Donnerstag, 10. Dezember 2015

Musikdonnerstag: REFUSED


 Ach, was soll ich zu REFUSED noch viele Worte verlieren? In der Szene muss man dazu gar nichts sagen. Sie sind sowas wie die Godfathers des echten Hardcoresounds. Würde ich so einfach mal ganz frech behaupten. Umso erfreuter war ich, dass sie nach Jahren der Pause endlich mal wieder auf Tour gingen und ich sie vor die Linse bekommen sollte. Dachte ich. Huh! Doch was echt nervenaufreibende Konzertfotografie sein kann, durfte ich an dem Abend lernen. Mal häppchenweise?


 Angefangen hat der Abend mit SAFI. Vorher noch nie zu Ohren bekommen. Ich fand sie irgendwie gut, verstörend, irritierend, schwer zu greifen. Die Stimme der Sängerin hat mir ziemlich die Schuhe ausgezogen. Die Essenz des Punk oder so. Passend düster war der Auftritt. Frontscheinwerfer aus. Beleuchtung nur von hinten. Gefühlt. Nach drei Songs war ich schweißgebadet, obwohl die Docks noch nicht mal voll waren. Die gesamte Fotogalerie von SAFI gibt es natürlich bei allschools.de.


 FAILURE kamen dann als nächstes auf die Bühne. Und auch hier die Beleuchtung nur von hinten. Ich bin fast ausgerastet. Keine Ahnung, ob die Herren an dem Abend noch was auf dem Kiez vorhatten, wobei sie nicht erkannt werden wollten. Zudem brachten sie einen so unfassbar ruhigen Grunge auf die Bühne, dass man sich zwischenzeitlich fragte, ob REFUSED hinterher auch ein bisschen Rentermusik machen wollten. Sehr statisch das Ganze. Es wollte so gar nicht passen. Mit den Bildern, die man in ihrer Gesamtheit bei allschools.de sehen kann, bin ich auch nur so bedingt zufrieden. In ein Bild habe ich mich beim Bearbeiten aber irgendwie ein bisschen verguckt.


 Bei allschools.de habe ich das nicht hochgeladen, zu "künstlerisch". Eigentlich ist mir da nur der Kontrastregler verrutscht, aber so als Kunstwerk für anne Wand gefällt mir das doch ganz gut. Ich sollte wirklich ganz dringend mal ein paar von meinen Fotos an meine Wände bringen.


 REFUSED waren dann ungefähr genau das, was man da oben auf dem Bild sieht. Also zumindest deren Sänger Dennis Lyxén gab an diesem Abend den absolut zur Musik passenden Hampelmann. Unfassbar, was für eine Energie auf der Bühne. Vegan superpower! Aber auch hier, haben sich die Menschen an den Beleuchtungsreglern gedacht, sie machen den Fotografierenden das Leben mal so richtig zur Hölle. Dreisongregel und der zweite Song wurde gefühlt bei Notbeleuchtung gespielt. Eine andere Fotografin, die augenscheinlich das kostenintensivere Equipment um den Hals hängen hatte, machte zwischenzeitlich ziemlich dicke Enttäuschungsbacken. Ich konnte ihr da nur nonverbal zustimmen. Nach den ersten drei Songs ging es noch mehr ab. Dennis kletterte auf den Bühnenumbau, badete in der Menge, schaffte es dabei trotzdem noch keine einzige Songzeile auszulassen. Zwischen den Songs gerne noch ein paar anständige Sätze zur Lage der Welt. Das Publikum machte anständig mit, ohne diesen neumodischen Aggrohardcoretanzstil, bei dem man immer Angst um Leib und Leben haben muss. Ein sehr sympathischer Abend.


 Die gesamte Galerie gibt es drüben bei allschools.de zu schauen. Ich würde mal glatt behaupten, dass ich da amtlich verkackt habe. Zwischenzeitlich habe ich mal versucht das Objektiv zu wechseln, doch da gab es ernsthafte technische Probleme. Tja. Vermutlich war das das letzte Konzert des Jahres. Nächstes Jahr dann nochmal von vorne. Evtl. sollte ich mir zu Weihnachten ein neues Objektiv schenken. REFUSED waren allerdings wirklich umwerfend, auch wenn ich das wohl bildtechnisch nicht so ganz wiedergeben konnte. Ich bin auf jeden Fall sehr froh, REFUSED mal live gesehen zu haben. Kraftvoll, jede Menge alte Songs und ein paar neuere Eingestreut. Perfekter Sound, perfekt abgeliefert. Der Funke sprühte. Unfassbar großartig! Und jetzt bist du dran Mike- hehe.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Klamottenbasis #1


 Ich hatte mir schon vor einiger Zeit mal vorgenommen, mal ein bisschen basisorientierter zu nähen. Bisher gibt mein Kleiderschrank noch einiges an gekauften einfarbigen Kleidungsstücken zur Kombi mit wild Buntgenähtem her. Doch je mehr Zeit vertreicht, desto mehr davon wird untragbar. verwaschene Farben, aufgenudelte Nähte, Löcher. Ich muss nun mal wirklich nachlegen. Den Anfang machen heute zwei Longsleeves.


