Sonntag, 8. Oktober 2017

7 Sachen # 31. 17

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe. 


1. Gepflegt: Die neuen Schuhe. Ich bin mittlerweile wirklich bei Schuhgröße 43 angelangt. Die Wanderschuhe sogar in 43,5.... Es ist zum wahnsinnig werden. Man komme mir bittebitte nicht mit Produktionsbedingungen in der Schuhindustrie. Es ist schon schwer genug überhaupt (schöne) vegane Schuhe für die benötigten Zwecke zu finden und für barfußlaufen kann ich mich nicht so recht begeistern.


2. Gymnastiert: Zumindest fühlt es sich immer so an, wenn ich zu guter Musik auf dem Boden Klamotten zuschneide.


3. Getüftelt: An einer Idee für Heidi. #notheidisgirl, damit das klar ist.


4. Getanzt: Was macht man, wenn der Nagellack auf den Fingern trocknet und man nichts anfassen sollte? Genau: Tanzen! In der Sonne im Arbeitszimmer. Muss ja auch mal sein.


5. Geschnürt: Die neuen Schuhe und hinaus in die Herbstsonne. Die Regenreste der letzten Woche jucken da nicht. Der Müll ist natürlich nicht von mir.


6. Gesetzt: Die Mütze ab. Mit Kaffee in der Sonne am Parc Fiction die Aussicht auf den Hafen und die St. Pauli Freakshow genossen. Bestes war der Typ, der an seinen offensichtlichen Kumpels vorbei ist und winkend meinte: "Sorry, Jungs, keine Zeit. Muss zu meiner Frau. Liebe machen." Hach, Hamburg!


7. Genäht: Wieder zuhause. Auf meinem Spaziergang hatte ich so eine Idee. Wo gehts hier bitte zum Winter-CSD? Eine passende, warme Klamotte hätte ich da. Morgen gibt es ein paar Bilder von meinem Herbstsonnenspaziergang. Habt eine gute Woche!

Samstag, 7. Oktober 2017

Samstagskaffee und Netzfunde # 27


 Kann so eine Arbeitswoche nicht einfach immer drei Tage lang sein? Das fände ich ganz großartig und man hätte wirklich Zeit für die anderen wichtigen Dinge im Leben. Ich mag meinen Job ja, aber es gibt einfach zu viel, was ich noch mag. So habe ich mal wieder angefangen eine Familie mit behindertem Kind ehrenamtlich in die Beratung zu nehmen. Das ergab sich so. Wegen Hilferufen. Das ist okay und irgendwie auch schön. Vertrauen wird mir geschenkt, meine Kompetenz wertgeschätzt, ich bin die aus der gesellschaftlichen Ecke, von der solche Familien sonst nicht viel Gutes zu hören bekommen und man vertraut mir dennoch. Welche Ehre. Und dann noch die Gewerkschaft. Ich habe mich so lange um die Mitgliedschaft herumgedrückt. Nicht weil ich die Gewerkschaft nicht mag, sondern weil ich mich kenne. Ich wusste, dass ich die Füße nicht lang still halten kann, wenn ich einmal so einem Verein angehöre. Immerhin hat es -die Demos ausgenommen- 1,5 Jahre gedauert. Aber jetzt will ich in dieses Gremium rein. Mein Name wird auf dieser Liste stehen. Nachher werde ich diesen Brief zur Post bringen. Jaja. Meckern können alle, ich mach da lieber mal was. Und ja genau: Ich habe definitiv noch nicht genug Hobbies für dieses eine Leben. Als ob der Sturm am Donnerstag mir ordentlich Schwung gegeben hätte.



 Ein paar Netzfunde gab es diese Woche auch. Bitteschön:

 In Anbetracht dieser Sammlung bester Beispiele "deutscher Leitkultur" am Beispiel Oktoberfest, erscheint unbedingt wichtig, eben jene zu wahren. NICHT!!! Und man ziehe hier bitte keine Vergleiche zum rheinischen Karneval. NIEMALS! Zur Reeperbahn an einem normalen Wochenende aber bitte gerne. 

