Sonntag, 31. Mai 2020

7 Sachen # 17. 2020

 Immer wieder Meistens Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe.


1. Gelaufen: Nicht. Eigentlich wollte ich heute die erste Etappe machen. Aber letzte Woche: Kopf + Schwung + Türrahmen = Leichte Gehirnerschütterung. Darum minus joggen. Aber: Teilnahme beim Lauf gegen Rechts + Gehirnerschütterung = Gehirn vorhanden. Das ist ja beruhigend im Hinblick auf viele andere Mitmenschen.


 2. Gedreht: Dann eben spazierend eine Runde um den Block. Da wurde die Kunst auch nicht fertig.


3. Getragen: Snacks und gute Getränke an den Arbeitsplatz.


4. Gestapelt: Geschirr. Oberthema heute jedenfalls "Gold". Alles was glitzert war gut heute.


5. Gesät: Gurken. Noch ein Anlauf, nachdem die Nazischnecken die meisten der Jungpflanzen weggeknuspert haben. Argh!


6. Gesnackt: Aprikosen. Nomm!


7. Gelegt: Mich in die Sonne auf dem Balkon. Die Balkonmöbel mussten dafür weichen. Schön war das. Natürlich erstmal fett in der Sonne eingepennt. Mal sehen, wie mein Gesicht morgen aussieht.

 Die wichtigen Worte zum Sonntag: Bleibt auf jeden Fall gesund! Helft einander, nehmt Hilfe an, wenn ihr sie braucht, seid dankbar, arbeitet an eurer Selbstfürsorge, nehmt euch Zeit, redet miteinander und hört einander zu, passt auf euch und andere auf, seid einfach da, seid freundlich, wertschätzend, ehrlich, geduldig und zuverlässig. Bewahrt Ruhe! Bleibt antifaschistisch! Habt eine gute Woche!

Freitag, 29. Mai 2020

Ahimsa von FIELFALT


 [Werbung: Beauftragt, unbezahlt, der Büddel wurde mir zur Verfügung gestellt] Naja, eigentlich habe ich diesen famosen Büddel gewonnen. Beim Instadings bei FIELFALT aus Hamburg- Ottensen. Yeah!


 Handbemalt, handgenäht, alles feinstens. Und Ahimsa ist eh so meines. Lassen wir mal sämtliche Kritik an kultureller Aneignung und religiösem Zeug an der Seite stehen. Ahimsa ist DIE wichtigste und eine der ersten Verhaltensnormen im achtgliedrigen Yogapfad. Ahimsa bedeutet "Gewaltlosigkeit". Diese Gewaltlosigkeit beinhaltet natürlich nicht töten und nicht verletzen. Gerade beim Yoga ist damit auch das seelische Verletzen gemeint. Ja, Yoga ist mehr, als auf der Matte rumhampeln. Ich wiederhole mich da gerne. Im Übrigen gilt dies auch im Buddhismus, Hinduismus und Jainismus. Da wo sich christliche Menschen auf ein schwaches "Du sollst nicht töten" beschränken, geht es anderswo eben doch einen Schritt weiter.


   Mal ganz abseits von sämtlichem religiösem, esotherischen, whatever Glaubensrichtungszeug, ist das doch eine unfassbar wichtige Grundlage für sämtliches Zusammenleben. Wie gut wäre es, wenn wir Menschen es doch schaffen würden uns ein bisschen mehr daran zu orientieren? Achtsam mit anderen umgehen. Menschen, Tieren und Natur. Nicht verletzen und schon gar nicht töten. Weder andere, noch sich selbst. Der Minilibelle schien das jedenfalls zu gefallen.


