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Montag, 31. Mai 2021

Rezept: Maiwipfelsirup


  Ich hatte ja schon ein bisschen angeteasert: Maiwipfelsirup. Prädikat unfassbar lecker! Weltbester Honigersatz für alle vegan lebenden, die die Bienen lieber ungestresst lassen wollen.

 


 Maiwipfel, Maispitzen, Maitriebe. Diese Namen kenne ich. Das frische grün an Fichten und Tannen. Vielleicht geht es auch mit Kiefer. Letzteres habe ich aber nicht ausprobiert. Damit geht es auf jeden Fall los. Ein Ausflug in den Wald. Zeckenschutz nicht vergessen und dann sammeln. Viel sammeln. Bei mir waren es fünf Liter gut gedrückt. Nicht alles von einem Baum nehmen, die wachsen da nämlich. Ein bisschen hier ein bisschen da. Das geht schon okay.

 


 Wer meint, so ein vorzügliches, ungespritztes Naturprodukt noch waschen zu müssen, soll das tun. Da ich meist kurz nach oder während des Regens gesammelt habe, war es mir wumpe. Die gesammelten Spitzen dann in einen großen (!!!) Topf geben. mit Wasser bedecken und mit einem Teller beschweren. Alles über Nacht (12-14 Stunden) so stehen lassen.

 

 Nach dieser Zeit das alles einmal ordentlich aufkochen und nochmal 6-8 Stunden stehen lassen. Spätestens jetzt ist auch das letzte Grün rausgekocht. Den ganzen Kram abseien, die Spitzen auch gerne ausdrücken. Den Sud auffangen, wiegen und die gleiche Menge Zucker und vieleicht einen Spritzer Zitrone dazugeben.

 

 Und dann alles nochmal aufkochen. Laaaaange kochen. Gut reduzieren. Das kann auch gerne mal 2-3 Stunden vor sich hin köcheln. Die Wohnung durftet fantastisch! Gelierprobe lohnt nur so bedingt. Es bleibt tatsächlich im warmen Zustand noch seeeeehr lange flüssig. 

 

 Den noch heißen Sirup in heiß ausgespülte Gläser abfüllen und abkühlen lassen. Und dann Jammi! Würzig, süß, klebrig- fabelhaft!!! Da der Frühling bis jetzt recht frisch war, findet sich zumindest in nordischeren Gefilden noch einiges an frischen Trieben. Es lohnt sich also durchaus nochmal loszuziehen. Gutes gelingen und guten Appetit!

Freitag, 4. September 2020

Wochenendgebäck # 21: Zuchini-Mandel-Zitronenkuchen

 

 Zuchinischwemme im Garten? Wohin nur mit den ganzen grünen Kürbissen, wenn man die besten Menschen schon versorgt hat? Kuchen backen. Natürlich. Als Kuchenveganerin nichts leichter als das. Nach einiger Rumprobiererei bin ich sogar recht zufrieden. Zwei Varianten habe ich selbst ausgetüftelt. Leider nichts, was man einfach mal so nebenbei zusammenrührt, aber sehrsehr lecker. Heute die zitronige Variante, für noch wärmere, frühherbstliche Tage.


 Zuchini-Zitronenkuchen für eine große Kastenform

400g Zuchini geraspelt
370g Dinkelmehl
200g gemahlene Mandeln
200g Zucker
4 EL Sojamehl
1 EL Speisestärke
1 Pk Backpulver
100g Margarine
100g Olivenöl
eine Ampulle Zitronenöl
Saft und Abrieb einer Zitrone
eine Prise Salz
 nach Bedarf 1-2 EL Yofu
 
 Alle trockenen Zutaten miteinander vermischen, die Zitronendinge, flüssige Margarine, das Öl und die Zuchini dazugeben. Der Teig sollte klebrig aber nicht flüssig oder bröselig sein. Wenn die Zuchini eher trocken ausfällt, helfen 1-2 EL Yofu. Alles in eine gefettete oder mit Backpapier ausgekleidete Kastenform füllen und bei 180°C ca. 45 Minuten backen. Abkühlen lassen. Fertig. Funktioniert auch in Weckgläsern für den kleinen Haushalt.


 Habt ein charmantes Wochenende und bleibt lustig!

Freitag, 31. Juli 2020

Jedes Böhnchen...




