Sonntag, 9. September 2018

7 Sachen # 22. 18

 Immer wieder Meistens Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe. 


1. Gelaufen: Als schwarzes Blöckchen durch die umliegenden Viertel im Sonnenaufgang.


2. Gezeichnet: Oder geschrieben oder whatever.


3. Geschmiert: Blau ins Gesicht. Selfcare.


4. Gegabelt: Reste. Restkuchen, Restsahne, Restvanillesoße. Das nenne ich mal Frühstück.


5. Gefeiert: Eine wahnsinnig gute Ausstellung. Eigentlich wollte ich kommende Woche eine Blogpause machen, aber darüber werde ich noch schnell berichten.


6. Gefangen: Nazis nerven mehr als Wespen, aber Wespen kann mensch besser fangen und rauswerfen.


7. Gefaltet: Wäsche. Jemand hatte wohl wirklich schwarze Phase...

 Nächste Woche wird es also hier etwas ruhiger. Aus Gründen. Nichts beunruhigendes. Habt es gut.

Samstag, 8. September 2018

Samstagskaffee und Netzfunde # 21. 18


 Mit 360 Sachen durch die Woche. Läuft bei mir im wahrsten Sinne des Wortes. Bevor ich diesen Blogeintrag tippe, habe ich auch schon Wäsche und mich gewaschen, die Wohnung geputzt, meinen Herbsturlaub gebucht, eingekauft und Kuchen gebacken. Das mit dem Putzen ging recht flott. In der vergangenen Woche war ich nur zum Schlafen, Essen und Duschen zuhause. Wenig Zeit, um Dreck und Chaos zu veranstalten. Im Moment finde ich das alles megagut. So war ich neben der üblichen Arbeit viel im Wasser und auf der Yogamatte, auf diversen politischen Veranstaltungen, habe den Juleclub gerockt und war gestern abend noch auf der St. Pauli Kreativnacht. Eine gute Mischung aus Anstrengung und Spaß. Das eine schließt das andere ja nicht aus. Mittwochabend 10.000 Menschen gegen 180 Faschos oder so in Hamburg. Natürlich war ich auch dabei. Die Zahlen der Teilnehmenden an solchen Demos steigen in den letzten Wochen sehr gut an. Manchmal fühle ich mich dabei ein bisschen wie in der Schule: Da hört mir auch oft niemand zu und weint hinterher rum, weil etwas nicht mitbekommen wurde. Ich merke wie es mich ein bisschen anknuspert. So viele Situationen in den letzten Wochen, wo ich am liebsten immer nur gesagt hätte: "Ich habe es doch schon immer gesagt." Da ging es um Faschismus, um die Anstrengung beim Kinder haben, um nicht funktionierende Inklusion, die auf einmal nicht mehr nur die behinderten Menschen behindert und Veganismus. So viele Anfeindungen und Diskussionen, die ich und wenige andere in den vergangenen Jahren durchfechten mussten.... Aber jetzt mit einem eingeschnappten oder besserwissenden Grinsen zurücklehnen, kann ja auch keine Option sein. Weitermachen, vor allem wenn der Trend wieder abebbt. Ist ja irgendwie wie Sport. Da muss mensch auch immer im Training bleiben. Weh tut es da, wo Menschen sich wegen solcherlei Diskussionen von mir abgewandt haben, weil es ihnen vermeintlich zu anstrengend mit mir wurde.... Die stehen jetzt auf einmal auch an vorderster Front.... Passt das überhaupt in einen Samstagskaffee? Wäre vielleicht nochmal einen eigenen Beitrag wert. Die Themenliste ist ziemlich lang.


 Es gab ein paar total wirre Netzfunde in den letzten Wochen. Für letzte Woche zu wenig, jetzt thematisch immer noch total bunt. Schadet ja aber auch nicht.