 "Während Kinderhaben auf dem Arbeitsmarkt heutzutage als eindeutiger Wettbewerbsnachteil gelte, nutzten die Arbeitgeber die Kinderlosen gnadenlos aus. Folge: die vielgepriesene Vereinbarkeit von Familie und Beruf werde in vielen Unternehmen auf dem Rücken der kinderlosen Kollegen ausgetragen, die dann eben mehr arbeiten müssten." (Zitat ebd.) Desweiteren Grabenkämpfe im Privaten. Kinderlose Menschen sind egoistisch, Eltern rücksichtslos, usw. usf.. Kann ich bekanntermaßen als kinderlose Frau ohne Kinderwunsch auch ein Lied von singen. Achgottchen. Vermutlich enthält dieses Buch einen ganzen Berg Wahrheit des Krieges der beiden Parteien, die von der Politik ordentlich angestachelt wird. Können wir uns nicht endlich alle einfach mal lieb haben, rücksichtsvoll sein, uns gegenseitig unterstützen und diesen Haufen Kinder gemeinsam groß und stark bekommen? Und vor allem gemeinsam für eine Welt kämpfen, in der Kinder gut aufwachsen können? Hallo Politik?!?!

 Ich möchte an dieser Stelle gerne ausnahmsweise mal auf eine Crowdfundingaktion aufmerksam machen. "Our Piece Of Punk" wird wohl ein Buch, das ich dann auch gerne in meinem Schrank nicht missen möchte. Ich werde da im Laufe des Wochenendes wohl auch noch ein paar Kronen in den Topf werfen. 

 Eine niesende Eule. Einfach so, weil niedlich. 

 Es ist Herbst. Ab aufs Sofa, sticken. Hier eine kleine Sammlung von inspirierenden Stickbildern.  


 Kaffee austrinken und los. Wochenenderledigungen. Einiges steht auf der Liste. Kommende Woche werde ich noch bloggen und dann mache ich Herbstferienpause. Ich muss ja auch mal wieder Dinge erleben, über die ich dann bloggen kann- hihi. Noch zu Andrea und dann auffi! Habt es muggelig!

Freitag, 6. Oktober 2017

Magisch mit Ohrwurm


 Ja, ich hatte Musik mit auf meiner Wanderung. Irgendwann am ersten Abend an einem See stolperten meine Ohren und mein Herz über einen alten Song von ROCKY VOTOLATO: "Death Right". Vermutlich eigentlich ein Liebeslied. Doch ich habe es nicht so mit romantischer Liebe und es passte so sehr zu all dem, was ich da durchwanderte, was ich sah, hörte, schmeckte und roch. Darum heute Liedtext mit ganz furchtbar magischen Bildern, die am vorletzten Tag der Wandertour, kurz vor Hökberg entstanden sind.


ROCKY VOTOLATO- Death Right

You'll die young if you live so carefully
There are risks you must take to pay this world
I know it would never be that easy
I have not yet earned the right to die
I want you to hear me screaming
I want you to notice what goes on
Temptation and evil demons crawling the earth hiding in every corner
I've seen men crippled in anger
The sun burns alive in silence
I've seen men wallow in fear
Inaction acts as a blade across the throat
I'll learn how to make decisions
I'll stick by my word, won't let you down
I swear by the grave that's calling
Nothing will stop me from doing what must be done
Something here is still innocent
It doesn't matter if you decide not to believe it
There are still places where the magic can breathe
I want to breathe it in
I want to lay down and never leave
We're stalking the ancient mariner
Through waters he takes his lonely course
Once powerful once beautiful
Extinction lingering these things are no more
I love you I'll never leave you
Though I may be gone for years on end
I will never be separate
Lovers through the lives before and after
Something here is still innocent
It doesn't matter if you decide not to believe it
There are still places where the magic can breathe
I want to breathe it in
I want to lay down and never leave




 Magische Orte, die man niemals verlassen möchte.... Wie wahr, wie wahr. Es muss nicht immer zwischenmenschliche Liebe sein. Ziemlich emo das Ganze. Freutag. Und ein bisschen Fernweh.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Mein Bauch gehört mir (nicht)


