Sonntag, 7. Mai 2017

7 Sachen # 17. 17

 Immer wieder Sonntags... 7 Bilder von Sachen, für die ich an diesem Tag meine Hände gebraucht habe. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig. Nach einer Idee von Frau Liebe


1. Gesammelt: Die Sterne vom Himmel. Und den Mond.


2. Geduscht: Kurzerhand mein Lieblingsmobilé. Gegen den Staub und so.


3. Geschoben: Möbel durch die Gegend. Dieses hier unter dem Motto "Für mehr Realität auf Blogs". Hinter wessen Kleiderschrank sieht es besser aus? Der werfe den ersten Stein. Bei mir mussten jetzt jedenfalls für unbestimmte und vermutlich zu kurze Zeit die Spinnweben und der Staub im Staubsauger verschwinden.


5. Geworfen: Diese nepalesischen Zigaretten nach 15 Jahren dann doch mal weg. Hachja...


5. Geklebt: Ab und den Pollockteppich ausgerollt.


6. Gesaut: Rum. Mit Pinsel und Farbe in Schlafzimmer und Flur. Damit wäre meine Wohnung fertig und ich habe einmal mehr bewiesen: Selbst ist die Frau. Alles alleine gemacht. Kinderspiel! Pah! Nehmt das ihr Zweifelnden!


7. Geschnabuliert: Schnell vor den ersten Hochrechnungen. Ich hatte Angst, dass ich danach nichts mehr runterbekomme. Schleswig- Holstein hat wohl zu 5,9% verkackt und wegen Frankreich polterten mir die Brocken vom Herzen. Darauf ein bisschen pinke Brause. Kommt gut in die neue Woche!

Samstag, 6. Mai 2017

Aufgeräumter Samstagskaffee


 Es ist Platz im Bücherregal. Wieder. Ich habe vergangene Woche ein paar Tage genutzt, mein Wohnzimmer komplett auf den Kopf zu stellen. Ausmisten, putzen, streichen. Einiges aus dem Bücherregal ist rausgeflogen. Ich bin keine Bücheraufheberin. Ein paar schöne, spannende Bücher, die ich evtl. noch ein zweites Mal lesen wollen würde, durften bleiben. Der Rest wurde aufgeteilt. Es gibt Stapel für Freundesmenschen und zwei große Beutel, die bereits ihre Reise in ein zweites Leben angetreten haben. Bücher wegschmeißen kann ich nicht, aber aufheben muss ich sie eben auch nicht.


 Bei der ganzen Rumräumerei war ich ganz froh, dass ich nur eine übersichtliche CD-Sammlung habe und nicht auf den Vinyltrend aufgesprungen bin. War leichter auszuräumen, zu entstauben und zu tragen. Da fliegt allerdings traditionell nur doofe Promotionsware raus, die ich öfter zugeschickt bekomme. Minimalismus ist trotz allem irgendwie nicht mein Ding.


 Der Familienpicasso hängt auch wieder an der frisch gestrichenen Wand. Auf andere Bilder muss ich mich noch einigen. Und weil ich so viel Rumgerödelt habe, fallen die Netzfunde diese Woche auch einfach mal weg. Ich habe nichts gefunden, nichts gesucht und hatte irgendwie anderes im Kopf. Jetzt rutsche ich noch rüber zu Andrea und dann werde ich mal zusehen, dass diese Aufräum-, Ausmist-, Streichaktion in meiner Wohnung in der kommenden Woche zu einem Abschluss kommt. Schlafzimmer und Flur fehlen noch. Der Hafengeburtstag, der dieses Wochenende gefeiert wird, kann mir dieses Jahr gestohlen bleiben. Auch wenn ich die alternativen Buden an der Hafenstraße und die Schiffe so mag. Das nächste Stadtevent, das mir passt, wird bei besserem Wetter schon noch kommen. Und los!

Freitag, 5. Mai 2017

Pflastersteine und Konfetti


 Manchmal braucht es Konfetti im Leben. Eigentlich braucht es immer Konfetti. Seit ich weiß, dass Menschen die Konfetti oder Glitzer werfen, Gefahr laufen eine Anzeige wegen Körperverletzung zu kassieren, habe ich ein gespaltenes Verhältnis dazu. Wie wunderbar, dass man Kirschbäume so schwer anzeigen kann und wie schön, dass auch sie Konfetti werfen.