 Einmal hellblau. Ein totaler Klassiker, kombinierbar mit allem. Vor allem sollte es eigentlich unter alles gehen. Eng anliegen eben. Der Schnitt ist selbst gebaut. Allerdings muss ich hier noch etwas nachjustieren. Unter den Achseln macht dieses Shirt noch ein bisschen sehr auf Fledermaus.


 Bei weiteren Teilen taugt es zum Drunterziehen aber schon ganz gut. Hier zum Bespiel unter meinem liebsten Sonntagskleid.


 Mein anderes neues absolutes Lieblingsteil ist dieses Blockstreifenlongsleeve. Eher als zweite Schicht, dennoch farblich recht unaufregend und darum basistauglich. Es ist etwas weiter geschnitten und außen unfassbar kuschelig. Der Schnitt ist hier auch selbstgemacht.


 Dieses Bild hat Herr Fussel gemacht. Ebenso das erste. Dankeschön! Dieses Teil ist somit auch bewiesenermaßen alltags- und tageslichttauglich. Und man sieht es zwar nicht, aber das hellblaue trage ich hier drunter. Wow! Beide Teile ein bisschen unspektakulär und trotzdem oder gerade darum gehen sie rüber in die Mittwochssammlung.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Neues Aufwachen


 Schon vor einiger Zeit hatte ich mir eine neue Kaffeetasse zugelegt. Leider erwies sich der Porzellanfilzstift nicht besondern spülfest. Und das, obwohl ich nur mit der Hand, also recht schonend spüle. So ist das nun manchmal mit den Materialien, die man neu ausprobiert...


 Natürlich konnte das nicht so bleiben. Weiße Kaffeetassen braucht auch kein Mensch. Also habe ich die gute alte Porzellanfarbe für mit dem Pinsel aufzutragen besorgt und habe losgepinselt. Ich habe direkt zwei Tassen beschriftet, da Frau Postriot diese Tasse so großartig fand, dass sie auch direkt eine haben wollte.


 Auf den Boden habe ich einen Stern gepinselt. Leider deckt die Farbe nicht so ganz. Trotzdem bin ich zufrieden mit dem Ergebnis. Bisher hält die Farbe auch sehr gut.


 So schmeckt der Kaffee an Arbeitsmorgenden wieder und danach heißt es: "Auf, auf zum Kampf zum Kampf!" Aber erst zur Dienstagssammlung.

Montag, 7. Dezember 2015

Der inklusive Montag: So einfach könnte es sein


 Der inklusive Montag findet hier mehr oder weniger regelmäßig statt. Hier gebe ich einen kleinen Einblick in die vielseitigen Chancen und Möglichkeiten, die die Inklusion mit sich bringt. Wer nochmal nachlesen möchte, was Inklusion überhaupt bedeutet, kann das hier nochmal tun. Grundsätzlich soll es um die guten Seiten gehen, um das was schon funktioniert und um das wo sich noch etwas ändern muss. Hier soll nicht gemeckert, sondern angepackt und sich gefreut werden. Anzumerken ist zum Schluss, dass ich "nur" eine Seite der Inklusion beleuchten kann, da ich "nur" Sonderpädagogin bin. Aber vielleicht finden sich ein paar Menschen, die gastbloggen möchten. In diesem Falle bitte gerne bei mir melden.
 Thema heute: So einfach könnte es sein


 Ich bin spät dran. Zu spät. Zumindest für die Veranstaltung auf diesem Flyer. Ich muss dazu sagen, dass ich auch nicht da war. Die Zeit. Es war bereits das zweite inklusive Kurzfilmfestival in Hamburg. Ja, es war eine inklusive Veranstaltung. Als solche beworben. Hervorheben möchte ich dazu, dass es auch inklusiv beworben wurde. Auf der Rückseite.


 Vermutlich ist dieses Bild falsch herum, ich kann es nicht lesen. Aber wie gut ist denn alleine dieser Flyer? Er fiel mir schon vor ein paar Wochen in einem dieser unzählingen Flyerregalen in der Stadt in die Hand. Und wie einfach? Einfach mal ein bisschen Brailleschrift gestanzt. Es war der einzige Flyer seiner Art zwischen vielen vielen anderen, die für verschiedenste Veranstaltungen warben. Für mich stach er hervor. Ein wenig Irritation, gedankenanstoßend. Könnte man das nicht immer so machen? Egal, ob es eine inklusive Veranstaltung ist oder nicht? Ich fände das fantastisch. So schwer kann das doch auch nicht sein.... Es könnten so viele Menschen mehr von einer Veranstaltung erfahren. Ob es sich lohnt oder nicht, ist doch dabei zweitrangig. Es könnte so einfach sein. Schade übrigens auch (noch) dass diese Veranstaltung als explizit barrierefrei beworben werden musste. Das ist aber wohl ein ganz anderes Thema.

Sonntag, 6. Dezember 2015

7 Sachen # 47. 15

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe. Gesammelt werden die Sieben jeden Sonntag bei Anita.


