Montag, 11. August 2014

Verlosung mit Ponyhut

 Manchmal sind die Wege wie man Menschen kennenlernt sehr verworren. Da lernte ich auf dem Immergut Festival Anna von ponyhut kennen. Sie hat in Krefeld studiert als ich dort Refrendariat machte und lebt nun in Bonn wo ich groß geworden bin.


 Wir sind uns aber erst auf dem Immergut über den Weg gelaufen. Anna jedenfalls macht ganz fantastische Sachen zum Beispiel aus alten Obstkisten. Vornehmlich Schmuckstücke. Die verkauft sie in ihrem Shop. Die gefielen mir so gut, dass ich ihr was für mich abgenommen habe und sie bat mir etwas zur Verlosung zur Verfügung zu stellen. Hat sie gemacht- DANKE!!! Dazu hat sie mir noch einige Fragen beantwortet:

Hallo Anna, magst du dich einmal kurz vorstellen? Wer bist du, wo bist du, was machst du?

Hallo Jule, ich bin Anna, 26 Jahre jung, Wahlbonnerin und habe Design studiert. Mittlerweile arbeite ich als Einrichtungsberaterin und führe nebenbei mein kleines Label ponyhut.

Was verbirgt sich hinter deinem Shopnamen "Ponyhut"?

Als ponyhut mache Schmuck und Magnete aus ehemaligen Obstkisten. Also aus einem Material, dass normalerweise weggeworfen und meist nur einmal verwendet wird. Nachhaltigkeit ist mir persönlich sehr wichtig und darum geht es auch bei meinem Label.
Zusätzlich nähe ich Fotopostkarten – ich reise gerne und viel und fand es zu schade, dass die ganzen Fotos oft nur in Kisten oder auf Festplatten liegen.

Wie kommen das kleine Obst und die Kassetten aus den Obstkisten?

Die Formen werden aus dem Holz der Obstkisten ausgelasert, also herausgebrannt. Die Formen habe ich vorher am Computer entworfen und das Material ist ja schon ganz von alleine so schön farbenfroh. So wird jedes Teil ein Einzelstück. 

Wie kamst du dazu, alte Obstkisten für deine kleinen Kunstwerke zu verwenden?

Während meines Studium hat mir ein Bekannter, der in einem Obst- und Gemüseladen jobbte erzählt, dass pro Laden und Tag ca. 50 Kisten weggeworfen werden. Das konnte ich irgendwie nicht verkraften, da es einfach ein zu schönes Material ist. Zu dem Zeitpunkt hatten wir an der Uni gerade einen Laser bekommen und so kam eins zum anderen.

Was bedeutet die Herstellung deiner Objekte für dich?

Zum Einem macht es mir sehr viel Freude neue Formen zu Entwerfen und bei jedem neuen Lasern freue ich mich riesig zu sehen, wie die verschiedenen Farbflächen auf den Formen zu Geltung kommen. Mit jeder Kiste durchlaufe ich ja quasi einen kleinen Vorgang: Auf dem Wochenmarkt bekomme ich sie, baue sie Zuhause auseinander, überlege mir aus welcher Stelle ich welche Form nutzen möchte, lege die Laserdatei an und Lasere. Anschließend werden alle Teile final sortiert und fertiggestellt. Das ist spannend und für mich tatsächlich schon zu einer Art beruhigenden Tätigkeit geworden.
Zum Anderen ist es aber auch einfach toll zu sehen und zu spüren, wie so eine kleine Idee, eine erste verschenkte Brosche an eine Freundin, Jahr für Jahr wächst und vielen Menschen gefällt. 

Was wünscht du dir für die Zukunft von Ponyhut?

Durch eine neue Festanstellung ist meine Zeit für Ponyhut wieder etwas geschrumpft: im letzten Jahr war ich zeitweise wöchentlich bei Designmärkten, das ist dieses Jahr leider nicht möglich. Daher wünsche ich mir, dass genug Zeit findet um mich zumindest anständig um den Onlineshop zu kümmern. Und die ein oder andere neue Form würde ich dieses Jahr auch gerne noch mit ins Sortiment nehmen.

Was inspiriert dich?

Eigentlich alles um mich herum. Ich reise gerne und viel, liebe es in schönen Cafés die Zeit zu genießen, mich durch Blogs und Zeitschriften zustöbern, schönes Musik zu lauschen oder einfach im Wald abzuschalten. 

Gibt es ein nächstes kreatives Projekt?