 ... gibt ein Tönchen. Im Garten gibt es Bohnen. Auch da: Ups, wie konnten das so viele werden? Wer hat die da hingesät und warum funktioniert das so gut? Keine Ahnung. Jedenfalls gibt es sie in grün, in weiß und in schwarz. Leider lassen die schwarzen beim Kochen ihre Farbe. Unglaublich lecker sind sie alle. Neulich gab es dann den ersten Bohnensalat. Nicht ansatzweise so gut, wie der meiner Großmutter aber dennoch köstlich.


Bohnensalat für vier oder so

1 kg Buschbohnen
3-4 Schalotten je nach Größe
3 EL Bohnenkraut aus der Tüte oder zwei firsche Zweige
6 EL Essig (ich habe weißen Balsamico genommen, weil der eben da war)
3 EL Olivenöl
Salz

Bohnen waschen, putzen und in Stücke schneiden. In ordentlich gesalzenem Wasser zusammen mit dem Bohnenkraut ca. 20 min kochen. Schalotten fein hacken. Bohnen abgießen, Bohnenkraut dran lassen. Die noch warmen Bohnen mit den Schalotten, Essig und Öl mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Am besten wird er, wenn man ihn eine Nacht ziehen lässt (was für sehr viele Gerichte gilt). Mahlzeit!
Pfeffer


Mehr einfache Salate findet ihr hier:



Dienstag, 10. Dezember 2019

Schoko-Erdnuss-Keksdinger


 Kekse!!!! Mindestens so gut wie Kuchen. Als erklärte Kuchenveganerin greife ich auch da gerne mal zu. Darum heute mal wieder ein Rezept. Geschrieben mit vollen Backen nach dem Backen:


Schoko-Erdnuss-Keksdinger
(Ausreichend für etwa drei Bleche)

400g Mehl
200g Zucker
1EL Rübensirup
250g Margarine
1 Pk Backpulver
1 EL Sojamehl
je eine Prise Vanille und Salz
150g (vegane) Schokokuvertüre
150g geröstete und gesalzene Erdnüsse (einfach fertige Snackdinger kaufen. Man muss ja nicht alles selber machen)

Schokolade und Erdnüsse grob hacken. Alle anderen Zutaten zu einem Teig verkneten. Erdnuss- und Schokostückchen dazukneten. Den Teig in etwa walnussgroße Kugeln teilen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech flach drücken. Bei 180°C etwa 12-15 Minuten goldbraun backen. Abkühlen lassen oder sich an der noch heißen Schokolade die Lippen verbrennen. In der Keksdose aufbewahren. Je schneller sie weg sind, umso besser. Funktioniert auch mit anderen gerösteten und gesalzenen Nüssen.


 Ich muss dringend noch die Mandelvariante backen. Mehr feiern, weniger diäten! Dienstagssammlung.

Dienstag, 22. Oktober 2019

Kürbisbrot


 Oh nommnomm: Kürbisbrot. Seit der massiven Kürbisernte im Garten gibt es das hier ziemlich oft. Irgendwo muss der ja hin. Mir wurde da im vergangenen Jahr ein famoses Rezept zugespielt, das ich mal flugs veganisiert habe. Erinnert eher an Stuten, bzw. supergeil saftig-fluffiges Hefebrot.


Kürbisbrot

Zutaten:
300g Kürbis (bisher haben bei mir alle Sorten gut funktioniert)
300g Dinkelmehl 630
200g Dinkelvollkornmehl
1Päckchen Trockenhefe
4 EL Pflanzenmilch
3 EL Agavendicksaft
100ml Sonnenblumenöl
1 Prise Salz
Margarine zum Fetten der Backform

Den Kürbis in etwas Wasser weich kochen. Abgießen und ein bisschen abkühlen lassen, sonst verbrennt man sich die Pfoten wahlweise die Hefe. Mehl und die anderen Zutaten in eine Schüssel geben, Kürbis dazuwerfen und ordentlich durchkneten. Macht am meisten Spaß mit den Händen. Handrührgerät kommt bei mir gar nicht mehr zum Einsatz. Durch den warmen Kürbis bekommt es die Hefe auch gleich schön muggelig warm. Den Teig in eine gefettete Form geben, mit einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort etwa 30 Minuten gehen lassen. Danach den Teig nach belieben einschneiden und bei 180°C ca 30-40 Minuten backen.