 Rosa, fluffig. So standen sie in einer Ecke von St. Pauli auf dem Rückweg von der Maidemo. Wie wundervoll! Sowas muss man ja auch mal festhalten.


 Es ist ja auch mal ganz fein in den Pflastersteinritzen von St. Pauli was anderes als Kippen, Glasscherben und Kotzebrocken zu finden.


 Sonne gab es dazu. Den Rest der Woche machte die sich im Norden sehr rar.


 Für mehr Konfetti in den Hinterhöfen der Hölle! Und heute ist Freutag! Das nur mal so am Rande.

Donnerstag, 4. Mai 2017

Geschmeide in Silber


 Ich habe da diesen Grundsatz, der besagt, dass ich mindestens eine neue Sache im Jahr lernen möchte. Das Gehirn aktiv halten, Neugierde stillen, andere Welten kennenlernen, über den Tellerrand schauen. Das hat im letzten Jahr ganz fantastisch gar nicht geklappt. Dafür wird das dieses Jahr nachgeholt. Darum habe ich mich in diesem Jahr dann mal zu einem Silberschmiedekurs angemeldet und hatte eine Menge Spaß dabei. Immerhin sind in sechs Stunden werkeln zwei Schmuckstücke entstanden.


 Mein erstes Werkstück ist dieser Ohrring. Ich habe so einen mal an einem Menschen in Stockholm gesehen und war total begeistert. Dummerweise habe ich vergessen zu fragen, woher sie den hatte. Aber selber machen ist ja eh der shit. Und so hatte ich mein Werkstück für den Kurs. Am Ende ist er doch etwas anders geworden, als ich das geplant hatte, aber so erschien es mir besser.


 Ein bisschen wie eine Spirale und so dreht man ihn auch ins Ohr. Das ist defintiv schon ein neues Lieblingsstück. Man könnte meinen, ich würde übertreiben, bei so viel Venussymbolik überall an mir und um mich herum, aber seis drum. Es ist ja nur ein Ohrring. Warum es aber hilfreich ist, dieses Symbol immer und immer wieder in die Welt zu tragen habe ich hier schon mal erwähnt. In Punkto Ohrringe mag ich Asymmetrie. Voll Klischeeemanze. Vielleicht braucht man auch einfach das ein oder andere an sich, um ins Gespräch so über dieses und jenes zu kommen, zeigen, wofür und wogegen man steht. Es gibt ja auch noch so viel zu tun.


 Dieser Anhänger war quasi mein "Es ist noch Zeit, also mache ich noch schnell was zweites" Stück. Relativ einfach. Ausgesägt aus einem Stück Silberblech. Darauf gestempelt OMMM. Ich hätte vermutlich ein bisschen fester kloppen müssen, aber ich weiß ja was drauf ist. Für ein bisschen mehr Besimmung im Alltag. Erinnerung ans Atmen. Das vergesse ich nämlich manchmal doch ein bisschen.


  Dabei ist das OMMM auch ein sehr kraftvolles Wort ohne gewalttätig zu wirken. In der Yogalehrendenausbildung habe ich gelernt, dass dies das erste Wort war, aus dem die Welt entstanden ist (kurzer Wink hinüber zur Bibel). Wer mal ein anständiges OMMM gechantet (!!!) hat, weiß was das im Körper zurechtvibrieren kann. Also: OMMMMMMMMMMMMMM! Als Halsband habe ich ein Stück Garn genutzt, das ich mal von Marlin von Vegarn geschenkt bekommen habe. Irgendwas mit Hanf oder so. Leider habe ich das vergessen.


 2017 etwas neues gelernt? Check! Es hat Spaß gemacht. Und vermutlich wird es nicht das Letzte gewesen sein. Das Jahr ist ja noch jung. Silberschmieden muss ich jetzt erstmal nicht mehr, denn so viel Schmuck trage ich ja dann doch nicht. Heute darf mein neuer Schmuck noch rüber in die Donnerstagssammlung.