Seit längerem geistert der Gedanke eines eigenen Blogs in mir. Vielleicht wird das dieses Jahr realisiert. 

Du laserst nicht nur Obst aus alten Kisten, sondern hast auch schon ein komplettes Prokrastinationsset entworfen. Was hat es damit auf sich?

Das Prokrastinationsset ist meine Abschlussarbeit gewesen. Auf das Thema bin ich durch das Buch „Dinge geregelt kriegen - ohne einen Funken Selbstdisziplin“ von Katrin Passig und Sascha Lobo gekommen. Kurz und knapp gesagt ist es ein Set, dass helfen so einem das schlechte Gewissen zu nehmen in der Zeit in der man aufschiebt. Angenommen ich bin der Typ Mensch, der alles immer auf den letzten Drücker macht, zum Beispiel erst zwei Nächte vor der Abgabe anfange die Hausarbeit zu schreiben und diese Taktik immer funktioniert – warum muss ich mich dann die 4 Wochen davor von schlechtem Gewissen plagen?
Das Set besteht aus 5 verschiedenen Produkten, die einem beispielsweise das Prokrastinieren ‚erlauben‘, einen Aufgabe und Pläne sortieren lassen und helfen die Zeit etwas besser einzuschätzen und zu nutzen.

Wird dieses Set in naher Zukunft in Produktion gehen?

Das ist leider auch eine diese Baustellen, die ich nicht mehr so richtig in Angriff genommen habe. Hier und da hatte ich schon interessierte Gespräche mit Firmen, die das Set gerne produzieren lassen wollen würden, aber leider ist immer alles im Sande verlaufen. Es selbst komplett in die Hand zu nehmen, dazu fehlte mir bisher leider etwas Mut und vermutlich auch Geld. 

Bist du eine Prokrastiniererin?

Ohja. Siehe oben. 

Wenn ja: Was hast du als letztes aufgeschoben?

Tja, wohl leider das Beantworten dieser Fragen, allerdings ganz ganz unbewusst und ohne dass ich eine richtige Erklärung dafür habe. Aber so geht es uns wohl oft.
Ansonsten? Zahnarzttermin zu vereinbaren, Kleidung auszusortieren, Steuererklärung...

Habe ich etwas vergessen?

Ich glaube nicht, zumindest fällt mir auch nichts mehr ein!

Danke für deine Antworten und das Verlosungsmaterial!

Gerne, viel Freude den GewinnerInnen daran :)!

Und nun zu den Gewinnen. Anna hat mir zwei Preise aus recycelten Obstkisten zur Verfügung gestellt:


Preis 1: Magnete. Zwei Stück. Einmal Apfelkitsche und einmal Stern.


Preis 2: Eine Kette mit Birne dran. Das "Leder"band ist vegan. Keine Sorge also.

 Was ihr dafür tun müsst? Hinterlasst einfach einen Kommentar unter diesem Beitrag und verratet mir, was ihr lieber hättet: Magnete oder Kette. Es gibt quasi zwei Lostöpfe. Schaut doch mal bei Anna auf ihrer Homepage oder im Shop vorbei, da gibt es eine Menge zu entdecken. Der Lostopf ist wegen des Sommerferienlochs etwas länger offen und schließt am Sonntag den 24.08. um 24h.

  Das Ganze kommt etwas verspätet (die feinen Verlosungsgegenstände liegen schon seit dem Immergut Festival bei mir) weil wir beide ganz tolle Prokratiniererinnen sind.

 Das Kleingedruckte: Teilnehmen können alle, die älter als 18 Jahre sind und ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und der Gewinn kann nicht in bar ausgezahlt werden. Bitte schreibt doch eure Mailadresse in euren Kommentar, soweit ich euch nicht über einen Blog erreichen kann.

Sonntag, 10. August 2014

7 Sachen # 30. 14

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe.


1. Gehalten: Zur Sendung mit der Maus die Teetasse.


2. Gefrühstückt: Zitronenkuchen- Yeah!


3. Geputzt: Die Fenster mit Zitronenkuchensuperpower! Und gleich regnet es. Immer das Gleiche.


4. Gesammelt: Ein paar Samen aus den Blumenkästen. Da wird noch einiges dazukommen, es blüht teilweise noch.


5. Gekühlt: Eine neue Pulle Eistee für morgen.


6. Genäht: Zwei Mal in klein.


7. Gefummelt: Den Kameragurt ab. Gerade läuft der Test, ob er so wohl die Waschmaschine übersteht.

 Die letzte Ferienwoche beginnt morgen... mööööööhhhhh..... Mal sehen, was sie bringt. Morgen gibt es eine Verlosung mit ponyhut, vorbeischauen lohnt sich also.
 Mehr 7 Sachen gibt es auch heute wieder bei Anita.

