Montag, 19. Oktober 2015

Der Inklusive Montag: Mode


 Der inklusive Montag findet hier mehr oder weniger regelmäßig statt. Hier gebe ich einen kleinen Einblick in die vielseitigen Chancen und Möglichkeiten, die die Inklusion mit sich bringt. Wer nochmal nachlesen möchte, was Inklusion überhaupt bedeutet, kann das hier nochmal tun. Grundsätzlich soll es um die guten Seiten gehen, um das was schon funktioniert und um das wo sich noch etwas ändern muss. Hier soll nicht gemeckert, sondern angepackt und sich gefreut werden. Anzumerken ist zum Schluss, dass ich "nur" eine Seite der Inklusion beleuchten kann, da ich "nur" Sonderpädagogin bin. Aber vielleicht finden sich ein paar Menschen, die gastbloggen möchten. In diesem Falle bitte gerne bei mir melden.
Thema heute: Mode 


 Eigentlich ist der heutige inklusive Montag nur bedingt inklusiv. Er beginnt mit diesem Nähstück, das ich vor kurzem anfertigte. Ich wollte dieses Stück schon so lange nähen. Der Stoff lag schon einige Zeit in meiner Stoffansammlung.


 Das Besondere daran ist eigentlich nur die Rückseite. Rückenfrei.


 Dazu ein breiter Schalkragen, der sich mit Klettverschluss schließen lässt. Farblich passenden Klett habe ich leider nicht gefunden. Aber warum das Ganze? Darum:


 Das Kleidungsstück bekam eine junge Dame zum Geburtstag geschenkt. Diese wunderbare junge Frau kommt regelmäßig in den Jugendclub für behinderte Jugendliche, den ich leite. Diese Klamotte entstand, weil ich es irgendwie immer furchtbar fand, wenn wir mit den Jugendlichen vor die Tür gehen wollten, alle flott ihre Jacken überwarfen, nur diese junge Dame konnte das nicht. Sie ist Tetraspastikerin, auf den Rollstuhl und diverse Festschnallvorrichtungen angewiesen. Eben mal die Jacke überwerfen ist da schwierig. Oftmals war ihr auch nur kurzzeitig kalt. Jacke an und ausziehen ist immer wieder ein Kraftakt für alle Beteiligten gewesen. Oft endete es damit, dass selbst sie meinte, dass es okay sei, wenn man ihr die Jacke eben verkehrt herum von vorne überlege. Aber das ist ja auch kein Zustand. Darum habe ich diese Jacke genäht. Man kann sie von vorne über die verkrampften Arme ziehen, den Schalkragen um den Hals legen. Dazu muss man keine Gurte und Schnallen lösen. Der Rücken wird eh vom Rolli warm gehalten.


 Das Gurtgerüst, was den Oberkörper im Rollstuhl hält, verschwindet dahinter. Es wird so keine Jacke mehr benötigt, in die man sie reinpressen oder ihr falsch herum überlegen muss.
 Zwar gibt es zunehmend Modeschöpfende, die auch Menschen im Visier haben, die nicht den gängigen Körperidealen entsprechen oder auf Hilfsmittel angewiesen sind, doch kaufbar ist diese Mode nur schwerlich. Alles andere erfüllt eher den praktischen als ästhetischen Zweck. Vermutlich ist das einfach kein Markt, vielleicht eine Sache, an die noch niemand gedacht hat. Auf der anderen Seite natürlich immer und immer wieder die Frage, für wen Modeschaffende denn überhaupt Mode machen. Wenn nicht für die Menschen, die sie tragen sollen, für wen denn dann? Und wer entspricht schon den gängigen Körperidealen. Da finden sich sicherlich die wenigsten Menschen wieder. Oder? Auf einigen Modeschauen kann man mittlerweile auch Models mit Albinismus, Down Syndrom, Beinprothesen oder anderen vermeintlichen Makeln über den Laufsteg flanieren sehen. Was dahinter steht, steht auf einem anderen Blatt. Ist das schon Inklusion oder noch eine sinnentleerte Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen? Vielfalt im Hinblick auf Körperformen habe ich beim Betrachten der entsprechenden Schauen weiterhin vermisst. Flexible Mode wäre eine feine Sache. Der Begriff der Funktionsklamotte ist in aller Munde, aber warum ist sie immer noch so unflexibel? Wenn man mittlerweile in Klamotten durch die Städte laufen kann, die früher vermutlich nur bei der Besteigung des Mount Everest zum Einsatz kamen, warum dann nicht auch körperflexible Mode? Ich wäre voll begeistert. 

