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Mittwoch, 19. Mai 2021

...Aus Gründen...

 

 Aus Gründen ziehe ich heute mal einen alten Blogpost aus der hinteren Ecke nach oben. Am liebsten würde ich ihn einfach nochmal neu veröffentlichen, weil er eine so schöne Geschichte oder so schöne Geschichten erzählt, die gerade wichtig scheinen....

 Darum heute dieses:

  "[...]Wir werden alle nicht jünger. Wir haben alle nur eine gewisse Zeit, um gewisse Erfahrungen machen zu dürfen, bevor der Deckel ein letztes Mal geschlossen wird. Musik leben, so intensiv, das schafft doch die größte CD- Sammlung nicht zu ermöglichen. Nicht einmal im Ansatz[...]." (ebd.) 

 Danke für "Dampfhammerjule" und so viel mehr... 

  And This: PALE "How To Survive Chance"

 


Mittwoch, 30. Dezember 2020

What? 2020? Das ging so:

  

 Ende des Jahres. Zeit für einen Rückblick? Die Stimme aus dem Off raunt mir zu, dass ich meinen Blog vernachlässigt habe und dass das jetzt ja wohl mal das Mindeste sei. Mein Kopf sagt: "Achja... Aber, egal was du schreibst, es wird fies werden. Irgendwer wird sich angegriffen fühlen, irgendwer wird dir sein Unverständnis um die Ohren hauen. Irgendwer wird dir schon einen RatSCHLAG geben. Willst du das?" Und das Herz sagt: "Nunja, aber vielleicht sind da auch Menschen, die sich wiedererkennen. Deren Gedanken du schaffst in Worte zu packen, wozu sie selbst nicht in der Lage sind oder sie nicht die Möglichkeiten haben." Okay. Herz schlägt Verstand. 2020 also. Das war so:

 


 Beschissen begonnen. Weil das letzte Jahr schon beschissen war und die davor eigentlich auch. Weil es mir alles weggeschossen hatte, was man einem nur so wegschießen kann in den letzten Jahren. Immer wieder Löcher aufgerissen, die ich vermutlich nur notdürftig verschlossen hatte. Neue Bomben reingeworfen. So startete das Jahr also. Beschissen (oder wenigstens nicht gut oder gar optimistisch). Und vielleicht war das einfach die Chance dafür, dass dieses 2020 für mich gar sich gar nicht so kacke anfühlte, wie all die Jahre vorher. 

 


 "Wie jetzt?!?", werden da eine Menge Menschen laut schreien. Tja, Relationen und so. Ich habe da einige Privilegien, die ich schon früh in meinem Leben angelegt habe, die es für mich nicht schwerer als sonst gemacht haben, auch dieses Jahr zu überstehen. Und das gar nciht mal so schlecht. Es startete mit laaaaaange krank, mehrere Wochen Krankenhaus. Während ich da war, brach "draußen" der Sturm los. Ich saß da und konnte nur müde lächeln. Weil ich eine leise Ahnung davon hatte, dass meine Eigenheiten jetzt meine Superpower werden. Ja, ich habe einen verflixt krisensicheren Job. Kann mir keiner ankreiden. Ich habe den nicht deshalb gewählt. War und ist nun aber von Vorteil. Geld also nicht meine Sorge. Lockdown war nicht schlimm. Homeschooling fand ich zwar nervig, weil ich nicht gerne am Schreibtisch sitze, kam meiner Lebenssituation aber sehr entgegen. Ich konnte einigermaßen ruhig einen guten Rhythmus pflegen, der mich sehr entspannte. Ich hatte und habe keine Probleme damit, mich auch ohne Fremdentertainment zu beschäftigen. Kreativ sein, alleine sein. Gar kein Stress. Spazieren, telefonieren, rumliegen. Kidnerlosigkeit abermals als extremen Vorteil genossen. Ich habe es sehr begrüßt. Nein, schön fand ich das auch nicht, aber es war eben nicht schlimmer als die Jahre vorher. Eigentlich war es besser. Zwischendurch wäre ich auch gerne mal wieder schwimmen oder in die Sauna gegangen, wäre gerne in nem vollen Stadion gewesen oder leicht angetüddelt über eine Tanzwiese gepogt. Aber es war auch nicht schlimm, dass das nicht ging. Ich kannte Social Distance schon, da spielten die noch in kleinen Clubs. Scheint ne erfolgreiche Band zu sein. Trotzdem war Platz für mindestens ein großes Abenteuer. (Von dem ich sicherlich hier bald doch noch berichten muss/will/sollte). Begegnungen mit anderen Menschen fanden im abgesicherten Modus statt. Vermutlich hat das dazu geführt, dass dies das erste Jahr seit langem ohne komplette Vollkatastrophen war. Im Gegensatz zu den letzten Jahren. Niemand warf so richtig schlimme Bomben in mein Leben. Das fand und finde ich ziemlich gut. Die Erkenntnis daraus könnte lauten: Keine Menschen, keine Probleme... Ich lasse das mal so wertfrei stehen.

