Mittwoch, 16. Juli 2014

Gute Nacht im Zelt

 Ich brauche es mindestens dämmerig, damit ich ordentlich schlafen kann. Da ich diesen Sommer öfter mit dem Zelt unterwegs sein werde, und es im Zelt selten dunkel ist (vor allem nicht in der skandinavischen Sommernacht- freufreu) musste ein kleines Luxusaccessoire her: Eine Schlafbrille. Hu!


 Hier flog noch eine aus dem Flugzeug rum. Keine Ahnung wo die herkam. Mein letzter Langstreckenflug auf dem es so etwas hätte geben können, ist schon verflucht lange her. Von der vorhandenen Schlafbrille habe ich einfach den Schnitt gemopst. Als weicher Augenschmeichlerstoff diente ein Teil eines alten Hemdes meines Vaters. Mein Vater trägt gerne gute Hemden und wenn die dann doch mal durch sind, bekomme ich sie zum recyceln. Einfach Vorder- und Rückseite ausgeschnitten, ein Stückchen Quiltfleecerest dazwischen und mit Schrägband eingefasst. Vor dem Zusammennähen habe ich noch eine Runde gestickt. Leider hatte ich kein farblich passendes Gummiband... aber herrje... Ein bisschen weiß ist in dem Stoff ja drin.


 Somit sage ich: Gute Nacht, schlaft gut und träumt was Feines!

Dienstag, 15. Juli 2014

Rockharz 2014: Mal öfter was Neues

 Okay, wie bekomme ich jetzt den Bogen zu einem Thema welches eigentlich meinem Blog vollkommen konträr ist? Ich mache einfach mal: 
 Am vergangenen Wochenende bin ich mal wieder meiner Neugier nachgegangen und war auf einem Festival, welches musikalisch eigentlich relativ weit entfernt von dem ist, was ich sonst so höre. Ich war auf dem Rockharz. Ein sehr metallastiges Festival. Grundsätzlich bin ich ja eine große Freundin von Gitarrenmusik, hinzu kommt mein Faible für bärtige, langhaarige Männer und mein Wissen darum, dass Metaller in den meisten Fällen zu den sympatischsten Menschen zählen, die man sich so vorstellen kann. Reicht eigentlich als Begründung, warum ich mal in andere Gefilde aufbrechen wollte. Also habe ich Herrn Fussel gefragt, ob ich ihn dorthin begleiten könne, wo er seit einigen Jahren die Haare schüttelt und zog dann gemeinsam mit ihm los. Was ich dort so erleben konnte, hat sämtliches Vorwissen meinerseits massiv bestätigt und dafür gesorgt, dass ich sicherlich öfter auf solcherlei Veranstaltungen zugegen sein werde. Einen Haufen freundliche Menschen habe ich dort getroffen, die mich bereitwillig in ihren Kreis aufgenommen haben.
 Wenn Immergut und die Altonale Popnacht dieses Jahr schon die Honigbrote unter den Festivals waren, dann war das Rockharz sicherlich die Wurststulle. Hin und wieder braucht es eben auch mal was Herzhaftes mit Biss. Eine kleine bebilderte Begründung.


 Der metalliebende Mensch trinkt seine Getränke gerne mit Schirmchen und ein bisschen Glitzer. Ich stehe voll auf Glitzer.


 Glamourös mögen Metaller auch ihre Shows. Am Donnerstagabend starteten wir mit einer explosiven Show von SABATON ins Festival. Ich mag ja Feuereffekte. Nicht nur auf Konzerten. Außerdem gab es jede Menge skandinavische Bands. Höre ich ja grundsätzlich auch sehr gerne, hier halt eben anders.


 Zum Frühstück mögen harte Menschen gerne auch mal Sahnetorte. Dieser hier war zwar nichts für mich, aber egal. Torte ist gut Freund.


 Um den eigenen Zeltplatz zu finden, hisst der Metaller gerne Flaggen mit wahrhaft harten Symbolen. Sogar selbstgemacht.


