Samstag, 6. Januar 2018

Samstagskaffee und Netzfunde # 1. 18


 Puuuuhhhh!!! Hallo, guten Tag, willkommen zurück. Frau Jule ist back in da house: Juhule! Die zwei Wochen frei waren natürlich viel zu schnell vorbei. Zwischen diesen ganzen Feiertagen, mit dem ganzen guten Essen, den wahnsinnig guten Menschen und dem irre beschissenen Wetter konnte man sich so herrlich drinnen einigeln, dass ich noch ein bisschen dösig bin. Irgendwie von der Rumreiserei auch noch nicht wieder ganz zuhause. Ich hänge noch ein bisschen dazwischen. Ich wette die Arbeit wird mich ab Montag wieder auf den Boden holen. Darum bleibt es erstmal dabei.



 Ich war ziemlich wenig in der Netzwelt unterwegs. Reales Leben war schon spannend genug. Ein paar Sachen habe ich trotzdem gefunden:

 Muss man mit Nazis reden? Diese Frage ploppt ja immer mal wieder auf. Mehr und mehr stapeln sich die Argumente, dass mensch das nicht tun sollte/müsste. Das kotzende Einhorn hat eine feine Linksammlung dazu zusammengetragen. Nur um mal wieder ein paar Agrumente zu utnermauern, von wegen nicht reden sei demokratiefeindlich oder so. 
 Die vom System gewollten und gezeugten Grabenkämpfe zwischen Eltern und kinderlosen Menschen finden sich in meinem Leben ja auch öfter mal wieder. Dass es Zeit für eine Revolution der Wertigkeit von Carearbeit braucht, steht außer Frage. Aber eben auch der Schutz des Privatlebens von kinderlosen Menschen. Ich will keinen Krieg gegen Eltern führen. Ebensowenig habe ich ständig Lust, mein achso tolles, entspanntes kinderloses Leben zu verteidigen. Der Krieg muss immer dem System gelten. So.

 Rezension zu einem Buch über Prostitution/ Sexarbeit, die weit über flache Sexspäße hinauszugehen scheint und gleich als Partriarchatskritik durchgeht: "Die Macht, die ihnen das Patriarchat gibt, ist im Grunde eine Zwangsjacke. Sie haben diese Macht nur, solange sie alles „weibliche“ weit von sich weisen. Der Verlust ihrer Männlichkeit geht einher mit dem Verlust ihrer Macht. Die Angst ihre Macht zu verlieren, schränkt sie in ihrem Leben und in ihrer Sexualität allerdings stark ein." (Zitat ebd.) Für die sexuelle Befreiung und so. Steht jetzt auf meiner kilometerlangen Leseliste.

 Laurie Penny hat ja auch was neues. Ein anfixendes Interview zum neuen Buch und dem niedrigschwelligen Einstieg in Feminismus gibt es hier.

 "Gleichzeitig sind diejenigen, die die Vater-Mutter-Kind-Norm verteidigen und alles andere als „Genderwahnsinn“ beschimpfen, kein bisschen weniger geworden. Stattdessen setzt sich immer mehr die Vorstellung durch, dass LGBTI-Themen Luxusprobleme seien, mit denen man sich zu viel befasst habe – weswegen der kleine Mann sich von der etablierten Politik abgewendet habe." (Zitat ebd.) Jaja, die heteronormative Kleinfamilie und das System. Nargh! Ansonsten geht es da aber eher um eine Zusammenfassung dessen, was sich 2017 alles für LGBTQ*- Menschen geändert hat. Nicht immer alles zum besseren eben.

 Moah, und ich habe vergangene Woche so viel gute Musik zu Rezensionszwecken auf die Ohren bekommen. Meine Reviews muss ich leider noch ein bisschen zurückhalten. Ich freue mich aber schon auf diverse Veröffentlichungen. Das Musikjahr beginnt aber auf jeden Fall fabelhaft. Fantastisch zum durch die Wohnung springen war unter anderem jedenfalls SICK OF SOCIETY mit "Klare Worte"- yayayayay! Wie gut, dass man wenigstens ein bisschen was vorher rauspoltern kann.



 Jetzt Kaffee leeren, bei Andrea vorbei und dann mal ein bisschen vorarbeiten fürchte ich. Vielleicht fällt auch noch der ein oder andere Blogbeitrag dabei ab. Da liegen noch Bilder auf der Festplatte ohne Text.... Die diesmonatliche Politisierungssammlung erscheint am Montag mir einer Woche Verspätung aus Lebensgründen. Das soll keine Entschuldigung für das Fehlen vergangenen Montag, als vielmehr eine Erklärung sein. Habt ein gutes Wochenende!

