Samstag, 28. Juli 2018

Samstagskaffee und Netzfunde # 15. 18


 Samstagskaffee! Eine riesige Portion. Serviert auf einem der Tabletts, welche mir der weltbeste Holzwurm schenkte. Ich bin ganz schlimm begeistert davon. Bei all dem Nichtglück der letzten Monate ist übrigens auch gleich meine gute alte Siebträgermaschine in die Binsen gegangen. Ich habe versucht sie zu reparieren, habe es aber nur noch schlimmer gemacht. So im Notfall, bin ich dann auf die Espressokanne für zum auf den Herd stellen umgestiegen. Die produziert immer gleich eine große Menge Kaffee. Irgendwie bin ich drauf hängen geblieben, auch wenn mittlerweile eine neue Siebträgermaschine in der Küche steht. Nur so richtig warm (!!!) geworden sind wir miteinander noch nicht... Nungut. Gestern hatte ich den ersten ruhigen Abend in dieser Woche. Das Aufregendste war die Mondfinsternis. Voll gut. Ich habe lange geschlafen und werde mal sehen, was der Tag so bringt. Ich könnte Fußball gucken oder Livemusik hören gehen oder beides oder was auch immer. Eis essen muss ich auf jeden Fall und mich treiben lassen.


 Viel trinken ist derzeit ja auch wichtig. Alle Getränkebehältnisse unter einem halben Liter haben bei mir keinen Sinn. Dafür trinke ich zu gut. Während ich also saufe, präsentiere ich ein paar Netzfunde. Eher milde Dinge:

Ein Mann begleicht die Rechnung einer Gruppe behinderter Menschen und ihrer Betreuenden. In mir brach darüber irgendwie eine Diskussion aus. Natürlich ist das total freundlich wenn jemand die Rechnung von fremden Menschen übernimmt, aber wegen der "Aufopferung"? Irgendwie ist das ja wieder so ein Ding von positiver Diskriminierung. Es nimmt dem ganzen die Möglichkeit der Normalisierung von behinderten Menschen in der Öffentlichkeit. So lange behinderte Menschen in der Wahrnehmung als etwas gesehen werden, was belastet, worum man sich aufopferungsvoll kümmern muss, legt man doch der Inklusion nur noch mehr Steine in den Weg. Da nen bisschen Geld reinzuwerfen ist sicherlich ehrenwert, aber cooler wäre doch gewesen, sich solidarisch dazuzusetzen oder so, wenn man die Blicke der anderen Gäste blöde findet... Ich weiß nicht...

 Über Liebe mit Behinderung hat die hochverehrte Anastasia einen Artikel geschrieben. "Die Blicke der anderen Menschen schwanken zwischen Bewunderung, Verwunderung, Staunen und viel Neugierde." (Zitat ebd.) Und auch hier ploppt dann öfter mal der Gedanke an positive Diskriminierung auf. 

 Eine Schwedin verhindert mit "einem einfachen Mittel" eine Abschiebung. So macht man das. Ich liebe zivilen Ungehorsam. Dass Elin davon ein Video gedreht hat, finde ich auch gut. Es geht ja doch hoch her und ihre Emotionen zeigen, wie anstrengend so etwas ist, aber das es sich eben doch auch lohnt. Sichtbarmachung von Solidarität. Ein einfaches Mittel ist es damit auch mitnichten.

 "Sorgen, Kummer, Trauer: Das alles sind bestenfalls Randerscheinungen, meist aber Tabus in den Sozialen Netzwerken, die uns eine endlose Aneinanderkettung von schönen Momenten versprechen. Aber nur weil wir die negativen Gefühle von unseren Displays verdrängen, sind sie noch lange nicht aus unseren Köpfen und Herzen verschwunden." (Zitat ebd.) Ein Apell daran, dass es sich auch lohnt die düsteren Seiten des Lebens öffentlich zu teilen. Denn wie sehr das zusätzlich stressen kann, wenn alle immer nur Superhappykrams teilen, habe ich in den letzten Wochen auch gelernt.

 In eigener Sache: Ich habe diese Woche doch tatsächlich mal wieder eine Platte rezensiert. Mein Review zu "Hallo Hoffnung" von ZSK kann man bei allschools.de nachlesen. Es fiel mir enorm schwer da objektiv zu bleiben. Es ist mir auch nicht wirklich gelungen. Es gibt diese Dinge, die fallen einfach genau im richtigen Moment in mein Leben. Ich habe sie abgefeiert. Hart! (Und das hat nichts damit zu tun, dass das ein Rezensionsdownload war, was somit wohl als Werbung gilt...)