 


 Trotz allem habe ich im Sommer eine Menge toller Menschen kennengelernt. Ich glaube es war das Jahr der Frauen*. Ich habe so unfassbar viele großartige, bunte, engagierte, starke Frauen* kennengelernt. Wahnsinn. Es war mir immer wieder ein Fest ihnen zu begegnen, zusammen tolle Aktionen zu schieben, das Leben bunter zu machen, neue Dinge anzuschieben. Lustigerweise waren die (neu getroffenen) Männer* im Gegenzug dazu nur.... nunja... milde gesagt: Langweilig bis Totalausfälle. Nichts, was ich im Leben unbedingt brauche. Nur so eine subjektive Wahrnehmung und Feststellung...

 


 Ziemlich viel krank gab es dieses Jahr. Ich glaube das letzte Mal so viel krank war ich in meinem Sabbatyeah... Auf über zwei Monate zu nix zu gebrauchen, komme ich in diesem Jahr. So richtig auf dem Damm bin ich auch immer noch nicht. Vielleicht werde ich das auch nie mehr. Ich kann es nicht sagen. Ich habe das dumpfe Gefühl, dass das ein Zustand ist, mit dem ich mich nun arrangieren muss... Das ist der Struggle der sich in diesem Jahr so ein bisschen festgebissen hat. Optimismus mag ich an dieser Stelle nicht versprühen. Muss ja auch nicht sein. Ein Jahr ohne neue Katastrophen für mich persönlich fand ich schonmal ziemlich gut. Und darauf kommt es doch an, oder? Keine Katastrophen reicht vollkommen, um dieses Jahr für mich als ein gutes abzustempeln. Ich würde es sehr begrüßen, wenn 2021 das auch schafft. Weiter so!


Mittwoch, 23. Dezember 2020

Haus(wand)besetzung

 

 Letzte Nacht kam es zu einer Haus(wand)besetzung in meiner Wohnung. Die anarchistischen Antiweihnachtswichtel leben jetzt wohl bei mir.


  Hatten wohl keinen Bock mehr auf diese ganze Plackerei und wollten einfach nur mal chillen. Streetartlover scheinen sie zudem zu sein. Ein Werk von CROWNS FOR STREETS lässt sich neben der Tür finden. Den St. Pauli Aufkleber auf der Tür kenne ich vom Kiezkiecker.

 


 Sicher sind die neuen Mitbewohnis hier in der weihnachtsfreien Zone auf jeden Fall. Und definitiv herzlichst willkommen. Lediglich die Strickleiter sollten sie evtl. einrollen, bevor das Staubsaugerräumkommando vorbei kommt. Ich bin gespannt, wie sich das alles so entwickelt und was da noch so passiert. Alternative Szene ist ja bekannt für lustige Einfälle.