Geheimtipp für sparsame Haushalte: Das Brot wie den Kuchen im Glas in Weckgläsern backen. Dabei die Gläser maximal zur Hälfte füllen, sonst geht der Teig über und das Glas lässt sich nicht mehr verschließen. Heiß aus dem Ofen holen und direkt mit Gummiring und Deckel verschließen. Gibt in kleinen Sturzgläsern eher Kürbisbrötchen, die dann aber länger haltbar sind. Zwei Wochen haben sie es bei mir so schon im Regal geschafft, dann waren sie spätestens aufgegessen. Vielleicht hält das auch länger. Erfahrungsberichte gerne in den Kommentaren vermelden.


 Ich habe aus dem Kürbis zusammen mit etwas Ingwer noch Marmelade gekocht. Kürbis auf Kürbis. Der totale Kürbisoverkill.


 Wahlweise kann man auch mit Zuchini und Ingwer leckere Marmelade kochen. Zuchini ist ja auch nur ein Kürbis. Aber auch der sehr herzhafte Wallnuss"käse" schmeckt sehr gut on top! Dienstagssammlung. Mahlzeit!

Donnerstag, 4. Juli 2019

Sommersalat # 2


 Heute dann schon das nächste Salatrezept. Im Gemüsewegknuspern bin ich echt unschlagbar. Heute mal eher so einfarbig in grün. Gute Gurken und so:


Sommersalat # 2
(Eine Portion- zummindest für mich)

Eine Salatgurke
Eine kleine rote Zwiebel oder Schalotte
3 EL TK- Dill (für mich immer gerne mehr)
Salz
Pfeffer
Apfelessig
Nach belieben 2-3 EL Sojajoghurt oder -Quark

Gurke fein hobeln, Zwiebel fein hacken. Zusammen mit dem Dill, Salz, Pfeffer und einem Schuss Apfelessig verrühren. Ein paar Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen. Wer mag rührt tagesformabhängig noch Sojajoghurt oder -quark unter. Mahlzeit! 


  Auch das macht mich ohne weitere Beilagen an einem heißen Sommertag satt und glücklich. Lasst es euch schmecken.


 Weitere Lieblingssalate:

Donnerstag, 27. Juni 2019

Sommersalat # 1


 So, es ist heiß. Das schlägt mir nicht auf den Appetit. Eigentlich finde ich das ziemlich gut. Ich koche nicht gerne und die Zeit ist reif, für viel reifes Obst und Gemüse. Nur waschen, schnipseln und essen. Kann ich. Ich ernähre mich in den nächsten Wochen nur von buntem Wasser. Schwör! Darum heute ein erstes Salatrezept. Voll einfach, voll schnell, voll lecker. Da brauche ich auch nichts dazu. Was will mensch mehr? Los geht´s:


Sommersalat # 1
 (ausreichend für zwei fette Portionen)

Eine Salatgurke
Eine Paprika (Farbe nach Geschmack)
Eine gute Hand voll Tomaten (nach Geschmack groß oder klein)
Eine mittegroße rote Zwiebel
Oliven (ebenfalls nach Geschmack pur, eingelegt, gefüllt, mit oder ohne Stein)
Tofu (nach Geschmack mit Oliven, Tomaten oder Basilikum)
Salz
Pfeffer
Olivenöl

Gemüse waschen und kleinschneiden, Zwiebeln in Halb- oder Viertelringe schneiden, Tofu würfeln. Alles mit den Oliven zusammnrühren. Ordentlich salzen und pfeffern. Einen Schluck Olivenöl darüber. Fertig! 


 So wandelbar und vielfältig, wenn es nicht an einem Abend alle wird, kann man diesen Salat auch gerne noch eine Nacht im Kühlschrank durchziehen lassen und er schmeckt am nächsten Abend noch besser. Vegan ist er auch noch. Potzblitz! Lasst es euch schmecken und genießt den Sommer!


Weitere Lieblingssalate:

Dienstag, 20. Februar 2018

Frau Jules bester Marmorkuchen


 Manchmal sind die einfachen Dinge, doch die Besten. Ich hätte ja niemals gedacht, dass ein schnöder Marmorkuchen, den ich so aus dem kleinen Finger zaubere, so gut ankommt. Nach dem Holz- und Kuchenwochenende bekam ich jetzt schon öfter die Frage nach dem Rezept gestellt. Gerne komme ich dem nach, inklusive anständigem Marmorkuchentutorial. Und los:


Für zwei kleine oder eine ordentliche Kastenform kommt hier wie immer zum Einsatz:

Rührkuchen Grundteig (Frankfurter Art)

500g Mehl
250g Zucker
250g weiche Margarine
0,5l Pflanzendrink
1 Pk Backpulver (gerne auch ein TL mehr) 
2EL Sojamehl (oder anderes Eiersatzpulver)
Eine Prise Salz
Eine Prise Vanille

Für den Schokoteil
etwa 40g Kakaopulver
nach Belieben 200g vegane Schokolade oder Kuvertüre

Bei 180°C etwa 40 Minuten backen


Alle trockenen Zutaten vermengen.


Margarine und Pflanzendrink dazu. Alles umrühren. Ich nutze seit Jahren kein Handrührgerät mehr. Irgendwer erzählte mir vor Kurzem mal, dass sei eh nicht so geil für die endgültige Konsitenz des Teiges. Ein stinknormaler Löffel tut es auch und es macht starke Arme.


Etwa zwei Drittel des hellen Teiges in die Kuchenform kippen. Ob Kasten oder Gugelhupf ist gehupft wie gesprungen. In den verbleibenden Teigteil das Kakaopulver einrühren.



Ich stehe ja mehr so auf Kastenform. Den Schokoteig oben auf den hellten Teig schütten.


Mit dem Rührlöffel einmal den dunklen Teig unter den hellen heben und evtl. etwas verquirlen.


Den Kuchen bei 180°C ca. 40 Minuten im Ofen backen. Nach den ersten 15 Minuten bei der Kastenform die oberste Schicht mit einem Messer der Länge nach aufschneiden. Das nur, damit der Kuchen beim weiteren Backen schick aufreißt. Währenddessen die Teigschüssel bitte ordentlich auslecken. Am Ende der Backzeit verrät die Stäbchenprobe, ob der Kuchen durch ist: Holzstäbchen in den Kuchen stecken. Hängen noch Krümel dran, noch ein paar Minuten länger backen.


Kuchen im ausgeschalteten aber geöffneten Backofen auskühlen lassen. Wer mag kann 200g Schokolade im Wasserbad schmelzen und den kalten Kuchen damit schokolieren. Ich habe hier noch Schokoknusperherzen draufgeschmissen. Warum? Weil´s geil´s! Heute in der Dienstagssammlung.


Leckerschmecker!

Was man mit dem Rührkuchen Grundrezept noch anstellen kann? Hier:


Wenn es wärmer wird, reiche ich die zitronige Variante nach.

Mittwoch, 13. September 2017

Warmer Tomaten-Tofusalat


 Nur bedingt fotogen aber unfassbar lecker und schnell gemacht: Warmer Tomaten-Tofusalat. Eine großartige Köchin bin ich nicht. Ich koche nicht gerne und selten wirklich gut. Meistens muss es schnell gehen und ohne viele Zutaten funktionieren. Aber in das hier könnte ich mich gerade nur reinsetzen. Tomaten gibt es ja noch in Hülle und Fülle. Also ran da!


Warmer Tomaten- Tofusalat (1 Hauptmahlzeitsportion)

Ca. 200gr. Tofu mit Zeug drin (Tomate oder Basilikum)
Eine gute Hand voll kleinere Tomaten
Eine halbe Zwiebel
2 EL Sonnenblumenkerne
Olivenöl
(Kräuter)Salz
Pfeffer
Rosmarin oder frischer Basilikum nach Geschmack
Crema di Balsamico (normaler Balsamico tut es sicher auch)


 Die Sonnenblumenkerne in der trockenen Pfanne ein wenig anrösten, aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Den Tofu in große Würfel schneiden und in Olivenöl knusprig braten. Praktisch: Die Pfanne ist noch heiß. Kurz vor Ende der Bratzeit die Zwiebeln dazu werfen. Ob in halben Ringen oder fein gewürfelt ist geschmackssache. Wenn die Zwiebeln auch glasig sind, die Tomaten dazugeben und alles zusammen dünsten, bis die Tomaten weich sind. Das ganze in der Pfanne ordentlich mit Salz, Pfeffer und evtl. Rosmarin würzen. Fast fertig. Diese leckere Mahlzeit in eine Schüssel oder auf einen Teller werfen, die gerösteten Sonnenblumenkerne darüber geben. Ein wenig Crema di Balsamico darüberträufeln. Wer noch frischen Basilikum hat und mag, wirft den jetzt noch drauf und Mahlzeit! 


 Ich könnte mir auch vorstellen, dass das super zusammen mit Zuchininudeln passt. Das probiere ich auch noch aus. Es sind doch die einfachen Dinge im Leben. Mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen. Nommnomm!

Donnerstag, 16. Februar 2017

Pfefferkuchen für mich und gegen Dummfug


 Heute geht es um Folgendes: Wie gehe ich mit dummen Kommentaren zu meiner Lebensweise um? In meinem Leben musste ich mir ja schon eine ganze Menge Quatsch zu meinem Lebensstil anhören. Teilweise harte Angriffe, teilweise dumme Äußerungen, teilweise werden mir die Widersprüche, die sich bei meinem Lebensstil so finden lassen auch direkt unter die Nase gerieben und als Fehler ausgelegt. Wie das so aussieht? Kann ich gerne ausführen:

1. Veganismus:

 "Vegan lebende essen meinem essen das Essen weg."
 "Für die Sojaproduktion wird der Regenwald abgeholzt."
 "Pflanzen haben auch Gefühle."
 "Willst du Tieren, Inuit und den Menschen in der Mongolei dann auch verbieten, Fleisch zu essen?"
 "Ich esse auch nur ganz wenig Fleisch."
 "Der Mensch ist ein Allesfresser/Jäger/Fleischfresser/das Ende der Nahrungskette/irgendwas mit Reißzähnen oder der Bibel."
 "Wenn es keine Mastanlagen gäbe, dann könnten sich die schlecht bezahlten Menschen kein Fleisch leisten." 
"Wenn Kühe nicht gemolken werden, platzt ihnen der Euter."
 "Wenn man alle Tiere aus Mastanlagen frei lassen würde, dann würden die alle sterben."
 "Hilft ja auch nicht gegen den Welthunger."
 "Aber ein paar Vitamine musst du dann doch mit Pillen einwerfen? Das ist doch unnatürlich." 

2. Kritischer Konsum/ keine Klamotten kaufen:

"Dann aber Chucks tragen. Wie inkonsequent."
"Die Stoffe die du vernähst, sind aber auch nicht fair."
"Wenn du selber nähst, nimmst du Menschen die davon leben, die Lebensgrundlage."
"Und was machen dann Menschen, die nicht selber nähen/werkeln/basteln können?"

3. Müllreduktion:

"An deinen Schuhen ist Plastik."
"Warum kaufst du dann noch Sojamilch im Tetrapack?"
"Den meisten Müll produzieren die Entwicklungsländer." 

4. Inklusion/Sonderpädagogin sein:

"Aber diese Menschen brauchen doch Schutzräume."
"So manch ein Behinderter will das vielleicht gar nicht."
"Behinderte Lernende senken das Lernniveau."
"Also ich könnte das ja nicht."

5. Antifaschismus:

"Das wird man wohl noch sagen dürfen."
"Ich bin ja kein*e Faschist*in, aber...."
"Wir haben Meinungsfreiheit und du willst denen ihre Meinung verbieten?"

6. Keine Kinder:

"Erwarte bloß nicht, dass die Kinder anderer sich im Alter um dich kümmern."
"Irgendwas mit biologischer Aufgabe der Frau."

7. Feminismus:

"Aber es gibt doch keinen Sexismus mehr."
"Das war ein Kompliment und kein Sexismus, stell dich nicht so an." 
"Irgendwas mit Gebähr- und Aufzuchtaufgabe der Frau/Männer können nunmal keine Kinder bekommen/unterschiedlicher Hirnstruktur."
"Männer und Frauen sind vor dem Gesetz gleich."
"Aber du findest Geschlechtskonstruktivismus doch scheiße."

8. Grundsätzlich:

"Selber Toleranz für deinen Lebensstil fordern, dann aber total intolerant gegenüber den Lebensstilen von anderen/mir sein." 
"Man muss sich den schönen Dingen des Lebens zuwenden." 
 

  Früher hat mich das wirklich genervt. Ich finde das ja mittlerweile eher erheiternd. Es ist immer wieder schön zu sehen, was die Menschen so alles wissen oder nicht wissen. Vor allem im Hinblick auf Veganismus kann ich jegliches Bullshitbingo zum Thema vorwärts, rückwärts und seitwärts aus beiden Richtungen 230948 Mal abhaken. Dabei bin ich durchaus auch schon seit Jahren nicht mehr auf dem Missionierungstrip. Das habe ich abgehakt, weil es nervig und anstrengend ist und meistens nichts bringt. Das Anstrengendste daran, so wenig Arschloch wie möglich zu sein, sind immer solche Kommentare, nicht das machen. Für viele Menschen ist nämlich das alleine der Versuch etwas zu tun, schon ein Angriff auf ihre Lebensweise, was sie dann häufig zu den oben genannten Kommentaren treibt.

 
 Dass sich an mir hin und wieder mal Hinweise auf meine Lebensweise finden, lassen bestreite ich gar nicht. Shirts, Aufnäher und Buttons finde ich in dem Zusammenhang nicht missionierend. Das ist so wie Bandshirt tragen: Erkennungszeichen für andere Fans. Oder so. Reicht aber auch schon oft, um mir Missionierung zu unterstellen. 

 
 Aber mal jetzt den ganzen Quatsch beiseite. Was mir seit einiger Zeit die Nerven bei solchen Kommentaren ziemlich beruhigt, ist die Tatsache, dass ich eigentlich keine Lust mehr habe, mich mit Dummschwätzenden auseinanderzusetzen. Ich bin da auch recht emotionslos und kann solche Menschen einfach stehen lassen. Mal im Ernst: Man könnte sich auch mal überlegen, welchen persönlichen Nutzen ich davon hätte, wenn sich in der Gesellschaft irgendwas zum Besseren ändert? Denn mir geht es doch eigentlich super, ich liebe mein Leben. Ich bin gesund, habe einen sehr guten Freundeskreis, einen guten Job, ein Dach über dem Kopf, einen gefüllten Kühlschrank und auch was in der Birne. Ich könnte supergeil "work hard, party hard" machen, wahlweise auch nur "party hard" und es würde niemanden jucken. In Anbetracht der Tatsache, dass ich keine Kinder möchte, muss ich mir auch um deren Zukunft keine Gedanken machen. Mal im Ernst: Was sollte mich die Zukunft von anderen und deren Kindern interessieren? Vor allem von denen, die mir ständig diesen ganzen Bullshit an die Birne werfen? Und trotzdem mache ich was. Man könnte sich fragen, wer hier dumm ist....

 Und ich könnte ja auch so einen Wohlfühllifestyleeskapismusblog betreiben. Zum Beispiel mit meinem allerliebsten Pfefferkuchenrezept. Von diesen Pfefferkuchen haue ich derzeit ordetlich was weg. Bitte hier:
Pfefferkuchen
150g Margarine
365g Zucker
1/8l Zuckerrübensirup
1/8l Wasser
je 1EL Zimt-, Ingwer-, Kardamon-, Nelkenpulver und Backpulver
900g Mehl

Margarine zusammen mit dem Sirup und dem Wasser in einem Topf schmelzen. Zucker und Gewürze einrühren. Diese Mischung in einer Schüssel mit dem Mehl  und Backpulver vermengen. Das geht am besten mit den Händen. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und über Nacht im Kühlschrank lagern. Am nächsten Tag aus dem Kühlschrank nehmen, sehr dünn ausrollen und Kekse ausstechen. Die Kekse bei 225°C ca. 7-10 Minuten im Ofen backen. Sind vegan, schmecken aber trotzdem.


 Man muss die Menschen einfach da abholen, wo sie stehen. Ich kenne übrigens wirklich Menschen, die mit vollem Bewusstsein nach dem Motto "no future" leben. Die haben etwa zur gleichen Zeit wie ich geschnallt, dass sie in diese Welt keine Kinder setzen möchten. Auf der anderen Seite haben sie auch gemerkt, dass sie alleine die Welt nicht ändern können, auch wenn sie um all den Mist wissen. Die gehen heute fröhlich shoppen, jetten hier und dorthin in den Urlaub, essen Fleisch aus Einwegmitnehmverpackungen und machen wirklich "work hard, party hard". Sie würden auf keine Demo gehen. Nicht weil sie Nazis oder sowas voll in Ordnung finden, sondern, weil man einfach was besseres/anderes mit seiner Zeit anfangen kann. Das finde ich ziemlich konsequent und manchmal auch irgendwie bewundernswert. Auf der anderen Seite pissen sie aber auch niemandem an den Karren oder versuchen z.B. Menschen wie mir den Lebensstil zu versauen. Ich nenne sie meine Lieblingsassis und ich bin sowas wie ihr Lieblingsökopunk. Und wir können zusammen Spaß haben, weil es da einfach keine Widersprüche gibt. Von solchen Beziehungen und Lebensstilen können sich ein paar Menschen gerne mal eine Scheibe abschneiden. Ich hätte ein paar über und meine Lieblingsassis sicherlich auch. Ich kann die Werte, die mir wichtig sind manchmal nicht verteidigen, aber leben kann und werde ich sie immer. Und über Bullshitkommentare freue ich mich einfach nur noch und esse dabei leckere Pfefferkuchen. Nur für mich allein.