Was bisher geschah:
Nordlicht sehen also. Oder Polarlichter oder Aurora. Eines meiner dicksten Lebensziele. Gar nicht so einfach zu erhaschen. Ich bin dafür extra nach Kiruna in Nordschweden gereist. 2400km in den Norden, einmal über den Polarkreis. Da das Nordlicht aber ein Naturphänomen ist, gibt es natürlich nie eine absolute Sicherheit, dass man es wirklich erspäht. Ich war insgesamt vier Nächte in Kiruna. In den ersten beiden war der Himmel wolkenverhangen und man sah nichts. Zwei Nächte hatte ich aber Glück. Auf dem ersten Foto sieht man kein Nordlicht. Das ist einfach nur eine Wolke im Nachthimmel bei 20 Sekunden Bleichtungszeit.
Irgendwann wird man zum Profi zwischen Wettervorhersage- und diversen Nordlichtapps auf dem Smartphone. Sobald die Sonne untergegagenen ist, verzweifelte Blicke Richtung Himmel, ob Sterne zu sehen sind. Ich habe in meinem Hostel ein paar famose Menschen kennengelernt, die schon länger da waren und mehr Erfahrungen gesammelt hatten. Ohne die hätte ich diese schwachen Lichter sicherlich im Leben nicht gefunden. Denn wenn man so auf dem Hügel steht, dann sieht auch das Nordlicht erstmal aus wie eine Wolke. Man muss schon einigermaßen angestrengt zum Horizont gucken. Und wenn man nicht weiß, auf was man achten muss, dann übersieht man es am Ende. Und dann kann es auch passieren, dass man die Kamera zuerst so positioniert hat, dass einem die Kabel der Loipenbeleuchtung einmal quer durchs Bild zieht.
In der ersten sternenklaren Nacht in Kiruna waren die Lichter sehrsehr schwach.
Ich hatte Probleme irgendetwas scharf gestellt zu bekommen. Es war ja rundherum stockfinster. Um kurz nach 0 Uhr auch schon wieder weg. Dennoch war ich beeindruckt.
Am nächsten Abend hatten wir mehr Glück. Sogar schon recht früh. Die höchste Aktivität in Kiruna ist meistens so rund um 23 Uhr. An diesem Abend waren wir aber schon um 20 Uhr draußen. Gemeinsam mit Menschen aus Neuseeland, Japan, Frankreich und aus der Pfalz (!!!) stand ich im Schnee auf dem Hügel. Starren, bis die Augen schmerzen und dann kamen sie heraus.
So ein richtig dickes Ding ist mir nicht vor die Linse geschwebt. Eher so ein paar kleine. Mit dem bloßen Auge sahen die eher wie grüne Wolken am Nachthimmel aus. Aber die Kamera ist ja mein Freund. Größte Blende, 20 Sekunden Belichtungszeit und zack: DA!!!! Später in der Nacht noch viel mehr. Wie ein grüner Regenbogen zogen sie einmal über unsere Köpfe hinweg. Nackenschmerzen, Jubel.
Leider waren es auch nur ein paar grüne. Richtig dick bunt ginge auch, aber eben nicht in den Nächten, in denen ich auf Jagd war. In dieser Nacht wurde es dann auch so schlimm stürmisch, dass es mir ein paar mal fast die Kamera vom Stativ gefegt hätte. Super, wenn man gerade den Auslöser für 20 Sekunden gedrückt hat. Zudem war es auch einfach viel zu aufregend. Da wird man schon ein bisschen hibbelig, wenn das Licht stärker wird, versaut die Einstellungen an der Kamera, weiß nicht, ob man lieber durch den Sucher schauen und den Auslöser drücken oder das einfach mal genießen möchte. Schönen guten Tag, ich bin kein Profi. Ich muss das auf jeden Fall nochmal sehen. Nächsten Herbst oder Winter. Auf jeden Fall. Man komme mir niemals mit der Aussage, es sei ja unglaublich langweilig, immer nur nach Skandinavien zu reisen. Kalt war es übrigens nicht. In Kiruna bewegten sich die Temperaturen in der Woche irgendwann nur noch rund um den Gefrierpunkt. Das war okay. Warm einpacken sollte man sich allerdings. Die Sámi haben übrigens gerüchteweise lange gedacht, die Nordlichter würden die Kinder aus den Zelten stehlen und haben darum alle Rauchabzugslöcher in ihren Zelten penibel abgedeckt.
Und das darf heute in diese Mittwochssammlung. Wahnsinn, was die Natur sich so ausdenkt. Und wunderschön!

























