Samstag, 9. August 2014

Handyknochen meets MS Dockville 2014


 Zu meinem Handy habe ich ein sehr zwie gespaltene Verbindung. Mal abgesehen davon, dass ich es meistens zuhause vergesse, der Akku oder das Guthaben alle ist, wahlweise das Display einfach mal wieder nichts anzeigt, hasse ich es, dieses Ding zu benutzen. Manchmal ist es ganz praktisch, doch meistens finde ich es äußerst unangenehm in der Öffentlichkeit zu telefonieren, vom mühsamen SMStippen mal ganz abgesehen.
 Doch diese Woche war es wahrhaft sehr hilfreich. Natürlich kam der Anruf der Woche in einem vollkommen blöden Moment: Mit dem Spezialbetreuungskind an der Kinokasse, es sollte gerade bezahlt werden, hinter uns fünf Muttis mit gefühlten 320984 quengelnden Kids und das Spezialkind versucht die 13,50 für Eintritt und Snacks mit einem 5 Euroschein zu bezahlen. Doch ich habe es gewuppt! Wider aller Erwartungen bekam ich nämlich via Anruf die Meldung, dass ich kommendes Wochenende (also vom 15.- 17.08.) doch zum MS Dockville fahren kann, um von dort zu berichten. HURRA!!!


 So, und wer von euch nicht weiß worum es sich dabei handelt: Es ist ein Festival! Tadaaa! Und zwar nicht nur Musik sondern auch Kunst und Aufbau Wilhelmsburg undundund und in den letzten Jahren dachte ich IMMER: Verflucht, da MUSST du mal hin. Dieses Jahr freue ich mich also dort auf Kopfnicken mit MIGHTY OAKS, Gehörkaries von BIRDY, zappeln bei MØ und ALLE FARBEN, lachen mit CLICKLICKDECKER, tanzen bei YOUNG DREAMS und KAKKMADDAFAKKA, gespannt sein auf DIE ANTWOORD und wenn Sonntag noch ein bisschen Energie in meinen Knochen steckt, dann geht es noch auf Neuentdeckung zu OK KID und SAMY DELUXE oder wahlweise zum Chillen bei ÓLAFUR ARNALDS. Falls meine Ohren zwischendurch was Handgemachtes brauchen, wären da irgendwo auch noch FEINE SAHNE FISCHFILET (die sich irgendwie dieses Jahr auf ganz komische Festivals schleichen- macht sie nur sympathischer). Achso und Kunst gibt es da ja auch noch. Man könnte endlos viele Parallelen zum Immergut Festival ziehen, nur dass das MS DOCKVILLE viel größer ist. Hoffentlich platzt nicht mein Kopf. Meine Vorfreude ist.... JUCHUUU!!! So, ich gehe mal meine Gummistiefel vom Dachboden holen, den Kameraakku aufladen und die Linse polieren.
 Wer nun auch noch da hin wollte, sollte sich noch schnell ein Ticket besorgen, das wird bestimmt ganz zauberhaft! Und wer dann da ist, darf mir gerne Bescheid sagen, ich treffe immer gerne neue Menschen mit anständigem Musikgeschmack. Nur auf meine Handykommunikationsfähigkeit sollte man sich nicht unbedingt verlassen *hust*, vermutlich ist dann auch einfach anderes wichtiger als ständige Erreichbarkeit.

 Habt´s fein an diesem Wochenende! Und bevor ich es wieder vergesse: Montag gibt es eine Verlosung von und mit ponyhut- tädääää!! Wiederkommen lohnt sich.

 Mehr Samstagsgetränke sammelt heute Ninja wieder.

Freitag, 8. August 2014

Wochenendgebäck # 20: Chrunchy Müsli

 Ich esse gerne Müsli. Zeitweise wirklich in rauhen Mengen. Derzeit ist mir mein warmes Frühstück meistens zu warm und darum dachte ich mir, ich könnte mal wieder mein Oberleckereresalltimefavouritelieblingsmüsli basteln. Gesagt getan und hier das Rezept:


Zutaten für ca. 12- 15 Portionen (kann ich bei Müsli aber schwer einschätzen)


500gr Haferflocken fein oder grob je nach Geschmack
je 3 EL Kürbis-, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Sesam, gehackte Walnüsse (oderoderoder nach Belieben)
180ml Ahornsirup (ich mag´s süß und nehme darum Grad A)
8 EL Sonnenblumenöl
1 EL Zimt
1 knapper TL Kardamon
1 Prise Vanille
1 Prise Salz

 Die trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen. Öl und Ahornsirup in einer großen Pfanne erhitzen. Ich nehme dafür immer den Wok, weil schön groß und so.