 Lange, lange schiebe ich diesen Beitrag schon vor mir hier. Weil er kompliziert ist, weil er eigentlich privat ist, aber irgendwie doch große politische und gesellschaftliche Dimensionen hat. Es soll um freiwillige Sterilisation gehen. Ein Thema, das man in Deutschland und auch sonst besser nicht mit der Kneifzange anpackt. Aus geschichtlichen Gesichtspunkten ist es höchstheikel. Nicht nur zu düstersten NS- Zeiten wurden massig Menschen, die eine Behinderung oder psychische Krankheit hatten oder sonstwie als nicht Vermehrungswürdig galten, gegen ihren Willen zwangsterilisiert. Die Sterilisierung behinderter Menschen ist in Deutschland zwar rechtlich offiziell schwierig, wird aber durchaus noch durchgeführt. Ich hatte in meinem Job schon Eltern in der Beratung, denen Gynäkologiemenschen nahe gelegt hatten, ihre oftmals gerade anfangspubertierenden Töchter sterilisieren zu lassen. Da fällt mir hochprofessionell alles aus dem Gesicht und eine Schimpftirade entfleuchen mir. Mittlerweile kenne ich gynäkologische Praxen, die auf geistig behinderte Frauen spezialisiert sind und Sexualerziehung taucht in meiner Arbeit eh immer wieder auf. Eine der größten "Gefahren" für sterilisierte, geistig behinderte Frauen ist Missbrauch durch Betreuungspersonal und durch Familienangehörige, die davon wissen. Zum Einen "weil ja nichts passieren kann", zum Anderen, weil eine anständige, umfassende Sexualerziehung mit der Sterilisation als unnötig und überflüssig abgetan wird. Die betroffenen Frauen wissen teilweise nicht, was da mit ihnen gemacht wird und dass sie "Nein" sagen dürfen, bzw. nur "Ja" eben "Ja" heißt. In dem Zusammenhang steigt auch die Gefahr von Missbrauch durch Mitbewohnende in Heimen. Kann man in Fachliteratur zum Thema "Geistige Behinderung und Sexualität" nachlesen, wahlweise in meiner 1. Staatsarbeit. Gesicherte Studien dazu kenne ich nur aus den USA. Dürfte hierzulande nicht anders sein und die Dunkelziffer überall erschreckend. Dunkeldeutschland eben.


 Und was ist mit meinem Bauch? Da drin steckt auch ein Gebärorgan. Es soll gebären. Kinder. Das erwartet die Gesellschaft von meinem Bauch. Ich habe aber keine Lust dazu. Hatte ich noch nie. Ich möchte kein Kind und Kinder schonmal gar nicht. Zumindest nicht aus meinem Bauch. Das doofe ist, dass die Gefahr besteht, dass ich schwanger werde. Das ist das mit den Bienchen und Blümchen und so. Möchte ich das verhindern, habe ich natürlich viele Möglichkeiten. Ich habe meine erste Pille mit 18 eingeschmissen. Seit dem bin ich auf Hormonen. Die hormonelle Verhütung ist in meiner Wahrnehmung in den letzten Jahren mehr und mehr zu Recht in Verruf gekommen. Die Pille erhöht das Risiko eine Depression zu bekommen, oder Thrombosen, verminderte Libido, Gewichtszunahme.... Die Liste ist lang. Gerüchteweise gibt es Beipackzettel in Medikamenten nur, weil die Pille so viele Nebenwirkungen hat. Sie war das erste Medikament mit Beipackzettel. Eine Pille für den Mann hat nach derzeitigem Forschungsstand die gleichen Nebenwirkungen und würde darum keine Zulassung mehr bekommen. Natürlich gibt es Alternativen zur Pille, aber sind die auch so "praktisch"? Temperatur- und Schleimkontrolle, Kondome, Diaphragma... Meines Erachtens nach Nervscheiß. Natürlich: Kondome wegen saver Sex unschlagbar, aber in einer festen sexuellen Beziehung? Wenn ich keine Kinder haben will, niemals? Schon mit Mitte 20 brachte ich bei meiner Frauenärztin also das Thema Sterilisation auf. Das würde mich mit meiner Einstellung auf die sichere Seite schieben, zumindest was das Kinderthema angeht. Mir ist klar, dass das eine Operation mit den entsprechenden Risiken ist, aber sind es die Hormonpräparate nicht auch? Oder eine eventuelle Abtreibung, falls doch mal ein Gummi nicht dicht ist oder sonstwas schiefgeht? "Natürlich" hat sie mich abgewimmelt, mir erzählt, dass ich damit zu keinem Medizinmenschen gehen müsste, bevor ich 40 bin oder mindestens ein Kind hätte. Die gleiche Aussage kassierte ich von zwei weiteren Frauenärztinnen in unterschiedlichen Altersstufen meinerseits. Ich bringe das bei jedem meiner Kontrolluntersuchungen zur Sprache. Wohlbemerkt war eine der Gynäkologinnen davon diejenige, die mir eine kosmetischen Brust OP nahelegte... "Abgeschlossene Familienplanung" bedeutet, dass ich bereits Mutter bin, nicht, dass ich mich dagegen entscheide. Auch bei anderen Beratungsinstitutionen. Es gibt von der Bundesärztkammer keine entsprechenden Leitlinien zum Thema Sterilisation. Ebenso keine politischen. Zumindest habe ich keine gefunden. Die Ablehnung meines Sterilisationswunsches erscheint mir mehr als willkürlich. Gesellschaftlich beeinflusst?


