Dienstag, 17. Dezember 2019

Projektbeutel Liebe


 Es ist gerade ja irgendwie "Wünsch-dir-was-Zeit". Weihnachten, Jahreswechsel. All so ein Kram. Ich mache mit:


 Ich wünsche mir Liebe. Letztes Jahr, war da die Liebe schon das Tuwort. Jetzt könnte sie mal tun. Ich wünsche mir Liebe. Ehrliche Liebe. Wertschätzende Liebe. Solidarische Liebe. Emanzipierte Liebe. Geduldige Liebe. Tiefe Liebe. Mutige Liebe. Aktive Liebe. Große Liebe. Liebe, bereit ist zu arbeiten. Liebe, die warm hält. Liebe, die zuhört. Liebe, die erzählt. Liebe, die teilt. Liebe, die gepflegt wird. Liebe, die pflegt. Liebe, die sich zeigt. Liebe, die tut.


 Liebe, die nicht darauf bedacht ist, jemandes Ego zu polieren. Liebe, die nicht darauf aus ist, sich selber besser zu fühlen. Liebe, die nicht lügt. Liebe, die nicht feige ist. Liebe, die sich nicht versteckt. Liebe, die nicht darauf aus ist, überzogene Bedürfnisse zu stillen. Liebe, die nicht als Ersatz für anderes herhalten muss. Liebe, die nicht benutzt. Liebe, die nicht erkämpft werden muss.


 Es ist nicht so, dass ich die kleinen Liebesdinge im Alltag übersehen würde. Keinesfalls. Ich schätze sie durchaus wert. Der Mensch an der Bar, der mir einen Schnaps ausgibt, die Kinder, die mir zu Nikolaus Mandarinen in die Schuhe stecken, die Neffen, die nicht wollen, dass ich wieder abreise, die Menschen, die mir im Stadion ein Bier ausgeben, die Menschen, die mir die wunderbare Post schicken, die Menschen, die immer ein Bett in ihrem Haus für mich haben, die Menschen, die meine kaputten Lampen heile machen, die Menschen, die mich zu leckerem Essen einladen, Menschen, die mit mir singen, tanzen und lachen. Die Menschen, die mir Umarmungen schenken, zuhören und da sind. Immer und überall. Um nur ein paar der kleinen Dinge zu nennen. Doch etwas Konstantes wäre wunderbar. Etwas, wofür man sich nicht jedes Mal anstrengen und aus dem Haus bewegen muss. Zudem habe ich immer jede Menge Liebe im Haus. Die muss und darf ja auch mal irgendwohin.


 Das ist ein sehr großer Wunschzettel. Das ist mir bewusst. Wenn das nicht klappt, dann möchte ich bitte wenigstens ein Jahr ohne so monströse Katastrophen, wie die vergangenen drei. Irgendwas in ruhigen Fahrwassern. Von mir aus kann es dann langweilig werden. Auch das könnte ich mal vertragen. Feige Kacklappen bleiben mir dann bitte 2020 vom Hals. Weltfrieden würde ich natürlich auch nehmen.


 Ich sage schonmal dankesehr. Und bis es so weit ist, stricke ich weiter an wärmenden Dingen. Mit dem fabelhaften Projektbeutel an meiner Seite.


 Der Projektbeutel ist nach dem Freebook Abies von Fabelwald entstanden [unbezahlte Werbung]. Ich habe mich ausnahmsweise sogar mal voll an den Schnitt gehalten. Voller Liebe. Ich mag ihn sehr. Dank ordentlicher Bügeleinlage, ist er im geöffneten Zustand fast ein Strickkkorb, aus dem sich die Wolle fein entwickeln darf. Perfekt, um bei Konferenzen oder im Zug neben mir zu stehen, während ich da rumstricke. Und besser der Projektbeutel steht neben mir, als ich. Dienstagssammlung.

Montag, 16. Dezember 2019

Frau Jule zu Gast bei *innenAnsicht

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 Das Bild ist nicht von mir. Das hat die fabelhafte Zombiane geschossen und zusammengebastelt. Ich darf nämlich zu Gast sein beim *innenAnsicht-Magazin. Einen wunderbaren Beitrag über mich, einen Teil meines Lebens, Feminismus, Fußball und Antifaschismus gibt es dort. Ich danke da unfassbar für und es war wirklich ein sehr schöner Nachmittag mit einem Gesrpäch, dass auch bei mir noch lange nachwallte.

Sonntag, 15. Dezember 2019

7 Sachen # 36. 19

 Immer wieder Meistens Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe.


1. Gesucht: Meine sieben Sachen zusammen. Gestern Abend war unfassbar großartig. Ein fantastisches Konzert von CAPTAIN PLANET und RAUCHEN erleben dürfen, lustige, freundliche Begegnungen gehabt. Herztrost bekommen, Bier und Schnaps getrunken. Feinfeinfein.