 Zurück zu meinem Nähstück: Bevor ich den Stoff gekauft habe, habe ich die junge Dame in meinen Plan eingeweiht und gefragt, was sie sich denn wünschen würde. Sie wollte gerne etwas Blaues und Kuscheliges. Aus Gründen habe ich den Stoff ohne sie gekauft. Ich fürchte ich kenne in Hamburg keinen einzigen barrierefreien Stoffladen, mal abgesehen vom Weg dorthin.... Beim Kauf hatte ich natürlich auch noch das Wärmevermögen im Blick. Alle Punkte erfüllte dieser Fleecestoff sehr gut. Die Punkte auf dem Stoff habe ich mitgenommen, da Madame gerne farbenfroh unterwegs ist. Sie ist Künstlerin. Dazu kommt natürlich auch noch, dass Fleece nach der Wäsche schnell trocknet, was evtl. wichtig werden könnte, da es bisher nur dieses eine Exemplar für sie gibt, was vermutlich häufig getragen wird. Den Schnitt habe ich natürlich selbst gebaut, denn auch solche Schnitte sucht man vermutlich lange. Passen tut das gute Stück wie angegossen. Aus den oben genannten Gründen gestaltete sich das Ausmessen nämlich auch etwas schwierig, aber ohne Herausforderung wäre das ja total langweilig gewesen. Die junge Dame war auf jeden Fall total begeistert und freut sich hier einen Gastauftritt als Model hinlegen zu dürfen. 

 Vielleicht war es nicht das letzte Mal, dass ich so etwas gezaubert habe. Mir stellte sich seit einiger Zeit übrigens auch die Frage, ob es gelähmte Menschen gibt, die mit der Maschine nähen und wenn ja, wie diese Maschine aussieht. Ich brauche immer noch den Fußanlasser. Vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen.
 Über die ästhetische Gestaltung von Hilfsmitteln würde ich auch gerne mal schreiben, doch da bin ich wohl zu wenig in der Materie drin. Vielleicht findet sich ja jemand, der zu diesem Thema gastbloggen möchte.

Sonntag, 18. Oktober 2015

7 Sachen # 40. 15

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe. Gesammelt werden die Sieben jeden Sonntag bei Anita


1. Ge"früh"stückt: Mit Herrn Fussel außer Haus, auf St. Pauli, Finnbröd, Avocado und rote Zwiebeln nebst "Milch"kaffee. Nomm!


2. Gesorgt: Für Farbexplosion in der Küche. Und nicht nur dort.


3. Gesynchronisiert: Den Apfelmusikspieler. Mit Hörbüchern habe ich ihn vollgestopft bis an den Rand. Frau Postriot aka Frau S. hat mir einen ganzen Berg rübergeschoben, durch den werde ich mich in den Ferien jetzt mal hören.


4. Geschoben: Stoffreste unter der Maschine durch. Dabei kann man ganz fantastisch Hörbücher hören. Was aus dem Hauptteil dieses "Stoffes" geworden ist, zeige ich morgen.


5. Gesäubert: Erst die Wanne, dann mich darin. Auch beim Baden kann man ganz fantastisch Hörbücher hören.


6. Gewendet: Ein anderes Nähprojekt. Natürlich auch hier mit Hörbuch im Hintergrund.


7. Geschnippelt: Einen Apfel, einen halben Räuchertofu, eine rote Zwiebel und (nicht auf dem Bild) einen kleinen Hokaidokürbis. Es gab endlich wieder die abgewandelte Himmel un Ääd Version, die ich so gerne esse. Dabei habe ich dann aber doch Radio gehört.

 Mal sehen, ob ich bis morgen früh in den Ferienmodus komme. Bisher glaube ich nämlich, dass ich morgen eigentlich arbeiten muss. Komisch. So haben sich Ferien noch nie angefühlt. Nunja, es gibt Schlimmeres. Habt es entspannt!

Samstag, 17. Oktober 2015

Samstagskaffee in der Esche


 Es sind Ferien! Yeah! Irgendwie bin ich aber noch gar nicht im Ferienmodus angekommen. Selbst gestern abend nach dem 12-Stunden-Arbeitstag stand ich im Supermarkt und überlegte, was ich am Wochenende kochen könnte, das sich am Montag nach dem anderen langen Arbeitstag schnell aufwärmen lässt. Herrje.