 Menschen, denen ich von diesem Wunsch erzähle schauen mich auch nur entgeistert an.  
 "Aber wenn du doch mal ein Kind willst?"
 "Und was passiert, wenn du einen Mann kennenlernst, der unbedingt ein Kind will?"
 "Entwicklungspsyhologisch wird noch so viel in deinem Leben passieren!"
 "Du würdest das irgendwann bereuen."
 Mäh!!! Wenn ich doch nochmal ein Kind will, dann gibt es durchaus auch andere Wege, eines zu bekommen. Es muss ja nicht aus meinem Bauch kommen. Ich bin Pädagogin. Sollte sich meine Einstellung zum Heiraten ähnlich entwickeln, wie die zu eigenen Kindern, wäre ich prädestiniert für eine Adoption oder als Pflegemutter. Der Mann kann dann gerne einer anderen einen Braten in die Röhre schieben. Was soll ich mit einem Mann, der meine Einstellung zu einem so wichtigen Thema nicht teilt? Und als ob ich das nötig hätte: Mit einem Kind einen Mann an mich binden... Entwicklungspsychologie ist mein Job, habe ich auch über das Schulalter hinaus studiert und in meine Überlegungen mit einbezogen. Ich bin ein Mensch, der durchaus denk- und reflektionsfähig ist. Der Wunsch nach Sterilisation ist ja nicht aus einer Alkohollaune heraus entstanden. Ich kann mich an keine bisherige prägende Entscheidung in meinem Leben erinnern, die ich ernstlich bereut hätte. 


 Mein Bauch gehört mir also nicht wirklich. Er gehört der Gesellschaft, die bestimmt, was ich damit zu tun habe. Es erstaunt und schockiert mich sehr, dass geistig behinderte Mädchen die Sterilisationsempfehlung ohne Probleme bekommen. Sie nichtmal gefragt werden. Ich darf diese Entscheidung als Frau aber nicht selbst treffen. Eigentlich auch egal ob (geistig) behindert oder nicht. Mal wieder entscheiden andere darüber, was frau mit ihrem Bauch machen darf. Andererseits: Ich darf den Beruf wählen, den ich möchte, ich darf lernen, studieren, Steuern zahlen, wählen gehen. Ich darf mich tattowieren und piercen lassen, ich dürfte mir Fett absaugen und die Brüste liften lassen, aber über meine Gebährfähigkeit darf ich nicht entscheiden. Ich darf mich mit Hormonen kaputt machen und (bedingt legal) abtreiben. Aber die für mich beste Entscheidung über meinen Körper und mein Leben darf ich nicht treffen. In was für einer Welt leben wir eigentlich? Gibt es eigentlich feministische Menschen, die sich jemals damit beschäftigt haben? Sexuelle Selbstbestimmung und Aufklärung für alle Menschen, ob mit oder ohne (geistige) Behinderung. Ich verhüte derzeit übrigens mit Hormonspirale. Ich muss sie bis zur magischen 40 noch einmal wechseln lassen... Und dann sehe ich mal weiter.... Sexuelle Selbstbestimmung bei heterosexuellem Geschlechtsverkehr erfordert Opfer. Immer noch auf Seiten der biologischen Frau. Für Männer gilt das übrigens nicht. Freiwillige Sterilisation bei Männern funktioniert hierzulande weitestgehend problemlos und wird ohne große Umstände auch schon ab Ende 20 durchgeführt. Kann man auch mal so arbeiten lassen.