 Wenn es in der Pfanne blubbert, Herd ausstellen und die Haferflockenmischung dazugeben. Alles gut vermengen. Das Ganze sollte dann klebrig und locker aber auf keinen Fall pampig oder matschig sein.


 Anschließend die ganze Choose auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech verteilen und bei 150°C 30- 40 Minuten im Backofen trocknen. Es empfiehlt sich, das Müsli während dieser Zeit hin und wieder auszulockern und ein bisschen "umzurühren", da es sonst zu Verbrennungen kommt. Ob es fertig ist, erkennt man daran, dass die Flocken nicht mehr aneinanderkleben.


 Das Müsli anschließend auskühlen lassen und zur Erhaltung der Crunchyness luftdicht aufbewahren. So hält das Müsli etwa 3-4 Wochen. Sollten Nüsse darin verarbeitet sein, empfiehlt es sich aber, das Müsli nicht zu lange aufzubewahren, da diese früher oder später ranzig werden. Vermutlich tut das Öl da sein übriges. Ist mir aber bisher erst einmal passiert. Meist war das Müsli vorher alle.


 Ich esse das Müsli am liebsten mit Yofu und frischem Obst.
 Varationen mit verschiedenen Kernen, Kokos- oder Dinkelflocken oder anderen Gewürzen kann man natürlich auch zaubern. Gefriergetrocknete Beeren oder Rosinen sollte man erst zum Schluss dazugeben.
  Mahlzeit!

Donnerstag, 7. August 2014

Gardinen fürs Kinderzimmer

 Manchmal werden Wünsche nicht ganz deutlich an mich herangetragen, sondern es fällt so ein Satz wie: "Wir bräuchten mal...." So auch geschehen mit diesen Kinderzimmergardinen. Schon vor langer Zeit habe ich sie fertig gestellt, aber es erst kürzlich geschafft, sie in Aktion zu fotografieren.


 Komplett möchte ich sie in Rücksichtnahme auf die Privatsphäre Minderjähriger nicht zeigen. In diesem Kinderzimmer sind auch nur die Gardinen von mir.


 Der Stoff lag jahrelang in meinem Schrank. Fundstück aus einer Familienwühlkiste. Schon vor Jahrzehnten sollten das mal Kinderzimmergardinen werden, doch nie griff jemand zur Nadel und ich war da noch nicht nähfähig. Jetzt aber.


 Da der Stoff nicht ganz reichte, habe ich ein wenig weißen Stoff angenäht. Das waren die ersten französischen Nähte in meinem Leben. Ich wollte, dass die Gardine von beiden Seiten gut aussieht. Zudem finde ich, dass das weiß das knallende Rot etwas entschärft (wenn man nicht nach Steiners Farbenlehre geht). Und das sind Enten und keine Gänse!


 So gibt es im Kinderzimmer nun sanft gedämmtes Licht für den Mittagsschlaf und Sichtschutz. Schlaf gut kleiner Wurm!

Mittwoch, 6. August 2014

Kinder(garten)beutel

 Nach dem ganzen Reisegeblogge nun mal wieder etwas Handgemachtes: Kürzlich überreichte ich dem kleinen Wurm sein erstes Geburtstagsgeschenk. Yay! Natürlich war es etwas Selbstgemachtes.


 Ein Beutel fürs Kind. Kann man das Kind reintun und dann zuziehen, sich über die Schulter werfen und praktisch mitnehmen. Um Verwechslungen vorzubeugen, steht auch der Name des Kindes, welches sich innen befindet drauf.


 Könnte etwas zappelig enden. Man könnte aber auch einfach Kindersachen reintun. Zum Beispiel Krempel für die Reise oder in diesem Falle für den Kindergarten: Wechselklamotten, Matschhose, Gummistiefel und was man da nicht sonst noch alles braucht.


