Mittwoch, 7. Oktober 2015

Dalapferde aus Nusnäs


 Wer nach Schweden fährt, kommt um bestimmte Dinge nicht herum. Typisch für die Gegend um Dalarna in der wir im Sommer waren, sind die Dalapferdchen. Ein richtig typisches Mitbringsel aus dem dortigen Urlaub. Sie werden auch vor Ort produziert und natürlich wollten wir uns das mal aus der Nähe ansehen.


 Die meisten Dalapferdchen werden in Nusnäs in der Nähe von Mora hergestellt. Grundsätzlich hat das Dalapferd in Schweden eine sehr lange Tradition und wurde früher von den Menschen hergestellt, die sich in langen, dunklen Winternächten die Zeit vertreiben wollten. Die Pferdchen dienten hauptsächlich als Kinderspielzeug, wurden aber mit der Zeit mehr und mehr zum Symbol des Landes.


 Die Produktionsstätte ist frei zugänglich und man konnte alle Schritte der Entstehung es Pferdchen anschauen. Das Ganze fängt mit Kiefernbrettern an, auf die die Umrisse des Pferdchens gestempelt werden. Anschließend werden diese Rohlinge mit der Bandsäge ausgeschnitten.


  Ebenfalls werden die groben Rundungen an der Bandsäge abgeschnitten. Die Feinarbeit geschieht aber weiterhin mit der Hand. Den Großteil der Schnitzarbeiten passiert außerhalb der Manufaktur von Menschen, die in der Nähe leben. In der Fabrik selbst saß nur ein Mann auf einem Stuhl und schnitzte. Vermutlich für die Touristenshow.


 Im Durchgang standen die Pferdchen Schubkistenweise.


 Die Pferdchen werden in verschiedenen Größen gefertigt. Die etwas größeren standen hier brav aufgereit und warteten auf ihre Lackierung.


 Traditionell sind die Dalapferdchen in der Grundfarbe Rot. Hier warten sie auf die weitere Bemalung, die natürlich auch von Hand erledigt wird.


 Doch es gibt die Pferdchen auch in anderen Farben. Blau und schwarz sind auch sehr bekannt. Ich weiß nicht, was mit den Pferdchen in dieser Kiste passieren sollte. Etwas eingestaubt und halb bemalt standen sie am Rand. 


 Hinter der Fabrik standen diese Kisten mit den Abfällen. Man konnte sie für ein paar Kronen als Feuerholz erwerben.


 Ein wenig traurig, soviele Pferdeköpfe im Abfall zu sehen.


 Blöderweise habe ich es irgendwie versäumt ein Bild von fertigen Pferdchen zu machen. Hmpf. Antje und ihr Mann kauften ein kleines Selbermacherset inklusive Morakniv, die am gleichen Ort einen Outletverkauf hatten. Antjes Mann schnitzte in unserem Ferienhaus direkt einen Rohling in Form. Dieses Bild hat Antje gemacht und ich verwende es hier einfach mal ganz frech. Ich habe übrigens wieder kein Pferd gekauft. So schön ich sie auch finde, sie sind eben doch sehr teuer. Und selbst in Second Hand Läden bekommt man sie nicht günstiger. Spricht für die Symbolkraft dieses Pferdchens. Auf meiner Wohnzimmerfensterbank steht ein großes unbemaltes, dass ich bereits vor einigen Jahren mal aus Göteborg mitgebracht habe. Vielleicht bringe ich vom nächsten Schwedenurlaub ein bemaltes mit, denn der wird kommen, der nächste Schwedentrip.

Dienstag, 6. Oktober 2015

Für mehr als eine Meise


 Vorletztes Wochenende hatte ich auf dem Weg zum Trödel schon unfassbares Glück: Ich habe auf einem Verschenketisch in meinem Viertel drei alte Teetasen und zwei Untertassen gefunden. Schon als ich sie sah, wusste ich, dass es das Material ist, das mir so lange fehlte. Also habe ich sie schnell eingesteckt und zuhause gespült. Letztes Wochenende schritt ich dann zur Tat.