 Zweifel an der Polizei kann man mensch in den letzten Wochen ja auch bekommen. Auch am Mittwoch standen in Hamburg die Wasserwerfer aus Berlin (!!!) in Richtung der gegen rechts Demonstrierenden. In Chemnitz besitzt die Bullizei vermutlich auch keine Wasserwerfer und zeigt sich irre hilflos gegen das rechte Gesindel. Was läuft da eigentlich falsch? Immerhin lassen sie sich bei Twitter über ihre Rechte (haha) aufklären.


 Turbojugend gegen Turbokapitalismus. Sowas braucht es mehr in der Stadt. Von wegen, bei denen geht es nur um Party und saufen. Also irgendwie auch, aber dahinter steht eben doch immer mehr. 

 Ein kleines Gartenprojekt in der Stadt, dass wohl demnächst ganz groß rauskommt. Ich war noch nicht da, aber wie mit der Turbojugend: Initiative braucht es. 

 Ich bezeichne mich nicht als aromantisch oder asexuell und lehne (Liebes-)Beziehungen auch nicht ab, aber diese ätzenden Anspielungen auf Singlestatus und Alleine leben kann ich sowas von nachvollziehen. Mal wieder so ein Paradebeispiel zum Thema "Fall bloß nicht aus dem heterosexuellen, monogamen "Liebes"beziehungsrahmen".

 Eine Kuscheldecke sollte ich auch mal wieder nähen. Im Birkenstil! Ich bin ein bisschen in Love. 


 Ich werde das Wochenende dann mal mit Atmen verbringen. Die Luft draußen ist so schön herbstlich. Habt es gut, bleibt aktiv oder fangt auch mal an, was zu tun, für etwas zu kämpfen. Noch bei Andrea vorbei und dann hinaus.

Donnerstag, 6. September 2018

Artischocken machen glücklich


 Artischocken esse ich ja furchtbar gerne. Ganzjährig eingelegt am liebsten auf der Pizza. Aber jetzt gerade auch gerne mal so frisch und in Urform. Ich mag die Art sie zu essen. Das erzwungen Langsame. Ich bin ja kein Mensch für langsam, da finde ich solche kleinen Zwangverlangsamungen ganz hilfreich.


 Dann am besten noch mit einem lieben Menschen gemeinsam. Da hat man auch ausreichend Zeit zum quatschen.






 Übrig bleibt irre viel "Müll", erstaunlich volle, satte Bäuche und bestenfalls Herzen. Esst Artischocken! Gemeinsam! Und für die, die keine mögen, haben JOINT VENTURE vor Jahren schon ein schönes Lied dazu gesungen.

Dienstag, 4. September 2018

You´ll never walk alone


 Es ploppt ja öfter mal die Diskussion um mangelnde Taschen an Klamotten für Frauen* auf. So seien sie immer genötigt, eine Tasche mitzunehmen. Richtig. Auf der anderen Seite frage ich mich allerdings, wie der ganze Krempel, den ich immer so brauche, in eine Tasche an Rock oder Hose passen soll. Schlüssel, Handy, Portemonaie und Rauchzeug müssen bei mir mindestens mit. Dafür müsste ich so Klamotten im Cargostyle tragen. Mag ich nicht. Ich bin erklärte Gürteltaschenfanin. Ich habe diverse Kaufmodelle. Muss ja farblich immer zur Klamottenwahl passen. Selbst genäht habe ich allerdings lange keine mehr. Nun aber doch. Und zu dieser Tasche gäbe es so viele Themen zu vernetzen: Fußball, Demos, Upcycling, Resilienz und Resilienzfaktoren, Musik,


 Das Schnittmuster stammt tatsächlich aus einem Buch von der Nähmarie (Werbung, weil war mal ein Rezensionsexemplar). Irgendwie habe ich die Schnittvorlage aber wohl etwas zu groß kopiert. Die Gürteltasche erscheint mir zumindest so. An meiner Gürteltasche sind nur der Reißverschluss und das Garn neu. Der Stoff war mal eine Kothe (Pfadfindendenzelt), die Schnallen und Riemen stammen von meinem ausgemusterten Wanderrucksack. 