 So richtig Feriengefühl lässt vermutlich auch auf sich warten, weil der Himmel seit Tagen graugraugrau ist und die Sonne nur in Strömen scheint.



 Bei dem ganzen Grau ereilte mich die traurige Nachricht, dass die Esche, die meine Wohnung zu einem Baumhaus gemacht hat, wohl recht krank ist. Mein guter Vermieter sich schweren Herzens dazu entschlossen hat, sie zu fällen, bevor sie irgendwohin fällt, wo sie nicht hinfallen soll.


 Bäume, die gefällt werden tun mir immer leid. Zumindest in der Stadt, wo jeder Baum dafür sorgt, dass es etwas grüner, entspannter, frischer wird. Die fehlende Esche vor meiner Wohnung wird die Lebensqualität in meiner Wohnung sehr verändern. Kein Sonnenschutz mehr im Sommer, kein Sichtschutz mehr zu den gegenüberliegenden Häusern, keine Möglichkeit mehr, Vögel, Bienen und Eichhörnchen aus nächster Nähe zu beobachten. In meinem Kopf brodelt es schon, um einen adäquaten Ersatz, wenigstens auf meinem Balkon zu schaffen.


 Jetzt werde ich aber erstmal versuchen, in den Ferienmodus zu kommen. das Wetter draußen wird dafür sorgen, dass es viel drinnen zu tun gibt. Fürs Wochenende eingekauft ist auch schon. Ich muss gar nicht raus. Heute setze ich mich mal in Andreas Samstagsplauschrunde. Testweise. Den grauen Himmel schicke ich zur Raumfee. Was habt ihr denn so vor?

Freitag, 16. Oktober 2015

Neulich auf St. Pauli

 Der Holzwurm wollte ein paar Dinge aus Hamburg haben. Er hat Fernweh, kann aber nicht kommen. Also bin ich letzten Samstag losgestiefelt und war auf St. Pauli shoppen. Aus Gründen ohne Kamera. Und wie das immer so ist, wenn man die Kamera nicht dabei hat, hüpften mir ein paar recht schöne Motive vor die Augen. Dabei hatte ich mir so sehr vorgenommen, nicht immer nur in den "hippen" Vierteln Bilder zu machen. Nunja. Ich gelobe Besserung. Bis dahin ein paar Eindrücke von einem kleinen Einkaufstrip auf St. Pauli.









 Über den WC- Fotoautomaten lässt sich streiten. Ich habe nicht reingeschaut, aber ich glaube, es war kein verkleidetes Pissoir.... Im Zweifel machen aber die abendlichen Kiezbesucher*innen daraus eh, was sie gerade brauchen.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Musikdonnerstag mit YELLOWKNIFE


 So, heute endlich mal wieder gute Musik bei Frau Jule. Gerade werden YELLOWKNIFE zwischen meinen Ohren total abgefeiert. Hatte ich schon lange nicht mehr. Also gute neue Musik in meinen Ohren. Irgendwie hat die sich in den vergangenen Monaten wirklich rar gemacht. Darum war ich umso erfreuter, dass ich das erste Album dieser feinen Band für allschools.de besprechen durfte. Das ganze "professionelle" Review gibt es hier.


 Andererseits fühlte ich mich beim ersten Genuss dieser Band um etwa 15 Jahre zurückkatapultiert. Damals als der Emo abgefeiert wurde. Denn obwohl es hier öfter mal eher krachend zur Sache geht, bin ich in tiefstem Herzen doch ein Emomädchen. Aber bitte diesen Pullunderemo. Nicht das was später daraus gestrickt wurde mit fiesen Frisen, Pink und Würfelketten. Und für ersteres taugen YELLOWKNIFE ganz wunderbar.


 Und erschreckenderweise passen diese neueren Texte jetzt genauso gut zu mir, meinem Leben und meiner Situation, wie vor 15 Jahren schon. Es ist schon seltsam das mit dem Suchen, Finden, Verlieren, Zweifeln, Irren und Wirren im Leben. Es hört ja doch nie auf. Immer neue Aufgaben und Herausforderungen. Alles andere wäre ja auch irgendwie langweilig. Wie gut, dass es immer Bands gibt, die einem den passenden Soundtrack liefern.