  Bei den Recherchen für diesen Post auf dem eigenen Blog fiel mir auf, dass ich bald ins 15te Jahr Yogapraxis gehe... Hui! Ich habe mir das Ahimsa vor vielen Jahren bereits unter die Haut stechen lassen. Leider heute ohne Bild, aber auf meinem Unterarm steht es dick und fett. Als Erinnerung. Erschreckend bisweilen, wie schwer das manchmal gelingt. Ich lebe vegan, aber ich lege meine Hand nicht dafür ins Feuer, dass ich es hinbekomme, trotzdem nichts zu töten (Stichwort beispielsweise Stechmücken) oder durch alltägliche Unaufmerksamkeiten andere oder mich selbst (seelisch) zu verletzen. Ich bin auch mal böse, unausgeglichen, unaufmerksam. Ich bin nicht perfekt. Es ist ein Weg. Den kann man mal verlieren und vermutlich ist die größte Aufgabe dann, sich selbst für Fehltritte nicht zu schelten. In diesem Sinne: Atmen und "Ommmmmmm". Danke liebe FIELFALT für diesen fabelhaften Beutel. Ahimsa unterwegs.

Mittwoch, 27. Mai 2020

In meinen Träumen, bist du Europacupsieger


 Wenn ich auf meinen Morgenspaziergängen am Stadion vorbei komme und dann auch noch Tormöwen rumfliegen, summt es in meinem Kopf:
 "Ich liebe dich. Ich träum´ von dir.
In meinen Träumen, bist du Europacupsieger.... 
Doch wenn ich aufwach´, da fällt mir wieder ein, 
es ist Corona, was ne Kacktime!" 
 Moah! Ey, ohne Corona hätte der FC sicherlich den Europacup geholt. Ganz sicher! Hat immerhin vorher für zwei Derbysiege gereicht... Geisterpsiele am Arsch! Was mir wirklich fehlt ist schwimmen und eben FC St. Pauli Fußball, bzw. das Ganze drumherum. Hin und wieder mal Menschen mit den gleichen Werten treffen, Konfetti werfen, gröhlen, singen, feiern, fluchen, die monatlichen Treffen im Fanladen.... Tränchen weggewischt und lieber schnell dran vorbei. Hach....


Dienstag, 26. Mai 2020

FLAUSCHIG!!!


 Vor einiger Zeit half ich bei einer Haushaltsauflösung. Das war gut. Auf mehreren Ebenen. Gut, etwas Hilfreiches tun zu können, gut einen Menschen zu treffen, in echt und ein bisschen was für mich fiel auch ab.


 So konnte ich ein paar Gramm Mohairwolle vor der Tonne retten. Zuhause habe ich mich recht schnell an die Nadeln geschmissen und losgestrickt. Ging im Vergleich zum letzten Großprojekt schnell und einfach. Es hat gefusselt wie sau, war aber auch wunderbar flauschig. So FLAUSCHIG!!!!


 So richtig riesiggroß ist es nicht geworden, aber passte. Dass das gute Stück nicht bei mir bleiben sollte, war auch klar. Ich hatte einen sehr lieben Menschen im Kopf, der sich hoffentlich über ein solches Strickwerk freuen würde.


 Die beste Schwägerin hatte Wiegenfest. Das Tuch wurde nicht ganz rechtzeitig fertig, aber so gab es noch etwas mit Goldglitzer und etwas Nervennahrung dazu. Das selbstgenähte Shirt hat es leider nicht vor die Kamera geschafft, ist aber quasi eine Shirtversion von diesem Kleid. Vor allem aus den Resten von eben jenem.


 Das war auf jeden Fall ein sehr feines Strickprojekt. Man muss sich die Dinge ja nicht immer unnötig verkomplizieren. Warum immer durchboxen, wenn man sich auch mal durchFLAUSCHEN kann? Wenn es manchmal auch nur auf den Nadeln ist. Dienstagssammlung.

Sonntag, 24. Mai 2020

7 Sachen # 16. 2020

 Immer wieder Meistens Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe.


1. Geworfen: Die Nacktschnecke vom Balkon. Keine Ahnung, wie lange sie bis zu mir in den dritten Stock gebraucht hat. Runter ging vermutlich schneller.


2. Geschmiert: Kleber auf rotes Papier.


3. Gekritzelt: Was Schönes auf einen alten, blinden Spiegel.


4. Geklebt: Wärmende Worte in mein Notizbuch. Hatte gestern ein schwesterliches Doppel in meinem Briefkasten.


5. Gesucht: Zeichenzeug zusammen. Für die Basis. Aber dazu gekommen bin ich noch nicht.


6. Gegabelt: Melone.


7. Genadelt: Also das kommt heute noch. Und zwar genau so. Das tolle neues Nadelmäppchen war eine Hälfte des Schwesterndoppel in meinem Briefkasten gestern. Danke, liebe Tanja!


 Die wichtigen Worte zum Sonntag: Bleibt auf jeden Fall gesund! Helft einander, nehmt Hilfe an, wenn ihr sie braucht, seid dankbar, arbeitet an eurer Selbstfürsorge, nehmt euch Zeit, redet miteinander und hört einander zu, passt auf euch und andere auf, seid einfach da, seid freundlich, wertschätzend, ehrlich, geduldig und zuverlässig. Bewahrt Ruhe! Bleibt antifaschistisch! Habt eine gute Woche!

Mittwoch, 20. Mai 2020

Selbstportrait aus der (Selbst)Isolation


 Lieber Decke überm Kopf als Aluhut oben drauf. Und dann auch noch meine liebste Kuscheldecke. Das geht raus an alle Aluhuttragenden: Bleibt doch einfach mal auf dem Sofa und chillt eure Base statt Quatsch zu erzählen. Ich find das auf dem Sofa ja ganz lauschig. Nimmt ganz schön viel Dampf und Druck raus. Hier bei mir.

 

Dienstag, 19. Mai 2020

Für´s Drachenkind


 Nie wieder Nicki! Das denke ich jedes Mal, wenn ich was von diesem Stoff vernähe. Das Zeug fusselt und staubt so schlimm, dass ich danach mein Nähzimmer am liebsten komplett AN den Staubsauger halten mag. Aber es hilft ja nichts, wenn sowohl Kinder als auch Eltern diesen Stoff so sehr lieben, dass sie sich immer wieder Kleidung daraus wünschen. Und was tut man nicht alles.


 Vor allem, wenn der Süßminister aka der große Neffe traurig ist, weil er aus seinem alten Drachenpulli rausgewachsen ist. Dann muss natürlich ein neuer her. Dieses Mal in etwas anderer Farbkombi. Ich musste und wollte nehmen, was da war.


 So kann jetzt ein größerer kleiner Drache am Fuße des Drachenfels rumwildern. Sicherlich hat er eine Menge Spaß dabei.


Montag, 18. Mai 2020

Aus dem Homeoffice einer Sonderpädagogin


 Die folgenden Gedankenströme sind meine. Sie bilden nicht die Allgemeinsituation der Lehrkräfte in Deutschland vor und während des Pandemiegedöns und der damit verbundenen Schulschließung ab. Zur Ausgangssituation sei gesagt, dass ich Sonderschullehrerin bin, dank Inklusion an einer ganz fantastischen Hamburger Stadtteilschule arbeite (das ist vergleichbar mit Gesamtschulen anderswo). Wir haben ein anderes didaktisch-pädagogisches Konzept als die meisten anderen Schulen, ich unterrichte Deutsch fachfremd und bin da sonst eher in der sonderpädagogischen Förderung unterwegs. Das nur mal flott vorneweg.



 Okay, da sitze ich also in meinem Arbeitszimmer und versuche aus der Ferne zu unterrichten. Das ganze Anfangsdrama bekam ich krankheitsbedingt nicht mit. In Hamburg gab es noch Märzferien und danach waren die Schulen dicht. Viele engagierte Lehrkräfte schmissen sich voller Elan in die Organisation von Fernunterricht, Homeschooling, whatever. Als ich dann einstieg, hatten sich die gröbsten Wogen geglättet, es waren Onlineplattformen gefunden worden, mit denen es sich wohl gut arbeiten lässt. Ich stand dann allerdings da und mein erster Gedanke war: "Spinnt ihr eigentlich alle? Womit soll ich denn arbeiten?" Wer hier schon länger mitliest, hat vielleicht bereits bei den 12 von 12 festgestellt, dass ich mich regelmäßig über die digitale Ausstattung im Raum Schule echauffiere. Auch Lehrkräfte müssen schon seit längerem mal was am Computer machen, Unterricht vorbereiten, Arbeitsblätter bauen, E-Mails lesen... Weil man das nunmal so macht im 21. Jahrhundert. Allerdings gilt zumindest in Hamburg die Faustregel: Ein Computer für 5-6 Lehrkräfte in der Schule sind ausreichend. Manchmal laufen die, manchmal nicht, manchmal hat man Glück und einer ist frei, manchmal hat man die Zeit während der Schulöffnungszeiten am PC zu arbeiten. Aber wer macht das denn bitte? Wir bekommen von unseren Arbeitgebenden keine digitalen Endausgangsgeräte gestellt. Wir können keine Laptops an Beamer oder Smartboards anschließen, weil wir keine haben. Also weder Beamer, noch Smartboards noch Endausgangsgeräte. Keine für unseren persönlichen beruflichen Gebrauch. Ein Arbeitgeber, der von seinen Angestellten erwartet, digital zu arbeiten, digitales Wissen evtl. auch an Lernende zu vermitteln, aber keine technischen Gerätschaften, Wartung und Service zur Verfügung stellt. Manchmal bekam und bekomme ich da so schlimmen Hass, dass ich meine Arbeitsblätter am liebsten mit dem Mund malen möchte...



 Und natürlich haben die Lernenden dann auch keine digitalen Endgeräte zur Verfügung. Wer Glück hatte, hat zuhause einen Laptop oder PC. Vielleicht ein Tablet oder Smartphone. Aber zumindest an letzterem ernsthaft arbeiten und lernen? Schwierig. In anderen Lebenssituationen teilen sich mehrere Menschen ein digitales Endausgangsgerät. Wie soll das denn funktionieren? Die Schere zwischen den Privilegierten und den anderen geht gerade weiter auseinander. Wurde schon oft gesagt. Und im Hintergrund eine Behörde, die im letzten Papier zur Digitalisierung an Schule noch "bring your own device" ganz unverfroren propagierte. So nach dem Motto: "Liebe Lehrkraft, besorge und bezahle dir deinen Rechner selbst. Immerhin kannst du den (und dein Arbeitszimmer) dann ja von der Steuer absetzen. Vielleicht funktioniert dann auch mal das W-Lan. Aber wer weiß das schon." Aber hier will sich niemand beschweren.



 Ich habe also meine Arbeit aus dem Homeoffice damit angefangen meiner Klasse Postkarten zu schreiben. Selbstgezeichnet natürlich. Weil eigentlich geht ja auch nichts anderes. Ein verzweifelter Versuch der Beziehungsarbeit. Denn seien wir mal ehrlich: Am besten funktioniert Lernen in Schule über die Beziehungsebene. Und die findet gerade nicht statt. Ich sehe mich gerade auch nicht in der Lage, ernsthaft Wissen zu vermitteln. Vielmehr mache ich Angebote, versuche den Kontakt zu halten, melde mich, beantworte Fragen zu Arbeitsaufträgen, höre zu, sporne aus der Ferne an und versuche am Telefon zuzuhören und zu trösten. Versuche Eltern zu beruhigen. Das finde ich der Situation angemessen. Das Schöne an dem pädagogisch-didaktischem Konzept meiner Schule ist nämlich auch, dass es nicht primär um inhaltliches Lernen, sondern um Kompetenzerwerb geht. Das eröffnet die Möglichkeit, dass ich meinen Fernunterricht ein wenig an der derzeitigen Situation anpassen kann. Aber auch das ist nur ein schwacher Trost. Sonderpädagogische Förderung, die in den Fällen meiner Lernenden gebraucht wird, findet zu 100% über die Beziehungsebene statt und die findet gerade eben nicht statt.... Gerade bin ich "nur" eine Regelschullehrkraft und das macht mich nicht glücklich oder gar zufrieden. Einen Bürojob wollte auch ich nicht haben. Dazu dann aus der Behörde immer nur so beknackte Mails mit "best practice Beispielen", die andere Lehrkräfte so aus dem Hut zaubern. Erhöht leider lediglich den Druck, noch mehr geilen Scheiß zu zaubern, mit Mitteln, die einem eigentlich nicht zur Verfügung stehen. Ein Dienstrechner für den Anfang wäre hilfreicher als so nen paar warme Zeilen.