 Es passt alles rein. Im Zweifel sogar noch ein Baumwollbeutel, sollte ich irgendwie auf dem Weg noch einkaufen wollen oder so.


 Geldbeutel passt hinten in so eine Art Geheimfach. Man kommt von Außen nicht so leicht ran.


 Für mich wird das hier auf jeden Fall eine super Begleitung auf Demos und im Stadion. Eben überall da, wo große Taschen mehr als nervig sind und man die Hände zum Schütteln und Jubeln braucht. Passend dazu auch der Stick der Textzeile "You´ll never walk alone..." Das ist nämlich so eine Sache, die man nicht tun sollte. Weder auf Demos, noch beim Fußball, noch im Leben. Menschen finden, die einen gut begleiten ist in allen Lebenslagen wichtig. Im Hinblick auf Resilienz ist das nämlich auch sehr wichtig. Menschen, denen man vertrauen kann, die einen beraten und stützen können sind wichtig. Menschen, mit denen man gemeinsam kämpfen kann. Dabei ist es egal, in welcher Alterstufe man sich da bewegt. Meinen Lernenden gebe ich immer mit auf den Weg, dass es wichtig ist, erwachsene Ansprechpersonen zu haben, denen man vertraut, die auch außerhalb der Familie zu suchen und zu finden sind. Für die Krisenzeiten im Leben. Natürlich ist da auch wichtig, dass ich eine solche Person für meine Lernenden sein kann. Und ja: Ich war ihre Lehrerin, aber an meiner letzten Schule kamen viele Kids mit Sorgen und Nöten zu mir, mit denen ich im Leben nicht zu meinen Lehrenden gegangen wäre. Oft hatte ich das Gefühl, dass ihnen das auch wirklich geholfen hat. Auch das macht stark. Selbst ein Resilienzfaktor zu sein. Ein schöner Kreislauf. Finde ich. Ebenso auf Demos gegen die alltäglichen Wirren der Welt. Nicht alleine sein.


 Und wer meint, alleine zu sein, der versuche mal, sich umzuschauen. Manchmal muss man losgehen, um nicht alleine zu sein. Auf die Menschen zu. Irgendwo finden sich immer ein paar Menschen, die offen sind, auch wenn man sie nicht sofort sieht. 

 Und manchmal muss man die Beziehungen zu Menschen auch mal einfach so pflegen, ohne, dass man sie gerade braucht oder sie einen brauchen.  Und wie schön, diese Textzeile ist, das weiß mensch, wenn man mal im Stadion steht und dieses Lied aus tausenden Kehlen gesungen wird. Spannenderweise funktioniert das in einer Menge Stadien, für eine Menge Vereine obwohl dieser Song eigentlich nie als Fußballhymne gedacht war. Zu hören nochmal hier. Es gibt sogar eine Doku über diesen Song, die ich leider noch nicht gesehen habe. In die Dienstagssammlung darf der Beutel heute auch noch.

Sonntag, 2. September 2018

7 Sachen # 21. 18

 Immer wieder Meistens Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe. 


1. Gerahmt: Den Maulwurf am Millerntor.


2. Genäht: Einen Patch fest.


3. Gebuddelt: In der Erde und Pflanzen umgetopft.


4. Gesteckt: Ein Schiffchen an meine Mütze.


5. Geschrien: Auch mit den Händen. Hat nix genützt...


6. Geschwenkt: Ein Fähnchen. Wegen weil und überhaupt. Wichtig!


7. Geschüttet: Hopfenwasser in mich. Bot sich so an.

 Mittwoch dann wieder gegen die Faschos. Kommt trotzdem gut durch die Woche.

