Dienstag, 4. Juni 2019

Warme Hände und Mitgefühl


 Bekanntermaßen liegen die Jahreszeiten, in denen man sich ein bisschen wärmer anziehen muss, ja genau vor uns. Nicht. Aber was soll ich sagen? Dieses Strickwerk wurde so ungefähr punktgenau zum Frühlingsanfang fertig. Warum also nicht auch mal Wärmendes zur warmen Jahreszeit zeigen? 


 Ich besitze jetzt jedenfalls ein ganz famoses paar selbstgestrickter Armstulpen. Gestrickt von mir selbst. Zweifarbig. Wohow! Quasi der Strickzwischengegner vor dem Pullover oder so. Das Strickmuster stammt aus einem schwedischen Strickbuch. Gestrickt habe ich es aus Sojagarn. Wunderbar warm, waschbar und ich mag es sehr. Am Ende war es gar nicht so schwer, wie befürchtet. Nachdem ich den Kniff einmal raus hatte, lief die Strickerei doch ganz gut.


 Irgendwie fiel mir da der Stein des "Mitgefühls" vor die Hände, als ich die Bilder für diesen Beitrag schoss. Mitgefühl mit sich selbst ist wichtig. Vielleicht auch ein kleiner Bogen zu diesem Projekt. Es war eine Hürde, ich wusste nicht, ob ich es schaffe. Scheitern hätte ich können. Doch das kann man noch bei ganz anderen Sachen im Leben. Die Stulpen musste ich auch einmal aufribbeln, bevor ich sie dann doch in einem durch stricken konnte. Es brauchte Geduld. Nochmal einen Neustart. Da half es auch nicht, mich vor dem ersten Aufribbeln wegen Unfähigkeit selbst zu verurteilen. Eher sanfter Umgang. Dieser Weg war nicht der richtige, also nochmal auf Start und von vorne.


  Was andere Menschen angeht, bin ich ja auch eher eine Freundin von Mitgefühl, wenn es mal hapert. Mitleid mag ich nicht. Mitleid klingt für mich immer so sehr nach mit leiden und damit ist ja wahrhaftig niemandem geholfen. So als ob jemand weinend am Boden liegt und ich lege mich dazu und weine nit. Nein! Da muss/sollte Mitgefühl gezeigt werden, um dann eine helfende Hand reichen zu können. Zum hochhelfen.


 Manchmal hilft das. Manchmal ist das auch nicht gewünscht oder wird abgetan. Dann ist es besser, man zieht sich was Warmes an und geht wieder seiner eigenen Wege. Mitgefühl ausnutzen ist nämlich auch so eine ganz miese Masche. Das sollte man nicht tun. Auch man selbst muss da bisweilen auf sich aufpassen. Wissen, wann Hilfe notwendig ist und angenommen wird. Zähne ausbeißen bringt da nämlich auch nichts und am Ende ist man selbst am Ende und bräuchte Mitgefühl und Hilfe. Dieses Abgrenzen können klingt oft hart, aber da schließt sich dann der Kreis wieder zum Mitgefühl mit sich selbst. Im Zweifel nochmal auf Anfang.


 Auf das ich dieses Armstulpen jedenfalls diesen Sommer nicht brauche und auch nicht allzu viel Sorge, dass mein Mitgefühl für andere ausgenutzt wird. Dienstagssammlung.

Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben. Die Stulpen sind wunderschön. Im Sommer geben sie am wärmsten. Liebe Grüsse von Regula

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  2. Unglaublich! Unglaublich schön. Unglaublich der Präsentationszeitpunkt. Unglaublich, wie du die Kurve zu einem wesentlichen anderen Thema bekommst...😉
    So warm wie zuletzt bei uns, braucht es nicht zu sein. Vielleicht kannst du die Stulpen ja in Skandinavien schon im Herbst brauchen?
    LG
    Astrid

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    1. ja, der herbst in skandinavien. wer weiß, wer weiß...
      liebst,
      jule*

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  3. Diese Stulpen sind wunderschön!! Kannst du etwas genauer schreiben, woher du die Anleitung hast? Wie heißt das skandinavische Strickbuch?
    LG
    Marieke

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    1. das ist ein buch von clara falk. stulpen und fäustlinge. oder so. in meiner blogliste findest du auch ihren blog "clara stickar".
      liebe grüße,
      jule*

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