Mittwoch, 3. Mai 2017

Frau Jule auf einem Bloggendenevent


 Irgendwann kommt man als bloggender Mensch an den Punkt, an dem im Mailfach komische Mails landen. Man solle doch bitte für dieses und jenes Werbung machen. Am Besten sind immer die Mails, in denen einem komplette Blogposts angeboten werden, die man nur noch online stellen soll. In meinem Fall sind das selten Mails, denen ich entnehme, dass sich jemand ernsthaft mit meinem Blog auseinandergesetzt hat. Einladungen zu Bloggendenevents ploppen tatsächlich eher selten auf. Bisher ist mir das zwei Mal passiert. Die erste Einladung konnte ich leider nicht annehmen, da das Event zwar harten Schwedenbezug hatte, ich zu der Zeit aber selbst in Schweden war. Auf der anderen Seite ist es aber auch schon passiert, dass ich mich zu irgendeinem Event anmelden wollte und dann prompt einfach keine Antwort erhielt. Die Vermutung liegt nahe, dass mein Blog eben doch etwas zu kritisch ist. Umso erstaunter war ich über diese Einladung.


 Als Viking mich zu einem Nachmittag unter dem Motto #DIYmitViking einlud zögerte ich erst kurz. Kann ich da wirklich hin? Passt das zu meinem Blog? Ist das zu viel Werbung? Und will ich mich wirklich auf diese liebreizende DIY- Welt einlassen? Ich überlegte und kam zu dem Schluss, dass ich in meinem beruflichen und privaten Leben so viel Bürobedarf verballere, dass das doch gut passen könnte. Außerdem war ich neugierig auf andere Bloggende aus und um Hamburg. Zudem sollte es veganes Essen und Getränke aufs Haus geben. Haha! Man muss sich die Dinge ja mal anschauen. Kritisch kann man sowas immer beleuchten, ohne dass ich meine Glaubwürdigkeit einbüße. Also schlug ich am 22.05. im Café Karlsons in der Hamburger Neustadt auf und schaute mir das mal an.


 Der Nachmittag war relativ hart durchgetaktet. 30 Bloggende, drei Workshops á 45 Minuten, essen, netzwerken.  Es gab einen Papierworkshop, einen Kalligrafie- und einen Origamiworkshop. Papier war jetzt nicht so richtig meines. Stanzen, kleben, kreativ auf Startschuss sein... Immerhin freuten sich hinterher Menschen in meinem außerbloggenden Umfeld über die kleinen Schokopralinen und Ordner, die ich verzierte. 


 Den Kalligrafieworkshop hingegen fand ich ziemlich cool. Es wurde Technik vermittelt, wenig Kreatives. Das fand ich ziemlich entspannend. Ich kleckerte mit anderen so rum und denke, dass ich so vielleicht doch hin und wieder mal was kalligrafieren werde- nachdem ich ungefähr noch 2389473 Stunden geübt habe. Federhalter, Scriptol und Übungspapier gab es freundlicherweise geschenkt, so dass ich nicht erst losziehen und Material kaufen muss. Beim Origamiworkshop ging es darum, einen Lampenschirm zu falten. Da kam die laternenfaltende Waldorfschülerin wieder voll durch. Mein Endprodukt fand ich ziemlich gut. Leider hatte ich so viel Kleber und Scriptol an den Fingern, dass er am Ende etwas eingeschweint war. Aber auch das könnte ich nochmal in unverschmiert machen. Ich mag das ja, mal neue Dinge auszuprobieren.


 Grundsätzlich waren das ein paar sehr feine Stunden. Ich durfte einige Bloggende kennenlernen, die ich vorher nur von ihren Blogs kannte, aber auch ganz neue Blogs. Die Netzwerkzeit war knapp bemessen, ein bisschen was Veganes gab es auch zu schnabbulieren und die Veranstaltenden haben es famos hinbekommen, mein Gesicht aus den offiziellen Fotos rauszuhalten. Dazu habe ich neue Dinge ausprobiert und herrlich entspannte Gespräche geführt. Leider waren die Pausen zum Quatschen recht knapp bemessen, so dass ich gar nicht mit allen schwatzen konnte, mit denen ich schwatzen wollte. Grundsätzlich eine schwungvolle Veranstaltung. Uns wurde auch nicht am laufenden Band erzählt, dass es all diese Materialien bei der Firma zu erstehen gäbe, die dieses Event organisiert hatte. Ganz im Gegenteil. Die Zeit verflog rasend schnell. So kann ich das gerne öfter haben. Danke Viking für die Einladung! Mal sehen, wann das nächste Mal eine solche Einladung in mein Postfach flattert. Kritisch werde ich solche Dinge immer beleuchten, aber ich schließe sie nicht grundsätzlich aus. Ein bisschen Spaß, für den andere zahlen, darf ich aus dem ganzen Kram hier ja auch mal ziehen. Nach dem Treffen bin ich übrigens noch zum Roller Derby gedüst. Wie krass Welten doch manchmal aufeinandertreffen können. Aber das hält das Leben spannend.