Montag, 16. November 2020

Glückspilz

 

 Das Glück steht hier am Wegesrand. Irgendwie. Ich mag mich auch gar nicht anstellen. Ich habe Glück im Leben. Definitiv. Ich habe nur manchmal das dumpfe Gefühl, dass das Glück immer da aufploppt, wo man es nicht erwartet und vielleicht gar nicht mal so unbedingt braucht. Ich nehme das dann aber dennoch gerne mit. Was solls. Schadet ja nicht. Heute ein paar mehr Pilze. Weil schön und so. Und als Einleitung für eine Fotowoche. Weil Bock und so.


 
 


Samstag, 14. November 2020

Samstagskaffee # 29. 2020 und ein Podcast-Vlog-Dingens

 

  Zum klassischen Samstagskaffee kann ich gar nicht so viel sagen. Mein Leben ist gerade arbeiten, essen und schlafen. Für mehr ist gerade kein Platz. Weil alles Wahnsinn und so. Ich bin so nahe am Infektionsgeschehen dran, dass alles andere einfach mal gerade flach fällt.

 

 Nicht nur bei euch. Dafür gibt es seit dieser Woche ein neues Podcast-Vlog-Dingens. Ach, jetzt macht sie auch noch einen Podcast. Was solls. So ganz alleine meine Idee war das nicht. Die treibende Kraft dahinter war definitiv Antje. Sie hat auch den Löwinnenanteil der Drumherumarbeit geleistet. Ich hab nur gequatscht. Was ich halt am Besten kann. Wo das mit dem Bloggen hier nicht rund läuft, eben das. Antje und ich schnackten also über Handarbeit, das Leben und sowas halt. Aufgenommen haben wir das gute Ding schon im Sommer. Jetzt ist er halt gut abgelagert. Zu hören und zu sehen gibt es das Ganze hier:

 

Oder hier (Falls die Videoeinbindung nicht klappt)

 

Wir sprachen unter anderem über:

Cmig

mi

[Werbung unbeauftragt, unbezahlt, support your sisters!]

 

 Über Rückmeldungen, Anregungen und Kritik. Würden wir uns sehr freuen. Spaß hatten wir allemal. Vielleicht wird es auch weitere Ausgaben geben, falls das gewünscht oder uns einfach langweilig ist. Hihi.

 

 Damit geht das alles heute so in Andreas Kaffeerunde. Ihr drücke ich die Daumen, dass es nicht so schlimm wird... Und dann überlege ich mir den nächsten Quatsch. Wahlweise gehe ich einfach wieder schlafen.


Montag, 26. Oktober 2020

Die stille Bunte

 Ich versuche es mal wieder. War so ruhig hier. Nur noch drei Mal 7 Sachen. Es gab technische Probleme. Ich wollte wieder, aber Blogger wollte nicht. Ich war krank. Zweieinhalb Wochen fertig. Nur auf dem Sofa. Kein Covid (noch nicht) aber ein dicker grippaler Infekt. An irgendwas außer sehr ruhige Filme schauen, war nicht zu denken. Dazu passieren in anderen Ecken meines Lebens gerade total verrückte Dinge. Da hat sich was verselbständigt. Eine Sache aus Quatsch geboren, begonnen Ende letzten Jahres. Hat auch was zu tun mit kreativ sein, Handarbeit, Politik, Empowerment. Selbstwirksamkeitserfahrung deluxe. Aber sowas von deluxe. Wer mir auf dem Instadings folgt, hat es vielleicht mitbekommen. Hat mir auch gezeigt, dass man mit relativ wenig Aufwand viel und viele erreichen kann. Erschreckenderweise vielleicht, denn der Blog ist pflegeintensiver als die Nebenschauplätze... Mal sehen, wie weit meine Energien für beides reichen oder wann die anderen Dinge hier ihren Raum bekommen. Dazu gibt es eigentlich immer noch ein neues Blogdesign, das hier in der Schublade liegt und sich noch nicht so recht raus traut. Wir werden sehen. Ein paar Bilder sind schon geschossen. Frau Jule ist keine, um die man sich Sorgen machen muss. Danke dennoch für die lieben Kommentare, zu meinem gestrigen Post. Weitermachen! Immer weiter. Muss es ja auch gehen.