 Was ich an YELLOWKNIFE übrigens noch sympathisch finde, ist der Punkt, dass sie nicht in diese mich immer nervende Frauenfalle getappt sind. Leider haben nämlich viele Emobands in ihren Texten diesen einen fetten Makel, der mir den Genuss oft vermiest: Die bösen Frauen sind meistens schuld am emotionalen Drama der Protagonisten. Ja, die meisten Emobands sind mit Männern bestückt, die dauernd von Frauen enttäuscht und verlassen werden. Manchmal fällt auch noch ein Liebeslied ab, wenn es gerade passt. Selten aber werden Frauen als gute Freundinnen, hilfreiche Menschen oder ähnliches besungen. Das ist zwar nicht nur beim Emo so, aber mir fiel es im Zusammenhang mit YELLOWKNIFE auf, dass sie größtenteils so wunderbar geschlechtsneutral texten. Leider hatte ich aber kein Booklet zur Hand. Da finde ich Textanalyse immer etwas schwer. Wer das an dieser Stelle anderer Meinung ist, darf das gerne kundtun.


 Die Bilder sind auf dem Konzert dieser feinen Band vergangenen Freitag im Kleinen Donner in Hamburg entstanden. Ich hatte da mal wieder Spaß mit mauer Beleuchtung. Aber wie der gute Mitch mal meinte: "Unter nicht optimalen Bedingungen lernt man am besten Fotografieren." Die komplette Bildergalerie findet ihr hier. Ein Review habe ich mir aus Gründen geschenkt. Vielleicht kann ich ja auch einfach mal genießen.

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Nadelkissentausch


 Mila von Creatures & Creations hat zum Nadelkissentausch aufgerufen. Ich habe mich in letzter Sekunde noch in den Lostopf geschmissen. Eigentlich habe ich Nadelkissen, aber ich finde diese Aktion großartig und eines mehr kann da auch nicht schaden. Einer Fremden ein Nadelkissen herstellen und selber von einer zunächst Unbekannten eines bekommen, ist auch ein bisschen aufregend. Außerdem finde ich die Aufgabe total spannend, jemanden über einen Blog kennenzulernen und zu überlegen, was passen könnte. Damit die Unbekannte, die mir ein Nadelkissen oder -heft herstellen darf sich ein Bild von mir und meinen nadeligen Vorlieben machen kann, hat Mila einen kleinen Fragebogen erstellt, den ich hiermit nach bestem Wissen und Gewissen beantworten möchte. Ein paar Fragen habe ich weggelassen, weil mir dazu so gar nichts einfallen wollte.

Was fertigst du mit der Nadel? Wozu verwendest du die Nadel am Häufigsten und/ oder am Liebsten?

  Ich nähe meistens mit der Maschine und besitze zwei Nadelkissen und ein Nadelheft. Ein Nadelkissen liegt immer auf meinem Arbeitstisch zum Stecken meiner Nähstücke. Auch Sicherheitsnadeln bewahre ich hier greifbar auf. Öfter brauche ich sie, um Gummibänder und sowas einzuziehen. In Sofanähe habe ich ein weiteres Nadelkissen und ein Nadelheft. Hier sticke ich selten, nähe Knöpfe an. Diese Nadelaufbewahrungen werden weniger oft genutzt. Grundsätzlich nähe ich auch mehr als dass ich sticke. Wobei ich das bei Gelegenheit mal ändern sollte.

Wo verwendest du die Nadel meistens?
 
  Ich nadele eigentlich meistens zuhause. Unterwegs habe ich eher Strick- oder Häkelnadeln dabei.

Was sind deine Lieblingsfarben?

  Bunt. Immer. Ich mag braun nicht so sehr und schwarz ist für mich eher die Abwesenheit von Licht und damit keine Farbe.

Welche Materialien faszinieren dich und warum?

  Stoff- hehe. Beim Handarbeiten Baumwolle. Manchmal aber auch Leinengewebe mit unregelmäßiger Struktur. Wenn ich irgendwas herstellen möchte, kommt mir immer als allererstes Stoff in den Sinn. Grundsätzlich gilt sowohl für Stoffe als auch für alle anderen Materialien: Dinge, die eine anderes Leben hatten, bevor sie mir in die kreativen Patschepfoten fallen, sind mir die liebsten. Nach Stoff kommt übrigens direkt Holz. Vielleicht mag ich darum BAUMwolle so gerne... Hauptsache natürlich es ist vegan. Wolle vom Tier kommt mir nicht in die Hände. Seide oder gar Leder ebensowenig. Darum würde ich auch diejenige bitten, die mein Nadelkissen herstellt, vegane Materialien zu verwenden.
 
Wenn du an Kreativität denkst, was ist das allererste Bild, die allererste Vorstellung, das/ die dir spontan in den Sinn kommt?

 Chaos. Wenn ich anfange zu werkeln, ist immer totales Chaos. Egal wann, wo und womit. Ich sitze dann immer inmitten eines riesigen Berg von Material und Werkzeug und um mich rum fliegen die Fetzen. Öfter muss ich mich auch durch dieses Chaos wühlen, weil ich irgendein Werkzeug oder Material suche.

Hast du ein Lieblingsmärchen, einen Lieblingsmythos oder ein Lieblings-Kinderbuch? 
 
 Mit Sicherheit Ronja Räubertochter. Natur, wild, frei und querdenkend. Aber auch sonst mag ich diese wildfreien Charaktere der Astrid Lindgrengeschichten.

Gibt es ein Zitat, einen Spruch oder ein Gedicht, von dem du inspiriert wirst oder das dich besonders beschäftigt?

 „Es gibt Dinge die man tun muss, sonst ist man kein Mensch, sondern ein Häuflein Dreck.“ Von Astrid Lindgren aus den Brüdern Löwenherz.

Hast du eine Sehnsucht nach etwas Bestimmten in deinem Leben?

 Voll megaspießig hätte ich gerne irgendwann ein Häuschen mit Kamin im Grünen. Am allerliebsten in einem schwedischen Wald. So eine alte Hütte kaufen und selbst wieder schick machen. Das wäre so schön. Hach....

Gibt es ein kreatives Projekt, an das du dich (bald) heranwagen möchtest?

  Ich lasse mir gerade zeigen, wie man Socken strickt. Stricken ist für mich irgendwie noch so ein Buch mit sieben Siegeln. Ich habe eine sehr geduldige Lehrerin und bin mir sicher, dass ich diese Siegel bald brechen kann. Naja, oder eben ein kleines schwedisches Holzhaus renovieren....

Wenn du an Natur denkst, was für ein Bild fällt dir da als Erstes ein?

  Schweden, Schweden und immer wieder Schweden. Mehr die nördliche Ecke mit großen Felsen, Nadelwäldern und Seen. Egal zu welcher Jahreszeit. Schlimmschlimmschlimm.

Beschreibe uns den Traum-Ort, an dem du mit dem neuen Nadelkissen am Liebsten arbeiten würdest!

  In meinem kleinen roten Holzhaus im schwedischen Wald am Kamin- haha!

Gibt es Künstler_innen, Kreative, Vorbilder, die dich inspirieren und beeinflussen?

  Ich stehe total auf diese ganzen Stoffmuster aus den 70´ern. Aber auch skandinavische Designer*innen inspirieren mich sehr. Das reicht auch hier von folkloristischen Mustern und Gegenständen hin zu modernerem Design. Das kann ich schwerlich an einzelnen Menschen festmachen, da es eine ganze Generation durchzieht. Der Mix macht es auch irgendwie.

Wenn du magst, zeige uns doch dein Nähkästchen bzw. den Ort, an dem du deine Nadeln bisher aufhebst. Oder das Nadelkissen, das du benutzt. Und erzähle uns was davon...


  Mein erstes Nadelmäppchen ist schon recht alt. Ich habe es relativ früh noch zu Schulzeiten für den Handarbeitsunterricht selbst gemacht. Waldorfschule und so. Darum auch der Antroposophengalgen darauf. Ich glaube da war ich zwölf oder so. Meine Mitschüler*innen hatten alle viel schönere, die sie im Handarbeitsunterricht gefertigt hatten, bevor ich in ihre Klasse kam. Meines war nur eine Sparversion, begleitet mich aber nun schon sehr lange.


 Die andere Nadelaufbewahrung ist diese Dose. Noch von einer meiner Großmütter. Echt alt und so. Darin wurden wohl mal Nadeln verkauft. Hier bewahre ich meinen Stecknadelvorrat auf. Diese Dose kommt spätestens dann zum Einsatz, wenn ich wieder eine Kuscheldecke anfertige und alle Nadeln aus dem Nadelkissen und schon weggesteckt sind.


 Mein erstes Nadelkissen habe ich auch selbst genäht. Das geschah relativ früh, als ich anfing mehr zu nähen. Eigentlich habe ich genäht, seit ich es gelernt hatte, also ungefähr seit der fünften Klasse. Im Studium baute ich das dann richtig aus. Diese Kissen leistete mir lange gute Dienste.