Dienstag, 2. Mai 2017

Rote Fahne im Maiwind


 Ich muss nochmal meine Fahne zeigen. Gestern habe ich wenige Worte zu ihr verloren. Das darf ja nicht sein. Nicht meine erste Fahne, die ich selbst gemacht habe. Ich habe ja schon mein Bunt statt braun Fähnchen. Aber gestern war 1. Mai, es war Zeit mal wieder auf die Straße zu gehen und am 1. Mai schwenkt man nunmal rote Fahnen. Ein Stück Stoff, Stoffmalfarbe (Abtönfarbe tut es auch), an der Seite einschlagen und für das Fahnenmästchen absteppen, Fahnenmästchen reinschieben und mit Tacker oder Nagel gegen Wegfliegen sichern. Fertig. Und dann natürlich ab auf die Straße damit!





 In Hamburg war gestern perfektes Demonstrationswetter. Ich bin keine Schönwetterdemonstrantin. Ich gehe auch bei Regen, Sturm und Minusgraden auf die Straße wenn es sein muss. Aber schönes Wetter zieht eben mehr Menschen auf die Straßen. Es gibt mehrere Gründe, weshalb ich Demonstrationen immer gerne mitnehme. Demonstrieren ist eine Möglichkeit, Meinungen zu transportieren und dabei nicht alleine zu sein. Eine Gruppe wird sichtbar. Durch Fahnen, Transparente, Sprechchöre, Lieder, Reden. Das Demonstrationsrecht ist in Deutschland im Grundgesetz verankert. Das ist ein sehr hohes gut. Man kann für und gegen etwas demonstrieren. Ich finde es immer schade, wenn Menschen sich dieses Rechts und seines Wertes nicht bewusst sind. Oft macht mich das auch sauer. Menschen in meinem Umfeld, die nicht zu Gegendemonstrationen von Naziaufmärschen o.ä. mitkommen, dürfen sich von mir dann gerne auch mal anhören: "Wer heute nicht auf die Straße geht supportet Nazis." Das gilt natürlich für viele Demonstrationen, denen man fern bleibt. Es ist eine stille Zustimmung an den Umständen.




 Das Gefühl auf Demonstrationen finde ich ebenfalls immer ganz fanstastisch. Herzerwärmend.  Vermutlich sind in so einer großen Demonstrationsmasse immer Menschen dabei, die abseits des Demonstrationsthemas Meinungen und Lebensweisen vertreten, die nicht meine sind. Aber auf einer Demo gibt es mindestens einen gemeinsamen Nenner. Egal ob Antifaschismus, gerechte Arbeitsteilung/ Löhne/ Altersvorsorge, Feminismus.... Da gehen viele Menschen gemeinsam für die eine Sache auf die Straße und es ist dieses Gemeinschaftsgefühl da. Nach einer Demo schwingt bei mir immer dieses Wohlgefühl mit, dass ich in einiger Hinsicht eben nicht alleine bin.


 Und auf Demos gibt es immer viel Handgemachtes zu bewundern. Lisa Simpson ist ja auch eines meiner großen Vorbilder. In vielerlei Hinsicht sind wir uns sehr ähnlich.



 Man muss ja nicht immer nur im Democotureversandhandel einkaufen. Auch Klassiker kann man mal selber machen. 


 Mein Fähnchen war relativ klein. Dafür konnte ich den Stiel in den Rucksack stecken, hatte die Hände frei zum Knipsen und konnte trotzdem Fläggchen zeigen.


 Mit den Profitranspimalenden in der Hafenstraße kann ich da natürlich nicht mithalten. Aber zumindest in diesem Fall mussten sie die Transparente anschließend ja auch nicht tragen.


 Ist ja irgendwie auch ein zauberhaftes Bild oder? Hafen und rote Fahnen. 


