Sonntag, 23. Juni 2019

7 Sachen # 17. 19

 Immer wieder Meistens Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe. 
 
 
1. Gezogen: Himmelblaue Assistenznägel aus einem WerkBastelprojekt.


2. Gepinselt: An eben jenem Projekt weiter. Gummiband als Abstreifer um die Lackdose ist sowas von Trick 17.


3. Gehobelt: Vorbereitungsweise eine Gurke fürs Abendessen.


4. Geschnitten: Verblühtes aus den Blumekästen ab.


5. Gesteckt: Die Haare hoch. Ab 25°C aufwärts ist mir immer eher nach Hosteckfrisur.


6. Gesägt: Mit schwerem Gerät. Weil das so wie schneiden ist, durfte die Schneidematte da liegen bleiben.


7. Gestickt: Sehr couragiert.
 
 Die wichtigen Worte zum Sonntag: Bleibt auf jeden Fall gesund! Helft einander, seid dankbar, arbeitet an eurer Selbstfürsorge, passt auf euch und andere auf, seid freundlich, wertschätzend, ehrlich und zuverlässig. Bleibt antifaschistisch! Habt eine gute Woche!

Samstag, 22. Juni 2019

Samstagskaffee # 14. 19


 Meinen Kaffee gibt es heute neben Blümchen. Geschenkten Blümchen. Es war eine intensive Woche. Meine Arbeit nahm mich so ungefähr gänzlich gefangen. Aber diese intensive Woche war eben auch so intensiv, weil mir an sehr vielen Stellen deutlich gemacht wurde, dass die Arbeit, die ich tue, genau das Richtige ist. Das Richtige für die jungen Menschen für und mit denen ich arbeite, für ihre Eltern, für mich. Den Strauß bekam ich von Eltern meiner aktuellen Klasse während unseres kleinen Jahresabschlussfestes. Wertschätzung für etwas, für das ich bezahlt werde. Das macht es vielleicht umso wertvoller.

 
 Er erinnert mich sehr an den Gewürzblumenabschiedsstrauß, den ich vor drei Jahren von meiner ersten Klasse zum Abschied bekam. Eben diese Klasse hat gestern ihren Abiball gefeiert und es war eine großartige Feierei. Es war toll all die jungen Menschen zu sehen, wie sie geworden sind. Als eine Lehrerin, die sie zwischen Klasse fünf und zehn begleitet, habe ich sie den größten Teil ihrer Schulzeit begleitet. Gestern waren auch viele Ehemalige da, die zwar kein Abi gemacht, dafür aber einen guten Weg gefunden und dann mitgefeiert haben.


 Vielleicht war es der Alkohol, der da gestern Abend aus einigen von ihnen sprach, aber ich habe so viele irre wertschätzende Worte von diesen jungen Menschen zu meiner Art und Weise, meiner Arbeit mit ihnen abbekommen, dass mir zwischenzeitlich die Tränen in die Augen stiegen. Vor Rührung. Es war der erste Jahrgang, der in Hamburg inklusiv beschult wurde. Ich war damals die erste Sonderpädagogin überhaupt an ihrer Schule. Und auch da durfte ich feststellen, dass diese Inklusion so verdammt geile Auswirkungen auf alle Beteiligte hat. Menschen, die sonst kaum eine Chance haben, aus ihren soziokulturellen Zusammenhängen auszubrechen, tun es. Menschen, die nicht ausbrechen müssen, werden tolerante, wertschätzende Menschen, die verstehen, dass Vielfalt Reichtum ist. Als ich mich für diesen Beruf entschied, habe ich niemals erwartet, dass ich mal Lernende haben werde, die Abitur machen.... Wie ich sie da so tanzen, trinken und feiern sah, dachte ich, dass unsere Zukunft mit ihnen eine gute werden kann.


 Ich fühle mich immer noch ganz umgerührt. Wunderbar! Wie gut es tut, zu merken, dass man so einiges richtig gemacht hat, richtig macht, auch wenn man zwischenzeitlich zweifelt, verzweifelt, total überarbeitet und angestrengt ist. Diese intensive Woche kam genau zur richtigen Zeit. So kann ich die letzten drei Tage noch überstehen und dann ganz gepflegt und verdient meine Beine sechs Wochen lang hochlegen.


 Netzfunde fallen heute dementsprechend aus. Zu Andrea geht es trotzdem und dann arbeite ich den Rest für dieses Schuljahr weg. Habt ein charmantes Wochenende!

Donnerstag, 20. Juni 2019

Perspektive und Kunst





 Perspektiven oder Kunst. Ist doch egal. Hauptsache der Caspar David Friedrich hängt noch dort, wo er hingehört. Was auch immer mich an diesem Bild immer so gefangen nimmt.... Lass mal wandern gehen.