 Wenn Eltern sich jetzt bei und über Lehrkräfte beschweren, finde ich das schwierig. Es ist nett, wenn ihr ihnen ein digitales Endgerät zur Verfügung stellen könnt und ihnen beim Einrichten der Lernplattformen helft. Weil das konnten wir in Schule nie vermitteln, weil uns Lehrkräften dazu die Gerätschaften in der Schule fehlten. Wenn ihr das nicht könnt, dann lasst es halt. Lasst die Kids ihre Probleme selber lösen und dabei Fehler machen. Kenne ich aus der Schule: Lieber erstmal um Hilfe fragen, bevor man selber anfängt zu denken. Ein beliebtes Spiel, vor allem von Pubertieren, das auch uns Lehrkräfte auslutscht. Und Fehler machen ist sososososo wichtig. Denn in der Korrektur dieser, liegt auch ein Lerneffekt. Vor allem für Frustrationstoleranz. Und wenn Lehrkraft X das anders macht als Lehrkraft Y, dann bitte nicht darüber mosern. Uns sagt auch niemand, was wir machen sollen und wir versuchen gerade auch nur mehr oder weniger verzweifelt irgendwas am Laufen zu halten. Vielleicht können wir uns bald mal alle zusammentun: Jedem Kind und jeder Lehrkraft ein brauchbares digitales Endgerät und freies W-Lan für alle. Nicht, weil die nächste Pandemie schon in den Startlöchern steht, sondern vielmehr weil wir schließlich im 21. Jahrhundert leben. Postkarten schreibe ich auch trotzdem weiter gerne. Und Eltern dürfen die Zeit auch gerne statt für Schulkram mit ein bisschen echter Qualitytime füllen. Für´s Leben lernen, nicht für die Schule.

Sonntag, 17. Mai 2020

7 Sachen # 15. 2020

 Immer wieder Meistens Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe.


1. Gedrückt: Auf den Auslöser. No Fischmarkt on Sunday, no "How Much Is The Fish". Die Ruhe am Morgen an der Elbe war fantastisch.


2. Getragen: Die Menschen stellen in Hamburg ja immer haufenweise lustiges Zeug auf die Straße, mit Verschenkehinweisen dran. Heute eben Tomatenpflänzchen. Der Garten wird sich freuen.


3. Gemalt: Und dem neuen Mülleimer schöne Augen gemacht.


4. Genäht: Und geschnitten und gesteckt und gefriemelt. Aus dem kaputten Einkaufsbüddel wurde ein feiner Rückenpatch auf der Jeansjacke aus dem Tauschhaus.


5. Gezogen: Frisches Bettzeug auf.


6. Geschmiert: Schnittchen zum Fußball. Ach, das ist doch alles nix. So macht ein Heimsieg keinen Spaß.


7. Gerollt: Bonschen aus. Letzte Eigenimportware aus Schweden, muss jetzt wohl rationiert werden...

 Die wichtigen Worte zum Sonntag: Bleibt auf jeden Fall gesund! Helft einander, nehmt Hilfe an, wenn ihr sie braucht, seid dankbar, arbeitet an eurer Selbstfürsorge, nehmt euch Zeit, redet miteinander und hört einander zu, passt auf euch und andere auf, seid einfach da, seid freundlich, wertschätzend, ehrlich, geduldig und zuverlässig. Bewahrt Ruhe! Bleibt antifaschistisch! Habt eine gute Woche!

Donnerstag, 14. Mai 2020

Literatur # 1. 2020


 [Werbung, da Produkterkennung, unbeauftragt, unbezahlt, Bücher selbst gekauft oder von Freundesmenschen geschenkt bekommen] Ach, Bücher, Literatur. Ich liebe das ja. Eigentlich. Aber irgendwie hatte ich in den letzten Monaten im Hinblick auf Lesen ein echtes Tief. Harte Konzentrationsstörungen, keine Bücher, die mich so richtig gepackt haben und eine intellektuelle Krise machte mir jeglichen Spaß an politisch, gesellschaftlich, kritischer und sonstwelcher Lektüre zunichte. Zwei Bücher habe ich für meinen Lesekreis noch gelesen, bevor es nur noch zu Bilderbüchern und dann laaaaange Zeit zu gar nichts mehr gereicht hat. Das hat mich wirklich traurig gemacht. Zum Glück kenne ich Menschen, die einem hin und wieder mal was Gutes rüberschieben und dann war ich doch wieder drin. Ich habe meinen Anspruch ein bisschen runtergeschraubt und von gesellschaftskritischer Literatur lasse ich erstmal die Finger. Ich bin schon schlau genug und in der Lage, selbst zu denken. Zwischenzeitlich war ich wieder bei einem Buch pro Woche. Sehr gut.


 Ich fange mal mit dem bescheuertsten Buch an, dass ich seit Jahren (!!!) gelesen habe. Man, war das schlecht. Von einem Mann geschrieben. Natürlich und genau so las es sich auch. Es geht um Resilienz. Wie Menschen schwere Krisen überstehen und trotzdem weiter zuversichtlich aufs Leben blicken. Oder in diesen Falle: Wie Männer Krisen überstehen, nicht Menschen. Mit einer Ausnahme sind alle vorgestellten "Fälle" Männer. So Fälle wie der Kriegsfotograf, der schwer traumatisiert in eine Depression rutscht, angibt dass er das ohne seine Frau nicht überstanden hätte. In einem Halbsatz wird dann noch erwähnt, dass diese Frau sich auch noch großartig um das Kind mit Trisomie 21 kümmert. Wer ist da der resilientere Mensch? Kriegsfotograf oder Frau, die kranken Mann und behindertes Kind versorgt. Herrje!!!! Die einzigen Frauen werden im Doppelinterview ganz am Ende des Buches gefühlt mal eben noch abgefrühstückt. Puh. Am Beispiel Stephen Hawking flog mein Buch fast einmal quer durch den Raum und an die nächste Wand:
 "Und noch eine dritte Kraft war es, die es Hawking ermöglichte, sein Schicksal zu meistern: Die Liebe. Was ihn am Leben gehalten habe, so erklärte er einmal, sei die Liebe der Frauen gewesen, die ihn umsorgten" (S. 25) Das ist keine Resilienz, das ist das Abschieben von mental load an die Frauen, die das dann erledigen! ARGH!!!!
 Das haben wir übrigens im Lesekreis gelesen. Die anderen Damen waren ähnlicher Meinung. Wir hatten unsere Kritik nach einer halben Stunde durch und konnten uns den netten Themen zuwenden.


 Ach, Anke Kuhl mag ich ja sehr gerne. Und hier ein ganzes Buch über Essen. Rituale, Speisen, Gesundheit, Geschmäcker undundund. Essen aus allen möglichen soziokulturellen Hintergründen beleuchtet und erklärt. Sehr schön. Das hat Spaß gemacht. Kommt in meine Unterrichtsmaterialbibliothek. Ich wurde auch sehr passend beschrieben:
 "Jule krümelt beim Essen. Auf dem Schulhof muss man nur der Krümelspur folgen und schon trifft man Jule."


 Musste mal wieder Astrid Lindgren huldigen. So ein schönes, bebildertes Buch über ihr Leben und Schaffen. Wundervolle Zeichnungen, kurze Texte zu unterschiedlichen Kapiteln aus ihrem Leben, passende Zitate von ihr und aus ihren Büchern. Sicherlich gut geeignet, um auch mal mit Kindern an ihr Leben zu treten. 


 Letztes Lesekreisbuch, das wir gelesen haben, bevor wir uns nicht mehr treffen konnten. Hatte ich aus diesem Beitrag der innenAnsicht gepflückt. Toll! Eine Liebesgeschichte, leicht zu lesen, aber nicht so ganz einfach. Etwas alternative Hintergründe, starke Frau, schlimme Familiengeschichte, schöne Freundschaftsbeziehungen und viel Literatur. Das Ende war ein bisschen drüber, aber seis drum. Danach mussten wir noch ganz dringend literarisch trinken gehen. Die Protagonistin trank immer Gimlet auf Poetry Slams. Kannte keine von uns. Mussten wir dann mal selbst testtrinken. Sehr lecker. 
 "Wenn die Familie auseinanderbricht (zusammenbricht?), tun eine Weile lang die großen Dinge weh, wie direkt nach einem Schlag, doch diese Art Schmerz schwindet ziemlich schnell, weil man gezwungen ist, sich daran zu gewöhnen, und das tut man in erster Linie, indem man nicht daran denkt. Kleine Dinge, wie das hier, kriegen dich hingegen immer wieder dran, und zwar für immer, soweit ich das sagen kann." (S. 81f.) 