 Wer keine Lust auf Reden hatte, kann in Hamburg auf vielen Demos bekannterweise auch noch eine Runde weiterziehen. Man beachte allerdings das Begleitkommando in schwarz-blau. Auf sowas muss man dann halt stehen. Wer meint, auf Demonstrationen sei es immer so gefährlich, war noch nie auf einer. Es gibt immer Züge, die gemäßigt die Straßen entlang ziehen. Da kann man auch Kinder mitnehmen und das sollte man auch. Von dem Vorwurf der politischen Indoktrination von Kindern bei solchen Veranstaltungen, halte ich ebenfalls nichts. Wenn man Kindern mal ganz unaufgeregt erklären würde, was in der Welt so abgeht und was sie tun können, dann wären sie sicherlich schnell von sich aus dabei. Zu vieles wird im Umgang mit Kindern tabuisiert, was totaler Quatsch und auch nicht hilfreich ist. Im Zweifel gibt es für Kinder auf einer Demo viel zu staunen, zu lernen und zu erfahren. Ich freue mich immer über Kinder bei Demos. Auf der anderen Seite durfte ich auch schon sehen, wie Kinder und Teenager mit auf Nazidemos und  -veranstaltungen geschleift wurden. Da darf man es nicht versäumen die andere Seite auch zu fördern.


  Die Fahne war auf jeden Fall wieder das beste Wiederfindungszeichen, wenn mein Kleinstblock und ich uns verloren haben. Sowas ist bei Demonstrationen ja auch nicht zu unterschätzen. Ein wenig bin ich zwar von dem niemals alleine auf Demos gehen abgerückt, aber mit ein paar netten Leuten macht es natürlich viel mehr Spaß. Auf Sofas und an Kaffeetafeln sitzen kann ja jeder. Leute, die den 1. Mai als "Hurra! Füße hoch!" abfeiern, möchte ich ja am liebsten hauen. Geht mal wieder auf die Straße, geht mal wieder demonstrieren! Frische Luft und Bewegung sollen ja auch recht gesundheitsförderlich sein. Die nächste Demo kommt bestimmt. Meine Fahne darf heute noch in die Dienstagssammlung. Und das nächste Fähnchen baue ich dann mal für Pulse of Europe. Da war ich tatsächlich nämlich noch nie und sollte das mal ganz zügig ändern. Es gäbe noch so viel mehr zum Themenkomplex "Demonstration" zu erzählen. Das kommt dann ein anderes Mal.

Montag, 1. Mai 2017

Politisiert euch: Eure Ergebnisse

 
 Heraus zum 1. Mai! Und heraus zum Ende meiner kleinen Blogaktion. Ich hatte dazu aufgerufen, das Politische im/beim Handarbeiten zu suchen, zu benennen und zu verbloggen. Hier und hier kann man etwas darüber nachlesen. Heute präsentiere ich euch die Ergebnisse, die auf anderen Blogs und von Gastbloggerinnen zusammengekommen sind. Ich bin unfassbar dankbar darüber, dass ich so viele Menschen für dieses Thema begeistern konnte. Passend dazu zeige ich die zum heutigen Tag gezauberte Fahne. Bühne frei für euch:



 Ganz schnell war Svea von Tüdelbands Nähsammelsurium. Passend zu Ostern hatte sie ein Upcyclingprojekt vorgestellt und darin schon eine kleine Kapitalismuskritik geübt. Nochmal so richtig nachgelegt hat sie mit Demonstrationsutensilien. Sowohl eine Pussy Hat, als auch ein Beutel für den Krempel den man so braucht hat sie hergestellt und dazu unfassbar passend zu heute, über das Demonstrieren am Ostermontag und dem 1. Mai erzählt.

 Sabrina hat ebenfalls etwas zum Thema Upcycling mit alten Stoffen erzählt. Sehr großartig verknüpft mit Ressourcenschhonung im Hinblick auf Baumwollanbau. Dabei entstand eine fabelhafte Kissenhülle mit Stickerei. In einem weiteren Beitrag hat sie einige Podcasts vorgestellt, die sie zur politischen Meinungsbildung gerne beim Werkeln hört.

 Nicht direkt mit einem Handarbeitsprojekt verknüpft hat Julia von Huegelring ihre Gedanken zum Thema Mütter- vs. Väterzeit nach der Geburt eines Kindes und den damit verbundenen Kommentaren. Da sie aber sonst einen Handarbeitsblog betreibt und ich das sehr spannende Gedanken finde, nehme ich das hier mit. 


 Antje von fairy&snail hat sich mit der Frage der Körperdarstellung und dem MeMadeMittwoch auseinandergesetzt. Dazu gab es noch eine Klamotte mit Botschaft. 