 Kokosfett geschmolzen, Körnerfutter dazugemischt und rein damit in die Tassen. Es ist sehr schwer, vegane Meisenködel zu finden und so stand dieses Projekt schon lange auf meiner Liste. Die kleinen Federviecher sollen auch von mir ihr täglich Korn bekommen. Das mit den unveganen Meisenknödeln finde ich übrigens schon fast witzig. Ich habe nie eine Meise gesehen, die ein Rind erlegt hat, um an dessen Talg zu kommen. Okay, eine Kokosnuss können, die wohl auch schwerlich knacken, aber was soll´s.


 Am Ende erwies sich übrigens folgende Methode am hilfreichsten: Tassen mit Körnern füllen, flüssiges Kokosfett dazuschütten, Stöckchen zum Landen reinstecken, abkühlen lassen. Man erspart sich das nervige Löcher stopfen, was bei einem umgedrehten Blumentopf der Fall sein müsste und was ich nie hinbekomme. Bei der Tassenmethode supscht nichts daneben.


 Die Tassenfüße erwiesen sich bei der Aufhängung als sehr hilfreich. Ich habe einfach Paketkordel drumgeknotet. Den Henkel habe ich nur als zusätzliche Sicherung genutzt. Ich hatte noch Paketband aus Kunstfaser rumfliegen und hoffe, dass sich dieses als witterungsbeständiger erweist als Sisal.


 Eine Tasse habe ich direkt am Henkel an meiner verrosteten Kamottenlüftungsvorrichtung auf dem Balkon aufgehängt. Die Kordel dient hier auch nur der zusätzlichen Sicherung.


 Da kann der Winter doch kommen. Free refill gibt es auch. Vogelfutter ist noch fast ein ganzer Sack da und Kokosfett kostet nunmal wirklich nicht die Welt. Definitv habe ich jetzt nicht mehr alle Tassen im Schrank. Aber wo wären sie besser aufgehoben als janoschmäßig von der Dachrinne über meinem Balkon baumelnd? Ich bin gespannt, ob das mit der Piepshow auf meinem Balkon was wird. Ich halte euch auf dem Laufenden. Erstmal dürfen diese Futterstellen zum Creadienstag.

Montag, 5. Oktober 2015

Der inklusive Montag: Sprache


 Der inklusive Montag findet hier mehr oder weniger regelmäßig statt. Hier gebe ich einen kleinen Einblick in die vielseitigen Chancen und Möglichkeiten, die die Inklusion mit sich bringt. Wer nochmal nachlesen möchte, was Inklusion überhaupt bedeutet, kann das hier nochmal tun. Grundsätzlich soll es um die guten Seiten gehen, um das was schon funktioniert und um das wo sich noch etwas ändern muss. Hier soll nicht gemeckert, sondern angepackt und sich gefreut werden. Anzumerken ist zum Schluss, dass ich "nur" eine Seite der Inklusion beleuchten kann, da ich "nur" Sonderpädagogin bin. Aber vielleicht finden sich ein paar Menschen, die gastbloggen möchten. In diesem Falle bitte gerne bei mir melden.

Thema heute: Sprache 


 Wenn Inklusion gelingen soll, gibt es eine Menge Dinge, die beachtet werden wollen. Mal abgesehen von baulichen Maßnahmen und dem Abbau der Barrieren in den Köpfen, gibt es noch eine andere Sache, bei der man häufig stolpert: Sprache. Warum? Darum: Wenn es um Inklusion geht, dann geht es eben nicht "nur" um körperlich Behinderte, sondern auch um Menschen die geistig Behindert werden. Und das auf vielen verschiedenen Niveaus. Gehen wir mal hier von der deutschen Sprache als der hauptsächlich umgebenden dieser Menschen aus, findet man auch dort viele Barrieren. Wer hat nicht schonmal Bedinungsanleitungen, Formulare, Informationen lesen müssen und nicht auf den ersten Blick verstanden worum es geht? Dazu kommt noch das Lesen, was vielen Menschen schwer fällt. Es ist eine lesende Welt, in der man sich ab einem bestimmten Alter zwangsläufig zurecht finden muss. Für behinderte Menschen kommen viele Formulare für diverse benötigte Hilfen hinzu. Wer schonmal einen Antrag auf Pflegegeld ausfüllen musste, wird wissen, wovon ich hier schreibe. Es ist eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Für geistig Behinderte kaum alleine zu bewältigen. Und eigentlich geht es da nicht erst bei der geistigen Behinderung los, sondern schon viel früher. Barrieren bauen, wo es zu bauen geht. So kommt es einem da manchmal vor. Deutschland das Land der Dichter, Denker und der Bürokratie. Auf der anderen Seite wird man schnell dazu angehalten, sich "nicht umgangssprachlich auszudrücken" wenn man es mal mit einfacher Sprache versucht.