 Geschenkt bekommen. Das hat mich nach der langen Lesepause echt wieder zurückgeholt. Eine leichte Geschichte und trotzdem dieses: Mach doch worauf du Bock hast, egal was andere denken/sagen/tun. Jule (!!!) eröffnet auf dem Dorf ein neues Café, das ein kreativer Treffpunkt werden soll. Muss sich natürlich mit den Alteingesessenen und deren Vorurteilen rumschlagen. Am Rande geht es auch um die Vorteile von Veganismus, umweltfreundlichem Handeln im Allgemeinen, Upcycling, Reuse, Reduce, Recycle. Punkrock ein bisschen rüschig eingepackt. Dazu auch im Buch immer Anleitungen zum Selbermachen eingeflochten mit Ermutigung, die Dinge doch mal auszuprobieren. Leichte Kost. Fantastisch, um mich wieder ans Buch zu holen. Ein dickes, fettes Danke an die Schenkerin. 


 Mit einem Fuß im Grab, wenn das Herz einen Fehler hat. Aus medizinischer Sicht. Die Protagonistin schildert ihre Reise zum Spenderherz. Sie bloggt darüber, findet nach erfolgreicher Transplantation in ein neues Leben. Unsicher, forschend, aber wohl ahnend, was gut und was nicht gut ist. Eine spannende Geschichte. Berührend. Was es heißt zur Risikogruppe zu gehören. Dazu eine Menge "Regel deine Organspende" Aufklärungen. Ich habe am Ende aber nicht mehr zusammenbekommen, was der Titel mit dem Inhalt zu tun hatte.... Im Original heißt das Buch "Blueheart", was absolut Sinn ergibt. Nunja.
 ""Danke für das, was du gesagt hast," erwidert sie. "Dass man nicht glücklich sein muss, nur weil man bekommen hat, was einem jeder gewünscht hat." (S. 116)


 Auch was zum wegsnacken. Auch eine spannende Geschichte von den Irrungen und Wirrungen, in die man so als wurzellose Frau im Hinblick auf zwischenmenschliche Beziehungen so tappen kann. Dazu noch eine Menge alltägliches Lebensdrama und echte Tragödien, ohne gekünstelt zu wirken. Starke Frauenfreundschaften, ehrlich, berührend, dabei eine sehr lockere Sprache. Ich konnte voll mitgehen. Immer. Fantastisch!
 "Wenn ich mitbekommen habe, dass irgendjemandem etwas Schlimmes passiert ist, war ich mir nie sicher, ob es zu aufdringlich ist, demjenigen zu schreiben. Es ist nie aufdringlich, es hilft immer. Wenn wir aus alldem irgendetwas lernen können, dann, dass man einfach immer einen Brief schicken sollte." (S. 209) 


 Der Titel sagt alles. Ein bisschen verrückt. Ich habe den Tiefgang nicht gefunden. Ich fand es schon fast schade, dass diese Menschen ein Hotel in der Einöde brauchen, um einfach mal verrückte Dinge zu tun, sich auszuleben und Spaß zu haben. Aber schöne Zeichnungen. Gute Unterhaltung, würde man das wohl nennen.


 Ein echter Graphic Novel Schinken. Auch hier: Die Zeichnungen waren wunderbar. Die Story hatte es allerdings in sich. Die Abgründe die sich auf dem us-amerikanischen Land so auftun, die Fluchtmöglichkeiten, die schwer zu erkämpfen und zu finden sind. Aber auch eine schöne Liebes- bzw. Freundschaftsgeschichte, die bestärkt. Lohnenswert, wenn harte Familiengeschichten kein Triggerfaktor sind.


 Immerhin, nur ein richtig schlechtes Buch. Das zwar mit Anlauf aber der Rest ließ sich gut lesen. Hier liegen noch ausreichend Bücher rum. Mal sehen, wie es weiter geht. Ich bin jedenfalls froh, dass ich wieder lesen kann, Geschichten genießen und darin abtauchen. Das hat mir doch unbeschreiblich sehr gefehlt.