Samstag, 26. September 2020

Samstagskaffee # 28. 2020

 Samstagskaffee mit Rotzkopf. Ich kann die Uhr danach stellen, zu welchen Zeiten im Jahr ich krank werde. Dieses Jahr wundert mich es allerdings doch. Wie man trotz Masken und der ständigen Desinfiziererei krank werden kann, ist mir ein Rätsel. Ich hab es trotzdem geschafft. Ich könnte mich jetzt darüber auslassen, wie lustig es ist, mit um die 39°C Fieber und Schmerzen überall in diversen medizinischen Warteschleifen rumzulungern, nicht in die Praxis kommen soll, aber sonst nicht ernst genommen und angeblafft wird, bis man jemanden ranbekommt, der nen Wattestäbchen für nen Coronatest hat. Ich lasse es. es ist nicht lustig. Es ist erstaunlich. Am Ende ging es ganz schnell, als ich die Lehrkräftekarte ausspielte. Viele, enge, verpflichtende Sozialkontakte whole day long, sind dann wohl doch hilfreich für nen Alarmsignal. Ich hatte ja auch keinen trockenen Husten... Der Test fiel negativ aus. Mal was Negatives, was gut ist. Das Fieber umrundet gerade wieder sanft die 38°C, der Rotzkopf hält sich. Ich mich mit Strickzeug auf dem Sofa vor der Glotze. Mein Körper war offensichtlich mal wieder schlauer als ich und hat die Reißleine gezogen, wo ich es nicht konnte oder wollte. Danke, lieber Körper!


  Und weil ich so viel gutes gesehen habe, gibt es heute mal statt Netzfunden ein paar Filmempfehlungen. So viele gute Frauenfilme. Nicht zu wild, aber echter Balsam für meine Seele (und den Rotzkopf):

 Little Women: Die aktuellste Verfilmung des Buches mit Emma Watson. Schön. Schön. schön. Ich entwickelte kurz ein Faible für Kostüme und will auch so lange Röcke tragen... Hach!

Enola Holmes: Wo ich gerade bei Kostümfilmen war. Sherlock Holmes kleine Schwester hat es hier voll drauf.

The Battle Of Sexes: Tennisfrauen gegen patriarchale Chauvinistenschweine. Echte Geschichte. Bammbamm!

On The Basis Of Sex (Oder: Die Berufung): Wo doch gerade die fabelhafte Ruth Bader Ginsburg gestorben ist, darf der natürlich nicht fehlen.

Der große Trip- Wild: Eine Frau geht auf Wanderung. Ich wollte sofort auch los...


 Das ist nur das aus den letzten Tagen. Wer noch weitere Tipps hat, immer her damit. Nur für zu krass aufgregendes Zeug ist mein Kopf gerade nicht gemacht. Ich husche jetzt noch bei Andrea vorbei und dann schmeiße ich mich wieder an die Nadeln und die Fernbedienung. Bleibt gesund!

Freitag, 25. September 2020

Tolerance ist abgebrannt...

  

 Tolerance ist abgebrannt und eingestürzt und ist mittlerweile abgerissen. Und manchmal beschleicht mich das dumpfe Gefühl, als dass es sich dabei um mehr als nur dieses Gebäude handelt...

