Dienstag, 20. Januar 2015

Der Kampf mit dem Quilt und dem Anspruch #2


 Gestern habe ich schon meine neue Kuscheldecke als Illustration von Anspruch und Wirklichkeit beim Nähen genutzt. Heute möchte ich ihn dann doch mal ganz zeigen.


 Tadaaaaaa! Ein Grund weshalb ich ihn nicht in die Ecke werfen wollte und konnte ist, weil so viele Stoffe dabei sind, bei denen ich noch weiß, woher sie sind und wer sie mir in die Hand gedrückt hat. Es sind alles alte Stoffe, die schonmal was anderes waren. Nur das Vlies habe ich neu gekauft. Von Antje und Koni sind unter anderem auch Stoffe dabei. Eigentlich wollte ich einen Stoff vom Friesenmädchen als Binding nutzen, aber leider ist es für das dicke Vlies viel zu schmal gewesen. Aber nun habe ich einfach 8 Meter Schrägband für die nächste, nicht so dicke Decke.


 Schief und krumm, so soll er sein. Denn nur Nullen haben keine Ecken und Kanten. Der dunkelblaue Stoff war mal eines meiner alten weißen Spannbettlaken, welches ich einfach gefärbt habe, weil es eigentlich nicht mehr richtig weiß war. Einen einfarbigen Basisstoff brauchte ich für die Gesamtkomposition doch.


 In der Rückseite findet sich das Thema von vorne minimaler wieder. Der hellblaue Stoff oben ist ebenfalls ein altes Spannbettlaken, das ich nach dem Färben in die Nachwäsche gegeben habe und so hat es auch noch ein bisschen Farbe abbekommen.


 Grundsätzlich ein totaler Freestylequilt, denn ich habe die Stoffe wirklich so aneinander genäht, wie ich sie aus der Kiste gefischt habe und ich finde das Ergebnis auch farblich sehr passend.


 Das Binding habe ich im zweiten Anlauf dann breiter gemacht und eine neue- aber immer noch faule- Technik in meinem Repertoire erprobt. Es besteht ebenfalls aus einem alten Stoff mit Vorgeschichte.


 Auf dem Sofa in der Lieblingsecke macht sie sich auch schon ganz toll. Das gute Stück hat die unfassbare Größe von 150cm mal 220cm. Mir tun immer die Leute leid, die sich mit kleineren, gekauften Kuscheldecken zufrieden geben müssen. Eigentlich kann ich nur hoffen, dass ich diese Saison nochmal eine ordentliche Erkältung mitnehme, damit ich das mal so richtig ausnutzen kann. Ohne Erkältung kann ich nämlich eigentlich nicht still auf dem Sofa sitzen.


 Und das Thema Anspruch an Bilder und Lichtrealität im Januar in Hamburg ist dann unter der gleichen Decke zu diskutieren. In diesem Sinne: Seid öfter nett zu euch und euren Projekten und bleibt perfekt, so wie ihr seid mit allen Ecken, Macken, Kanten und krummen Nähten. Das sind alles Spezialeffekte.
 Und nun noch ab zum Crea- und zum Upcyclingdienstag mit diesem meinem neuen Schätzchen.

Kommentare:

  1. Oh sieht der toll aus! So schön kuschelig, so muss es sein!!
    Ich finde es auch klasse, dass du lauter Stoffschätze vernäht hast!
    lg Caroline

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  2. ich hab ja immer unheimlichen Respekt vor denen, die sich an ein solches mamutprojekt wagen. das ergebnis ist kuschelig schön und weckt die kuschllust in mir!
    liebst alex

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    1. ich weiß gar nicht, die wievielte kuscheldecke das ist, die ich genäht habe. bisher ging es auf jeden fall leichter. diese kuscheldecke ist sicher nich repräsentativ. einfach mal machen. kleine stücke aneinandernähen hat grundsätzlich etwas sehr meditatives. eigentlich geht es schneller als man denkt. los ran!
      liebe grüße,
      jule*

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  3. Ich finde sie klasse, finde es immer wieder der Hammer, wenn ich diese Riesendecken sehe, stelle mir das echt mühsam vor der Nähmaschine vor. Da muss ja schief werden, das zieht doch sicher an allen Seiten. Ich finde übrigens auch, es muss nicht perfekt sein.
    Liebe Grüße,
    Petra

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    1. bei dünnerem vlies hatte ich diese probleme nicht. ausnahmeerscheinung.
      liebe grüße,
      jule*

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  4. Die Decke ist wirklich klasse. Und das Gewurschtel mit den riesen Maßen lohnt sich wirklich wenn man es anschließend richtig muckelig hat. Die Idee Stoffe mit Geschichte zu vernähen gefällt mir auch sehr.
    LG Jennifer

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  5. Stoffe mit Geschichte... da hab ich (bevor ich genäht habe) mal einen Film gesehen, da gab es auch solche Decken. Seitdem geht es mir nie ganz aus dem Kopf, umgesetzt habe ich es aber im Gegensatz zu dir noch nicht.
    Toll, wirklich.
    Fröhliche Grüße
    Ines

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