 Mein meistgebrauchtes Nadelkissen ist noch gar nicht so alt. Irgendwann musste ich feststellen, dass mein erstes Nadelkissen leider zu lusch gestopft und leicht war. Es musste ein schweres her. Also habe ich mir dieses genäht und gewickelt. Es ist quasi im Dauereinsatz und fliegt mal hier mal da im Arbeitszimmer rum. Dadurch ist es leider auch schon ein bisschen schmuddelig, oder eher verstaubt vom Arbeitschaos und Stoff.

 So, ich bin gespannt, wie diese Aktion sich entwickelt. Der Zeitplan ist recht straff, darum werde ich mich jetzt mal daran machen, ein Nadelkissenwasauchimmer für meine Tauschpartnerin zu zaubern. Was es wird, kann ich hier erst zeigen, wenn alle Tauschpartnerinnen bekannt gegeben wurden. Das passiert erst ganz am Ende der Aktion. Danke liebe Mila fürs Organisieren! Was für eine großartige Idee!

Dienstag, 13. Oktober 2015

Skizzen aus der Ideenkiste

 Vor einem Jahr habe ich mir eine Ideenkiste zugelegt. Dazu gab es den etwas anderen Notizblock für unterwegs. Allerdings halte ich auf den Karteikarten nicht nur meine Ideen zum Werkeln, Basteln und Nähen fest. Hin und wieder dienen sie auch als Zeichenblock. Ein paar Dinge, die ich seit Entstehung der Ideenkiste gekritzelt habe, möchte ich heute zeigen. Keine große Kunst. Einfach aus der Skizzenecke gescannt, aber es wird besser.


 Da war wohl gerade blauer Fineliner zur Hand. Ein Entwurf meiner Schlafecke, wie ich sie gerne hätte. Sie ist schon recht weit gediehen. Immerhin der genähte Wandbehang ist wenig später Wirklichkeit geworden. Auf die Monster unterm Bett kann ich auch verzichten. Als nächstes ist die Lampe dran. Die gibt es nämlich wirklich, muss nur mal wieder schick gemacht werden.


 Das hier entstand in der S-Bahn auf der Fahrt nach irgendwo. Ich kann mich daran erinnern, dass die ältere Dame die neben mir saß, mein Zeichnen beobachtete und noch mein zeichnerisches Können lobte. Ich war da gerade voll auf dem Song "Militante Tante" von NEONSCHWARZ. Der Text ist so wunderbar. Alleine der Refrain:

[...]
Meine militante Tante,
Sabotage ist ihr Hobby, Krawall ist ihr Beruf,
Meine militante Tante,
sie rastet aus, Grund dafür gibt´s genug.
Meine militante Tante,
Aufstand, Aufstand, blockiern und behindern.
Meine militante Tante,
number one freedom fighter und sie bleibt es für immer. 
[...]

Man sollte Vorbilder haben oder selbst eines sein, oder? Und ich sollte diese Bild nochmal sauber ausarbeiten.


 Irgendwann bin ich dann wieder auf den guten alten Bleistift umgestiegen. Hier aus dem Dänemarkurlaub.


 Und nochmal Dänemark.


 Ich bin eigentlich keine große Freundin von Hochformat, aber hier musste es mal sein. Alles andere wäre zu eng geworden. Das ist an einem Regentag auf der Wanderung auf dem Vasaloppsleden entstanden.


 Und später das Häuschen in dem wir eine weitere Woche Urlaub gemacht haben.


 Und nochmal mit dem Versuch ein bisschen Perspektive zu schaffen. Ürgs.


 Und ein Detail.


 Das letzte Bild das entstanden ist, war eine Übung zu Strukturen wie van Gogh sie gemalt hat. Das passiert, wenn man mit großartigen Kolleginnen zusammen (!!!) den Kunstunterricht gestalten darf. Das sollte ich bei Gelegenheit auch öfter ausprobieren. Also den Stil. Das gemeinsame Unterrichten läuft sehr gut.
 Mal sehen, wie sich meine Zeichenkünste so entwickeln. Diese Bilder lagern übrigens auch so in der Ideenkiste. Keine Ahnung, was ich damit sonst anfangen soll. Ich bin nicht so eine richtige Künstlerin. Bei mir passiert auch das Zeichnen mehr zum Selbstzweck. Diese hier dürfen aber heute mal zum Creadienstag.