Mittwoch, 2. September 2020

Lächeln gegen mieses Männlichkeitsimage


  Männlichkeit hat ein Imageproblem und ich checke nicht, warum es keinen Aufstand gibt. Männlichkeit tritt auf als laut, pöbelnd, rücksichtslos, unzuverlässig, diskriminierend. Unfähig, weiche Gefühle zuzulassen, auszuleben. Kurz: Männlichkeit wird an so vielen Ecken mit "Arschloch" gleichgesetzt. Ich checke es nicht. Was in den letzten Jahren durch die Medien zum Thema (toxische) Männlichkeit ging, bestätigt wurde, die Welt leiden lässt ist mehr als gruselig. Missbrauch, Vergewaltigung, Kriege, Ausbeutung, Zerstörung. Was mir persönlich in den letzten Jahren, in meinem Leben mit Männlichkeit passiert ist ist grausam. Ich checke es nicht. Warum gibt es eigentlich aus Ecke der Männlichkeit keinen Aufschrei, keinen Wunsch, dieses ekelhafte Image aufzupolieren, einen Imagewandel zu vollziehen. Mal den Kinderwagen um die Ecke schieben, meine ich damit nicht. Warum packt Männlichkeit nicht Männlichkeit am Schlafittchen und sorgt da mal für Anstand?


 Und es sind auch diese kleinen, "alltäglichen" Unhöflichkeiten, die mir persönlich den Kontakt mit Männlichkeit massiv erschwert. Blicke, Kommentare, kleine Anzüglichkeiten in Gesprächen. Nein, das sind keine Komplimente. Nein, es ist kein Spaß. Über Anpöbeleien habe ich schon öfter geschrieben. Hier und hier und hier. Vielleicht fällt mir das verstärkt auf, je alleiner ich mich fühle. Mittlerweile mag ich zu bestimmten Uhrzeiten gar nicht mehr in bekannten Ecken unterwegs sein. Immer noch nicht wegen Angst, sondern wegen belastender Spaßverderbung. Selbst Fachmänner nerven mich. Im Baumarkt frage ich aus Prinzip nur noch Mitarbeiterinnen. Keinen Bock auf Mansplaining. Selbst der angekündigte Besuch vom Heizungsableser oder Kammerjäger in meiner Wohnung macht mich mittlerweile komplett nervös. Ich hätte gerne mal wieder meine Ruhe. Nicht immer angespannt sein, um irgendwas mindestens innerlich abzuwehren. Und ich möchte das nicht nur dann haben, wenn ich einen Mann an meiner Seite, ergo einen Partner habe. Alleinstehende Frau ist kein Freiwild. Männlichkeit, kümmere dich doch bitte mal um dein Image. Ich hätte da eine schöne Geschichte:


 Neulich so ein sonniger Samstag. Ich war alleine unterwegs, hatte Balkonequipment in einem Hipsterviertel gekauft und ein leckeres Eis verspeist. Ich hatte die Kamera in der Tasche und hatte schon auf dem Hinweg viel Streetart fotografiert. Auf dem Rückweg hatte ich die Stauden im Beutel über der Schulter und die schicke neue gelbe Gieskanne in der Hand. Ich schlenderte über meine Schleichwege nach Hause. Irgendwo saß ein Mann etwa in meinem Alter auf einer wohl selbst rausgestellten Bank vor einem Haus und trank Bier. Ich hatte ein paar Häuser vorher ein schickes Kunstwerk gesehen, wollte es fotografieren und stellte dafür meine Beute kurz ab. Aus den Augenwinkeln konnte ich sehen, wie er mich beobachtete. Ich musste auf dem weiteren Weg an ihm vorbei. Es war so eine typische Situation, die oft nichts Gutes brachten. Ich packte die Kamera weg, schulterte meine Beute und straffte mich innerlich. Ich blickte ihn an und er lächelte mich einfach nur an. Ein extrem charmantes Lächeln von einem offensichtlich glücklichen oder wenigstens zufriedenen Mann, mit Bier in der Sonne. Ein friedliches Lächeln. Vielleicht fand er meinen leicht abgedrehten Auftritt mit gelber Gießkanne und Blumen im Beutel gut, vielleicht das Wetter, vielleicht das Interesse an Kunst und Fotografie, vielleicht hatte er einfach nur einen guten Tag, vielleicht war er einfach nur einer der guten Männer. Alles in mir fiel ab, die ganze Anspannung und irgendwie zwinkerte ich ihm sogar zu, ging an ihm vorbei und es kam kein Spruch, Kommentar oder sonstwas, was in dieser Situation möglich gewesen wäre. Es war "nur" ein ehrliches Lächeln. Und genau das könnte ich wirklich einfach öfter mal haben. Vielleicht einige andere Geschlechtsgenossinnen ebenfalls. Und das Image von Männlichkeit auch ganz dringend. Und wie abgedreht ist es eigentlich, dass ich wegen eines Männerlächelns einen Blogbeitrag schreibe? Weil es leider so wenig normal zu sein scheint, dass es Erwähnung verdient.... 