 Wenigstens über meine Klamotten darf ich selbst bestimmen. Und ich kann sie selber machen. Ein neues Shirt, ein neuer Rock (alte Bettwäsche) und eine neue Leggins über meinem Bauch, der keine Kinder kriegen wird, unter meinem Kopf, der keine Kinder haben will und sauer darüber ist, dass er so nicht denken und handeln darf. Die Klamottenchnitte sind selbstgebaut. Ich kann ja selber denken und darf das an dieser Stelle auch. Wow! Und heute in der Donnerstagssammlung und am Ende des Monats in die Politisierungssammlung.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Ich weiß, wie man Feuer macht


  Du weißt nicht wie man Feuer macht? Ernsthaft? Püh! Da kann ich ja nur lachen. Ich weiß, wie man Feuer macht. Jahrelanges Training bei den Pfadfindenden. Bei jedem Wetter bekomme ich ein Feuer an. Und jedes Mal, wenn Nichtpfadfindende versuchen, ein Feuer in Gang zu bekommen, rollen sich mir die Fußnägel hoch. Da wird Papier angezündet, Grillanzünder, flüssiger Brandbeschleuniger verwendet und weiß der Geier was noch. Zuletzt erlebt auf meiner Wanderung auf dem Vasaloppsleden. Dumm und gefährlich. Macht man nicht. Dabei ist Feuer machen doch so einfach. Und damit alle anderen das jetzt auch mal können, mache ich euch heute mal ein bisschen den Rüdiger Nehberg. Funktioniert an offenen Feuerplätzen und im Kamin. Vorneweg schicke ich natürlich, dass Feuer nur auf ausgewiesenen Feuerplätzen gemacht wird. Wild Lagerfeuern ist in Deutschland schlimm verboten! Das Feuer niemals unbeaufsichtig lassen! Bei zu großer Trockenheit macht man natürlich kein Feuer im Wald oder sonstwo! Für Waldbrände egal wo übernehme ich keine Verantwortung. Übernehmt selbst Verantwortung! Gefälligst!


 Gute Vorbereitung ist alles. Alles Holz was benötigt wird, sammelt man am Besten, bevor man das Feuer anzündet. Wenn es mal brennt, will man nur noch im zauberhaften Feuerschein sitzen und genießen und nicht für Nachschub sorgen. Wie man auf dem Bild sehen kann, hilft es, Holz in verschiedenen Stärken zu sammeln. Man braucht auch nicht unbedingt Säge und Spaltaxt. Im letzten Schwedenurlaub mit dem Fussel hatten wir beides nicht zu Hand, aber im Wald lag genug Holz rum. Nehmt totes, trockenes Holz. Sammelt am Boden. Frisches Holz brennt nicht. Noch ein kleiner Trick 17: Laubholz brennt heißer als Nadelholz. Ist hilfreich, wenn man kochen möchte. Außerdem hat Laubholz den Vorteil, dass es im Feuer nicht "aufplatzt" und Funken durch die Gegend fliegen und unschöne Löcher in Klamotten brennen. Wer natürlich ein richtig schön knackendes Feuer haben will, greift zu Nadelholz. Hat was mit der Holzstruktur zu tun, aber das würde hier und jetzt den Rahmen sprengen.


 Echte Pfandfindende schaffen es ein Feuer mit nur einem Streichholz anzuzünden. Das ist tendentiell super, doch manchmal sind die Dinger auch echt unpraktisch, weil sie eben durchweichen können, wenn es viel regnet. Feuerzeug tut´s auch.


 Dieses dünne, tote Tannenreisig ist ein super Anzünder. Das kann man an großen Tannen ganz unten einfach abbrechen. Dadurch, dass es im Wald ganz unten aber noch am Baum hängt, ist es auch meistens trocken. Etwa eine Hand voll davon bündeln und dann unten anzünden.  


 Das Bündel so lange fest- und zusammenhalten, bis es gut brennt. Kurz bevor man sich die Finger anbrutzelt, legt  man es vorsichtig auf die Feuerstelle. Passt auf, dass es nicht auseinanderfällt.