 Lisa hat sich ebenfalls mit Körperdarstellung im Zusammenhang mit Fotos in selbstgenähter Unterwäsche beschäftigt. Sehr ausführlich und sehr ausdrucksstark. Es gibt noch einige Botschaften mehr, die sie in ihren Blogeinträgen transportiert. Ihren Blog hatte ich vorher gar nicht auf dem Schirm. Vorbeischauen lohnt sich.

 Janina hat anhand ihrer Punk(kunst)lederjacke ein wenig über den Transport von Standpunkten nachgedacht und noch einiges mehr an Gedankengut zu Klamotte mit eingebracht.

 Jana hat anhand eines wendbaren Kleides gleich einen feministischen, konsumkritischen Rundumschlag am Beispiel Klamotten selber nähen hingelegt.  

 Lisa hat in ihrem Beitrag auch ziemlich viele Bereiche rund um Handarbeit und Politisches auf einen Schlag mitgenommen. Vor allem im Hinblick auf Geschlechtskonstruktivismus von Handarbeit(smaterialien) und eine sehr herzliche Geschichte aus dem Leben als Erziehungsmensch in der Kita eingebaut.


 Zwei Menschen haben mein Angebot des Gastbloggens in Anspruch genommen, was mich sehrsehr gefreut hat:

 Bei mir auf dem Blog hat Frau Postriot einen Beitrag verfasst, in dem sie einen ganzen Stapel von Zusammenhängen von Politik und Handarbeit aus dem Kontext der Punkszene aufgezeigt hat. 

 Ebenfalls hat Caro auf meinem Blog einen Beitrag veröffentlicht und den Zusammenhang von Handarbeit, Selbstermächtigung, Handlungsfähigkeit und Mutterschaft in ihrem Fall beschrieben.

 Politische Inhalte zwischen den Handarbeitsbeiträgen findet man auch immer schön bei Astrid, die zu dieser Aktion gar nicht so recht wusste, was sie beitragen soll. Sie macht das eh schon immer. An dieser Stelle sei einfach mal so auf ihren famosen Blog hingewiesen.


 Da ist doch eine ganz famose Sammlung zusammengekommen für so ein erstes Experiment. Mir hat es sehr großen Spaß gemacht, eure Links zu sammeln. Ganz unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Politisches im Handarbeiten kamen zusammen. Ich hoffe, ich habe eure Beiträge heute in eurem Sinne gewürdigt. Leider habe ich es irgendwie nicht geschafft, euch alle geschlechtsneutral zu benennen. Wenn das jemanden stört, bitte kurzen Wink mit dem Betonpfeiler. Hoffentlich habe ich keinen Beitrag übersehen oder vergessen... Ich möchte mich ganz herzlich bei euch allen fürs Mitmachen bedanken! 


 Und was meint ihr: Soll es eine monatliche Sammlung geben? Soll das dann hier auf dem Blog erfolgen? Ich würde das wohl tun, bin aber eigentlich nicht so Freundin von Linksammlungen auf privaten Blogs, da die Neutralität dann irgendwie ein bisschen flöten geht. Es könnte auch durchaus sein, dass mein Blog für einige zu linksversifft ist, als dass sie ihre Beiträge hier sehen wollen. Auf der anderen Seite finde ich, dass diese normalen "verlink dich selbst Sammlungen" Inhalte so schlecht transportieren. Irgendwie hätte ich hier auch gerne Bilder von euren Beiträgen mit eingefügt. Allerdings habe ich vertüdelt, die Freigaben von euch da einzusammeln. Ich weiß auch nicht, ob ich es schaffen könnte, einen eigenen Blog zu diesem Thema zu pflegen, der solche Themenbeiträge sammelt, wenn ich wieder arbeiten gehe. Hm.... Diskussion eröffnet. Vielleicht ist aber das Wichtigste bei dem Ganzen: Bleibt aktiv, bleibt am Ball, greift auch politische Themen auf, die vielleicht nicht zum Handarbeiten passen, schreibt darüber. "Verbreitet die Nachricht", klingt immer etwas biblisch, aber irgendwie so.

 Und nun auf die Straße! Ich habe den Ohrwurm dabei: "So flieg du flammende, du rote Fahne, vorran dem Wege den wir zieh´n, [...]". Ich bin irgendwie zu klassisch sozialistisch geprägt, was den 1. Mai angeht...