 So weit ich informiert bin, brauchen die Kinder von heute kein Essen mehr mit in den Kindergarten nehmen, von daher habe ich mich gegen die klassische Kindergartentasche entschieden. Außerdem kann das bis zum nächsten Geburtstag oder Weihnachten warten. Erstmal anständig laufen lernen, bevor Taschen getragen werden müssen. Solange können die Ellis noch tragen. Und weil ich eine korrekte Pädagogin bin, wird es dann auch einen Rucksack geben. Haltung bewahren!
 Den Schnitt habe ich selbst gebaut und aus Ermangelung von Ösenreindrückequipment Schlaufen für das Zugband in die unteren Ecken genäht. Die Stoffe sind aus meinem Fundus. Auf in den Kindergarten!

 Weiß irgendjemand woher diese Autos kommen? Eigentlich war es eine Bettwäsche, doch die läuft mir auf dem Trödel in letzter Zeit öfter über den Weg. Ich kann sie nicht einordnen.

Montag, 4. August 2014

Skandinavienreise Teil 3: Norwegen

 Eigentlich ist es etwas komisch einen Beitrag mit dem Thema "Norwegen" zu schreiben, denn im Vergleich haben wir nur sehr wenig von Norwegen gesehen. Dennoch ein paar Impressionen:


 Vom Hovfjället in Schweden ging es durch ziemlich gemixtes Wetter erstmal nach Moss in Norwegen am unteren Oslofjord. Die Wälder durch die wir fuhren, trugen teilweise schon Herbstfarben, was wohl eher der anhaltenden Hitze und dem Regenmangel geschuldet war als dem drohenden Herbst. Von Moss aus wollten nach Horten und da bot es sich an den Oslofjord auf einem Schiff zu überqueren und nicht drumherum zu fahren.


 Fein durch den Sonnenuntergang sind wir geschippert. Wundervoll! Am Ufer die Fjordausläufer. Am Oslofjord fallen diese relativ sanft aus.


 Die Überfahrt dauerte nicht lange. Ich habe zwar nicht auf die Uhr, sondern lieber in den Sonnenuntergang geschaut, aber ich glaube die Überfahrt hat nur eine halbe Stunde gedauert. Ausreichend für zwei Menschen, die furchtbar gerne Schiff fahren.


 Velkommen til Norge! Soviel anders als Schwedisch ist Norwegisch und Norwegen nicht gewesen.


 Dank der Hitze war die Aussicht in Richtung Norden etwas diesig. Irgendwie ging es gleich links oder rechts nach Oslo... Oder so.


 Wenig später waren wir in Horten angekommen. Das eigentliche Ziel ware ein in Norwegen lebendes Familienstück von Herrn Fussel. Dort blieben wir zwei Nächte und während die Herren der Schöpfung am nächsten Tag am neuen Häuschen schufteten, zog es mich zu einer mEdchenmäßigen Bummeltour in den Kern des kleinen Örtchens.


 Ein bisschen was Altes habe ich im Stadtkern gefunden.


 Diese Mischung an Veranstaltungen im Ort fand ich gut. Da wurde einträchtig nebeneinander für musikalische Veranstaltungen von Reggae über Punk zu Klassik und Volksmusik geworben.


 Am Hafen von Horten fand ich diese Staute, die ich sehr faszinierend fand. Leider war sie so weit eingezäunt, dass man das erläuternde Messingschild nicht lesen konnte. Ich konnte nur "Lykke" entziffern, der Rest der Bedeutung um diese Figur blieb zumindest mir verschleiert.


 Und wir hatten wieder strahlend blauen Himmel. Und immer noch 30°C.


 Eigentlich wollten wir nachmittags noch eine kleine Radtour zum Baden an den Borrevannet machen. Leider war für mich die Tour dank Stein im Weg schnell vorbei, da ich mir selbst die Sandale zerstörte und so nicht weiterfahren konnte. Also kroch ich durch die Hitze zurück zum Haus.


 Wenig später kamen aber auch die Herren zurückspaziert, da auch hier ein Stein dem Hinterrad ein Ende bereitete, bzw. dem Luftdruck.


 Kurze Stärkung mit Dillchips und zur alternativen Abkühlung für die Herren schwedisches Bier mit 2,8% und dem Hinweis, dass man auf der Arbeit keinen Alkohol konsumieren solle. Jaja. Wieder was gelernt- hehe.


 Die Herren feuerten dann den Grill an und ich zauberte aus einer schwedischen Köstlichkeit eine noch besser Köstlichkeit. Schade, dass es diese iMat fraiche nicht auch hier gibt... Noch nichtmal im veganen Supermarkt.