2. Gesonnt: Hände, Füße, Nase kurz in der Sonne am Bahnsteig.


3. Geworfen: Den Rucksack auf die Ablage, die Jacke an den Haken.


4. Gedrückt: Emomusik.


5. Gestrickt: Bei Emomusik und später Emohörbuch.


6. Geklingelt: Und das Päckchen bei den besten Nachbarinos ausgelöst.


7. Geöffnet: Eine Dose mit Futter für mich. Mehr war heute nicht mehr drin.

  Das war auf jeden Fall ein sehr seelenstreichelndes Wochenende. Wie gut! Wie dankbar ich für so gewisse Menschen bin. Wegen diesem und jenem. Wegen den großen und den kleinen Dingen, den leisen und den lauten Tönen.
 Die wichtigen Worte zum Sonntag: Bleibt auf jeden Fall gesund! Helft einander, nehmt Hilfe an, wenn ihr sie braucht, seid dankbar, arbeitet an eurer Selbstfürsorge, nehmt euch Zeit, redet miteinander und hört einander zu, passt auf euch und andere auf, seid einfach da, seid freundlich, wertschätzend, ehrlich, geduldig und zuverlässig. Bleibt antifaschistisch! Habt eine gute Woche!

Donnerstag, 12. Dezember 2019

12 von 12 im Dezember 2019

 Heute ist der 12te also gibt es heute wieder 12 von 12. Worum es dabei geht, könnt ihr bei Caro von Draußen nur Kännchen! nachlesen und zwar genau hier. Zeit für schlechte Bilder mit der schlechten Handykamera bei miesem Herbstlicht....


1. Kaffee und Ingwertee zu nachtschlafender Stunde gebraut.


2. Ankunft Schule.


3. Termine im Blick behalten.


4. Donnerstags ist immer sowas wie Wandertag. Meinen Rucksack in zig unterschiedlichen Räumen in Ecken gepfeffert.
 
 
5. Hunde geschoben.


6. Farben im Kunstraum


7. Ein paar Runden drehen. Das funktioniert, wenn die Kids arbeiten. Mich selbst überflüssig gemacht? Check!


8. Mittagspausenkaffee mit besten Kollegiumsmenschen.


9. Heimweg am Weihnachtsmarkt vorbei. Man kommt im Moment einfach nirgends drum herum...


10. In der Lieblingsbuchhandlung vorbei geschneit. So schöne Fensterdeko.


11. Zuhause die Lichter angeknipst.


12. Ich würde so gerne hier sitzen bleiben, doch es ist noch so viel zu erledigen...

Mal sehen, ob ich wenigstens noch bei den anderen bei Caro vorbei schauen kann.

Dienstag, 10. Dezember 2019

Schoko-Erdnuss-Keksdinger


 Kekse!!!! Mindestens so gut wie Kuchen. Als erklärte Kuchenveganerin greife ich auch da gerne mal zu. Darum heute mal wieder ein Rezept. Geschrieben mit vollen Backen nach dem Backen:


Schoko-Erdnuss-Keksdinger
(Ausreichend für etwa drei Bleche)

400g Mehl
200g Zucker
1EL Rübensirup
250g Margarine
1 Pk Backpulver
1 EL Sojamehl
je eine Prise Vanille und Salz
150g (vegane) Schokokuvertüre
150g geröstete und gesalzene Erdnüsse (einfach fertige Snackdinger kaufen. Man muss ja nicht alles selber machen)

Schokolade und Erdnüsse grob hacken. Alle anderen Zutaten zu einem Teig verkneten. Erdnuss- und Schokostückchen dazukneten. Den Teig in etwa walnussgroße Kugeln teilen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech flach drücken. Bei 180°C etwa 12-15 Minuten goldbraun backen. Abkühlen lassen oder sich an der noch heißen Schokolade die Lippen verbrennen. In der Keksdose aufbewahren. Je schneller sie weg sind, umso besser. Funktioniert auch mit anderen gerösteten und gesalzenen Nüssen.


 Ich muss dringend noch die Mandelvariante backen. Mehr feiern, weniger diäten! Dienstagssammlung.

Montag, 9. Dezember 2019

Über Diäten quatschen, statt zu feiern, nervt


  Ich will gar nicht so viel Motzen. Das hier soll kein Motzkartoffelblog werden. Aber Kartoffel ist gerade das Stichwort: War ich neulich auf so eine Feier eingeladen. Die letzte große Feier für dieses Jahr und sie darf hier mal exemplarisch genannt werden. Feiern heißt für mich irgendwas mit freundlichen Menschen, guter Laune, gutem Essen, guten Gesprächen, je nach Alter: gutem Tanz. Oder? Die letzte Feier eher nicht so. Sie fand in einem Restaurant einer deutschen Kreisstadt statt. Der Eingangsbereich tapeziert mit Auszeichnungen diverser Feinschmeckerinstitutionen. Um gutes Essen sollte ich mir also keine Gedanken machen. Ich hatte mich fein gemacht mit einem wundervollen Kleidchen. Meine Wohlfühloase sind so schicke, gehobene Einrichtungen ja nicht gerade, aber ich war ja auch nicht der Anlass der Feierei. Ich war eingeladen und freute mich teilweise auch darauf, ein paar altbekannte Gesichter nach langer Zeit mal wieder zu sehen. Normalerweise halte ich mich von Alkohol fern, doch der Eingangssekt perlte gut. Doch die ersten Querschläger ließen nicht auf sich warten. "Meine Güte, bist du schmal geworden." "Also ihre Silhouette ist ja beneidenswert." "Großartig siehst du aus." Könnte man ja mal so stehen lassen, wenn die Menschen, aus deren Mündern das kam, es so hätten stehen lassen. Aber nein. "Also ich muss da nochmal nachfragen: Wie machen sie das?" "Wie hast du so abgenommen?" "Kommt das vom veganen Lebensstil?" Wahnsinn! Teilweise altbekannte Menschen, teilweise mir vollkommen unbekannte. ICH HASSE DIETTALK!!!! Ich möchte nicht über meinen Körper sprechen, denn es gibt wichtigere Dinge, aussagekräftigere Dinge über mich zu sagen. Ich erinnere daran, dass ich NIE eine Diät gemacht habe. Man möge es Leben nennen. Man könnte diesen Menschen Kurzsichtigkeit, Unwissen, whatever unterstellen. Ich versuchte mich da raus zu winden ohne unfreundlich zu werden, die Feier nicht zu verderben. Beispiel:
 Ich: "Veganismus, viel Arbeit, ständig unterwegs und ehrenamtliches Engagement. Wenig Zeit. Ich bin eine gute Sonderpädagogin und aktive Antifaschistin. Ich plane gerade eine Alpenüberquerung mit meiner Klasse." 
 Mir unbekannte Person: "Jaja, das weiß ich doch von XY. Aber wie nimmt man so gut ab und hält das? Wenn ich Stress habe, nehme ich ja immer zu." 
 Krass, einfach nur krass. Scheiß auf Engagement, gute Arbeit, alternative Gesprächsthemen, mein wunderschönes Kleid: Your body is the business. Da half dann auch der Sekt nicht mehr. Ich flüchtete vor die Tür. Traurig, wütend, diskreditiert, nicht ernstgenommen, sprachlos, bedrängt, schutzlos, unverstanden, allein. Rauchen und frische Luft halfen.
 Als das Essen serviert wurde, dann aber irgendwie deprimierende Genugtuung: 


 Hauptgang für vegan Lebende im gehobenen Restaurant mit den 32847 Auszeichnungen im Eingangsbereich. Gemüse sortieren konnten sie, würzen eher nicht so. Salz und Pfeffer standen zum Glück auf dem Tisch. Ja, wenn ich mich immer so ernähren müsste, dann wäre zumindest mein Körper nicht mehr da. Am liebsten hätte ich meinen Teller genommen, wäre aufgestanden und hätte verkündet, dass man genau SO abnimmt und "schlank" bleibt. (Ich muss mich über deprimierendes veganes Essen in solcher "Wir können trotz Klimakrise immer nur noch Fleisch mit Fleisch an Fleisch Sterneküche" nicht noch extra aufregen, oder?) Innerlich brach ich in Tränen aus und mopste den Kindern heimlich die Pommes neben dem Schnitzel auf dem Kinderteller weg. Irgendwann fand ich dann meinen Schutzraum mit den Menschen, die mir am Herzen lagen in dieser Runde, mit Themen, die mir ebenfalls wohler waren. Spannenderweise war ich in diesem Jahr auf mehreren Festivitäten eingeladen. Ich möchte mir ein kleines bisschen Rassismus an dieser Stelle aus Gründen gönnen: Es gab diverse Geburtstagsfeiern in "deutsch" geprägten Kreisen. All diese fielen ähnlich wie die oben genannte aus. Inklusive eben jener Themengebiete UND traurigem Essen für mich. Die einzige Festivität, die absolut oberpositiv aus diesem Rahmen fiel, war die Hochzeit im "türkischen" Rahmen. Bestes Essen (auch vegan), beste Stimmung, beste Gespräche, ausgelassen, schick und doch locker, lustige unbekannte und bekannte Menschen, feinstes Getanze und am meisten gelacht. Was ist nur mit den Kartoffeln los? Und warum fühlte ich mich in einem Rahmen in dem ich nicht sozialisiert bin und wo ich auf mehreren Ebenen zu einer Minderheit gehörte, am Wohlsten? Ich muss noch darüber nachdenken. Fest steht aber: So lange wir uns mit Diäten aufhalten werden wir die Welt nicht ändern und auch nicht ausgelassen feiern. Aber wer kämpft, sollte auch anständig feiern dürfen. Jeden Tag.