 Auf das brennende Reisig legt man dann vorsichtig die nächststärkeren Holzstücke. Feingespaltenes Holz geht auch. Kurz warten, bis auch diese Holzstücke Feuer gefangen haben.


 Vorsichtig kann man dann die nächstdickeren Holzstücke drauflegen und schon brennt das Lagerfeuer. Danke an den Fussel fürs Fotos knipsen. Der kann jetzt auch total super Feuer machen.


 Richtig super ist übrigens auch Birkenrinde zum Anzünden. Natürlich wird sie nicht von lebenden Bäumen abgepopelt. Auf meiner Wanderung auf dem Vasaloppsleden hatte ich das Glück öfter an Birkenholz zu kommen, das schon gefällt und trocken war. Da habe ich immer große Stücke abgepuhlt und hatte immer welche im Rucksack dabei. Die kann man dann einfach auf die Feuerstelle legen, kleine Stöcke oder gespaltenes Holz drauflegen, anzünden und fertig. Brennt wie nichts gutes.


 Wenn das Feuer dann brennt, kommt die Gemütlichkeit von ganz alleine. Wenn man mit einer großen Gruppe um ein Feuer sitzt und alle schweigen ist das keineswegs so unangenehm, wie wenn man mit einer Gruppe ohne Feuer zusammensitzt. Eine Feststellung aus Pfadfindendenzeiten. Feuer ist wie Fernsehen. Nur unendlich viel geiler. Wenn ich in Schweden wandern bin, habe ich auch nie einen Gaskocher oder so nen Quatsch dabei. Über Feuer kann ich viel besser kochen als am Herd. Und zwar mehr als Stockbrot. Jetzt wisst ihr Bescheid, oder? Und niemals Papier, Grillanzünder oder Tannenzapfen nehmen. Ist klar! Am Freitag darf das noch in die Grünzeugsammlung.

Montag, 2. Oktober 2017

Politisiert euch: Ergebnisse im September und neue Sammlung

 Es ist der erste Montag im Monat, Zeit für eure Beiträge! Unter dem Motto: "Zeigt das Politische im und beim Handarbeiten auf", veröffentliche ich jeden Monat eine Sammlung von Blogbeiträgen aus der Handarbeitssektion. Und diesen Monat gibt es wieder mehr Beiträge. Es war ja auch ein Monat, in dem sich kaum jemand der Politik entziehen konnte. Die Bilder stammen von den entsprechenden Bloggenden.

https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjVvdykHjvcRbpehFyhTGApV3QU36N2DSWy75Q2WjwaEZM46_oqr229dGKYZvG75vglxLQY2_fOXf1-zsqKCuU-wYDBfjXZnrzFRdBNsvrAmjDM1T4nYrx22OprHFG2Uwk-8UG6BhWsCB7l/s1600/Geh+wa%25CC%2588hlen+2.jpg
 Lisas Beitrag möchte ich heute zu allererst erwähnen. Sie hat kurz vor der Bundestagswahl einen großartigen Artikel hingelegt, der wirklich ungefähr jeden dünnen Faden aufgezeigt, der von der Nähmaschine hin in die politische Welt zieht. Über die guten Seiten von Globalisierung, Rede- und Meinungsfreiheit, Vernetzung im Internet, Kinder, behinderte Menschen, Menschen unterschiedlichster Herkunft, Alleinerziehende.... Primär ging es darum, zur Wahl zu gehen. Unterschwellig aber durchaus um die Wahrung der demokratischen Werte, von Europa und dem Kampf um den Erhalt von Vielfalt. Schön, auch ihr Aufruf dahingehend, dass man sich eben nicht hinter der Nähmaschine verschanzen darf. Fantastisch!

 Zu den Nachwehen der Bundestagswahl hat sich Sabrina Gedanken gemacht. Dabei hat sie sich auf das Frauenbild der blau angemalten Scheiße konzentriert und laut dagegen gewettert. Das dazu entstandene Monsterchen kann nur für das Auftreten stehen, welches wir alle in den nächsten Jahren an den Tag legen müssen: Wild und kraftvoll! Und das ist ja schlimmerweise nur eine Seite, bei der man aufmerksam sein muss. Da brauchen wir noch viele Monster mehr, befürchte ich.