1. Gehalten: Die Sonne in die Nase zusammen mit Herrn Fussel. Nein, das bin nicht ich auf dem Dach, aber ein Hamburger wollte offenbar ganz nah dran, wenn sie sich schonmal blicken lässt, die Sonne. Hätte man auch gleich eine politische Aktion draus machen können. Wie DIE ÄRZTE so schön singen: "Scheint die Sonne auch für Nazis? Wenn´s nach mir geht, tut sie´s nicht."


2. Geschrieben: Keine Waihnachtspostkarten. Ein paar Menschen werden aber in den nächsten Tagen doch mit Post von Herrn Fussel und mir beglückt. Einfach nur so.


3. Gedrückt: Auf den Auslöser. Das ist wohl ein trauriges Geburtstagskind, dessen Ballon da nun unter der Decke im Café hängt.


4. Gelegt: Das nächste Projekt parat. Der Stoff wurde mir in die Hand gedrückt. Ich finde ihn supergut und freue mich schon ganz lange darauf, ihn zu verarbeiten. Bisher fehlte es an Zeit.


5. Geflutet: Die Wanne mit Erkältungsbad. Der Kopf mag immer noch nicht. Darum blieb das Nähprojekt liegen und ich tauchte lieber ab.


6. Gezündet: Das verschmadderte Räuchermännchen an. Evtl. sollte ich das mal sauber machen. Ich mag den Duft. Viel mehr Weihnachten als Bratwurst- und Schmalzkuchenfett und der beißende Glühweingeruch.


7. Gemummelt: Unter die Decke und nun noch ein bisschen die Nadeln klappern lassen. Und hier gehe ich heute nicht mehr weg.

Samstag, 5. Dezember 2015

Samstagskaffee ohne Weihnachtsstimmung


 Grau ist es draußen. Eigentlich Zeit, es sich drinnen gemütlich zu machen. Allerdings ist es ja nun nicht so, dass es in Hamburg nicht schon seit Wochen grau und nass und viel zu warm ist. Irgendwie sollte Weihnachtsstimmung aufkeimen. Tut sie aber nicht. Bei mir ja schon seit Jahren nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall. Wenn ich nach einem langen Arbeitstag aus der Bahn falle und mich schon in der Bahnstation der Geruch von Bratwurst und (ranzigem) Schmalzkuchenfett anspringt, verfluche ich Weihnachten immer leise aber heftig. Letzten Sonntag war erster Advent? Morgen ist Nikolaus? Ach. Aber ohne mich.


 Ich koche meinen Kaffee wie immer. Eine Prise Salz, eine Prise Kardamon in den Siebträger der Espressomaschine. Heute dazu die restlichen Clementinen vom gestrigen Jugendclub. Weihnachtsstimmung gleich null. Zu gehetzt waren die letzten Wochen. Ich bin kein Fan von Kisten voll Weihnachtsdekoschnickeldi, die das ganze Jahr in irgendeiner Ecke verstauben und nun hervorgeholt werden sollen. Meine 3D- Sterne hängen das ganze Jahr im Arbeitszimmer an der Pinnwand und von dort werden sie dieses Jahr nicht wegziehen. Vielmehr freue ich mich, dass ich ein paar Minuten auf dem Sofa sitzen darf und auf den Kaffee eine große Kanne Tee folgt.


 Der Weihnachtskaktus auf dem Küchenfensterbrett macht die Deko alleine. Selbst zum Gießen kam ich in den letzten Wochen nicht. Das muss ich heute wirklich mal machen.


 Nicht nur in Weihnachtsdingen habe ich beschlossen zu streiken. Nach drei fast durchgearbeiteten Wochen will ich einfach mal chillen. Die zwei Sätze zu korrigierenden Klassenarbeiten können mich mal am Allerwertesten. Und auch das Fensterputzen verschiebe ich mal auf nach dem Sturm, der sich gerade in der Luft zusammenbraut. Und damit geht das hier vom Sofa aus rüber zu Andrea. Und nächste Woche gibt es wieder ein bisschen was Selbstgemachtes. Ein paar Bilder habe ich bei spärlichem Licht schon geschossen. Yeah!

Freitag, 4. Dezember 2015

Notbremse


 Notbremse. Hat der Körper gezogen.


 Zeit, Bilder zu schauen. Sonnenschein der vergangenen Woche.


 Piepshow verwaist.


 An anderer Stelle ist der Körner-Fett-Mix im Sonnenschein einfach rausgeplumpst.


 Kapuzinerkresse lässt sich vom Kalender nicht beirren.


 Angematschte Äpfel für die Eichhörnchen.


 Und der letzte Sturm hat die Gebetsfähnchenkette zerfetzt.


 Drinnen weiße Gardinen.


 Letzte Blüten an der Zitronengeranie, die beim letzten Schnee vom Balkon aufs Schlafzimmerfensterbrett umziehen durfte.


 Beste Gesellschaft. Und dieses Wochenende wird NICHT gearbeitet. Schwör!