 Hamburger Kunsthalle halt. Soviel Reizüberflutung für immer noch zuviel Geld. Kultur sollte für alle da sein.

Dienstag, 18. Juni 2019

Die Strickliesel von St. Pauli


 Hab gestrickt. Im Winter. Einen Schal in braun-weiß-rot. Ja, was tut mensch nicht alles. So Schals vom Lieblingsverein kann mensch natürlich kaufen, aber wahre Liebe greift dann halt mal selber ins Garn und nach den Nadeln. Zumal ich hier ein ganz fantastisches veganes Garn gefunden habe. SEHR hoher Baumwollanteil, minimale Kunstfaserspuren musste ich leider doch tolerieren, aber von der Griffigkeit und dem Wärmevermögen sind diese knapp vier Meter (!!!) St. Paulischal durch nichts zu Kaufendes zu überbieten.


 Dabei habe ich noch einem Stricknewbie das Stricken beigebracht. Diesen Schal sollte es eigentlich zwei Mal geben. Leider hat der Newbie wohl zu oft neidisch auf mein Strickwerk geluschert und dann frustriert das Strickzeug in den Beutel und den Beutel in den Schrank geworfen. Mal sehen, ob ich da noch was machen kann oder ob ich voll Lehrendenmäßig dafür sorge, dass die Frustration überwunden und der Schal dann vielleicht erst zur Mitte der nächsten Saison, aber dann immerhin fertig wird.


 Vier Meter Schal also. Und beim Lokalderby gegen den HSV war das mitnichten eine Vermummung. Auch linksversifften Zecken ist mal kalt. Da musste ich mich einfach nur warm anziehen.


 So kalt war es dieses Jahr mal und wird es wieder werden. Mit ordentlich Konfetti kann da aber auch über ein mäßiges Fußballspiel hinweggetröstet werden. Im Stadion war dieser Schal jedenfalls schon. Natürlich! Ehrensache! Bei manch einem lahmen Kick dachte ich aber auch, dass ich mein Strickzeug hin und wieder auch mal mit ins Stadion nehmen könnte.... Dann wäre ich die Strickliesel von St. Pauli. Vermutlich auch nicht die einzige.


 In den nächsten Monaten mag ich allerdings nichts von dicken Schals wissen. Der darf hier höchstens zu Dekozwecken an der Garderobe hängen. Dienstagssammlung.

Sonntag, 16. Juni 2019

7 Sachen # 16. 19

 Immer wieder Meistens Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe. 


1. Geworfen: Feiereiwäsche in die Maschine. Das war letzte Nacht eine fabelhafte Hochzeitsfeier, der ich beiwohnen durfte.


2. Gegossen: Auch dieses wuchernde Pflänzchen.


3. Gelegen: Und Schlaf nachgeholt.


4. Geräuchert: Ich liebe diesen Duft.


5. Getippt: So dies und das.


6. Geschmiert: Schnittchen. Nicht dass ich von der Feierei von gestenr noch für die nächsten drei Wochen satt sein sollte...


7. Gelackiert: Was man eben so an den Füßen braucht für die kommenden Sandalentage.


 Die wichtigen Worte zum Sonntag: Bleibt auf jeden Fall gesund! Helft einander, seid dankbar, arbeitet an eurer Selbstfürsorge, passt auf euch und andere auf, seid freundlich, wertschätzend, ehrlich und zuverlässig. Bleibt antifaschistisch! Habt eine gute Woche.

Mittwoch, 12. Juni 2019

12 von 12 im Juni 2019

 
 Heute ist der 12te also gibt es heute wieder 12 von 12. Worum es dabei geht, könnt ihr bei Caro von Draußen nur Kännchen! nachlesen und zwar genau hier. 


1. Arbeitsweg. Vorbei an Leben und Tod.


2. Aber auch vorbei am neuesten "linksextremistischem" Aufkleber, den ich seit ein paar Wochen sehr abfeiere.


3. Und ein fabelhaftes, treffendes Werk von Rumo. Tatsächlich fiel das erst heute in meinen Blick. Ganz großartig!


4. Auf der Arbeit habe ich mich heute mit den alten Tanten gebeult.


5. Mehr als einmal...


6. Heimweg. Hatte heute so ne ganz wilde Mustermixattacke.


7. Hallo Backsteinliebe.


8. Schwimmen heute woanders. Nach 45 Minuten im ungeheizten Freibad war ich einigermaßen durch. Durchgefroren. Und ich musste feststellen, dass 50m Bahnen meinen Tracker komplett aus dem Takt bringt.
 