 Die Radaufrau hat sich auch mit den Gedanken nach der Wahl beschäftigt. Da ging es zum einen um die schönen Dinge im Leben, auf der anderen Seite aber eben auch darum, dass man jede Chance des zwischenmenschlichen Kontakts nutzen muss, um mit den Menschen zu reden, zu diskutieren, zu denken und gemeinsam zu handeln. Auf allen Ebenen überall. Auch da war das Handgearbeitete einmal mehr der Anlass, kritische Gedanken in Kreise zu tragen, die sich (zu sehr) auf das Schöne konzentrieren. Politik ist eben überall und politisches Denken und Handeln kommt von überall. Das Bild der Streichholzschachtel habe ich aus dem Beitrag ausgewählt, weil ich ja grundsätzlich das Gefühl habe, dass es bei all der politischen Scheiße IMMER "nur" ums Geld geht. Das kann es doch nicht sein.

https://gruenernaehen.files.wordpress.com/2017/09/grc3bcner-nc3a4hen-sweathose-klimperklein-4.jpg?w=600&h=506

Über Tragebilder von Kinderklamotten hat sich Karin geäußert. Dabei ging es um die Problematik, Kinderbilder im Netz komplett mit Gesicht zu zeigen. Mal abgesehen von gruseligen Warnungen, zeigte sie dort auch ein paar Aspekte auf, weshalb es erschreckend heilsam ist, Likes für Bilder der eigenen Kinder im Netz zu bekommen. Dass man Bilder von Kindern trotzdem nicht ins Netz stellen sollte, wird aber ziemlich deutlich. Das zeigt ja auch mal wieder auf, dass Eltern im analogen Leben wahrhaftig einfach mehr Unterstützung und Anerkennung bekommen sollten, bevor sie ihre Kinder in virtuelle Gefahr bringen. Da können alle helfen.

https://gruenernaehen.files.wordpress.com/2017/09/grc3bcner-nc3a4hen-birgitte-tee-maria-denmark-2.jpg?w=600&h=502

Ein weiterer Beitrag von Karin beschäftigt sich einmal mehr damit, dass Geiz beim Hobby eben nicht geil ist. Es geht um Preispolitik namhafter Schnittanbietender. Über Preispolitik von Handgearbeitetem habe ich mich hier auf dem Blog auch schon echauffiert und das passt ja zu so ungefähr vielem, was man im Leben so käuflich erwerben kann. Beim Klamottenschweden einkaufen, Billigstoffe oder liebevoll Handgearbeitetes zu Schleuderpreisen. Das macht eben auch beim Verkauf von Klamottenschnitten und Handarbeitsanleitungen im Netz nicht Halt. Den Bogen zur Unterschätzung des Wertes (meist) weiblicher Arbeit zieht Karin sanft, das sollte man aber auf gar keinen Fall vergessen. Kapitalismus eben mal wieder. Wie beim Beitrag der Radaufrau oben erwähnt. Dazu hat Karin ein fabelhaftes Shirt nach einem Schnitt mit anständigem Preis gezaubert (das wäre ja fast untergegangen).

Umwelt oder Menschen? - Recycling Zeichenblock - Zebraspider DIY Anti-Fashion Blog
 Sehr spannend fand ich auch Janinas Beitrag zum Thema "Umwelt oder Mensch". Vor allem, weil sie darin die Unterschiede zwischen dem Leben in Deutschland und Großbritannien aufgezeigt hat. Ich war ein wenig erstaunt, wie umweltunbewusst auf der Insel wohl gelebt wird. Mein letzter Besuch dort ist einfach schon zu lange her. Auf der anderen Seite zeigt er aber auf, wo Deutschland noch Nachholbedarf hat. LGBTQ*-Thematik und Barrierefreiheit scheint recht offen gehandhabt zu werden. Es gibt sogar Pflichtseminare für Angestellte, um Diskriminierung vorzubeugen. Dagegen eben Umwelt ein wenig auf der Strecke bleibt. Erstaunlich. Vielleicht könnten sich beide Länder gegenseitig mal ein wenig schulen, bevor der Brexit kommt.