 Der Ort des Geschehens befand sich direkt unterhalb eines Teils der Teufelsmauer im Harz. Symbolträchtiger geht es eigentlich gar nicht mehr. Täglich pilgerten Menschen hinauf. Wunderbare Umgebung.


 Schwarz ist immer die Farbe der Saison. Alles andere gilt als bunt und wird nur in kleinen Dosen angewand aber durchaus toleriert.


 Selbst Zuckerwatte kann da nicht reinweiß bleiben. Süß war sie natürlich trotzdem. Lecker!


 Toleranz spielt eine recht große Rolle. "Come as you are" wird immer groß geschrieben. Hauptsache das Spaßlevel stimmt. Wie kann man denn so etwas nicht mögen?


 Romantik gibt es bei aller vermeintlicher Härte aber auch zu genießen.


 Der Vollmond kann gegen die Bühnenbeleuchtung nur schwerlich ankommen, doch beidem wird ausreichend Beachtung geschenkt. Hier während des Auftritts von CHILDREN OF BODOM.


 Die wahre Härte tritt dort zutage, wo selbst im gleißenden Sonnenschein Schwarz getragen wird. Oder eben Oberkörper frei. Hui!


 Das Festivalprogramm hatte so seine Ausreißer, doch selbst BORN FROM PAIN wurden amtlich und nicht anders zelebriert, wenn auch vor einer luftigeren Menschenmenge. Könnte dafür sprechen, dass Metaller eben Melodie benötigen und Hardcore diese nicht aufweisen kann. Dafür haben BORN FROM PAIN mich absolut angesprochen, denn mit Hardcore bekommt man mich ganz gut vom Ofen weg.


 Dass Metal sehr laut sein muss, konnte man feststellen, wenn man eben auch einmal auf die Teufelsmauer stieg und selbst dort oben noch dem Bühnenprogramm akkustisch folgen konnte. Natur plus gute Musik, fein!


 Und trotz dem Hang zu Schwarz konnte man das Leuchten in vielen Augen nicht leugnen, als sich der Regenbogen aufspannte. Ein bisschen Bunt muss eben doch.


 Die geblümte Tischdecke neben den martialischen Flaggen ist dem Metaller kein Widerspruch sondern selbstverständliches Understatement. Da fällt man mit Retrochic gar nicht so sehr auf.


 Grundsätzlich ist der Metaller (und die Metallerin selbstverständlich auch) ein sehr verschmustes Wesen. Wer dieses Bedürfnis nicht auf natürlichem Wege befriedigt bekommt, dem wird bereitwillig geholfen. Denn Metaller helfen sich.


 Hin und wieder werden aber eben auch Grenzen aufgezeigt. Diese bleiben aber grundsätzlich leicht zu überwinden.


 Aufgrund des Alters dieser Musikrichtung ist ein wenig Nostalgie auch mehr als angemessen. Die Alterspanne des Publikums war im Übrigen sehr breit. Nicht selten konnte man Familienausflüge beobachten, wo Mutter, Vater, Kind einträchtig gemeinsam headbangten. Heidepark kann ja jeder.


 Wer schwarz trägt, darf auch schwarz zelten. Wobei auch hier einmal wieder unter Beweis gestellt sei, dass es für den Metaller Wichtigeres als Ästhetik gibt.