 

Montag, 31. August 2020

Schneckengrube


 Die Schlangengrube ist in mittelalterlichen Sagen ja ein gerne genutztes Folter- und Tötungsbild. Es gab sie wohl nicht wirklich. Auch Beklemmungen und seelische Notzustände werden gerne mit dem Bild der Schlangengrube illustriert. Passt doch. Schlangen gibt es in Hamburg sicher nicht so viele. Dafür (Nackt-) Schnecken, die ich zeitweise im Tagesrhythmus aus den Gemüsebeeten im Garten puhle. So viele junge Kürbis- und Gurkenpflanzen fielen ihnen schon zum Opfer. Das feuchte Wetter war natürlich Top für die Viecher.


 Sterben müssen sie bei mir nicht. Veganehrenkodex. Ich schütte die Schleimer gerne weitweit weg von den Gemüsepflanzen irgendwohin. Sollen sie doch woanders rumschleimen, wo es nicht um mein Essen geht.





 Eine Kollegin von mir hält gegen diese Plage Laufenten. Tolle Tiere. Leider wird das in meinem Garten nicht funktionieren... Muss ich eben weiter sammeln und hoffen.... Die Weinbergschnecken finde ich tatsächlich auch ganz hübsch. Sind trotzdem nicht besser als ihre FKK-Kolleginnen.

 

Samstag, 15. August 2020

Samstagskaffee # 26. 2020

 

  Guten Morgen. Dieses neue Bloggerdings macht immer noch keinen Spaß. Geht euch das auch so? Bilder hochladen dauert ewig, es geht immer nur eines zur Zeit, weil alle anderen sofort wieder weg sind, sobald man eines in den Blogpost eingebaut hat. Oder bin ich einfach nur zu doof dazu? Dabei habe ich mir neulich erst so eine Mühe gegeben und so viele Bilder geschossen, von Selbstgemachtem. Es wartet Gestricktes, Genähtes, Gebackenes und Gepinseltes auf euch. Dazu Gedanken zu Feminismus, städtischer Aneignung, Kunst und Veganismus. Vor lauter Anstrengung beim Schreiben, habe ich ganz vergessen, die Kommentare anständig zu moderieren. Entschuldigt bitte. Das nervt doch. Und dann passieren noch diese abgedrehten Dinge im Hintergrund, von denen ich noch gar nichts erzählt habe, die mich in Hamburg aber gerade echt überwältigen im positiven Sinne. Eine kleine Illustration liefern diese schönen Betonmusikabspielgeräte, die ich am Donnerstag von Schaffenslust geschenkt bekam. Hach, so toll! Danke!