 Die Männer bekamen Wurst und Kartoffelsalat, ich hatte mir ein paar Folienkartoffeln in die Glut geworfen. Zusammen mit der guten aufgemischten "Creme fraiche" war das sehr sehr köstlich.


 Am Sonntag ging es dann recht früh nach Oslo. Leider hat es da dann wirklich mal geregnet und zwar nicht zu knapp. Der Stadtrundgang fiel somit etwas sparsam aus.


 Etwas stimmungssenkend wirkte auch die zu der Zeit geltende Terrorwarnung. Es war sehr viel Polizei unterwegs und hätte man uns nicht vorher gesagt, dass norwegische Polizisten in der Regel nicht bewaffnet sind, hätten wir uns auch keine Gedanken über die Bewaffnung eben jener gemacht. In unserer Hotellobby standen zudem diese Kunstwerke mit dem Hinweis auf die Herkunft der Macken. Hm...


 Wir sind trotz allem wie alle gute TouristInnen zum Schloss des Königs von Norwegen geschlendert. Dort durfte Herr Fussel doch noch ein paar echte königliche Wachen beim Wechsel beobachten. Spannend daran fand ich vor allem, dass unter den Wachen auch Frauen und Menschen mit "sichtbarem Migrationshintergrund" waren. Kann man mal so sacken lassen. Anschließend füllten wir unsere Koffeinspeicher für teuer Geld auf und tingelten wir noch ein bisschen durch die Straßen und fanden Gegensätze.


 Ich mochte dieses vegane Schlachtschiff der Straße.


 Ebenso wie diese kleine Giraffe an dem alten Haus.


 Solcherlei Schilder fanden wir auch öfter. Grundsätzlich hatten wir einen sehr gemischten Eindruck der norwegischen Hauptstadt. Teilweise waren Häuser und Straßen doch sehr runtergerockt und deuteten keineswegs auf den Reichtum dieses Landes hin. Auf der anderen Seite bleibt so natürlich auch viel alter Charme erhalten, wie eben dieses Schild.


 Auf dem Wasser des Fjords direkt vor der Stadt gab es aber auch Kunst zu begutachten.


 Abends haben wir uns nämlich das Konzerthaus von Olso von außen angeschaut. Außen sehr weiß aus Marmor und innen mit viel Holz. Ich belasse es hier bei dem einen Bild mit Blick auf diese Wand, die sehr nach Brailleschrift aussieht. Es fing da nämlich schon wieder an zu Regnen.


 Am nächsten Tag war dann wieder eitel Sonnenschein. Leider mussten wir schon recht früh am Schiff einchecken, denn damit sollte es über Nacht zurück nach Kiel gehen. Um kurz vor 12h war somit für uns die Reise durch Skandinavien eigentlich vorbei.


 Fein war es auf jeden Fall. Die liebste Reisebegleitung und ich, das sieht man hier. Unter uns noch norwegischer Asphalt Boden.


 Um 13h ging es an Bord und von da an war auch der norwegische Boden unter unseren Füßen weg. Ein letzter Blick in Richtung Oslo.


 Unsere letzte Reisenacht verbrachten wir auf dem Schiff, welches man keinesfalls auch nur ansatzweise mit den Fähren zwischen Kiel und Göteborg vergleichen sollte. Denn dieses Schiff erinnerte eher an Kreuzfahrt im klassischen Sinne mit allem Möglichen an Bespaßungsprogramm, was man sich nur so vorstellen kann. Shoppingmeile, Spaßbad, Disco, Restaurants... Uns reichte der Sonnenuntergang überm Meer und die Seeluft um die Nase. Schiff ahoi!


 Am nächsten Morgen rollten wir um 10h gut ausgeschlafen in Kiel vom Schiff. Da wir kein Essen an Bord gebucht hatten und keine Lust auf Improfrühstück hatten, steuerten wir in Hamburg als Erstes das Miller zu einem handfesten englischem Frühstück an und beendeten unsere Tour so wie wir sie begonnen hatten.
 Es waren zehn wundervolle Tage und ich würde es jederzeit wieder tun. Danke Herr Fussel für die fabelhafte Reisebegleitung und das Fahren! Das war´s.
 Jetzt sollte ich nur bald noch nach Finnland und Island kommen und ich glaube ich weiß schon, was als Erstes kommt.

 Wer nicht aufgepasst hat, findet die anderen Teile der Reise hier:
 Skandinavienreise Teil 1: Dänemark
 Skandinavienreise Teil 2a: Schweden
 Skandinavienreise Teil 2b: Schweden