 Das wichtigste Merkmal des Metallers ist allerdings sein Humor. So ist es auch nicht verwunderlich, dass KNORKATOR es schafften ungefährt alles vor die Bühne zu dirigieren, was mit den Fingern eine Pommesgabel immitieren kann.
 Natürlich haben wir noch viel mehr Bands gesehen. NOTHNEGAL, EQUILIBRIUM, FJOERGYN, MOTORJESUS, IN EXTREMO, ARCH ENEMY, EXOMORPH... Ich werde keine Metallerin werden, allerdings bin ich schon länger durchaus eine Sympathisantin, die gerne mal einen Ausflug in diese Welt macht.
 Metaller meinen das übrigens IMMER ernst. Es gibt keine Rechtfertigungsgründe, weil alles was getan wird, eben klar wie Kloßbrühe ist. Das macht den Metal vielleicht gerade so glaubwürdig und eben selbstbewusst. Ein hartes Trommelfell braucht es allerdings dafür.
 Und mal so ganz an Rande: Das war das erste Festival das ich erlebt habe, auf dem es eine Tribüne für Menschen im Rollstuhl gab, damit auch sie dem Treiben auf der Bühne folgen konnten. Ebenso gab es die dazugehörigen barrierefreien Klohäuschen. Ich habe noch nie so viele Menschen mit Rollstuhl auf einem Festival gesehen wie dort. Davon können sich andere Festivalveranstalter mal eine ordentliche Scheibe abschneiden. Zwar gab es keine befestigten Wege, doch selbst wenn alles im undurchrollbaren Matsch versunken wäre, bin ich mir sicher, dass die Rollstuhlmenschen ziemlich schnell etwas Sänftenartiges und stapelweise bereitwillige Träger gefunden hätten.
 Das war ein sehr sehr gutes Wochenende und hat einmal mehr bestätigt, dass es ziemlich gut sein kann, sich auch mal jenseits des eigenen Tellerrandes umzuschauen.

Montag, 14. Juli 2014

Festivalsurvivalkit

 Ich muss jetzt hier kein Wort über Fußball verlieren, oder? Nein! Höchstens das ein oder andere kritische aber nicht jetzt und darum heute ein Eintrag ohne Fußball. So zur Abwechslung:

 Es gibt noch diese Festivals auf die ich nicht meine gesamte Kameraausrüstung, Schreibzeug und Hirn mitschleifen muss. Da darf ich einfach nur rocken und rollen und mich nassregnen oder von der Sonne verbrutzeln lassen und matschige Pommes essen. Doch ein bisschen Kram muss man auf so ein Festivalgelände ja immer mitnehmen. Und wenn man keine Survivalhosen mit 2348 Taschen dran hat, braucht man frau eben eine Tasche zum Umhängen.


 Jede Menge neue Nähexperimente sind hier vereint. Grundsätzlich habe ich mich bei dieser Tasche extrem schwer von Alex´ Wunderstücken inspirieren lassen, den Schnitt aber selbstgebastelt. Der schwarze Stoff ist ein Stück Kothenbahn, den Heidistoff habe ich auf dem Trödel erstanden.


 Ebenfalls habe ich das erste Mal mit richtig fester Vlieseline gearbeitet und ein Mappenschloss angebracht. Alles ist geglückt. Yeah!


 Innen gibt es eine Reißverschlusstasche. Den Futterstoff hatte ich mal bei einer Verlosung bei Eni gewonnen. Da habe ich zwei Freundinnen, deren Blogs ich sehr gerne lese, quasi in einer Tasche vereint. Daran musste ich beim Tüfteln und Nähen oft denken. So mag ich meine Nähprojekte: Gedankenvoll.


  Und alles geht rein: Kaugummi, Rauchutensilien, allgemeines Survivaltäschchen in dem sich sonst auch feuchte Tücher, Sonnencreme, Kopfschmerztabletten, Handspiegel, Lippenpflege, Ohrenstöpsel, Clownsnase, Tampons und Zigarettenblättchen befinden. Dann noch Sonnenbrille, Taschentücher (ich bräuchte mal so eine Tatüta), Handtaschenkamera, Handy, Geldbörse.


  In Aktion war diese Tasche schon am vergangenen Wochenende. Und dass diese Tasche ein wahres Raumwunder ist, durfte ich da auch feststellen: Unter minimaler Gewaltanwendung geht sogar zu dem ganzen Kram ein ganzer Kapuzi mit rein. Was will frau mehr?
 Let´s mosh oder bang oder rock oder roll oder was auch immer. Mit Heidi!!!

Sonntag, 13. Juli 2014

7 Sachen # 28. 14

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe.

 Achtung! Ganz miese Bildqualität. Ich habe mal wieder meine alte Handtaschenkamera rausgekramt und musste gerade erschrocken feststellen, dass ich damit (fast) nicht mehr fotografieren kann... Muss ich mal wieder üben, denn eigentlich ist sie sehr praktisch so für unterwegs. Aber jetzt erstmal los:


1. Gewärmt: Die Hände an der Glut des Grills. Das war nachts. Da war aber schon heute. Lange haben wir dort gesessen und gelacht, obwohl es doch recht kalt war.