Samstag, 1. September 2018

Samstagskaffee # 20. 18


 Samstagskaffee heute ohne großartige Netzfunde. Ich bin ein ziemlich im Flow und hatte vergangene Woche keine Zeit, mich groß im Netz rumzutreiben. Irgendwo zwischen Arbeit und Arbeit, Sport und Politik fehlte die Zeit auf dem Sofa. Aber das ist nicht weiter schlimm. Ich finde das gerade ziemlich fantastisch. Jemand meinte schon, dass das Rumgehänge in den Ferien würde mich einfach schlecht drauf bringen und es sei gut, dass das jetzt ein Ende hätte. Irgendwie richtig. Dabei sind in vier Wochen schon die nächsten Ferien.


 Zu den aktuellen politischen Geschehnissen hatte ich mich am Donnerstag schon positioniert. Unter meinem heutigen Samstagskaffee liegen die Vorbereitungen für die nächste Demo. Meine neue Politaktionsgruppe wird natürlich am Sonntag auf der Demo für die Seebrücke teilnehmen. Schaut euch mal die Termine an, vielleicht ist da ja auch was für euch dabei. Kommenden Mittwoch kommen in Hamburg die Faschos wieder aus ihren Löchern gekrabbelt und auch dafür ist schon mobilisiert. Meine Teilnahme zugesagt. Natürlich. Die Faschos haben die Demos schon bis in den Dezember angemeldet. 


 Und natürlich wird es wieder "nur" ein verzweifeltes Anschreien gegen die eigene Hilflosigkeit sein. Das hatte ich hier schonmal geschrieben. Irgendwie ja eigentlich alles. Ob es helfen wird, ist fraglich. Vielleicht geht es auch nur um SOS im ureigensten Sinne. Der Seele helfen, nicht an der Verzweiflung zu zerbrechen, weil man auf solchen Demos eben sehen kann, dass man mit dieser scheißverdammten Hilflosigkeit nicht alleine ist. Nachhaltiger Aktionismus und so. So wenig Arschloch wie möglich sein und es wenigstens versucht haben. 

 
 In diesem Sinne mache ich jetzt mal weiter mit den Demovorbereitungen und muss mal zusehen, dass irgendwie noch was zu Essen ins Haus kommt. Zum Einkaufen bin ich die ganze Woche nämlich auch nicht gekommen. Bei Andrea vorbei und dann wünsche ich ein seelenpflegendes Wochenende!

Donnerstag, 30. August 2018

An der Wand in Hamburg: Politik


 Politik findet auch an Häusern und deren Wänden statt. In Hamburg nach gefühlten Jahren ohne große Messagekleberei seit G20 wieder mehr. Und da gibt es so einige Themen: Faschismus, NSU, G20, Getrifizierung, europäische Abschottung...



 Besonders hervorzuheben, die Plakataktion nach der Urteilsverkündung im NSU-Prozess. Eine Anklage an den Rechts(!!!)staat. Gerade die aktuellen Geschehnisse zeigen einmal mehr, dass da schlimm was schief läuft. Bei Stuttgart 21 und bei G20 wurden die Gegenproteste niedergeknüppelt und nun sind es auf einmal Faschos, gegen die der Staat und die Polizei so hilflos sind? Eine Republik schrie auf, als in Hamburg die Autos brannten, Politikmenschen besuchten die verstörten Menschen danach und kündigten Entschädigung an, verurteilte den vermeintlich linken Mob schnell und hart und kündigte Maßnahmen an. Zu Chemnitz zeigt man sich da derzeit erschreckend sprachlos.... Und dann die Menschen, die meinen Solidarität aus der Ferne in Form von Demonstrationen in anderen Städten würden da auch nicht helfen, das "Problem" sei ja der Osten, bzw. nur im Osten und man hätte das in anderen Städten nicht... Ich will(!!!) es nicht verstehen.







  Für offene Zäune, Solidarität und Widerstand. In Chemnitz und überall! Immer! Und wenn die Erinnerung an diese Grundsätze an Wänden im Gedächtnis gehalten werden muss, dann ist das kein Vandalismus, sondern zwingende Notwendigkeit.