Kommentare:

  1. Danke für die Links. Wünsch Dir auch ein schönes Wochenende!

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  2. Lebensgründe sind gut. Wahrscheinlich im Rheinland oder so ( da bin ich inzwischen auch wieder ). Die Linksammelei habe ich auch erst so langsam wieder aufgenommen, aus Gründen der Erholung, denn als Altenpflegerin qua Partnerschaft geht einem auch die Luft aus. Werde mir später aber das eine oder andere anschauen.
    Lass es langsam angehen mit der Schule! Carearbeit wird nicht angemessen wertgeschätzt, das weißt du selbst sicher am besten ( und am Ende sitzt du da mit deiner lädierten Gesundheit ).
    Aber erst einmal wünsche ich dir ein gutes Neues Jahr mit viel Licht und Sonne, skandinavisch wahrscheinlich am besten....
    Herzlich
    Astrid

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    1. ich danke dir und wünsche dir ebenfalls so einige lichtblicke!
      liebst,
      jule*

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  3. Dir auch ein gutes Wochenende bevor dich der Alltag wieder hat. Ich wünsche schönes Wetter, auch wenn einigeln seine positiven Seiten hat. LG von Regula

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  4. Wieder interessante Links. Ich komme nicht damit klar, das es immer wieder Kämpfe zwischen mit und ohne Kinder Beziehungen gibt. Jedem seine Entscheidung...
    Das Buch aus dem Puff scheint mir eine spannende Lektüre. Ich weiß nicht, ob ich einen Einblick in die Arbeit der Frauen haben möchte. Ich guck mal ob meine Buchdealerin es auf Lager hat.
    Mach dir ein schönes Wochenende
    Andrea

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    1. ja, die kämpfe mag ich auch nicht. aber das system ist so kacke für die kleinfamilie mit kindern. und menschen wie ich schauen dann in die röhre. das nervt. aber niemals werden sie meinen hass auf die familien schüren können. nein!
      liebe grüße,
      jule*

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    2. Kann mir mal jemand weiter helfen was für Kämpfe das sind und wo diese stattfinden bzw. ausgetragen werden?

      Und den Satz find ich richtig gut: "aber das system ist so kacke für die kleinfamilie mit kindern." ... auch wenn der Satz für Dich wahrscheinlich eine andere Bedeutung hat, als für mich. :-)

      vor allem wenn die einkünfte nicht unbedingt am existenz-minimum angesiedelt sind, steht man mit ner Kleinfamilie doch finanziell ziemlich doof da, während zumindest offiziell alleinstehende mit kindern unter umständen sich fein einige hundert euro kita- und hortgebühren sparen kann. das find ich nicht sonderlich schön, aber einen krieg sehe ich deswegen noch lange nicht. warum muss man sich eigentlich wegen jeder beschissenen regelung benachteiligt fühlen und einen krieg gegen das system (was uns ernährt) führen wollen?

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    3. die ungerechtigkeiten gehen z.b. da los, wo menschen in elternzeit gehen aber niemand eingestellt wird, um die arbeit zu übernehmen, die dann liegenbleibt, sondern lediglich auf die anderen menschen umgeschichtet wird, wodurch diese noch mehr zu tun haben. sonderzahlungen, nur weil man kinder hat und/oder verheiratet ist (nein nicht kindergeld, sondern von arbeitgebenden monetär gefördert). und eben diese sprüche "was weinst du denn rum, du hast ja keine kinder".... als ob man ohne kinder, kein nerviges, anstrengendes leben haben könnte, als ob es leicht sei, sich gegen das elterndasein zu entscheiden. und eben diese selbstverständlichkeit, mit der davon ausgegangen wird, dass kinderlose menschen eltern/familien unterstützen MÜSSEN. als ob es keine gründe gäbe, wegen denen man sich gegen kinder entschieden hat. ich wurde hier auf dem blog auch schon für meine kinderlosigkeit hart angegangen. als schmarotzerin des solidarsystems angegangen etc. vieles davon ist von einem system befeuert, dass die (heteronormative) kleinfamilie als DAS einzige lebensmodell darstellt und durch die o.g. umstände fördert. vielen mag das nicht bewusst sein, mich macht es immer wütender.
      soviel dazu?

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