2. Geöffnet: Den Zelteingang und die nicht schöne, aber hintenrum lustige und wunderbare Aussicht genossen. Auf die inneren Werte kommt es an und so.


3. Getragen: Ein Sixpack Kaffee. So macht man sich am Sonntagmorgen FreundInnen.


4. Gelöffelt: Das Frühstück. Bratkartoffeln und Schwarzbrot. Uns ging es dank Herrn Fussels unermüdlichem Bratwillen sehr sehr gut.


5. Gefeuert: Erst die Zigarette und dann aus einer gemütlichen Position die Leute an, die noch am Packen waren. Ich war da schon fertig und es gibt bekanntermaßen nichts schöneres, als anderen bei der Arbeit zuzuschauen und dabei dumme Sprüche zu kloppen.


6. Gezahlt: Das Eis für den weltbesten Fahrer (Herrn Fussel) und mich. Und natürlich die Waffel gehalten zum dran Schlecken. Also am Eis nicht an Herrn Fussel.


7. Gedrückt: Noch einmal auf den Auslöser, weil ich mich so über die einsetzende Blütenpracht in meinen Blumenkästen gefreut habe. Die Vogelschreckwimpelketten haben ihren Dienst gut getan, es gab keine feindlichen Angriffe mehr.

 Und nun werde ich satt und wieder sauber dem Fußballspiel folgen und hoffen, dass ich währenddessen nicht einschlafe. Ich glaube, der Trend geht heute eher zum Fußballkaffee statt zum Fußballbier. Im Laufe der Woche verrate ich, auf welchem Festival ich mich am Wochenende rumgetrieben und was ich dort erlebt habe. Habt eine feine Woche.
 Mehr 7 Sachen findet ihr auch heute wieder bei Anita.

Donnerstag, 10. Juli 2014

Altonale Pop Nacht 2014

 Die Altonale Pop Nacht ist schon ein bisschen her. Dennoch möchte ich euch ein paar Bilder nicht vorenthalten. Da es sich nur um ein kleines Festival mitten in der Stadt handelte, habe ich rundherum gar nicht so viel Spektakuläres zum Sehen gefunden. Doch es gab ein paar ganz famose Bands zu sehen und vor allem zu hören. Alle habe ich nicht geschafft. Den ausführlichen Bericht gibt es wie immer bei hier bei allschools.de.

 Es begann mit BEN GALLIERS. Famos aus Großbritannien und Hamburg... So.


 Baten um Eintrag ins Gästebuch. Fein.






 Weiter ging es mit KRISTOFFER AND THE HARBOUR HEADS.  Schön aus Schweden.






 Danach folgten GOLDEN KANINE. Auf die war ich ganz besonders gespannt, da ich deren vorletztes Album so großartig fand. Leider kamen sie ohne Bläser. Das war sehr sehr schade. Übrigens auch eine schwedische Band. Irgendwie haben die es in der Richtung immer am Besten drauf.









 Sehr klischeemäßig hatte die Band auch statt Zigaretten den Kautabak mit auf der Bühne.

 Zum Abschluss des kühlen Abends gab es noch KAPELLE HERRENWEIDE. Sicherlich hätten sie das Zeug zu einer wahnsinnigen Show gehabt. Leider bremste die Reihenfolge der Songs mit einem Wechsel zwischen tanzbar und schmusig immer wieder etwas aus.








 Es waren noch ein ganzer Haufen anderer Bands da, an anderen Orten. Man hätte zum Beispiel TIM NEUHAUS im Galionsfigurensaal des Altonaer Museums sehen können oder DEAR READER in der Christianskirche. Leider war das nicht zu schaffen, Prioritäten mussten gesetzt werden. Doch es war auch so schon sehr sehr schön. Mal sehen, ob es diese Veranstaltung auch nächstes Jahr wieder geben wird. Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein.