland das erste Mal dort.
 

 Natürlich habe ich nicht reingespukt, allerdings musste ich mich schlimm zurückhalten. Man kann in der Gegend auf jeden Fall ganz famos spazieren gehen, den aufkeimenden Frühling genießen. Und das habe ich mit meinen Eltern getan. Es war so Frühling! Okay, vielleicht muss ich nochmal hin. Zum Bilder von der Sperre bei Laub machen.


 Direkt am Damm blühten sich die Kirschen die Seele aus dem Leib.


 Dahinter das Siebegebirge von hinten.









 Einstmals gab es hier auch mehrere große Brücken, die am Ende des zweiten Weltkriegs gesprengt wurden.




 Die Schmetterlinge in Seligenthal fanden es auch ganz fantastisch. In der Sonne auftauen.

Sonntag, 9. April 2017

7 Sachen # 13. 17

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe


 1. Gegabelt: Leckeren Rührtofu, gezaubert vom Fussel. Dieses Zeug haben wir gestern im Supermarkt in der Veganproduktefertigabteilung entdeckt. Kann man essen. Geht aber auch mit normalem Tofu.


2. Getreten: Vor die Türe. Füße dürfen auch mal was tun. Was ein blauer Himmel!


3. Gestopft: Die Jeansjacke in den Beutel. Ebenfalls den Pulli, das Longsleeve, die Mütze und das Halstuch. Wie gut, dass ich einen Zweitbeutel dabei hatte. T-Shirtwetter!!!


 4. Gewonnen: Eine Wette um MILLI VANILLI vs. VANILLA ICE. Darum musste der Fussel mich zu Eis(Eis Baby) einladen. Warum auch immer in meinem Hirn Platz für Wissen um dieses Musikgedöns ist... Die Eissaison ist jedenfalls eröffnet. Leider scheint unser ehemals halbgeheimer Lieblingseisessplatz mittlerweile ein Tourihotspot zu sein. Eine große geführte Gruppe stellte sich direkt vor uns auf, ließ sich was von ihrem Guide über diesen Ort erzählen und freute sich offensichtlich, Hamburger Menschen beim Sonntagsspaß beobachten zu können. Ich kam mir nen bisschen vor wie im Zoo. Hmpf!


5. Gewackelt: Nochmal dürfen heute die Füße ran. Ich hatte gestern schon meine quasi Übergangsschuhe angezogen. Das sind die mit den vielen Löchern drin. Gute Belüftung ist wichtig. Vor einiger Zeit wurde ich hier auf dem Blog ja mal wegen meines sozialökologischen unkorrekten Schuhwerkes angegangen. Wohl zu recht. Aber sie werden auch getragen, bis sie mir vom Fuß fallen. Dazu hätte ich auch noch eine Geschichte zu erzählen, aber die wann anders.


6. Gelegt: Sonnenbrille und Buch parat und dann mich auf den Balkonstuhl in die Sonne. Mit einem Kaltgetränk habe ich es in der prallen Sonne knapp zwei Stunden ausgehalten. Dann war mir zu warm...


7. Geräumt: Dieses Bild ist ein Symbolbild für ein bisschen alibimäßig Aufräumen und Staubsaugen. So und nun weiterlesen. Das Buch wurde nach anfänglichem Ruckeln doch noch ganz lesbar. Hoffentlich konntet ihr das gute Wetter auch so genießen. Habt eine gute Woche!

Samstag, 8. April 2017

Samstagskaffee, DharmapunX und Netzfunde # 10

 
 Samstagskaffee und so viel im Kopf und auf dem Herzen. Ein wenig davon bin ich in der vergangenen Woche hier schon losgeworden. Ich war sehr berührt von den vielen schönen Reaktionen auf meine Posts zum Thema Politisiert euch #1 und #2. Ganz herzlichen lieben Dank nochmals dafür!
 Meine Hexhexdecke liegt ungefähr acht Meter vor der Zielgeraden. Es lief doch etwas chaotisch. Mit Nadelregen und Flusenflusenflusen. So ist das, wenn man ohne Plan losnäht... Ansonsten habe ich diese Woche etwas Neues gelernt. Yeah! Davon werde ich ganz bald berichten. Ich hatte auf jeden Fall eine Menge Spaß! 


  Spannende Menschen habe ich auch getroffen. Unter anderem Sonja, der ich vor JAHREN mal bei den DharmapunX Rhein-Ruhr über den Weg gestolpert bin. Mittlerweile lebt auch sie in Hamburg. Gemeinsam haben wir überlegt, dass es eigentlich supergut wäre, wieder solch eine Gruppe in Hamburg zu haben. Einen Termin für ein erstes informelles Treffen Anfang Mai haben wir schon und sind gerade auf der Suche nach einem Raum. Ich hatte hier schonmal am Rande erwähnt, was es mit den DharmapunX auf sich hat. Wer Bock hat mitzumachen, darf sich gerne bei mir melden. Sicherlich wird es in nächster Zeit noch einen ausführlicheren Beitrag zum Thema geben.


 Im Kino war ich diese Woche auch. Ich habe mir "Tiger Girl" angeschaut. Ich fands ziemlich cool. Passte zu meiner derzeitigen Stimmung. Käptn Peng hatte auch einen grandiosen Gastauftritt als "Ohrfeigenmann". Der Titelsong "Wie man Feuer macht" von GROßSTADTGEFLÜSTER passte ziemlich gut. Passenderweise gab es an der Kinokasse Feuerzeuge als Give Away. Eine feine Rezension und einen Trailer gab es bei innenAnsicht.

Ein paar weitere Netzfunde habe ich diese Woche auch endlich wieder für euch.

 Musik gab es diese Woche auch neu. Die Menschen von EGOTRONIC haben mit "Scheiße bleibt Scheiße" einen Song herausgebracht, der hier passt wie Arsch auf Eimer. Vor allem das Intro... Hach. Apropos Musik: Ich bin mir nicht sicher, ob ich schon SWISS + DIE ANDERN mit "Wir gegen die" vorgestellt habe. Auch so ein Song. Man braucht Musik in den Ohren. Auch harte gegen harte Dinge. Irgendwie bin und war ich derzeit auf Krawall gebürstet. Tiger Girl und die meditativen Gespräche haben nur bedingt Beruhigung gebracht.

 Krass dachte ich. Einfach nur krass als ich die Geschichte rund um die Renovierung des Kinderheims Erlebusch in Hamburg las. Es wäre ja irgendwie nett gewesen, wenn die Bürokratie bei sowas mal ein bisschen schneller und einfacher machen könnte. Und irgendwie wäre es ja auch schön, wenn es solche Heime nicht so dringend geben müsste und Kinder mit Behinderung und ihre Eltern auch innerhalb der Gesellschaft eine solche Betreuung und Pflege bekommen könnten...

 Über den Titel des folgenden Artikels bin ich schmunzelnd gestolpert: "Wann hast du eigentlich gemerkt, dass du hetero bist?" Es zeigt herrlich mit dem Finger auf vermeintliche "Normalität". Oder sollte ich sagen normative Denkstrukturen?

 Das schmunzeln verschwand dann aber ganz schnell wieder, als ich beim Kotzendem Einhorn über den Beitrag zum Thema LGBTI* in Russland und Tschetschenien gelesen habe... Die Situation dort dürfte beispielhaft für viele andere Gegenden der Erde und auch unserer Gesellschaft stehen. 

 Unter anderen engagiert sich Indre von MiMa für mehr Demokratie. Hierzu bringt "Was machen" nun wohl regelmäßig einen Newsletter mit Tipps für politisches und soziales Engagement heraus. Ich musste ein bisschen schmunzeln, dass die guten alten Spuckis dann wohl ein Revival erleben dürften. Die habe ich früher auch oft angeschlabbert und aufgeklebt.
 
 Ich habe keinen Führerschein und auch kein Auto. 95% des Jahres komme ich damit ganz gut zurecht. Lediglich in den Urlauben in Skandinavien war ich hin und wieder doch etwas zerknirscht, wenn der Fussel die ganze Zeit fahren musste und froh, dass er es getan hat. Allerdings liege ich damit unter den jungen Menschen (*hust*) offensichtlich voll im Trend.

 Aber ein bisschen was schönes zum Runterkommen habe ich auch gefunden. Etwas Herz- und Seelestreichelndes. Zum Beispiel diesen feinen Kurzfilm, der zeigt, was passiert, wenn man Kinder, Kunst und Kreativität nicht ernst nimmt. Ich habe da mal nicht direkt den Film verlinkt, sondern einen Link mit ausführlicherer Erklärung.

 Und nochmal was mit coolen Kindern und wie einfach die Welt doch wäre, wenn wir alle ein bisschen mehr Kind wären. Dieses Kind rockt eine rassistische Situation beim Puppenkauf ziemlich emanzipiert.


  Und ganz nebenbei ist mir aufgefallen, dass ich mir nach meiner letzten Reise eigentlich vorgenommen hatte, nicht mehr täglich zu bloggen. War wohl nichts. Die Weite im Kopf hat sich wieder ziemlich verdichtet. Außerdem habe ich wohl zu viel Zeit. Vielleicht ein Zeichen dafür, dass ich ganz dringend wieder verreisen sollte.... Aber erstmal rüber zu Andrea und dann Wochenende. Das ist auch im Sabbatyeah immer besonders. Da haben nämlich auf einmal alle meine Lieblingsmenschen Zeit. Komisch- hehe.