 

 Na gut. Die Schule läuft wieder. Und das ist sehr sehr gut. Ich merke, wie sehr mir das alles gefehlt hat. Auch wenn wir in der vergangenen Woche in unseren Klassenräumen und unter unseren Masken fast zerflossen sind. Die Stimmung war gut. Sehr gut. Die Kids offensichtlich auch froh, wieder da zu sein. Bisher habe ich nicht den Eindruck, dass unsere während des Homeschoolings viel Lernstoff verpasst haben. Mag an unserer Schulstruktur liegen. Beste Geschichte lieferte aber unsere Bildungsbehörde: Die versprochenen Masken und Visiere für Lehrkräfte konnten nicht pünktlich zum Schulstart bereitgestellt werden. Dafür kam ich diese Woche in unseren Klassenraum und wunderte mich über die neue Fußmatte, die da gefühlt mitten im Raum lag. Einen ausufernden Lachanfall bekam ich, als ich erfuhr, wozu die gut sein sollte: Die Fußmatte sollte unter dem Spender für das Handdesinfektionsmittel positioniert werden, da dieses den Linoleumboden beschädigen würde, wenn es daneben tropft. Merke: Jahrzehnte alter Schulfußboden ist wichtiger/ empfindlicher als Lehrkräftegesundheit. Solche Geschichten kann man sich nicht ausdenken.


 Ansonsten, gab es viel Kunst und nochmehr Kunst und Kunst und Sonne und Hitzefrei und Babyknuddeln und Kaffee und Eis. Kartoffeln, die von angehenden Archäologen ausgegraben wurden. Endlich mal wieder mit Gartenzwergen im Garten. Die Arbeit nahm merklich mehr Zeit als in den letzten Monaten in Anspruch. Vorerst ist das okay. Es hat mir gefehlt. Wenn es nicht mehr so heiß ist, ist sicherlich auch wieder mehr Schwung für die anderen Dinge übrig. So gehe ich heute ohne Netzfunde zu Andrea, denn zum Lesen kam ich so gut wie gar nicht. Ich war mit Arbeiten und Schwitzen beschäftigt. Habt ein charmantes Wochenende!


Dienstag, 11. August 2020

Balkonkästen und Verwandlung

 Heute geht es auf den Balkon. War das Monsterprojekt, dass ich nach fast sieben Jahren Gärzeit endlich mal umgesetzt habe. Bilder zu machen fiel mir nicht so leicht. Aber vielleicht "erkennt" ihr es ja trotzdem. Ich habe sogar Vorherbilder. Mit denen fange ich an. Einfach mal so in einer Reihe, wie es auf meinem Balkon ungefähr aussah, seit ich in diese Wohnung eingezogen bin.


 Viel Platz für Blumen, aber so richtig schön finde ich ja anders. Also ran da. Ohne Hilfe. Selber machen. Alleine machen. 
 
 


  Ich habe diese Hochbeetblumenkastendinger gebaut. Aus Holz. Angestrichen, mit Teichfolie ausgekleidet, eine Drainage reingelegt und Erde draufgeschüttet. Alte Pflanzen im Garten ausgesetzt, neue von dort mitgebracht, neue gekauft. Hauptsächlich Stauden. Pflegeleicht. Ein bisschen Chaos ist da immer noch, aber das ist dann eben so. Die Kästen sind auf jeden Fall unfassbar stabil. Grundsätzlich ist jetzt eigentlich noch mehr Platz da für Bienenfutter.

 Die hinteren Beine der Beetkästen sind so hoch, dass ich mein Sonnensegel daran aufhängen kann. Auch das ist selbstgemacht. Das habe ich schon länger. Ein neues hätte ich gerne noch. Aber das kommt dann nächsten Sommer.



 

 Die neue Beflanzung zieht jede Menge Hummeln, Bienen und Wespenarten an. Ich bin nie alleine auf dem Balkon. Die solidarische Hummeltränke ist natürlich auch wieder aufgestellt. Ein neuer Satz Balkonmöbel fehlt noch. Immerhin der erste Stuhl ist schonmal da. Mehr brauche ich für den Anfang nicht. Da das ein Alleinprojekt war, reicht es erstmal, wenn ich da sitzen kann. Der Rest wird mich auch noch finden. 

 Ich kann es da jetzt jedenfalls sehr gut aushalten. Und alles selbst gemacht. Allein gemacht. Geht doch, auch wenn es schön wäre, wenn es anders gelaufen wäre. Dienstagssammlung.