 Ich bin häufiger darüber gestolpert. Sogar ich bin genervt von umständlichen Formulierungen, Texten, mit bergeweise Fachausdrücken, die auf zehn Seiten ausdrücken, was man mit einem Satz sagen könnte. Wortakrobatik kann etwas Tolles sein, kann aber auch ausgrenzen. Die Sozialwissenschaftsgewandten unter uns wissen, dass Sprache auch immer ein Grenzen setztendes Mittel ist. Doch was will ich, wenn ich den Mund aufmache? Die meisten Menschen möchten doch verstanden werden. Warum verschanzen Menschen sich also hinter Wortmonstern, Satzschlagen und umständlichen Formulierungen, wenn man das Kind doch einfach beim Namen nennen kann. Und genau im Bereich Sprache, wird deutlich, dass sich Inklusion auf noch so viel mehr als geistig behinderte Menschen beziehen kann. So strömen doch derzeit viele Menschen in dieses Sprachland und sprechen diese Sprache nicht. Sie werden behindert. Doch wir möchten uns doch alle verständigen können. Wir sollen miteinander und nicht gegeneinander reden. Wer sich in seiner Welt zurecht finden will, der muss sie auch verstehen können, oder wenigstens die Möglichkeit dazu haben. Das fängt bei der Bedienungsanleitung an, geht über das gesprochene Wort und hört niemals auf. Und auch das ist ein Ding der Partizipation, der Möglichkeit, diese Gesellschaft mitzugestalten. Wer seine Welt nicht versteht, dem wird auch diese Möglichkeit verwehrt. Es gibt auch hier viel zu tun. Als Erwachsener möchte man sich vielleicht nicht immer quietschbunte Kindernachrichten ansehen, wenn man wissen will, was in der Welt los ist und auch die Tageszeitung mit den vier weißen Buchstaben auf roten Grund kann und darf keine Alternative sein. Das Kind der Behinderung benennen, Begriffe für vermeintliche Definzite finden, ist ein anderes Kapitel. Dazu komme ich sicherlich auch noch. Bis dahin sagen wir doch einfach mal, was wir meinen, so dass es alle verstehen. Inklusion braucht einfache Sprache in allen Bereichen.

Sonntag, 4. Oktober 2015

7 Sachen # 38. 15

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe.


1. Gefreut: Mich über die Sonne durch meine alten Zimmertüren. Es war spät gestern Abend, aber sehr sehr gut. Dummerweise stellt sich der Schlafrythmus eher schwerlich auch solcherlei Wochenendaktivitäten ein. Darum war es heute dann doch normal Wochenendfrüh und müde.


2. Gerollert: Da der Hunger noch ein wenig auf sich warten ließ, habe ich noch schön in der Sonne etwas zugeschnitten. Vergangene Woche habe ich mir eine neue Rollenschneiderklinge gegönnt. Jetzt geht das wieder wie durch Butter.
 


3. Gefuttert: Nach dem Frühstück und dem anschließenden Mittagsschlaf, war es auch schon fast Kaffeezeit. Da heute Kanelbullensdag ist, gab es natürlich Kanelbullar. Ich habe gestern ein neues Rezept von ausprobiert. Der Teig war recht klebrig, wurde so aber auch schön fluffig. Ich habe mir mehr Mehl gespart. Aus Mangel an Muffinförmchen kamen die Bullen alle zusammen in eine Form und wurden so zu Kuchen. Und soooooo lecker!


4. Gerührt: In Körnern. Das Ergebnis zeige ich demnächst.


5. Gescheitert: Da habe ich wohl das Saumband ein wenig zu optimistisch zugeschnitten...


6. Getestet: Stoffmalstifte. Auf Webware super, auf Jersey gehen die gar nicht. Schade.


7. Geblättert: In einem Rezensionsexemplar. Was für ein Schinken. Gefällt mir aber jetzt schon sehr gut.

 Diese Sieben gehen wie immer in die große Sammlung. Habt eine gute Woche!