 
9. Symbolbild. Baustellenlabyrithe können wir in Hamburg wirklich ganz famos!


10. Meine erste Klasse, in der ich Klassenlehrerin war, macht dieses Jahr Abi. Weil andere Schule, bekam ich Einladung und Eintrittskarte für den Abiball per Post geschickt. Ich bin super gespannt. 
 
 
11. Nochmal kurz ein paar Erledigungen gemacht. In den Regen gekommen. Natürlich. Aber diese Farbkombi wollte ich immer schonmal fotografieren. Was ein Glück für das Bild, dass die Rolltreppe heute mal kaputt war. Weniger Verwacklung.
 
 
12. Ich habe dieses Jahr schon zwei Ladungen Erdbeer-Rhabarber-Marmelade nicht gut gekocht. So flüssig, dass sie lediglich für in Joghurt oder so taugt. Ein paar Kleckse kamen heute über meinen Nachtischjoghurt. 

 Der ganze Kram geht jetzt zu Caro. Dann noch eine Runde an die Nähmaschine, das ausbügeln, was wir mit den alten Tanten in der Schule nicht geschafft haben und dann Feierabend. Habt es fein!

Dienstag, 11. Juni 2019

Für schlaufüchsige Räubersmenschen


Karin und Meike haben einen Menschen(s)kinder Sew Along ausgerufen. Nachzulesen hier. Ich habe tatsächlich mitgemacht und bis zum Schluss durchgehalten. Allerdings habe ich das Regelwerk vorher nicht anständig gelesen. Nachzulesen in meinem Beitrag zum Zwischenstand. Nun muss ich heute versuchen den Bogen zu schlagen, dass meine Nähwerke, doch noch irgendwie in das Regelgedöns passen. Ich werde das hiermit mal versuchen.


 Dooferweise habe ich überlesen, dass es darum gehen sollte, drei Kleidungsstücke für ein und das selbe Kind zu nähen. Hmpf. Dabei sollte auch auf Genderneutralität geachtet werden. Ich habe vier Kleidungsstücke für vier kleine Menschen genäht. Während des Nähens ist mir aber eine Sache aufgefallen: Ich habe also drei kleine Kapuzis genäht. Zwei in Größe 104, einen in 110, einen in 116. Diese Kapuzis sind eigentlich für zwei Geschwisterpaare. Für Kinder in den Altersklassen 1,5; 2; 4 und 6. Für Kinder die weitestgehend geschlechterstereotyp aufwachsen, derzeit in zwei Geschlechtern. Für Kinder, die in unterschiedlichen Teilen der Welt leben. Für Kinder von denen zwei sogar den gleichen Namen tragen. Für Kinder, die sich nicht kennen (mal abgesehen von ihren Geschwistern). Was ich sagen will: Dieser vier Kinder sind mit Ausnahme ihres deutschen Passes so unterschiedlich, wie Kinder sein können und trotzdem bin ich mir ziemlich sicher, dass sie alle diese Kapuzis tragen werden, dass die Jüngeren, die der Älteren "auftragen", dass sie alle damit im Dreck spielen werden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie alle diese Kapuzis lieben werden, weil sie von mir (!!!) von Hand gemacht wurden. Sie werden diesen Wert erkennen, auch wenn sie noch so klein sind. Ich habe im Grunde genommen ein Kleidungsstück gezaubert, dass für vier kleine sehr unterschiedliche Menschen passt und doch von ein und dem selben Kind in verschiedenen Lebensaltern (Größen) getragen werden könnte. Ist das nicht eigentlich fast noch anspruchsvoller als drei Kleidungsstücke für ein und das selbe Kind? Bei aller Liebe zur Vielfalt: Irgendwo gibt es immer Gemeinsamkeiten, die Verbindungen schaffen. So!


 Der Farbfestigkeit des Fuchsstoffes traue ich nicht so recht über den Weg, obwohl er aus dem hochpreisigeren Segment der Stoffliefernden stammt. Mal sehen, ob der Druck die ein oder andere Generation überstehen wird.


 Zwei von diesen Kapuzis sind schon am Bestimmungsort angelangt. Die anderen Beiden dürfen hier noch ein wenig bei mir lagern. Sie werden ein anderes Mal an die vorgesehenen kleinen Menschen ausgehändigt. Vermutlich werde ich für alle vier Kinder in nächster Zeit noch mehr nähen, aber das in sehr kleinen Dosen, denn auch da ist die Zeit rar. Heute dürfen diese vier noch in die finale Sammlung des Menschen(s)kinder Sew Alongs und in die Dienstagssammlung. Damit hätte ich an meinem ersten Sew Along teilgenommen. Das war gut und vor allem eine schöne Motivationshilfe. Danke an Karin und Meike für´s Organisieren.