 Und ich? Ich habe mich einmal mehr mit dem Motto meines Blogs auseinandergesetzt. Machs selbst- oder stirb! Das gilt halt eben nicht nur für das Werkeln an der Maschine sondern auch für das gesellschaftliche Handeln. Auch wenn es manchmal daneben geht oder nicht perfekt ist. Tun muss man. Bei mir ist dabei ein gestickter Aufnäher entstanden, der schon seit einigen Monaten meine Jeansjacke ziert.

  Da ist vergangenen Monat ja so einiges zusammengekommen. Ich dankedankedanke euch, dass ihr mir eure Links habt zukommen lassen. Nach dem kleinen Sommerloch hat mich das unheimlich gefreut. Ich hoffe es geht so weiter und wir werden nicht leiser. Es liegt an euch! Weil ich keinen weiteren Post eröffnen möchte, würde ich die Sammlung für Oktober gerne einfach hier unter dem Post einrichten. Gleiches Spiel wie die letzten Male:

 1. Sucht das Politische im und beim Handarbeiten. (Es muss ja auch nicht zwangsläufig was mit Nadeln zu tun haben)
 2. Stellt dabei ein Projekt vor, in dem ihr das Politische gefunden habt, oder bei dem ihr politische Gedanken gewälzt habt. Blogt darüber.
 3. Postet unter diesem Beitrag einen Link zu eurem Beitrag. Schön wäre hierbei ein Hinweis mit Link auf diese Aktion zu meinem Blog. Vermerkt sehrsehr gerne, ob ich ein Bild aus dem Beitrag für die Sammlung verwenden darf. Ende der Sammlung ist der letzte Tag des Monats.
 4.  Menschen ohne Blog, die dennoch einen Beitrag liefern möchten, dürfen mich gerne anschreiben und ich stelle unter bestimmten Umständen einen Gastbeitrag auf meinem Blog online.
5. Habt keine Angst vor Sprache, Formulierungen, Kontroversen, Lücken in der Argumentation. Supportet euch gegenseitig! Irgendwann und -wie muss man einfach anfangen. 
 Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass mit den Händen arbeiten nicht zum Selbstzweck verkommt. Lasst uns Hirn und Flagge zeigen und dass in jeder von uns ein bisschen Supergirl steckt, die die Welt zu einem besseren Ort machen möchte. Veränderungen passieren zuerst im Kopf. Zeigt auf, dass da auch beim Handarbeiten was passiert. Ich hoffe, das alles ist in eurem Sinne. Auf einen aktiven Oktober!

Sonntag, 1. Oktober 2017

7 Sachen # 30. 17

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe. 


1. Gehäckselt: Ingwer. Dazu ein Schuss Zitrone. Es ist wieder Ingwerteezeit. Danach folgten noch je 1,5 Liter Kroiter- und grüner Tee. Nachher sicherlich noch eine weitere Kanne Kroitertee zum Abendbrot. Ich muss immer lachen, wenn die Leute sagen, man muss -wegen was auch immer- viel trinken....


2. Gefriemelt: Druckknöpfe an ganz komplizierte Stellen. Nachdem ich den Arbeitstisch von dem ganzen Ablagekrempel befreit hatte. Dabei den aktuellen Lila Podcast gehört. Empfehlenswert. Wie immer eigentlich.


3. Gesortiert: Einen Haufen Webstoffe. Aber es ist kein Platz mehr im Schrank. Mal sehen, wohin damit. Am besten wäre gleich verarbeiten. Und die Sonne schien ins Arbeitszimmer, da wollte ich nicht weg. Wunderbar war es da.


4. Gemalt: Aufbügler für kleine Kleidung. Frischgebackene Eltern finden das vermutlich nicht so lustig. Aber Hauptsache ich habe meinen Spaß. Hihihi.


5. Geschnitten: Kleine Kleidung zu. Auch mit Häschen. Oder Kaninchen...


6. Geschubst: Den Zwetschenstreusel auf die Kuchenplatte. Gab es mit schwedischer Vanillesoße. Nomm!


7. Gesteckt: Die geschenkt bekommene Sonnenblume zu den Chrysantemen, die ich mir gestern selbst geschenkt habe. So ein Sonntag mit zwei weiteren Sonntagen danach ist schon was Feines. Hach! Habt es gut!