Samstag, 3. Oktober 2015

Samstagstee mit guter Musik


 Trotz der (noch) ungeputzten Arbeitszimmerfenster, schien die Sonne heute morgen so wunderbar hinein, dass es dort muggelige 21°C warm war. Perfekte Nähtemperatur. 


 Herr Fussel liegt auf dem Sofa und lernt und ich habe Zeit in der wunderbaren Wärme ein Auftragsprojekt fertigzustellen. Dazu gibt es heute ganz wunderbare Musik. Solche Musik, die man anmacht und denkt: "Oh, wie gut, dass es so etwas noch gibt." Diese Woche wurden mir zwei wundervolle Bands rübergeschoben. Erst COHEED AND CAMBRIA und dann noch YELLOWKNIFE. Und YELLOWKNIFE, ein Sonne im Werkelzimmer, Wärme und die Aussicht auf ein entspanntes Wochenende machen gerade einen sehr guten Mix.


 Und nachdem YELLOWKNIFE mich so schön aufgewärmt haben, nehme ich jetzt noch COHEED AND CAMBRIA mit in die Küche und bereite mich auf morgen vor. Da ist nämlich Kanelbullensdag und das ist doch mal wieder ein guter Anlass, das richtige Gebäck auf den Tisch zu bringen. Ich werde mal ganz mutig dieses Rezeot ausprobieren, dass ich im Sommer aus einem Backbuch in unserem Ferienhaus abfotografiert habe. Die Reviews schreibe ich dann morgen. Heute ist erstmal Genuss! Hejsa! Habt es warm und sonnig und süß!

Freitag, 2. Oktober 2015

Gestern morgen so


 Irgendwie muss es ja mal von Vorteil sein, dass ich jeden Morgen zu einer absolut unchristlichen Zeit aufstehe und auf der Arbeit aufschlage. Da ich diese Woche so viele schöne Morgende erleben durfte, habe ich gestern einfach mal die richtige Kamera auf den Weg zur Arbeit mitgenommen. Für richtig Nebelsuppe im kleinen Wäldchen hat es noch nicht gereicht, aber das kommt sicherlich auch noch. der Herbstmorgen war auch so schön anzuschauen. Ich schmeiße einfach mal ein paar Bilder in den Raum.









 Ich liebe den Herbst. Aber das erwähnte ich ja bereits. Das frühe Aufstehen tut so auf jeden Fall weniger weh. Den Blutmond am Montag habe ich übrigens wirklich nicht erwischt. Es hat auch Nachteile in einer dicht bebauten Gegend zu wohnen, das versperrt einem viel zu oft die Sicht...

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Sterntaler in der Stadt


 Dass ich meine neue Nähmaschine mag, ist Geheimnis. Gestern hatte ich schon die ersten Teile gezeigt, die ich mit ihr genäht habe. Das erste Teil, das ich mir darunter hervor gezogen habe, ist dieses Sternchenkleid, mit dem ich kürzlich bei einem kleinen Stadtbummel mit Antje posierte. Sie hat freundlicherweise auch wieder die Tragebilder geschossen. Dankeschön, sage ich da!


 Posiert wurde vor diesem Laden. Ich mag ihn ja und habe ihn schon öfter zu verschiedenen Jahreszeiten fotografiert.


 Ein begabter schildermalender Mensch hat hier auch nochmal gezeigt, was Sache ist, auch wenn die Anbringung hier leider Abzüge in der B- Note gibt.


 Im Ladeneingang stand noch dieser Hamburger Karton, gefüllt mit Zeitschriften zum Mitnehmen. So macht man das hier eben. Wegwerfen können andere.


 Das Kleid jedenfalls ist aus Jersey aus einem großen Hamburger Stoffladen gezaubert. Der Schnitt ist fast der gleiche wie beim Apfelkleid und somit selbstgemacht. Hier gibt es allerdings einen amerikanischen Ausschnitt. Sowas wollte ich schon lange mal für Große gemacht haben. Dazu gab es in diesem Fall lange Ärmel.


 Die Tasche durfte nicht fehlen, den Saum habe ich auch wieder ein bisschen zusammengezogen. Erschreckenderweise ist das nächste Kleid in diesem Stil schon in Planung. Ich bin ein bisschen verliebt in diesen Schnitt. Super gemütlich und dabei sehr kleidsam. Und damit darf dieses Sterntalerkleidchen nun auch rüber in die Donnerstagssammlung.