 Ich will übrigens alle Menschen, die auf diesem Blog hier mitlesen und vor allem in der letzten Woche kommentiert haben, am liebsten mal ganz feste herzen. Eure Kommentare waren so eine schöne Fernwärme, die ich zusätzlich zur Sommerhitze sehr genossen habe und die mir sehr gut getan hat. Ihr seid die besten! Ich dankedankedanke euch!
 Dieser Beitrag darf heute wieder zu Andrea und dann gehe ich mal duschen- hehe.

Kommentare:

  1. Guten Morgen,
    ich wünsche dir ein wunderbares Wochenende und dass du ganz schnell mit der neuen Maschine warm wirst, bei dieser Hitze ;-)
    Die junge Schweden hat mich auch sehr berührt. Ich muss gestehen, dass ich mich das nicht getraut hätte. Sie hat meinen größten Respekt.
    LG
    Yvonne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. dankesehr! ja, diese frau hat wirklich eine ganz große aktion da hingelegt.
      liebe grüße,
      jule*

      Löschen
  2. Die Geschichte von Elin hat mich auch sehr gefreut. Das gibt Hoffnung für eine bessere Welt. LG von Regula

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. auf jeden fall. zeigt aber auch, dass es nicht leicht werden wird...
      liebste grüße,
      jule*

      Löschen
  3. Den Drücker nehme ich auch ungeduscht ( ich könnte auch schon wieder drunter )! Thematisch bist du ja ganz anders unterwegs gewesen als ich. Momentan schaffe ich bei 37°C in kölle nicht allzu viel, es sei denn ich ginge jetzt mit dem PC in den Keller, wo es noch minimal erträglich ist ( der Herr K. hat gestern sogar den Wasch-/Heizungskeller gesäubert, wäre also möglich ).
    Es kommen hoffentlich auch besser temperierte Zeiten...
    GLG
    Astrid

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ja und dann weinen wieder alle rum, dass es so kalt ist *lach* gestern im stadion haben sich alle über den wolkenbruch gefreut. auch wenn sie nass geworden sind. das war schön.
      liebe grüße,
      jule*

      Löschen
  4. Es ist so schön wieder von dir zu lesen. Viele Grüße aus den Alpen. Jetzt klicke ich mich mal durch deine Links.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. dankedanke. viele erkenntnisse beim lesen.
      liebe grüße,
      jule*

      Löschen
  5. Es ist so schön, wieder Netzfunde von dir zu bekommen. Besonders den Artikel zu negativen Emotionen in sozialen Netzwerken habe ich neugierig gelesen, weil ich den noch nicht kannte. Dabei habe ich wieder festgestellt: Mein Instagram sieht so anders aus als das anderer Menschen. Dadurch, dass ich in erster Linie Aktivist*innen folge (insbesondere über den Account der *innenAnsicht), steckt in meinem Feed immer ganz viel Wut, ganz viel Traurigkeit und vor allem ganz viel Verletzlichkeit. (Das kann dann natürlich wieder dazu führen, dass ich den Eindruck habe, viel zu wenig zu tun und so, hat also wieder ganz eigene Tücken...) Trotzdem merke ich bei mir selbst bei persönlichen Themen, wenn ich persönlich über irgendetwas traurig bin, dass mir meist - wenigstens für eine Weile - die Worte fehlen. Oder die Bereitschaft, diese Gefühle nach draußen zu stellen und von Leuten anschauen zu lassen. Weil ich dann viel zu zerbrechlich bin als dass ich noch eine Bewertung dieser Zerbrechlichkeit durch andere Menschen ertragen könnte.

    Alles Liebe
    Sabrina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. "die Bereitschaft, diese Gefühle nach draußen zu stellen und von Leuten anschauen zu lassen. Weil ich dann viel zu zerbrechlich bin als dass ich noch eine Bewertung dieser Zerbrechlichkeit durch andere Menschen ertragen könnte." oh, sabrina!!! dankedankedanke für diese worte! ich trage genau diesen gedanken ebenso mit mir herum. vielleicht war das das quäntchen, das es gebraucht hat, damit ich doch nochmal in die tasten haue und ein paar traurige texte verpasse. fühl dich mal gerade wüst umärmelt und abgeknutscht (megafrech, ich weiß^^).
      ALLERliebst,
      jule*

      Löschen
    2. Von dir umärmelt und abgeknutscht zu werden, finde ich ziemlich super. <3

      Löschen